Jahr: 2013

Geschenke zum Fest für Euch und ein neues Projekt für uns!

Wir bedanken uns auch diese Jahr bei allen treuen und untreuen Leserinnen und Lesern für ein weiteres gemeinsames Jahr in der Perisphere. Wir danken fürs Klicken, fürs Lesen, fürs Anmailen und zu weilen, und in letztere Zeit doch mehr, ja auch fürs Kommentieren. Obwohl gerade letzteres, trotz der mittlerweile recht hohen Besucherzahlen hier, immer noch eher die Ausnahme als die Regel ist. Einmal abgesehen von Katrins Beiträge, die damit hier auch die Kommunikation explizit sucht und voran treibt.
Aber eigentlich ist es seltsam, und für mich immer noch nicht so ganz nach voll ziehbar, weil in anderen Bereichen Gang und Gebe, nur eben in der Kunst nicht – denn das Phänomen des Nicht-Kommentierens betrifft ja nicht nur uns, sondern eigentlich die meisten Blogs zum Thema. Wo ran liegt’s?

Mein persönliche Meinung ist ja, dass man zum Einen einfach zu höflich ist, um anonym seinen Senf dazu zu geben – gerade dann wenn es mal kritisch sein müsste, zum Anderen aber auch viele einfach Schiss haben sich öffentlich noch eine Meinung zu erlauben, oder auch nicht mehr die Kraft und den Mut haben sich eine zu Leisten. Das Risiko erscheint einfach zu groß, mit einer solchen anzuecken oder unangenehm aufzufallen. Es könnte der Künstlerkarriere – die bei 99%, mittlerweile eher 99,9% eh nicht kommen wird – schaden und könnte vieleicht Nachteile bedeuten im Ratrace um die wenigen begehrten Plätze in der Zirkusmanege des Whitecube.
Oder ist es der vermeintliche Glaube automatisch zu den Verlierern zu gehören, wenn man das Maul aufmacht und auch mal sagt, wie ausgesprochen hohl, dümmlich und komplett und im gar-nicht-positiven-Sinne sinnbefreit so vieles in der Bildenden Kunst mittlerweile ist?
Man, also ich, weiß es nicht. Mich würde es interessieren und eventuell Frage ich wirklich Katrin Herzner mal zu dem Thema, weil sie sich immer so große Mühe gibt die Dinge ausführlich und wirklich richtig zu klären.

Aber eigentlich ist es doch etwas Schade, dass man sich so schwer tut mit einer Debattenkultur hier im Netz, denn es gäbe viel zu kommentieren zur Kunst, gerade von denen die nicht an den angespitzten Orten wirken, sondern irgendwo in der mittelweile viel zu breiten Masse vor sich hin werken.

Eventuell nehmen wir uns das einfach mal als guten Vorsatz für 2014, die Debattenkultur anzuheizen, sowohl online als auch offline, und mal wieder mehr über das zu reden was uns zusammen hält, auch wenn ich das eigentlich nicht mehr so nennen will, bei all den Hirsts, Koons und Ai WeiWeis die unter dem gleichen Label wirken.
Aber es scheint ein guter Vorsatz und damit ein neues Projekt zu sein. Und in diesem Sinne passt dann auch der Titel unseres Weihnachtsgeschenks an Euch.
Die Edition ‚The new project“ gibts es nach dem Klick auf das Bild zum Download für Euch (auf der Webseite noch mal klicken um Download der Tif-Datei zu starten). Das Bild ist mit dem Tool eurer Wahl bis zu 100% skalierbar und lässt sich in jeder beliebigen Onlinedruckerei der Welt ausdrucken und innerhalb weniger Tage postalisch liefern. Und Jesus ist auch drin!

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http://www.thenewproject.de
publiziert und zum download unter CC BY-NC-SA 3.0
Auflage: ∞

Frohes Fest und alles Gute für das kommende neue Projekt 2014.

Wie alles wirklich funktioniert : die Wahrheit

Herzner wahr kopf—————
EPILOG

 

Zu Weihnachten wünsche ich mir neue Fragen.

Warum man mich fragen sollte?

Wie man auf dem Foto sehen kann, denke ich darüber schon etwas länger nach ….

Ich habe für die Antwort ein paar Anläufe aufs digitale Papier gebracht.
Das besondere an dieser Frage ist, dass ich da tatsächlich ausnahmsweise mal die Fachfrau bin.

Es frug der Stephan die wichtigste Frage zuerst, die ich als letzte dieses Jahres dann auch mal beantworte:

Herzner wahr Frage

Im Gegensatz zu allen anderen Texten, kann ich diesmal ganz sicher behaupten: Ich habe recht.
Was ich hier schreibe ist wahrer als alles andere überhaupt und braucht dafür 1348 Wörter.

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„was ich sehe“ – ein Film über Vera Lossau

Wäre er aus der Perspektive des Regisseurs, und nicht der dokumentierten Künstlerin, betitelt worden, hätte der Film von Wolfgang Waldmann „Was ich verstehen will“ heißen können. Stattdessen heißt er „was ich sehe“ und transportiert bereits bei dem erstrezipierten Textsubstrat diesen subjektiven Tonfall, der im gesamten Film vorherrscht. Der seit ein paar Monaten veröffentlichte Dokumentarfilm über die in Düsseldorf tätige Bildhauerin und Installations-künstlerin Vera Lossau ist nicht nur ein interessantes Zeugnis über die Arbeit und das Leben einer jungen, zeitgenössischen Künstlerin sondern darüber hinaus der rührende Versuch eines Filmemachers, das Mysterium der Kunst zu begreifen.

on demand Foto 6.Mai 2013

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Perisphere-Portrait #15: Ubbo Kügler

Natürlich auf perisphere-portrait.de!

Perisphere-Portrait gönnt sich ein paar Wochen Weihnachtspause und kehrt am 19.1.2014 zurück.

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Katja Donnerstag und Yvonne Klasen im Quartier am Hafen

Text: Maria Wildeis
Fotografien: Thilo Schmülgen

 

In Köln spielen zwei Künstlerinnen mit dem Licht: Die Flora, eine Halogenlampe für Pflanzenwachstum wirft purpurnes und grünes Licht auf ein dupliziertes Wandstück. Das neue Raumfragment wurde in der Mitte aufgespiesst und dreht sich um die eigene Achse, wenn man es anschubst. Dabei verändert sich die Farbe je nach Einfallswinkel.

