Evangelos Papadopoulos im Honigbrot

In einem Arbeits- und Wohnatelier in Köln-Riehl wird für 2 Jahre Platz geschaffen für eine besondere Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Bildhauerei. Alle 2 Monate haben Künstler in Einzelpräsentationen die Möglichkeit, in einen skulpturalen Dialog mit dem Raum zu treten. Die Kuratorin Maria Wildeis hat für Juni eine spektakuläre ortsspezifische Arbeit gewählt.

Die raumgreifende Plastik des Bildhauers Evangelos Papadopoulos erscheint durch ihre Ausmaße von über 7 m x 4 m x 4 m und durch seine kristalline und expandierende Gestalt wie eine rauschhafte Schöpfung, die sich rational motivierten, verbalen Deutungsversuchen entsagt. Bei ihrem Entstehungsprozess konnte man zusehen, wie Tag für Tag, Stunde um Stunde, der Raum transformiert wurde uns schließlich selbst zu einem Teil der Kunst wurde. Es wurde hinzugefügt, angeschraubt, abgebrochen, abgesägt und wieder entfernt, wieder aufgetragen.

Papadopoulos kreiste um die Arbeit und betrachtete das entstehende Werk aus den unterschiedlichen Blickachsen und unter jeweils anderen Licht- und Perspektivverhältnissen. Dabei dienten die verschiedenen Beobachtungsposten als feste Bidlauscchnitte, die immer aufgesucht wurden um abgelichtet zu werden, um ein visuelles Gleichgewicht herzustellen und vor dem Auge schließlich das zu erschaffen, worauf es zu warten schien.

Mit der Ausstellung MANIA ist ein plastischer Eingriff entstanden, durch dessen Dominanz in der Erscheinung die Funktionalität des Raumes entkoppelt wird. Die Umgebung wurde vereinnahmt: die geometrischen Strukturen im Raum, der dunkle Betonestrich, die Fenstergliederung, die Farb- und Lichtverhältnisse, aber auch die vielen körperlichen Bewegungen um die Arbeit herum – all diese Raumelemente verweisen im Schattend es Kunstwerks auf ihre bildhaften Qualitäten und die Sicht auf den Raum verlagert sich mehr und mehr von seiner Funktionalität auf die Formsprache.

So treten die malerischen Merkmale des Kunstwerks gemeinsam mit dem Raum und seinem inhärenten Lebensalltag als visuelle Erscheinung hervor und verwandeln sich nahezu in eine dreidimensionale Collage.

Text: Maria Wildeis

Oliver Blumek

Rahmenprogramm:
8.6 um 19 Uhr: Eröffnung mit einer Performance von Oliver Blumek
15.6 um 20 UHr: Screening: Medea von Pasolini, Popcorn und Bier
30.6 um 16 UHr: Lesung aus Platons Phaidros
4.7 um 20 Uhr: Vortrag in Gedichten von Frank Schablewski

 

Evangelos Papadopoulos: Mania
Honigbrot
8.6-8.7.2012
An der Schanz 1a, 50735 Köln-Riehl
geöffnet von Do-Sa, 12-18 Uhr, Fr 12-22 Uhr und nach Vereinbarung

 

 

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