"Die Metamoderne beginnt JETZT."
(via Nonverteiler)

Kunst Basis Ebertplatz

KUNST BASIS EBERTPLATZ invitationperisphere: kunstbasis ebertplatz was war das?

stefanie klingemann: KUNST BASIS EBERTPLATZ ist ein temporäres Festival im öffentlichen Raum mit ortsbezogenen Interventionen und einer begleitenden Publikation über die Kunst am Platz der vergangenen 12 Jahre.
In Kooperationen mit den ortsansässigen Kunstinitiativen wurden Ausstellungen und Zusatzprogramm wie Konzerte, Talks, Führ etc. in der Zeit vom 14.-22.7 gezeigt.

Hasucha Detail 1

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Was macht Spaß?

Ein Text von Philipp Höning

Vergiss alles, was du weißt.

twomblyjump

 

 

 

Aus der Tagebuchroutine.

Weißer Himmel, Sonderzustellung überwunden geglaubter Marotten per Telegramm aus Übersee -

Das Hauptzollamt Aachen bittet erneut um die Einreichung folgender Angaben zur Ermittlung ihres pfändbaren Einkommens:
Verlustig gehen allg. Urteilskraft TT/MM/JJJJ ab:                              bis einschl.:
Verlustig gehen prim. Urteilskraft TT/MM/JJJJ ab:                              bis einschl.:
Verlustig gehen sek. Urteilskraft TT/MM/JJJJ ab:                              bis einschl.:
Ich-Erosion durch obsessive Energieverkrümmungen seit TT/MM/JJJJ:

Einer dieser Tage, an denen es einfach nicht regnen will, Salat ohne Dressing, Kopfschmerzen vom vielen Kaffee.
Ich fresse Pathosphrasen wie Kartoffelchips.

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‘Unbekanntes Dokument’ mit einem Text zur Metamoderne

Unbekanntes Dokument

Ein Text von Johannes Thies

(english translation below)

Wir alle fragen uns schon länger, wann beginnt sie denn eigentlich, diese viel besprochene Metamoderne? Beziehungsweise, wann hat sie die denn aufgehört? Oder ob sie jemals wieder ein Ende finden wird.
Fakt, alt-right Postfakt oder neuzeitlich non-Fakt, ist allerdings, dass sie recht schwer zu fassen ist, diese Metamoderne, mehr noch, dass sie ein höchst unbestimmtes Konstrukt bleiben muss, will und wird, beziehungsweise war.
Womit wir umgehend bei zwei ihrer Hauptbestimmungsmerkmale angekommen wären, wir können es ja doch nicht lassen, mit dem bestimmen wollen.
Beide sind gleichermaßen ungreifbar, Gas und Gefühl, Zeit und Geld.
Ohne, kämen wir ohne diese beiden überhaupt klar?
Die Metamoderne stellt mehr Fragen als sie beantworten könnte. Push, push a little harder, then let go. Oder so ähnlich, irgendwie und im Prinzip ganz klar.
Was mir in der Zwischenzeit eben so in den Sinn gekommen ist.
Die Metamoderne, das wäre vielleicht eine sinnige Ergänzung zu ihren bisherigen Konstruktionen, ist unter Umständen eigentlich so etwas wie eine Zwischenzeit oder Zwischenablage.
Ein unbekanntes, noch zu beschreibendes Dokument. Mit Hartmuts Worten: es geht überhaupt nicht um die Zeit. Es geht nur um den Fluss.
So in Geld, so in Information, so in Scheiße, dann jedoch einigermaßen bedenklich, zur Sorge anregend, so wie das Geld, die Zeit, die Metamoderne.