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Katja Donnerstag & Yvonne Klasen: Dancing Wall

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Zwei bis drei Minuten Schweigen in einem sehr sehr langen Gespräch

Beim Eiskellerberg gibt es ein wirklich, wirklich, wirklich langes, aber eben auch wirklich, wirklich, wirklich lohnendes Gespräch mit Karl Heinz Rummeny, einem der Mitbegründer und langjähriger Betreiber des Düsseldorfer Off-Space Parkhaus. Das Parkhaus, gelegen im Garten des Malkasten, ist einer der schönsten und mittlerweile ältesten Projekträume der Stadt. Rummeny hat das Projekt 1997 zusammen mit Jost Wischnewski und Gregor Russ begründet.

Mehr müssen wir an dieser Stelle nicht verraten, denn alles andere lest Ihr bei eiskellerberg.

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Parkhaus, vierwändekunst Festival, 2010

 

Wie alles wirklich funktioniert : Der Düsenjet im Wasserkocher

kopf————–
PROLOG

Wir haben einen Wasserkocher der extrem lauten Sorte.
Der Kaffee wird nach alter Manier durch einem Kaffeefilter im Trichter direkt in die Kanne gebraut.
Man wird also nicht vom Kaffeeduft, sondern vom Wasserkocher gerufen.
Die nächsten Fragen können sehr gerne unten in der Kommentarkiste gestellt werden.
Wie bisher sich gezeigt hat, ist keine Frage zu schwer, zu doof oder zu wenig einfallsreich.
Zum Beispiel diese schöne Frage von Teresa Teetrinker:

Herzner Düsenjet Frage
Heute gibts aberhallo zu viel Text.

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Kinosaal – Gasthof Worringer Platz

Das neueste Projektabschnitt vom Gasthof Worringer Platz verwandelt drei Fassaden des vielbefahrenen Verkehrskontenpunkts in Kinoleinwänden. Drei Künstlerinnen haben eigens für dieses schwere Milieu kurze Animationsfilme realisiert, die sich zum Teil auf die Architektur des Projektionsfläche, zum Teil auf die gesamte urbane Situation beziehen. Die Projektionsorte bilden ein signifikantes Dreieck entlang der Hauptverkehrsachsen Karlstraße, Kölner Straße und Worringer Straße.

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Frauke Berg

 

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Anna Lena Werner im Interview mit Shan Blume

Das hier wollte ich eigentlich schon seit Wochen mal bringen, kam aber einfach nicht dazu. Anna-Lena Werner von Artfridge hat ein Interview mit Freund und Kollegen Shan Blume gemacht. Shan Blume und ich haben uns vor einigen Jahren an der KHM kennen gelernt und dort zusammen studiert, und gefeiert. Dann, so etwa 2007, bin ich nach Düsseldorf und er ist mittlerweile in seine Heimat Berlin zurück.

Unvergessen sind und bleiben in jedem Fall die schräg-lustigen Nächte irgendwo zwischen ästhetischen Experimentalstudien, Happening, wahnhaftem Exzess und banal stumpfem Rausch im Dachgeschoß-Atelier der KHM.  Peter Zimmermann hatte zu dieser Zeit dort noch eine Professur für Malerei inne und die Räume dankenswerterweise organisiert.

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Atelier f. Malerei an der Kunsthochschule für Medien, Köln, 2005 oder 2006, Morgens gegen 6.30 Uhr

Auf dem Bild, das ist übrigens nicht Shan. Und bevor falsche Vorstellungen aufkommen, ich bin es auch nicht. Ich war zwar am Bühnenbild beteiligt, hielt aber bei dieser absurden abschließenden Performance in dem frühen Morgenstunden lediglich die Kamera.

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Ein Abend in zwei Studios

Das Studio Roh und das Studio for Artistic Research hatten an diesem Freitagabend eingeladen. Jeder für sich. Jede auf seiner Seite des Düsseldorfer Hauptbahnhofs. Und jeder mit sehr distinkten Programmpunkten.

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Azin Feizabadi im SAR

Der Name „Studio“ und die Einbettung im selbstorganisierten Künstlermilieu der Stadt ist ziemlich alles, was diese Projekte verbindet. Der zeitnahe Besuch der Räume, besonders an diesem Freitag, machte klar, wie fern die Absichten und Ambitionen beider Studios voneinander stehen. Während das Studio Roh einen vorläufigen Höhepunkt in trashiger Theatralik erreichte, bemühte sich das Studio for Artistic Research um High-End-Kunst mit braven politischen Akzenten. Zwischen der effektbetonten Geisterbahn des Einen und dem einwandfreien aber steifen Professionalismus des Anderen lagen Lichtjahre der künstlerischen Strategie.

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Kurzgeschichten von Saskia Zeller, illustriert von Frauke Berg

Zu Weihnachten wünsche ich mir keinen Stieg Larsson, ich lese es sowieso nicht. Schenkt mir lieber „Die dunkle Seite der Sonne“.

 

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Soeben im Selbstverlag erschienen: Ein Buch über die afrikanischen Erfahrungen einer jungen Europäerin. Saskia Zeller erzählt, Frauke Berg zeichnet dazu. Schönes Ding, begrenzte Auflage, korrekter Preis: Konsumklon, was willst du eigentlich mehr?

 

Buchprojekt_berg zeller

Wie alles wirklich funktioniert : ein paar Milliarden locker machen

Herzner Kopf Geld—————–
PROLOG:

 

VON WAS, VERDAMMMT, REDEN DIE DENN DA DIE GANZE ZEIT?

Was hat die Deutsche Bank eigentlich böses gemacht?
Oder überhaupt: Was ist ein Leitzins, und warum kann man ihn erhöhern und wen interessiert das?
Oder: Heißt es nicht doch Leihzins?

Und ich finde diese Fragen Scheiße.
Weil ich die Antworten wirklich gerne wüsste – und zwar einfach so – aus dem ff!

Seit ein paar Tagen habe ich aber einen ersten wichtigen Schritt Richtung Aufklärung geschafft!
Ich habe nämlich plötzlich verstanden, warum Thyssen-Krupp ihr Kapital erhöhen wollte, in dem sie neue Wertpapiere auf den Markt geworfen haben.

Und hier die Frage, für deren Antwort ich etwas länger gebraucht habe:

frage

Ich hatte eine Eingebung!
Sehr herzlichen Dank André!

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Wie alles wirklich funktioniert : U

Herzner U2——————
PROLOG:

Danke für die Fragen von letzter Woche!
Ich sammel weiterhin! Also sobald sich eine ergibt, kann man sie stellen, dort unten in der Kommentarkiste. Sie wird beantwortet, sobald es soweit ist.

Die Antwort auf die Frage mit dem Geld ist zum Beispiel in Arbeit, braucht aber noch mehr Zeit.

Und eine kurze Anmerkung zu „Warum sollte ich mich mit meinen Fragen ausgerechnet an Dich wenden? ;)“ ist auch schon zu sehr ausgeufert, um sie hier mal kurz in einem Nebensatz zu schreiben.

