Mischpoke: 22 Fachgeschäfte in Mönchengladbach

Mischpoke übernimmt die sinnvolle und sinnliche Aufgabe, den Leerstand in der Stadt mit Kunst zu füllen. Seit der Gründung des Vereins 2010 suchen die Künstler systematisch nach verwaisten Immobilien, um ihre Arbeit temporär auszustellen. Die letzte Invasion war die bisher umfangreichste und fand in einer Einkaufspassage der Mönchengladbacher Innenstadt statt.

Ein Bildbeitrag von Emmanuel Mir (Düsseldorf)

Als die Stadt Mönchengladbach 1949 eine brandneue Einkaufspassage erhielt, in der sich über 20 Fachgeschäfte einsiedelten, schrieb man in der jungen Bundesrepublik noch die ersten Seiten einer schönen Geschichte – eine Geschichte namens „Wirtschaftswunder“. Mehr als 60 Jahre später ist diese Geschichte eben Geschichte geworden und die mehr oder weniger charmanten Läden, seit vielen Jahren in Familienhänden, müssen weichen. Der Großinvestor MFI, der in Düsseldorf-Bilk bereits eine gesichtslose und uninspirierte (aber wohl populäre) Mall gebaut hat, wird hier die „Mönchengladbach Arcaden“ errichten – und erhofft sicherlich, dass die extrem klamme Stadt plötzlich dem Konsumrausch verfällt.

Durch diesen Ansatz von Strukturwandel steht jedenfalls jede Menge Leerstand in kompakter Form und zentraler Lage zur Verfügung. Und die Gelegenheit für die Verantwortlichen von Mischpoke war zu schön um ausgeschlagen zu werden. Es kam ein Deal mit dem MFI (der sich gerne als Mäzen stilisiert) zu Stande und, bevor die Passage endgültig abgerissen wird (und mit ihr die charakteristische Dachstruktur der späten 80er Jahre), dürfen 33 Künstler die 22 ehemaligen Geschäfte okkupieren. Die meisten nutzen den Raum unreflektiert, beziehen sich höchstens auf dem evidenten Verfall des architektonischen Ensembles oder verpflanzen ihre Drop-Sculptures in diesen besonderen vier Wänden. Ortsspezifik sieht anders aus; jedoch kann Ortsspezifik auch mitunter nerven – und die Unbefangenheit des Unterfangens hat hier seine erfrischende Seite.

Diesmal wurden übrigens Nicht-Mischpoke-Künstler eingeladen, also ausschließlich Damen und Herren, die nicht zum Verein gehören und aus Köln, Düsseldorf und Gladbach stammen. Die Eindrücke haben wir gesammelt.

 

 

 

OLIVER GATHER

 

GEREON KREBBER

 

DAN DRYER

 

THOMAS RUCH

 

KATHARINA MADERTHANER

GEREON KREBBER

 

TERRY BUCHHOLZ

 

GEREON KREBBER

 

EDITH BORIES

MARTIN ROOS

 

JEANETTE STÜTTGEN

 

PHILIPP ACKERMANN / KATE MACKESON

 

JOHANNA VON MONKIEWITSCH / CHRISTIAN BERG

JEAN-LUC DANG / MARIJA LINCIUTE

 

ALEX POLLARD / CLARE STEPHENSON

 

UTTA HAGEN

 

MARKUS MUSSINGHOFF

RICARDO ALZATI

 

 

UWE ESSER

 

 

 

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