Die Metamoderne beschränkt sich nicht alleine auf die Computerwelt. Schuldzuweisungen sind völlig unangebracht, sie hat aber sehr wohl etwas damit zu tun.
Die Digitalisierung, nach McLuhan Elektrifizierung der Welt, der Übertritt aus dem Gutenberg-Universum, der vorherrschenden Kulturtechnologie der letzten Eintausend Jahre, könnte aber sehr wohl als ihr Impuls oder Auslöser angesehen werden.
Die Metamoderne, so wie ich sie verstehen möchte, hat diesen Impuls und Auslöser nahtlos verinnerlicht, so wie das kleine Kind leichtes Spiel mit dem digitalen Handgerät hat.
Hier wird es dann, endgültig und endlich, total metamodern, durch den natürlichen Ausdruck des ewigen Selbst im Jetzt. Ist das einigermaßen nachzuvollziehen?
Ancient Future Now, das ist aber wohl der Name einer Technoparty oder eines Musiklabels oder sowas, aber eben auch sehr gut gewählt.
Eine Verbindung von Himmel und Erde mittels eines Haiku aus dem Æther.
Metamoderne braucht oder ist Æther, Fleisch und Geist zur gleichen Zeit, am besten immer alles zur gleichen Zeit machen.
Metamoderne als eine Lehre von Gleichgewicht, Abstand und Timing, das wiederum ist dem Aikido entliehen.
Metamoderne als Fest des Vergessens, der absoluten Jetztzeitigkeit in der ewigen Tabelle, ein assoziatives Universum oder schwarzes Loch.
Metamoderne als völlig gekünsteltes Konstrukt, in der Hoffnung vielleicht, seinen Namen darunter schreiben und in irgendeiner farbenfrohen Zukunft sogar mal ein paar Scheine abgreifen zu können.
Metamoderne, und zwar ohne jeden Zweifel, ist mehr noch als alles andere, ein Zeitalter der Widersprüche. Und der Hysterie, wie Rimmberger schon 2011 zu sagen wusste.
Rimmberger, der gelebte Widerspruch in seiner ganz eigenen Hauptstadt, Rimmberg.
Keine Metamoderne ohne Rimmberger. Dazu mehr an anderer Stelle.
Metamoderne als Zeit, in alles mit allem verbunden werden kann, global und jetzt. Keine Verbindung wäre zu widersprüchlich, was hat man noch nicht gesehen, zu welchen Überraschungen kann es denn überhaupt noch kommen.
Ein Weltkrieg vielleicht, das käme einigermaßen überraschend, oder auch nicht mehr, ein Vulkanausbruch schon eher, stand aber auch schon in der Zeitung. Ein Asteroid, das wär’s, ohne jede Vorwahnung, Freudscher Versprecher, BÄÄÄHMMM!
Oder die plötzliche Erkenntnis, eine Jesus-Erscheinung oder sowas in der Art, unter dem indischen Himmel Westamerikas, in der immer wieder letzten Nacht dieses nicht enden wollenden Sommers.
Reine, unmissverständliche, widerspruchsfreie Information ÜBER die Metamoderne, zu ihrem ganz eigenen Meta, ihrer Deutungsebene, die sie doch selbst sein will.
Metamoderne ist, kann ja nicht anders als die pure Selbstreflexion sein, der reinste Selbstbeschiss, der Ourobros des Wissens.
Die Widersprüche gehen in den Menschen über oder drücken sich erst durch ihn aus, in Menschen wie Rimmberger und natürlich auch mir selbst. Er zerreißt den Menschen, dieser immanente Widerspruch, es sei denn, der Mensch fühle sich durch ihn inspiriert und übt sich täglich an seiner Auflösung, als die unendlich wiederkehrende Arbeit des Sisyphos.
In der Metamoderne geht alles ziemlich schnell, das ist nichts Neues. Genauso schnell erlangt man auf diesem Wege ganz natürliche und gleichermaßen uralte Erkenntnisse und Schwergewichte. So möchte man zumindest glauben.
Denn diese Art von Erkenntnissen liegt einem nicht unbedingt zu Fingern, eher handelt es sich um Blockaden, von denen man selbst noch überhaupt keine Ahnung hat.
Das klingt einigermaßen esoterisch, ein weiteres, häufig wiederkehrendes Attribut der Metamoderne, bedingt und gefördert durch ihre unbestimmte Art und Weise.
Die unbedingte Sehnsucht nach Deutung und Bedeutung, das Hereinlesen von Deutungen und Zusammenhängen in eine scheinbar völlig losgelöste Welt. Sehen also, was man sehen möchte, am besten und nur mit dem Herzen.
Doch nichts anderes ist die Esoterik, präzise an der Schnittstelle von Wahn und Wahrhaftigkeit, the writing on the wall and everything counts in large amounts.
Die Herstellung von Verbindungen, die Kunst der Informationstechnologie.
Besser kann ich die Metamoderne im Moment nicht beschreiben.

METAMODERNE NOW AND NEVER

‘METAMODERNE NOW AND NEVER — what we definitely do not know about metamoderne.
a netart-show on a hacked wifi router at digital3mpire, Düsseldorf on 10th of March 2017.
The show was curated by me as a collaboration with the Berlin based router.gallery.
Contributing artists:
Æther-Design, David Quiles Guillo, Dominik Rinnhofer, ENKI Live, Faith Holland, Götz Gramlich, Igor Stromajer, Julia Vanishtor, Johannes Thies, Jonathan Monaghan, Keren Cytter, Lorna Mills, Marieke Verkoelen, Oliver Haidutschek, Timothy Shearer, Phillip Meier

“In the Metamoderne all know everything and all nothing. Complete confusion and total information take place almost parallel, but at least both states change at a so high frequency that they become almost one. The two often-evoked antagonists myth and enlightenment merge into a sticky aesthetic slime, which can only be solved with the utmost effort, which is increasingly permeating our lives.
This condition is not always pleasant and – provided that it is not recognized and made aware – permanently extremely stressful and, of course, also harmful to health. In the short and medium term, this leads in each case to individual self-imbalance and social ineffectiveness: a shock stagnation on all levels.
It remains the strongly by reflection and ratio suppressed stomach feeling, that something is quite wrong and things should be different. With this feeling we will have to deal with in the coming years in which only two things are certainly safe: 1. No one knows what the Metamoderne is 2. The Metamoderne starts now.”
translation by google A.I.

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MULTIDIMENSIONALE WANDERUNG

IMG_20170430_114234EIN KUMPEL DER ANGEHENDER SCHAMANE IST HATTE MICH EINGELADEN EINE MESCALINE SESSION ZU MACHEN WIR HABEN ZUSAMMEN ANFANG APRIL EINE 250mcg LSD WANDERUNG IN KÖNIGSWINTER GEMACHT UND DIE KAKTUS SESSION SOLL AUCH DORT STATTFINDEN ES GING UM 10H FRÜH LOS AM SONNTAG IN KÖLN DER ZUG FUHR BIS KÖNIGSWINTER OHNE MÜHE DAS WETTER IST SCHÖN SONNIG MIT WENIG CHEMTRAILS WIE NETT WIR WANDERTEN ZU EINEM ORT DER SEHR STEINIG WAR UND ZIEMLICH HOCH GELEGEN AUßERDEM WAREN DA SELTENER MENSCHEN ANZUTREFFEN DORT ANGEKOMMEN BREITETEN WIR UNS AUS UND LARS BEREITETE DIE MINI ZEREMONIE VOR

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FAR OFF 2017 – Impressionen vom Opening

Gestern Abend großes Hallo beim Opening der FAR OFF 2017 in Köln Ehrenfeld. Nicee Leute, nicee Stimmung, dazu auch Krach, Kunst und gutes NON (Wir wünschen gute Geschäfte!).
Hat richtig Spaß gemacht.
Allmost all all pics via faroff. thanx!