Lest doch einfach erstmal.
Wenn das hier ein Kunstwerk ist, liegen ohnehin 50% an Euch.

Diesen Mittwoch die Antwort auf die schöne einfache Frage mit dem U von Frauke, für die ich ihr wirklich ganz ganz herzlich Danke:

 

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In meiner Benutzeroberfläche werden die Kommentare tatsächlich eingereicht.

 

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Perisphere-Portrait #12: Hauschka

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Diese Woche mit Hauschka. Natürlich auf Perisphere-portrait.de

 

 

 

Curart Popup Show

Der nachfolgende Text über die Onlinekunstplattform curart ist ein Gastbeitrag von Euphemia v. Kaler zu Lanzenheim. Die Dame mit dem schönen Namen ist Kunsthistorikerin und kümmert sich bei curart um die PR und den Aufbau von Kooperationen. Ich sage das vorweg, denn der Beitrag ist, ähm, … nun ja … für meinen Geschmack in Teilen etwas zu werbisch.

Aber! Ich hatte sie um einen Beitrag gebeten, weil mich ihr Projekt so wie das Theme Kunst, Markt und Internet in vielerlei hinsicht interessieren. Und man kann es an dieser Stelle ja auch mal offen zugeben, auch wir mischen nicht nur mit unserem Avantgardeblog und dem Startup adswarm in diesem höchst ambivalenten Feld so irgendwie mit.
Aber es geht ja auch einiges in dem Bereich und man wird sehen was davon in ein paar Jahren geblieben ist, was Strukturen verändert hat und was sich als Luftnummer heraus stellt.

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Ich hatte Euphemia also um einen Beitrag gebeten. Worauf hin sie so freundlich war, sich die Mühe zu machen einen Text über das Projekt curart zu schreiben. Und weil ich hier jetzt nicht in Ihrem Artikel herum schreiben möchte, kommt dieser mit bestem Dank an die Autorin genau so in den Blog. Ihr wisst ja bescheid.

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Politik der Langsamkeit – Beat Wyss im Gespräch mit Anja Martick

Das Gespräch zwischen Beat Wyss und Anja Martick über das Verhältnis von Kunst und Medien wurde ursprünglich auf der Webseite der Universität Duisburg-Essen publiziert. Freund Alec machte mich gestern darauf  aufmerksam – Danke!
Und da wir im Text lernen, dass der Tanz um das Original sowieso ein recht neuer Splin der Kunst ist, verlinken wir, danken wir und kopieren es hier her.

Politik der Langsamkeit

Beat Wyss im Gespräch mit Anja Martick,
Weimar, 18. Juni 1998

Herr Wyss, könnten Sie kurz Ihren persönlichen Werdegang schildern, und wo Sie jetzt tätig sind?

Ich unterrichte Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart und war zuvor an der Universität Bochum für das selbe. Ich komme eigentlich aus der Schweiz aber ich machte viele Wanderjahre nach den Vereinigten Staaten. In der Schweiz habe ich auch unterrichtet an der Eidgenössischen Technischen Hochschule.

Warum sind Sie von der Schweiz nach Deutschland gekommen?

Das sind Zufälle und zum Teil auch Absichten, ich habe in Deutschland studiert, in Berlin, und von daher hat es mich auch immer schon interessiert, hier zu leben und durch die Diskurse hier- ich find? das einfach ein bißchen lebhafter als in der behäbigen Schweiz.

Ihre ersten beiden Hauptwerke, also einmal „Der Wille zur Kunst“ und die „Trauer der Vollendung“, werden in die Kunstgeschichte eingeordnet, und das letzte Buch „Die Welt als T-Shirt“ ist eine Geschichte und Ästhetik der Medien. Wie sind Sie von der Kunst zu den Medien gekommen?

Für mich ist das eigentlich das selbe. Kunst ist ein Medium, ich finde ohnehin, es wäre eigentlich wichtig, gerade auch für Medienleute, daß sie begreifen, daß z.B. die modernen, die digitalen, die technischen Medien eigentlich nur ein Aspekt der Medien sind. Eine Kathedrale ist ein Medium, ein Buch ist ein Medium, ich fasse eigentlich das Medium als einen Filter zur Welt auf, den wir brauchen um sie zur verstehen.

Also ein Medium als Mittel?

Mittel, das Medium ist das Mittel die Welt anzuschauen, weil wir ohne ein Medium die Welt nicht verstehen.

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Carolina Redondo bei Bruch&Dallas

Text: Nadia Ismail

Fotos: Veit Landwehr

 

Inspiriert durch physikalische Prozesse, deren visuelle Struktur häufig eine geometrische Eigenästhetik besitzt, nutzt und transformiert die chilenische Künstlerin Carolina Redondo den Ausstellungsraum wie ein Experimentallabor. Diese besondere zellulare Situation, bei welcher der Passant und potentielle Ausstellungsbesucher der fortschreitenden Entwicklung ihrer künstlerischen Arbeit von außen beiwohnen kann, weckt Assoziationen an den Blick durch ein Mikroskop in eine Petrischale, in der organische Prozesse von ebensolcher Bedeutung sind wie das Resultat selbst.

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Die Verflechtung von bildender Kunst, Forschung und Wissenschaft setzt sich thematisch und inhaltlich in der Ausstellung fort, wie der Titel Gravity Matters bereits erahnen lässt. Gleich einem Parcour bewegt sich der Besucher durch die Räumlichkeiten, dessen Richtung durch die bewusst gesetzten Plastiken im Raum gelenkt wird. Die überlebensgroßen Elemente, deren hölzerne Rahmen mit Tapete verkleidet sind, verhindern den freien Blick in den Showroom. Lediglich die von Hand geschnittenen Aussparungen, die der geometrischen Struktur der Tapeten folgen, gestatten eine partielle Durchsicht und erzeugen einen nahezu dreidimensionalen Effekt. Damit nimmt der Rezipient von Beginn an die Ausstellung multisensuell wahr. Er wird gezwungen, sich sowohl visuell als auch körperlich zu der Architektur und den ausgestellten Exponaten zu verhalten. Um einzelne Arbeiten in der Gänze zu erfassen, ist ein physisches Bewegen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Ausstellungsraumes notwendig. Ebenso wie den Körper lenkt Redondo das menschliche Auge, das stets auf eine neue, von ihr geschaffene, artifizielle Struktur im Raum trifft, die sich von der bestehenden Architektur ornamental abhebt, um sich in nächsten Augenblick optisch mit ihr zu verbinden.