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BIGOTHER

“Skulpturen, die nicht sichtbar sind, weil sie Konstrukte auf Internetseiten bleiben. Ganze Archive voller Arbeiten, die nie jemand sehen wird. Homepages, für alle Ewigkeiten ins Dead End des Internet verlegt. Was wir umkreisen, ist eine Kulturproduktion, die beides vermeiden möchte. Kultur und Produktion. Es entstehen Arbeiten, die sich immer wieder am Rand der eigenen Praxis aufhalten, vom Werkbegriff abstoßen oder ihn vermeiden. Es wird eine Produktionsweise evident, die den totalen Kollaps, den freien Fall immer als begehbare Randzone ins Werk setzt.“

1721“CONTEXT BABY!” schrie sie mir ohne Vorwarnung ins eh schon halbtaube, vom Tinitus geplagte Ohr. Ich zuckte ganz natürlich sofort zusammen.
“CON! TEXT! BÄY! BIE!!!!” schrie sie mich erneut an. Diesmal frontal von vorne mitten ins Gesicht. Wie immer in solchen Situationen checkte ich – ganz souverän metamodern – gar nix. Klar war da so ein Gefühl, vielleicht eine Ahnung davon was sie sagen wollte, auch gab es da wohl ein paar Erinnerung an eigentlich längst vergessene intensive Diskursstunden während des Studium an der KHM in Köln. Aber so richtig wollte es nicht klingeln oder klicken bei mir. Da war mittlerweile einfach viel zu viel RL mit #FamiliyIssues und #BusinessStrugle im Spiel, als dass mir solche Hinweise noch intuitiv weiter helfen konnten.
Also starrte ich sie an, nippte etwas fahrig an meiner Orangina Orange und ging langsam einige Schritte rückwärts. “Oh Käeyih,…” formten meine Lippen, “…,du bescheuerte Kunstfotze” dachte mein Kopf, während mein Gesicht versuchte dabei gefasst, lässig und irgendwie amüsiert aus zu sehen.
Was nicht gelang.
Statt dessen hatte es sich zu einer debil grotesken Grimasse verformt. Und egal was ich auch tat, den Rest des Abends blieb diese bestehen. In mir. Für mich. Zumindest.
Das war recht uncool von mir für mich und 1 klarer #megafail.

Allerdings. Und so ganz nebenbei fiel mir dadurch dann sofort wieder ein, warum ich nicht gerne auf Vernissagen gehe, noch nie gerne gegangen bin. Weder zu den Eigenen, bei denen ich mich immer beschissen fühle, noch zu den der Anderen, bei denen ich mich stets awkward und als ganz und gar nicht zugehörig empfinde.
Fremd und Anders eben.

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Ein kurzes Gespräch mit Maria Wildeis über die FAR OFF 2017

Die FAR OFF Messe ist eine junge Plattform für Galerien und Projekträume in Köln. Nach dem Erfolg im letzten Jahre geht es nun auch 2017 mit dem Format wieder weiter, vom 27. bis zum 30.  April ist es wieder so weit. Dieses Mal dann allerdings an einer neuen Location in Ehrenfeld, aber natürlich mit dem gleichbleibendem naturgemäß nicht ganz einfachen Anspruch, die Autonomie der Offkultur zu wahren und gleichzeitig die Künstler und Künstlerinnen zu unterstützen sich stärker mit ein internationalen Publikum zu vernetzen.
Und. Klar. Auch.
Die Kunst im Rahmen des Möglichen zu vermarkten.
Die Messe ist also Experimentierfeld, Ausstellung und immer auch großes Klassentreffen in einem. Und bietet von daher ganz selbst verständlich neben Videokunst, Performance und Soundart auch den notwendigen Spaß und die Freude die zum Leben dazu gehören müssen.

Ich habe mich mit Maria Wildeis, einer der Organisatorinnen, mal kurz per E-Mail über das Projekt unterhalten.

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FK: hi maria, schönes projekt gefällt mir gut! Warum hast du die FAR OFF ins Leben gerufen?
MW: Jonathan Haehn hat mich angerufen und gesagt, man sollte eine Kunstmesse bei Jack in the Box veranstalten.

FK: Warum OFF und OFF-Szene? Was reizt dich daran?
MW: Ich leite einen Offraum und bin eigentlich ausschließlich an der Gegenwartskunst interessiert. Der wirtschaftliche Teil der Kunstwelt=Kunstmarkt ist wichtig, aber für mich nicht so leicht mit der Kunst zu verbinden, die sich im experimentellen Feld des OFF finden lässt. Meine Frage bei der FAR OFF lautet, ob es nicht Wege gibt, dem Geist der Gegenwartskunst näher zu kommen, den Bedingungen der Präsentation von Kunst auf einer Großveranstaltung wie einer Messe entgegen zu kommen und gute, junge Kunst möglichst angemessen zu präsentieren, anstatt sie zu verbiegen und in „marktgerechte“ Formen zu pressen. Es gibt auf der FAR OFF Messekojen, aber auch alternative Modelle, ein Kino für Videokunst, Bewegtbild und eine Bühne für Performance und Sound. Das Programm füllt sich durch die teilnehmenden Galerien und Projekträume.