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Wie alles wirklich funktioniert : Der Anfang

Denken—————————-
PROLOG:

Wer beim Lesen zwischenzeitlich aufgibt, scolled umgegehend runter bis:
Herzner das wichtige

 

 

 

 

—————————-
HAUPTTEIL:

Guten Tag liebe Leser.

Mein Name ist Katrin Herzner.
Ich bin auf diese Welt gekommen, um Licht in die Sache zu bringen.

 

Herzner Herzner
Ich könnte erklären, wie ich in diesen blog hier gekommen bin, zum Beispiel,
oder warum ich gerade mit dem Rücken zu einem Holzofen
in einem halbsanierten Haus von 1903 an einem Tisch sitze, der mir nicht gehört.
Oder das mit der Hose links im Bild.

 

Ich bin hier, um zu erkären, wie das alles funktioniert: die inneren und äußeren Systeme, die ganzen Zahnräder, Querverbindungen und Kettenreaktionen, Zufälle und vorher bestimmtes, Liebe, Sex, Hass, Kunst, Sonnenauf- und untergang, die Missachtung und Wertschätzung der Rechtschreibung, Hausbau- und sanierung und das mit den Farben.

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#LSDSL im GOLD&BETON

Schlimm war das. Sie hatten uns versprochen: Nie wieder. Never again. Aber Florian Kuhlmann und Timothy Shearer bekamen den Befehl von höheren Wesen, die fürchterlichste Ausstellung des Jahres zu produzieren. Sogar da scheiterten sie: Es wurde  die beste Ausstellung des Jahrtausends.

Gut, dass es nur zwei Tage dauerte. Gut, dass es am Ebertplatz stattfand, wo nur Künstler, Alkoholiker und Aussteiger verweilen. Die Manifest-Ausstellung, die schon am vergangenen Sonntagabend von den Gesundheitsschutzbehörden der Stadt Köln mit einem großen polizeilichen Aufgebot geräumt wurde, hätte möglicherweise noch mehr Opfer gefordert. So bleiben die moralischen Schäden einigermaßen überschaubar.

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Constant Dullaart mit einer Doppelshow in der Future Gallery und bei Import Projects

OMG Freunde! Warum nur eigentlich geht alles was man macht immer so unfassbar langsam? Warum ist aber trotzdem nie Zeit für das Wichtige, nie Zeit für Kontemplation, nie Zeit für intensive Beschäftigung, für ein Vertiefen und ein Herumfeilen? Warum ist die wertvollste Ressource, die Lebenszeit, eigentlich so knapp in einer Welt die gigantische Überschüsse produziert und eigentlich schon lange nicht mehr weiß wohin mit all den Artefakten und Objekten die täglich aus den Fabriken herauskommen? Und warum rackern wir uns, nach dem es gelungen ist, reale Objekte im Überfluss zu produzieren, nun an der Erzeugung der virtuellen ab?
Nicht das dieser Artikel Antworten auf die Fragen liefern wollte, aber ein Blick auf die realen, irrealen und hyperrealen Objekte unsere Zeit ist anhand der Betrachtung der nachfolgenden Ausstellung drin.

Constant Dullaart ‚Jennifer in paradise‘

Es geht um die Arbeit von Constant Dullaart, dieser ist gebürtiger Holländer, lebt in Berlin und arbeitet von dort aus international, medial. Seine Arbeit dreht sich um die digitalen Realitäten, deren Auswirkungen auf unser Leben, und um das Medium, welches beides mit jedem neuen Tag und jedem Klick näher zusammen bringt. Im Herbst hatte er unter dem Titel  ‘Jennifer in Paradise’ seine erste Einzelpräsentation als Doppel-Solo-Show. Doch auch die 12 Monate davor waren nicht von schlechten Eltern, an 30 Ausstellungen wirkte der umtriebige Kollege in dieser Zeit mit.

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„Open Your Eyes“ von Sebastian Hartmann

Es ist in der Kunstwissenschaft nicht viel anders als in der Physik-, Literatur- oder Ingenieurwissenschaft – und auch nicht anders als in der profanen Welt des Kommerzes: Je kleiner die besetzte Nische ist, desto überschaubarer bleibt die Konkurrenz. Wer sich auf ein Randthema konzentriert, wird automatisch zum Experten erklärt und irgendwann als „Papst von…“ gekürt. Eine hartnäckig verfolgte Hyperspezialisierung lohnt sich früher oder später. Man läuft zwar immer Gefahr, das Leben eines schrulligen und monothematischen Forschers zu verbringen und letztendlich als verkannte Koryphäe der technischen Kristallographie oder der Sorabistik zu vereinsamen, aber wer sich schlau anstellt und ein wenig Glück hat, kann sich zu einer Autorität in seinem Fach profilieren. Manche gelernte Kunsthistoriker schießen sich beispielsweise auf Orchideenfächer wie die der Gartenkunsttheorie oder der mittelalterlichen Elfenbeinkunst, andere haben es auf die Projektraum- und Off-Szene abgesehen. Und noch andere auf Street Art.

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Sebastian Hartmann auf Past Up-Jagd

In der Regel liegt die Motivation für solchen Hyperspezialisierungen in einem überbordenden Enthusiasmus für die Sache. Sebastian Hartmann gilt als begeisterter Experte der Düsseldorfer Street Art-Szene und, dank eines unermüdlichen Einsatzes, entwickelt sich langsam zur Kapazität in diesem Bereich. Dabei hat der gelernte Kunsthistoriker diese besondere ästhetische Welt erst vor kurzem – um genau zu sein: 2010 – für sich entdeckt. Dieser späte Anfang wurde aber von einer sehr intensiven Hingabe und einem erstaunlichen Fleiß gefolgt. Trotz eines erfüllten professionellen Lebens betreibt Hartmann den Blog Streetartmag, wo er über die Street Art-Szene in Düsseldorf und Hamburg (und immer wieder in der restlichen Welt) berichtet. Neben dem Blog bietet er geführte Spaziergänge durch die Straßen der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt, um die neusten Paste Ups, Graffiti und Murals zu entdecken – eine angesichts der Kurzlebigkeit der Gattung heikle Angelegenheit. Und nun, als ob dies alles nicht genug wäre, liefert Hartmann ein Buch zum Thema Street Art in Düsseldorf.

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Très chic, gab’s bei mir aber nicht
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Diese Hand ist nicht meine Hand

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Carl Hager und Hans Hoge im plan.d

Die Paarung stimmt. Auf den ersten Blick wirkt die aktuelle Ausstellung im plan.d homogen. Formelle Verbindungen zwischen den Arbeiten von Carl Hager und von Hans Hoge werden rasch gesponnen. Auch wenn die zwei Herren unterschiedliche Ausgangspunkte haben und ihr Umgang mit dem Material nicht vergleichbar ist, spürt man eine unleugbare Verwandtschaft, wenn man durch die Räume der Projektgalerie geht.

Hans Hoge
Carl Hager
Carl Hager

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Spot on Marija Bozinovska Jones

Bild und Text by Marija Bozinovska Jones

Spot on ist das Format auf perisphere, in dem wir Künstler zu Wort kommen lassen und Ihnen die Möglicheit bieten, einen Teil Ihrer Arbeit zu präsentieren. Marija Bozinovska Jones zeigt heute 6 Bilder mit Text, angesiedelt zwischen Pop, Sub- und Trashkultur.

Future of the Past

Diese Arbeit wurde vor kurzem in Berlin ausgestellt und beschäftigt sich mit Identitätsdefinierung in einer Zeit digitaler transkultureller Existenz, durch Gegenüberstellung alter und moderner Elemente, beispielsweise eine antique Büste und 3D Technologie. Durch die Betonung der nationallen Identität spiele ich mit dem Begriff ‚Nationalismus‘; als fiktiven Kurator habe ich ein Land mit einem kontroversen Name festgelegt (F.Y.R.O.M.). Gleichzeitig ist Alexander der Große auf Grund mit seiner metaphysischen Frage ‚Wer bin ich?‘ Pièce de résistance. Ich habe in der Galerie einen politischen Rave inklusive Musik, Nebel und Laser inszeniert.

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There will be burgers

Zwischen der Figur des Künstlers und der Figur des Ingenieurs besteht seit dem Verschwinden des Universalkünstlertypus ein ganz besonderes Spannungsverhältnis. Es ist eine Art von Weltgestaltungs-Wettstreit zwischen Mythos und Ratio, der sich durch die Geschichte zieht, und in dem wir – mit Blick auf die totale Rationalisierung der Welt – derzeit leider keine all zu gute Figur machen. Von daher, ist das natürlich eine gute Sache, wenn die Leuten, wie am 28.9.2013 geschehen, bei Projekten wie dem Art Hack Day Berlin im LEAP zusammen kommen, um zusammen zu denken und zu arbeiten .

THERE WILL BE BURGERS ist eines der Ergebnisse dieses 24-stündigen Hackmarathons. Es ist Webseite und Skulptur, und nach Definition der Autoren eine ‚24 hour crowd sourced sculpture‚. Für einen begrenzten Zeitraum von 24 Stunden wurde über das Netz, Twitter, Facebook und E-Mail Geld für eine temporäre Skulptur bestehend aus Mc Doalds Burgern gesammelt. Per paypal konnte man den Kaufpreis eines Hamburger und eines Veggieburgers überweisen, nach Ablauf der 24 Stunden wurde dafür dann bei Mc Donalds das Material für die Plastik gekauft: 85 Hamburgers and 37 Veggieburgers.

Ich habe mit Sebastian Schmieg, einem der beteiligten, ein Kurzes Inerview per E-Mail geführt.

Photo by Michael O’Brien

fk: Um was gehts in dem projekt?

ss: Innerhalb von 24 Stunden konnten Menschen uns per PayPal Geld senden, damit wir bei McDonald’s Cheesburger und Veggieburger kaufen. Als Gegenleistung bekamen sie ein Foto ihres Burgers, auf den ihr Name projiziert wurde. Anschließend wurden die Burger – 85 Hamburger und 37 Veggieburger – zu einer Pyramide gestapelt und letzten Endes von den Ausstellungsbesucher/innen komplett verdrückt.
Warum — das sehen alle Beteiligten vermutlich unterschiedlich. Mich hat interessiert, wie hier ein ziemlich dämliches, technisch-kommerzielles System aus Social Media, PayPal, McDonald’s und „personalisiertem Produkt“ als dampfende Pyramida in den Ausstellungsraum gelangt. Dort stand dann u.a. der künstlerische Leiter der Transmediale mit einem Burger in der Hand. Das ganze Geld ging natürlich an McDonald’s.

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FAST SENKRECHT, auf jeden Fall Richtung oben – im Honigbrot

 

Katerina Kuznetcowa & Alexander Edisherov: Wolkengraphie
Marie Gerlach: Gleich kommt das Zeichen, Detail

Die Künstler zeigen Arbeiten auf zwei Etagen, sowie dem Treppenhaus des Galerienhauses. Als Meisterschüler der Klasse Maik und Dirk Löbbert schlossen sie alle in den vergangenen Jahren ihre Ausbildung an der Akademie Münster ab. Das gemeinsame Medium, die Bildhauerei, findet in ihren Werken sehr unterschiedliche Ausdrucksweisen. Sie verbindet eine gute Portion Witz und Gelassenheit und eine starke Bezogenheit zum Umgebungsraum. Das Assoziationsspektrum reicht vom persönlichen Erlebnisraum bis zum Gesellschaftsraum, wie z.B. in der Intervention von Stefanie Klingemann. Sie verwandelt den Nutzraum “Treppenhaus” in einem Galerienhaus von einem möglichst neutral und wertfrei gehaltenen Ort in eine typisch häuslich eingerichtete Fläche, durch den Einsatz von Fußläufern, Topfpflanzen und fragwürdigen Dekoartikeln.

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Visiting AWA – der MAGIC RABBIT im Düsseldorfer Underground

Davon gibt es wirklich nicht viel hier. Und wenn schon, dann natürlich immer in der Nähe des einen Platzes, dort, wo es dann eben immer ist, wenn in Düsseldorf etwas ist. Aber, so ist diese Stadt nun mal, da kann man nicht viel machen, sondern muss damit leben, und nicht immer ist das schlecht.
Es ist nicht Berlin, doch wir wissen schon warum wir da sind – und auch warum wir bleiben. Vielleicht wird nicht so viel rum gevögelt hier, dafür gibt es mehr Jobs und etwas weniger Hartz IV. Und das sind Dinge, die werden dann irgendwann doch wichtiger, wenn man langsam reifer und etwas älter wird…

Aber manchmal da treibt es uns dann doch noch mal raus in den Undergound, und wir trinken und schauen was da heute so geht, sehen uns an wie man jung, schön und geil ist beim feiern. Erinnern uns zurück, stellen fest, dass etwas vorbei ist was einmal war, genießen die damit verbundene leichte Melancholie, bestellen dann aber, wenn die Anderen gerade ankommen um richtig durch zu starten, doch das letzte Bier.
Denn, zu hause, dort wo es uns dann hinzieht, schlafen und wachsen gerade die zukünftigen Feiernasen, Drogenfreunde und großen Trinker heran. Und bis die aber mal soweit sind all das zu erforschen, machen wir Ihnen erst mal die Milch warm und singen Ihnen die Schlaflieder.