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FK: FAR OFF ist eine Messe für OFF-Spaces. Ist das nicht irgendwie ein Widerspruch?
MW: Es sind nicht ausschließlich OFF-Spaces auf der FAR OFF. Aber auch Offspaces wollen ein Publikum erreichen und ihre Künstler an den Markt heranführen. Dafür halten wir die Preise so günstig wie auf keiner vergleichbaren Veranstaltung.

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Julia Weissenberg im Interview bei Artfridge

Die Künstlerin Julia Weißenberg lebt und arbeitet den Rhein aufwärts in Köln und hat auch dort an der KHM studiert. Ihren Abschluss machte sie 2012 mit Auszeichnung bei Prof. Dr. Karin Harrasser, Prof. Matthias Müller und Prof. Johannes Wohnseifer – diese Minimalparemeter nun in extremster Kürze zur Person. Dazu gibt es unten noch ein paar Pics zum anfüttern für Euch.
Und mehr muss dann hier und jetzt ja auch nicht, denn artfridge hat gerade ein Interview zwischen dem Kurator Jürgen Dehm und ihr Angebot, dass ihr bitte mal klickt und lest.
Anlass des Interviews ist die laufende Ausstellung ‘Stranger days‘ in de Galerie Lisa Kandlhofer in Wien.

SOFT COMPANY

soft_01Video Installation, 2 HD Videos, Orchid, electric blue carpet, 2015

USB Power

USB_Power_kopiePU Kunstharz, ca. 50 x 0,6 x 0,6 cm – 2016

To make you feel comfortable

TomakeuFeel_29:01 Min., HD, Stereo Sound, 2016
Installationview: Matjö – Raum für Kunst, Cologne, 2016

Trump aus der Perspektive der Netzkultur

(Das hier nur kurz und grob notiert, eigentlich ursprünglich als Kommentar mal drüben bei Facebook. Also jetzt auch ;tldw statt ;tldr)TROLLING_THE_WORLD

Trump ist eigentlich ein waschechter Troll, im wahrsten Sinne des Wortes.
Und obwohl er angeblich nie Computer benutzte, passen Trump und Internet doch zusammen wie Faust auf Auge. Er fügt sich seltsam natlos ein in die Streitkultur der Internets. Begonnen mit flamewars in Foren, Chats und Mailinglisten, fortgesetzt in der Idee des Shitstorms in den Sozialen Netzwerken und Blogs, erweitert durch Konzepte wie hatespeech/fakenews erleben wir nun, vorerst einmal als Höhepunkt, den disruptiven Troll an der Spitze der US-Regierung. Ein Megatroll, der in erster Linie einmal seine Energie daraus zieht der ganzen Welt maximal auf den Sack zu gehen.
Hier zu auch ein Kommentar von Bernhard Pörksen beim deutschlandradiokultur. Das ist bitte nicht falsch zu verstehen. Es geht hier nicht darum das brisante Thema, so wie die, im Schlepptau des Trolls, nun ins Weisse Haus eingezogenen Ideologie klein zu reden.
Im Gegenteil sogar. Denn es deutet sich hier auch ein Machtverschiebung an, die anders und damit erst einmal komplexer sein könnte, als das was wir derzeit erkennen, da wir zum Abgleich vor allem die Folien der Vergangenheit nutzen.
Ganz unabhängig davon haben Trolle in den vergangenen Jahren mehr als einmal erfolgreich digitale Communities zerstört. Die Liste der Mailinglinglisten, Newsboards, Foren oder Chats die durch penetrantes trollen gesprengt oder zumindest nachhaltig verändert wurden, ist lang. Der disruptive Charakter des Trolls ist unbestritten.
Von daher ist es ja eigentlich auch nur konsequent, dass sich nun Zuckerberg als Kaiser der sozialen Netzwerke mit seiner globalen digital sozialen Infrastruktur (und noch mehr Milliarden) im Rücken, in Stellung bringt um dann möglicherweise im nächsten Schritt, die Politik an like-basierte künstliche Intelligenz und andere autonome Systemes wie zb Blockchain, und damit letztlich an die Ingenieure, zu übergeben. Ich halte es für gut möglich, dass sich nach dem global nervenden Trumptroll eine liberalen/neoliberale Mehrheiten nach einer Herrschaft durch Deus Ex Machina sehnt und diesen Schritt weg von den Enttäuschungen durch den Menschen hin zur Maschine sehr begrüßen wird.
Das ist dann so in etwa das, was ich aktuell unter dem Konzept des #digital3mpire verstehen würde.
Still thinking. To be continued…

Links dazu:
Wikipedia zu Troll_(Netzkultur)
Urban dictionary zu Flamewars
Sascha Lobo über shitstorms

Ein E-Mail-Dialog über den Wahlsieg Donald Trumps

Als Leseempfehlung heute hier ein guter und gewitzter Dialog zum populären Polulismus des neuen Donalds, geführt per E-Mail zwischen dem Kunstwissenschaftler, Journalist und Musiker Jörg Scheller und Christopher Kriese vom Zürcher Theater- und Aktivisten-Kollektiv “Neue Dringlichkeit”.
Natürlich ist der Text ;tldr also zu lang fürs Internet, aber dafür wirklich sehr angenehm zu lesen. Aber ihr entscheidet das wie immer selbst.
Als Teaser eventuell hier nur dieses Beispiel daraus:
Die Zuspitzungen von Populisten verführen dazu, ja fordern dazu auf, mit Zuspitzungen auf sie zu reagieren und damit eine Kettenreaktion in Gang zu setzen. Am Ende bekämpft man Idiotien mit Idiotien – das Ergebnis wird aller Voraussicht nach idiotisch bzw. eben doppelt idiotisch sein.
Perisphere wünscht viel Vergnügen beim Lesen von “Dialog mit Christopher Kriese über den Wahlsieg Donald Trumps
(via ak)