Und jetzt die Bilder vom vorletzten Wochenende (25.10.) aus der AWA-Bar
Giulia Bowinkel + Felicitas Rohden präsentieren: MAGIC RABBIT @ AWA

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Situation Dortmund

Bilder: alle geklaut.

Meist wird die Offszene in NRW auf zwei Städte reduziert: Köln und Düsseldorf. In der Tat liegt der regionale Schwerpunkt der selbstorganisierten Künstlerschaft auf der kleinen rheinischen Schiene. Mit ihren Kunsthochschulen, einer sehr aktiven und ehrgeizigen Galerieszene, der Präsenz von zahlreichen Museen und Kunstinstitutionen sowie einer großen Anzahl an Künstlern aller Generationen, die sich dort aufhalten, erfüllen Köln und Düsseldorf alle Voraussetzungen für ein Blühen des Offs. Dagegen ist die autonome Kunstszene in Essen, Aachen, Duisburg oder Münster – bis auf ein paar Ausnahmen – so gut wie inexistent. Gegenüber der Köln-Düsseldorfer Achse findet man nur in zwei Städten des Ruhrgebiets ein nennenswertes Gegengewicht: Bochum und Dortmund. Wir werden in einem künftigen Artikel auf Bochum zurückkommen, denn dort braut sich gerade Interessantes zusammen. In Dortmund ist die Lage nicht minder spannend, die politischen Grundbedingungen sind aber fundamental anders.

Schickes Ding mit Kultur innen drin: Der Dortmunder U
Die Zeche Zollverein. Auch in Dortmund sehr beliebt.

Rückblick: Im Zuge der Ernennung von Essen und 52 weiteren Kommunen zur Kulturhauptstadt Europas im Jahre 2010, wurde der im maroden Ruhrpott dringend benötigte „Kulturwandel“ zu einem der führenden Paradigmen der Großveranstaltung gemacht. Kulturwandel hieß in diesem Fall, dass die obsolete „Industriekultur“, die die Region seit über 150 Jahren prägte, ersetzt werden sollte. Im Hinblick auf den interkommunalen Wettbewerb um die Anziehung von relevanten Kaufkräften sollte diese neue „Kultur“ gerne von positiv konnotierten Adjektiven angereichert werden – „kreativ“, „urban“, „unternehmerisch“ oder „weltoffen“ sollte sie ja unbedingt werden. Das Zielpublikum dieser Maßnahme war klar: Die Industriebrachen sollten von jungen, leistungsfähigen und zukunftsorientierten Schichten erobert werden; die Losers des Sekundärsektors, die entweder in Frührente geschickt wurden oder in Mini-Jobs verschwanden, waren eh nicht mehr zu retten.

les chefs de la créativité, v.l.n.r.: Stadtdirektor Jörg Stüdemann, NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin und Ecce-Geschäftsführer Dieter Gorny.

Nun, was haben die Off-Räume in diesem Prozess zu suchen? Sie tragen ganz einfach zur Solidität des Projektes „Kultur- und Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet“ bei. Sie sind Bestandteil einer Strategie, die, ausgestattet mit vielen Mitteln und manchen klugen Köpfen, die Infrastruktur und das Humankapital der Montanzeit in das Zeitalter der kreativen Ökonomie zu überführen beabsichtigt. In Dortmund, Sitz des European Center for Creative Economy, ist diese Entwicklung deutlich zu spüren. Mittel- bis langfristig sollen hier mehr Unternehmen und Start-Ups angesiedelt werden, die im verheißungsvollen Bereich der Kreativwirtschaft arbeiten. Aber bevor die gute Saat der creative classes sich in dieser Landschaft entfalten und erblühen kann, muss der Boden entgiftet werden. Und für die Drecksarbeit sind Offspaces allemal gut genug.

Die Galerie 143 nach einem Anschlag von Neonazis

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Eastern Omen im d-52

Der Kontakt kam auf dem akademischen Weg: Bianca Bocatius, eine der drei Betreiberinnen von d-52, lernte die Kunsthistorikerin und Kuratorin Stacey Koosel während einer Tagung kennen. Schnell kamen die zwei Frauen auf die Idee, eine Ausstellung zur zeitgenössischen estnischen Kunst in Düsseldorf zu organisieren und damit die hierzulande ziemlich unsichtbare baltische Kunst zu vertreten. Eine sehr löbliche Initiative, vor allem wenn man den relativ hausbackenen und lokalpatriotischen Charakter der hiesigen Projektraumszene kennt…

Selbstverständlich kann und will eine Ausstellung aus dem Off nicht als Spiegelbild einer nationalen Kunstszene fungieren. Vor allem nicht, wenn bloß drei Beiträge gezeigt werden – was übrigens ein bisschen mager ausfiel. Aber die Intention der Kuratorin war eben nicht, nationale Klischees zu bestätigen, sondern drei exemplarische und jungen Figuren aus dem fernen Osten und weiten Norden erstmalig in Deutschland vorzustellen.

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Einweihung der medialen Plastik local.#non.access in Berlin

Es ist schon wieder eine ganze Weile her und ich wollte es schon längt einmal gemacht haben, kam aber einfach nicht dazu, weil die Zeit so rast und so vieles zu tun und zu erledigen ist. Man kommt ja einfach zu nichts. Kaum ist der Montag endlich überstanden, der Einstieg in den Arbeitsalltag leidlich geschafft und der Kater vom Wochenende verdaut, da verschickt man noch ein oder zwei E-Mails, führt ein paar Telefonate und Zack, da ist der Freitag schon wieder, eine weitere Woche herum und man dem Ende wieder ein Stück näher. So zumindest kommt es mir derzeit vor und in mir wächst der Verdacht, dass es einem beim letzten Wimpernschlag genau so vorkommen wird, verdammt schnell und verdammt schnell vorbei gewesen.

Aber ich schweife ab.

Denn eigentlich wollte ich Euch auf local.#non.access, das letzte in Berlin realisierte Projekt, hinweisen. Ohne dabei jetzt zu sehr übertreiben zu wollen, und in aller Bescheidenheit, die Nummer ist ein wirklich epochales Ding geworden, in der Form noch nie dagewesen und natürlich ironisch, technisch, paradox und hochpolitisch, wie es sich für echten Avantgardeshit eben gehört.

In Kooperation mit km.temporaer und mit der Unterstützung ausgewählter, internationaler Topnetzkünstler konnten wir da einen echten Coup landen und die erste mediale Plastik ever installieren. Das Ganze ist ein Meilenstein geworden bzw wird einmal einer gewesen sein.