Und hier noch was von reddit dazu.
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1 träumender Schuh auf Instagram

Manchmal mach ich mir Bilder ohne darüber nach zu denken. Grafiktools der Wahl sind dann die neue Malfunktion von Whatsapp und die Textfelder von beispielsweise Instagram. Man vergisst das ja immer sehr schnell, dass wir heute schon mit diesen einfachen Apps verdammt mächtige Bild- und Textverarbeitungssoftware immer bei uns haben.
Aber ich komme schon direkt zu Anfang etwas vom Thema ab.
In jedem Fall, mache ich mir diese Bilder. Weil sie mir gefallen, vielleicht auch weil mir langweilig ist. Dann beginne ich im nächsten Schritt darüber und dazu zu schreiben. Und während ich schreibe geschieht etwas merkwürdiges: es entsteht aus dem Bild heraus so etwas wie eine Geschichte, sehr unbewusst und ungeplant. Wenn es aber läuft, dann kommen Text und Bild am Ende einfach so zusammen, mit meistens auch für mich überraschenden Ergebnissen.
Ein Beispiel für diesen Arbeitsprozess ist dieser Instagram-Post hier.

Im ersten Moment erscheint es natürlich absurd. Warum auch sollte ein Fuß, noch dazu in einen Turnschuh gekleidet, träumen? Von einem Hut! Man denkt dann ganz natürlich so ein Quatsch und tut es dementsprechend auch schnell ab. Und doch, wenn man es dann mal sacken und wirken lässt, stellt man fest, dass es eigentlich keinen wirklichen Beweis dafür gibt, dass es nicht so sein könnte. Nur weil Schuhe nicht sprechen und statt dessen unsere Füße wärmen und schützen, muss das ja noch lange nicht bedeuten, dass sie nicht träumen. Und wenn sie schon träumen, warum dann nicht von etwas was weit entfernt liegt. Für den Schuh am unteren Ende kann das durchaus der Hut weit oben auf dem Kopf sein. #success #dreamer #gewinner #schuh #erfolg #träumen #denken #instagram #NON #Düsseldorf #neuss #thinking

Ein von Fkuhlmann (@fjc_kuhlmann_2k) gepostetes Foto am

NON Gedanken 0.2

Version Beta 0.2 (alles was hier steht ist NICHT wahr)

[Lesezeit so ca 3 Minuten]

NON ist, obwohl ganz klar Gegenpol, im eigentliche Sinne ja trotzdem keine Antikunst. NON bewegt sich, und hier sind die Bezüge zur Kunst natürlich sehr stark, viel mehr in der Tradition von Dada, Fluxus, also auf den Spuren der Outsider und derer die nicht zum System dazu gehören konnten oder auch wollten. Es enthält von daher naturgemäß auch Spuren der Expressionisten, der Freaks, der Surrealisten aber auch der Beat Generation und des Gonzo-Journalismus
Ganz klar! In diesem Sinne ist NON auch immer abhängig und Teil der Kunst, einfach weil es ohne den zeitgenössischen Kunstbegriff und seine Geschichte nur bedingt zu verstehen ist. Und natürlich auch weil das metamoderne Kunstsystem ausgebufft genug ist alles integrieren zu können, sobald dieses einmal erfasst und verstanden ist, sobald also final realisiert wurde! Realisiert wurde, dass es existiert.
Hierin liegt also die 1. Herausforderung, weil sich damit nämlich ein erster und wohl auch der wichtigste Widerspruch auftut, der auch konsequent ausgenutzt werden will. Denn das NON ist in erster Linie nicht zu verstehen. Es lebt überhaupt nur dann, wenn es nicht verstanden wird, und ist eben auch nur dann und so lange man GAR-NIX-CHECKT der Ort des lebendigen Seins und des Werdens. Es ist daher leider, oder zum Glück, eben nicht und niemals museal zu verwerten. Und dadurch auch nicht durch das was zeitgenössische Kunst ist – welche ja maßgeblich und heute mehr denn je von Konservierung, Formalisierung und Archivierung lebt – zu erreichen. NON entzieht sich also von daher nicht auf eitle Weise, es ist nur eben einfach nicht da wo Kunst ist, so wie Wasser eben nicht dort ist wo Luft ist.
(Im Übrigen und das sei an dieser Stelle einmal angemerkt, ist dieser Text in dem er versucht NON zu erklären, im eigentlichen Sinne reinstes ANTI-NON, geschrieben mit der Intention all das, was aktueller Stand des NON-Wissens ist, kreativ zu zerstören und im nächsten Schritt zu überwinden, falsche Fährten zu legen und die Leserschaft sowie den Autor, der zu Wissen glaubt(!) selber auf eine neue falsche Spur zu führen, all diese Personen also in Sicherheit zu wiegen.
Lass Dich also nicht verführen, lieber Leser, liebe Leserin und vergiss bitte nicht, dieser Text ist – alleine schon weil im Internet geschrieben, 1 LÜGE! in dem nichts Wahr ist und nichts wahr sein kann. [Aber! Auch diese Anmerkung ist am Ende ja nur ein hilfloser Rettungsversuch um zu retten, was noch zu retten ist. Um also dem Autor später die Chance zu bieten sich aus dem Vorwurf des NON-Verrats heraus winden zu können. {Oh, ja so(?) META! Und hier wird die Falle deutlich: Die totale Reflektion von allem ist das brutale Dilemma des metamodernen Menschen.}])

Coney Island Freak Show
Aber klar. NON ist natürlich schon Kunst, allerdings eben nur die Kunst im werden und nur so lange sie nicht geworden ist. Es ist von daher dann schon auch immer eine Gegenposition zum Bestehenden und besetzt fluide und auch etwas geil die ästhetisch erfahrbaren Räume die zwar eigentlich Kunst sind, es in Zukunft mal sein werden oder es bereits sein könnten, aber als solche noch nicht assimiliert wurden, weil sie  das metamoderne Kunstsystem in seiner aktuellen radikalen Zuspitzung, aber auch in seiner totalen Überforderung nicht mehr besetzen und integrieren kann und will.
NON ist naturgemäß schon mal extrem stark in den digitalen Räumen des Internets, in denen das offenen Werke, quasi unendliche Reproduzierbarkeit, beliebige Serialisierung und Modifizierung sowie weitläufige oftmals unkontrollierbar sozialkreative Prozesse der Gestaltung, der intuitiven Distribution und der temporäre Formalisierung neu und anders verlaufen, als bisher gewohnt oder eingeübt.
NON ist sehr schnell überall dort wo sich Fantasie in den unvermittelten, rohen und natürlichsten Weisen Bahn bricht, meistens ohne explizit Kunst sein zu wollen, nicht aber unbedingt ohne gefallen zu wollen. Auch das NON will geliket, gelobt und geteilt werden, denn ohne Zuspruch geht es natürlich auch hier nicht. Wie auch, denn NON ja ist menschlich.
NON ist in den E-Mails (u.a. des NONVerteilers) und in den 24/7 streams auf reddit, 4chan, Twitter, Facebook, whatsapp oder Tumblr. Eben über all dort wo Texte, Bilder, Video und Audio erdacht, rezipiert und konsumiert wird. Doch NON ist und war nie auf das Netz begrenzt, es ist Alltag und everyday life und geht im Moment des Entstehens trotzdem hart darüber hinaus. Es will sein, aber nicht verstanden werden und entzieht sich deshalb geschickt den Interpretationsmustern der etablierten Kunstrezeption, es sucht Wege um sich dort zu entwickeln wo es keiner checkt. Und findet sie zum größten Erstaunen aller Beteiligten, dann doch immer wieder – allerdings erst im Rückblick.

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Aber! NON ist kein Gegen, kein ANTI, auch eigentlich kein Punk und damit eben auch keine FuckYouAll-Verneinung. NON ist eher fliessender Rückzug und taumelnder Vormarsch in die immer wieder aufs neue entstehenden Freiräume, es ist weniger Kampf gegen das Bestehende, als DIY im derzeit eben Möglichen mit den meist bescheidenen Mitteln des Vorhandenen.
Und vielmehr verhält NON sich zur Kunst, wie Ying zu Yang. Es ist damit ein ewiger Kreislauf in dem beide neben einander zwar harte Kontraste, aber darüber hinaus natürlich auch eine unendliche dialektische Einheit bilden und sich in dieser umeinander drehen und wenden. Beide Pole existieren immer in ewiger Symbiose, unterschiedlich wahrgenommen, in abwechselnder Intensität, am stärkesten aber naturgemäß in der kollektiven Erinnerung, wenn es zu Kunst geworden ist.

Doch vorerst gilt: Es lebe das NON!

Geschrieben in der Kalten Stadt,
am 11. Januar 2017

 

Erste Heidelberger Non-Lesung zur Metamoderne

Horror Vacui, das war einmal. In der bedeutungsschwangeren Metamoderne gibt es nichts wertvolleres als die leere Seite.
Allerorts Literatur präsentiert die erste Heidelberger Non-Lesung zur Metamoderne.
In einem einzigartigen MenschMaschineSpeedating befreien wir die Wörter von der Last ihrer Bedeutung, molekularisieren Sprache und liefern, wenn alles normal läuft, unsichtbare Ergebnisse.

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AIC goes COFA 2016 – Pics or it didnt happen

Neben den klassischen Galerien – soweit ich das beurteilen kann, die allermeisten aus dem Rheinland – sind dieses Jahr eine ganze Reihe kölner OFF-Spaces auf der COFA Cologne mit am Start. Ich finde das jetzt erst mal gut und glaube, dass das eine durchaus sinnvolle strategische Entscheidung war, von der alle etwas haben. Die einen bringen die, nun ja ich nennen es mal, Professionalität ins Spiel, und die anderen die Credibility, die das Siegerkunstsystem derzeit eigentlich fast noch dringend braucht um überleben zu können.
Mit dabei sind die Projekte Art Initiatives Cologne , Artothek , Büro für Brauchbarkeit , Bruch & Dallas , CAT , GOLD + BETON , Jagla , Kjubh , Labor , Matjö , Mélange , Real Positive , Simultanhalle , SSZ Sued – Off Galerie , Syndicate , Tiefgarage, , UPDATE (Danke Irene!): und der Gemeinschaftsstand des AIC mit folgenden Projekträumen: 10 qm, artrmx, Ausstellungsraum Q18, Fotoraum Köln e.V, FUHRWERKSWAAGE KUNSTRAUM, Glasmoog , Internationale Photoszene Köln, KUNSTHAUS KAT18, MOFF Magazin, OPEKTA , PAEsche Aktionslabor,  PiK-Projektraum im KunstWerk,  Temporary Gallery

Schön auf den Bilder so viele Gesichter zu entdecken, die sich schon lange und mit viel Einsatz für die lokale Szene dort engagierten. Ich drücke feste die Daumen, dass sich die Mühem für alle Beteiligten etwas lohnen, damit daraus mehr wird und weiteres entsteht. In jedem Fall ist es eine interessante Entwicklung und man muss sehen wohin dieses Experiment führt. Querelen und Schwierigkeiten gibt es immer. Aber zumindest mit etwas Abstand betrachtet, entwickelt die Kölner freie Szene hier – und das nicht erst seit Gestern – eine echtes Potential und vor allem aber auch ein wachsendes Selbstbewustsein und die daraus resultierende Qualität. Das ist schön und das ist gut, nicht nur weil es all die engagierten KünstlerInnen, ProjektraumbetreiberInnen, KuratorInnen und IrgendwasMitKunstInnen wirklich verdient haben, sondern auch weil dort offensichtlich neues mit neuer Kraft entsteht wo doch so vieles Anderes derzeit weg zu brechen scheint.
Ich wünsche unseren Freunden der künstlerischen Autonomie und des DOIY viel Erfolg.
Weiter so bitte, denn davon wollen wir in Zukunft mehr sehen.