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Hacker-Offspace Chaosdorf und Garagelab Düsseldorf

hackaday.com bringt gerade eine Serie über Hackerspaces in Europa. Hackerspaces sagt Euch nichts?
Das sind im Prinzip die Offspaces der Nerds, Geeks und all der anderen Protagonisten der Hacker- und Netzkultur. Dort wird programmiert, über Programmierung gesprochen, über Physik diskutiert, über die Welt philosophiert, aber auch in Eigenregie geforscht – meist mit Schwerpunkt auf Computertechnologie, aber eben nicht nur.  Do-it-yourself ist eine der treibende Kräfte dort, Open-Source das dominierende Softwaremodell und 3D-Drucker sind derzeit ziemlich heiß.

Eigentlich geht es dort gar nicht so viel anderes zu, als in den Projekträumen der Künstler, nur dass man auf das uniforme Weiss verzichtet (dafür aber der Pinguin allgegenwärtig ist), nicht ständig Artefakte raus und rein räumt und es mehr gut bezahlte Spezialexperte für komplizierte Sonderanwendungsfälle gibt.

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Perisphere-Portrait #10 Katja Stuke

Diese Woche mit Katja Stuke.
Natürlich auf: perisphere-portrait.

 

 

Imi im Parkhaus Malkasten

IMI KNOEBEL
EINE AUSSTELLUNG
5. – 20. 10. 2013
Öffnungszeiten:
mitwochs bis sonntags 14 – 18 Uhr

PARKHAUS im Malkastenpark
Jacobistr. 6 a
40211 Düsseldorf
www.parkhaus-duesseldorf.com

 

 

Perisphere Portrait online!

Sie ist endlich raus! Die neue Perisphere-Serie kommt in die Öffentlichkeit und erhält sogar eine eigene Plattform: Perisphere-Portrait. Das Prinzip ist einfach, der Anspruch groß: Wir portraitieren in Web-affiner Form Künstler aus Düsseldorf, stellen ihnen drei Fragen, gewähren ihnen drei Minuten zum Antworten und packen das Ganze in drei Einstellungen. Auf Dauer soll ein Archiv angelegt werden, eine Art Verzeichnis der lokalen Künstlerschaft – wobei wir uns bewusst auf die Generation der 35-55-jährigen beschränken.

Harte Konkurrenz für Tatort: Für den Anfang stellen wir sechs Künstler ins Netz und fügen jeden Sonntag Abend einen neuen Clip hinzu. Man sieht sich!

Danke an Julia für die Bilder des Abends:

 

 

Kamera und Schnitt: Lars Klostermann

Redaktion: Emmanuel Mir

Programmierung: Florian Kuhlmann

Deckkraft featuring…

alle Bilder: deckkraft

 

Künstlerkollektive wirken auf den ersten Blick als eine Sondererscheinung der Kunstgeschichte, waren dabei – und bleiben bis heute – wichtige Herden von Entwicklungen und Erneuerungen. Spätestens seit Anfang der Moderne (ob die Nazarener in Deutschland oder die Schule von Barbizon in Frankreich) sind Bündnisse geschlossen, Formen der Zusammenarbeit gefunden und somit die Mythen des genialen Einzelnen und des abgekapselten schöpferischen Ichs relativiert worden. Zwar erscheinen die 1990er und 2000er Jahre mit ihrer Vorliebe für den Typus des Künstlers als Einzelkämpfer rückwirkend als superindividualistisch, aber die schleichende Repolitisierung der Künstlerschaft und eine Neuentdeckung der kollektiven Arbeit in den darauffolgenden Jahren ließ die Zahl der Künstlergruppen fühlbar wieder steigen.

Wenn die Relevanz von Künstlerkollektive nicht infrage gestellt werden kann, erscheint die Form des Künstlerduos historisch deutlich seltener. Der Kenner der zeitgenössischen Szene wird zwar sofort mit den Namen von Gilbert & George, Fischli & Weiss oder Eva & Adele (Vorsicht, Verwechslungsgefahr mit Dick und Doof!) angeben, der affine Kenner sogar behaupten, dass Künstlerduos en vogue sind, alles in allem wirkt die künstlerische Zusammenarbeit im Pärchenmodus doch exotisch. Und an dieser Stelle darf man sich fragen, was Deckkraft eigentlich ist. Ein poststrukturalistischer Kolchos mit der ethischen Einstellung einer Künstlergruppe aus den frühen 80ern? Der Codename einer Malmaschine, ein System zur unendlichen Produktion von neuen Bildern? Ein anonymes Konstrukt, das trotz aller Expressivität der Malergebnisse sich gesichtslos zeigt – ein Daft Punk der Malerei? Ein Binom, das sich nie genug ist und stets nach externen Bereicherungen sucht – wie eine Superband in ständiger Gründung? Das von Marc von Criegern und Walter Eul erfundene Deckkraft erinnert jedenfalls an nichts Gesehenes oder Gehörtes.

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So nah so fern in Nürnberg

Unser Kollegin Anna Lena Werner vom artfridge-Blog hat in Nürnberg ein recht großes Projekt kuratiert und gemeinsam mit den dort agierenden Künstlern realisiert. ‚So Nah so fern‘ war der Titel der Gruppenausstellung auf dem ehemaligen AEG-Gelände.

Wir haben uns als Teaser mal vier Bilder kopiert, den Rest gibt es nach dem Klick bei Ihr im Blog.

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Unser Nachbar Herr S im Gespräch

Herr S ist, ohne es wohl zu wissen, seit Jahren unser Nachbar. Natürlich ist er keiner der direkten, also keiner von denen, die man Morgens in der Dusche und Abends auf dem Klo hören muss, aber er ist so Nahe dran, dass unser Babyphon bis etwa 7 oder 8 Meter vor seine Wohnung reicht – ich habe das in einem anderen Zusammenhang ausprobiert.
Darüber hinaus ist er wohl wirklich einer der Künstler, die mir in den letzten Jahren die meiste Zeit am nächsten waren; mehrmals die Woche trennen uns nur wenige Meter voneinander. Während er aber entspannt oben in seiner Altbauwohnung sitzt (oder schläft) und versucht keine Fehler zu machen, fläze ich – immer noch angestrengt – 3 Meter unter ihm im Stammcafe herum, um mich vor dem Fehler der Arbeit zu drücken und den wenigen Lohn, vor dem ich mich nicht drücken konnte in Latte Macchiato oder – wenn auch zunehmend seltener – in Bier umzuwandeln.
Doch trotz dieser Nähe trennen uns Welten. Während er sich zuweilen mit schwersten Materialien herum plagen muss um den gewählten Raum zu prägen, sind es bei mir ephemere Informationen und Konzepte, die einen Ort definieren. Und Währen wir uns an den äußersten Rändern der Perisphere verdient machen, muss unser Nachbar Herr S seine Tätigkeit mitten drin in der Kernzone verrichten.
Aber trotzdem darf er hier bei uns ins Blog rein. Weil das ja auch mal schön ist, wenn der Nachbar im Internet was zu sagen hat, dem man auch gerne zu hört. Und weil man beim zuhören das Gefühl hat, dass Herr S trotz seiner Arbeit im Zentrum die Randgebiete nie ganz verlassen hat.