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Erste Heidelberger NON-Lesung zur Metamoderne

Alle gut Anschnallen. Im JETZT.
Es folgt die erste Heidelberger NON-Lesung zur Metamoderne.
Sie findet statt.
AM 18.11.2016 von 21.00 bis 05.00
IM Good Fellas, Heidelberg

https://www.facebook.com/events/1125880320782393/1140922685944823/

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„ splitter & amalgam “ – die 1. digitale düsseldorf

vom 3.11. – 6.11. läuft die 1. digitale in düsseldorf. gestern abend war opening der zugehörigen show im weltkunstzimmer.
und wegen pics or it didnt happen, sind hier jetzt die pics.

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Steffen Jopp mit Klangkörper im ANTICHAMBRE

Achtung Baby!
Ausstellung läuft noch bis zum 11.11.2016.

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aic.cologne – Das OFF feiert in Köln am nächsten Wochenende

Die Kölner Kollegen und Kolleginnen laden ein, zur aic.cologne.

Die OFF-Kultur hat sich neben den großen Institutionen und Galerien in Köln zu einer impulsgebenden Kraft entwickelt und feiert 2016 den Zusammenschluss der Kunstinitiativen Köln / Art Initiatives Cologne, kurz: AIC. Diesen Freitag geht es los. AIC läd ein zum gemeinsamen Wochenende AIC ON vom 21. bis 23. Oktober 2016 mit Ausstellungen, Aktionen, Lesungen, Performances und Konzerten.

Man hat das zum Anlass genommen eine Karte zu erstellen, die es auch Nichteingeweihten möglich macht, sich das Kölner Off zu erschliessen.
Sie ist da!!! Kölns erste Karte für Off-Räume und freie Kunstinitiativen! Holt euch euer persönliches Exemplar inklusive Programmheft für AIC ON 2016. Zb heute abend bis 23h im GOLD+BETON am Ebertplatz oder ab nächste Woche in allen beteiligten Räumen.
Ein riesen Dankeschön an MALO, unseren Hausdesigner, der das Unmögliche möglich macht. Immer wieder!

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Die Karte gibts natürlich auch im Netz http://aic.cologne/map

AIC ON – 21. bis 23. Oktober 2016
http://aic.cologne/

Ausstellungen, Aktionen, Lesungen, Performances und Konzerte
Köln

The Internet Is Present (Part 2)

6. mai 2016, digital3mpire: The Internet Is Present (Part 2).

0 — overview (good) 1 - yhurn 2 - igor botur 3 - art lebe & ski

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Schluss jetzt mit Ende hier. Es geht weiter.

Bald schon mehr dazu.
Bis dahin etwas metamoderne…

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Genius Malignus

‘Sculptures’ – der neue Film von Matthias Danberg feiert Morgen Abend in der Galerie Ampersand in Köln Premiere. Alle Infos dazu unter https://www.facebook.com/events/1035653423193026/ Wir zeigen parallel dazu ab 18 Uhr den kompletten Film hier auf dem Blog. Den Post dazu gibts um 17.30 Uhr.
Den Trailer bekommt Ihr hier schon mal vorab.

Trailer: Sculptures from Matthias Danberg on Vimeo.

Entgegen einer naiven Kritik des Digitalen, die einen Widerspruch zwischen „real“ und „virtuell“, also eines wirkenden, aber nicht existierenden Zustandes, aufbauen möchte, könnte man auch davon reden, dass die Virtualisierung der Welt, wie wir sie in den letzten Jahren mit zunehmenden Maße spüren, enttäuscht, wie es bisher nur die kopernikanische Wende geschafft hat.


» Gimme more of this please. now …

Endlich eskalation

Wir erheben ausnahmsweise einmal für einen kurzen Moment unsere Blick von den rheinischen Ländereien der Träume und richten diese gen Süden, in die Schweiz. Dort, im beschaulichen Zürich, hat laut Aussage der Jury bestehend aus der ZHdK-Hochschulleitung eine ruamgreifende Installation der Studenteninnen «das Ausmass und der Charakter von Spray- und Farb-Interventionen in den Gängen und Toiletten» das «akzeptable Mass» überschritten.
Wie schön, dass es doch noch gelingen kann, Provikationen zu setzen. Wir wagen uns vor, und gratulieren jetzt schon mal zum besten Rundgang 2016!

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noch mehr pics und infos gibt es hier.

Augmented Kuchenzeit in Hamburg – die Realität wird angerichtet

Unter der URL http://www.juz-hamburg.de/ tut sich derzeit was.
Absolut und wirklich lohnend, die dort verlinkte Story von Brendan Caldwell ‘A War In Space …’. Diese ist reichhaltig, inspirierend und voller wilder Metapher. Eine Parabel nennt man das soweit ich weiss. Investiert mal die 10 Sekunden für den Klick und 1 Minute zum reinlesen. Für den ein oder anderen wird es lohnen. Ich verspreche!
Außerdem dort derzeit zu finden: gute knackige Statements zu Welt und Wirklichkeiten im 140+Zeichen format. Geiler Content – im Duktus der aktuellen Berlin-Biennale- mit starken Impact.
Ich copy-und-paste also nach hier.

1. Die physische und die virtuelle Welt sind beide künstlich, deshalb gleichermaßen real.

Wenn wir davon ausgehen, dass das, was für einen Menschen die Welt konstituiert, ein relativ zufälliger Haufen von erlernten Techniken, Erfahrungen und Ängsten ist, und es somit keine gemeinsam geteilte wahre Welt geben kann, dann ist jede einzelne und individuell erfahrene Welt, ob physisch aus Stein und Beton oder virtuell in Spielen, Büchern oder Werkzeugen wie Google Street View, Realität. Die aus Datenschutzgründen unkenntlich gemachten Straßenzüge werden zur Ansicht einer Stadt. Für all die vielen Aussortierten, deren Urlaub in die Toskana wie jedes Jahr ausfällt, erschließt sich die Welt außerhalb ihrer eigenen Stadt auch auf diese Weise.
Keine einzige dieser vielen Welten kann sich jedoch selbst genügen. Sie bedingen einander, zerstören sich gegenseitig und erschaffen sich neu.
Eine Hoffnung ist, dass an dem einen Tag, an dem die Aussortierten die physischen Städten aus Stein und Beton an sich bringen, die Realitäten auf der manifesten Straße für einen kurzen Augenblick mit einem Knall zusammenschmelzen.
Und durch einen Knall, das sagt uns die Wissenschaft, entsteht manchmal neues Leben.

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2. Die Konstruiertheit menschlicher Identität gilt für die physische wie für die virtuelle Welt. Es ist Unsinn dazwischen einen qualitativen Unterschied zu machen.

Im Alltag haben wir so viele Identitäten, wie wir Sprachen und Erscheinungen haben. Im Gespräch mit der Mutter, der Vorgesetzten oder dem guten Freund, frühmorgens beim Bäcker oder nachts im Zwielicht, unsere Formulierungen und äußeren Erscheinungen unterscheiden sich fundamental, je nachdem, wie wir uns präsentieren wollen, uns aus Zwängen präsentieren müssen und was uns als angemessenes oder einzig mögliches Verhalten erscheint. Wir wechseln unsere Verhaltensweisen und Erscheinungen dauernd und meist sehr effizient, oft bedienen wir sogar mehrere gleichzeitig. Unter all diesen Versionen unseres Selbstbildes gibt es kein ursprüngliches Bild, keine Variante, die in besonderer Beziehung zu einem etwaigen Kern stehen würde. Natürlich gibt es Abbildungen, die wir lieber verkörpern als andere, am Ende sind jedoch ausnahmslos alle aus einer praktischen Notwendigkeit entstanden, als Antwort auf eine bestimmte Rolle, die wir einnehmen wollten oder mussten. Diese Identitäten bilden zusammen keine Pyramide, an deren Spitze die einzig wahre Identität stünde, sondern ein flaches Netz. Und dieses Netz ist groß, beweglich und erweiterbar. Was wir im Moment erleben, ist die starke Erweiterung unserer möglichen Verhaltensweisen durch Erschaffung digitaler Selbstbilder, hier vervielfachen sich die Möglichkeiten unserer Identifikation: Wir können Level 80 Magier, Tinderprofil (gerne mehrere) und Furry sein. Aber auch hier befindet sich keine Identität näher an der Wahrheit als eine beliebig andere. Jede Erscheinung ist ihre eigene Wahrheit in ihrem eigenen Zusammenhang. Und so kann es nicht darum gehen, Zeit zu verschwenden mit der vergeblichen Suche nach der einzig richtigen Erscheinung hinter den tausend anderen, sondern sich den möglichen Formen zu ermächtigen, also die Ambivalenz und den Widerspruch als letzten schützenswerten Sachverhalt der Menschen zu behandeln und ihn schlussendlich als Vorteil gegen jede Form von Regulierbarkeit zu akzeptieren.

Alles via www.juz-hamburg.de

_turbulenz – chaotische Bewegungen mit starker Wirkung

Turbulenzen bezeichnen chaotische Bewegungen, die eine starke Wirkung entfalten können. Es handelt sich um eine Form der räumlich-zeitlichen Unordnung, die in der Natur weit verbreitet ist. Aufgrund ihrer Unregelmäßigkeit aber haben sich Turbulenzen lange der wissenschaftlichen Beschreibung entzogen. Sie verlaufen so zufällig, dass sie immer wieder singuläre Formen generieren. Dieser Umstand macht sie auch für die Kunst interessant. Denn Turbulenzen sind Störungen der bestehenden Ordnung, die ein produktives Eigenleben entwickeln.

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Matthias Neuenhofer erforscht seit vielen Jahren das ästhetische Potenzial von Feedbackschleifen mittels Video. In der Tradition der abstrakten Videokunst nutzt er Feedbackprozesse, um die Grundlagen und Bedingungen des technischen Bildes auszuloten. Seine frühen Arbeiten verzichten auf die Kamera und konzentrieren sich auf die reine Abstraktion im Sinne einer Selbstreflexion des Mediums. Doch hat sich Neuenhofers Arbeitsweise seither erheblich verändert und erweitert. So bezieht er mittlerweile auch verfremdete Kameraaufnahmen mit ein, um verschiedene Computeralgorithmen auf sie anzuwenden, so dass komplexe generative Kompositionen entstehen.


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