Und da man die Videos der Freunde vom Eiskelllerberg leider nicht einbinden kann, wie ich eben erst zu meinem größten Bedauern feststellen musste, bleibt hier nur das Verlinken in diese Richtung. Deshalb heißt es jetzt erst mal Abschied zu nehmen von der Perisphere um hier zu klicken, und dann hoffentlich wieder zu kommen.

 

 

 

18 Thesen von Hans Abbing zur Künstlerarmut. So wie einige kritische Bemerkungen zum Status der Autonomie in diesem Zusammenhang.

Der nach folgende Text stammt aus der Feder des Künstlers, Soziologen und Ökonomen Hans Abbing und wurde erstmalig im Handout zur Veranstaltung der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) ‚Are Artists Rich?‘ – Workshop und Parlamentarischer Abend in den Badischen Stahlwerken Kehl, November 2012, www.igbk.de/projekte/are-artists-rich-2012 veröffentlicht.
In der deutschen Fassung ist er ursprünglich bei thing.frankfurt erschienen. Stefan Beck machte mich via F***book darauf aufmerksam. Ich habe ihn Eins-zu-Eins kopiert und hier übernommen. Besten Dank nach Frankfurt!

Update: Unten habe ich nach freundlichem Hinweis durch Hans Abbing den Dwonload-Link zu seinem Buch Why are Artists Poor, The exceptional economy of the arts im PDF-Format angehängt.

Bild via http://www.kukik.de/kunst-trotzt-armut/

Vorschläge zur Bekämpfung der Künstlerarmut

Empfehlungen für politische Entscheidungsträger

Basierend auf Beobachtungen in den Thesen 7-17

Von Hans Abbing

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Keine Drogen mehr im Darknet? Zitatesammlung des Cypherdealers Dread Pirate Roberts

Aus gegebenem Anlass:

Collected Quotations Of The Dread Pirate Roberts, Founder Of Underground Drug
Site Silk Road And Radical Libertarian

In public, the pseudonymous Internet drug czar known as the Dread Pirate Roberts
doesn’t say much. Roberts‘ website, the illegal, anonymous drug-selling black
market known as the Silk Road, has survived only because of its creator’s
discretion. On the rare occasions when DPR speaks to the press, he (or she) does
so in short messages, and–at least in my case–only through the anonymizing
service Tor, the same cryptographic tool used to prevent the Feds from tracking
down the Silk Road’s servers or its users. Thanks to that discretion, the Silk
Road’s Bitcoin-driven narcotics trade has thrived for more than two years
without being shut down by law enforcement, and its founder hasn’t been
identified.

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Grotevent und Maderthaner in der SITTart Galerie

Gequetscht zwischen der Zentrale der Ergo-Versicherung und dem Golzheimer Friedhof, also zwischen herausragender Vertikalität und definitiver Horizontalität, zwischen Kapital und Tod, liegt das hübsche Atelierhaus des Vereins Düsseldorfer Künstlers. Der Verein ist übrigens einer der ältesten seiner Gattung in ganz Deutschland und bildete vor der Erfindung der Künstlersozialkasse so etwas wie ein Sicherheitsnetz für die lokalen Kunstschaffenden. Das Haus in bester City-Lage, unweit des Rheins, des Museum Kunstpalast und des Hofgartens, wurde bereits mehrfach von Immobilienplänen bedroht, die gerne ein wenig mehr Stahl und Glas im Düsseldorfer Stadtbild gesehen hätten. Es konnte sich bisher immer knapp retten und nun scheint sein Erhalt für eine Weile gesichert zu sein.

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Adorno kotzt. Madonna inszeniert. Guten Morgen Düsseldorf. Hello Revolution!?

Adorno würde aller Wahrscheinlichkeit nach auf der Stelle kotzen, davon können wir wohl ausgehen. Andererseits schrieb er ja auch „Nur solches Denken ist hart genug, die Mythen zu zerbrechen, das sich selbst Gewalt antut.“
Und ich persönlich bin mittlerweile so ratlos bezüglich der immer schneller auf uns zu rollenden Katastrophe, dass ich sogar dazu bereit bin, hier globalen Popstars einen Platz einzuräumen.

Von daher Hier und Heute keine kritische Theorie sondern totale Affirmation des Spektakels!
Madonna mit #SECRETPROJECTREVOLUTION.

via artforfreedom.com

40 Grad Urban Art

Zeitgleich mit dem großen Street Art-Festival CityLeaks in Köln fand am Wochenende das Finale von 40 Grad Urban Art in Düsseldorf statt. Bis zu 20 verschiedenen Standorten in der Stadt wurden von Street Art-Künstlern neu gestaltet. Die Veranstaltungen rund um das Festival – einige mussten wetterbedingt leider ausfallen – waren durchweg gut besucht. Auch wenn wir mit der ästhetischen Qualität der Ergebnissen alles anderes als glücklich sind und urbane Kunst anders verstehen als Oberflächenbehandlung, ziehen wir respektvoll  den Hut vor der Energie und dem Engagement, die die Macher des Festivals Klaus Klinger und Klaus Rosskothen mobilisiert haben.

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Vom Himmel hinter den Lidern. Christoph Korn und Peter Ewig.

Im Sonnenaufgang gemeinsam erwartend durch die großen Fenster des Raumes der Gladbacher Straße in den Himmel schauen. Es bildet sich ein Chor. Mit geschlossenen Augen stehen die Kinder im Raum.

 

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Wir verabschieden uns vom d-52…

Fünf Jahre ist es her. Da kamen acht Künstler, Grafikdesigner und Kunsthistoriker zusammen und gründeten einen Projektraum in einer fensterlosen, bunkerartigen Halle auf der Rather Straße. Aus der bunten Truppe wurde relativ schnell ein kleiner, homogener fester Kern von drei Personen – drei Kunsthistorikerinnen –, die nun vor Kurzem bekannt gegeben haben, dass sie ihre Tätigkeit an diesem Standort einstellen wollen. Bianca Bocatius, Katja Benner und Sabine Rolli werden am Ende des Jahres Platz machen und ihre kuratorische Arbeit in einer anderen, raumunabhängigen Form fortsetzen.

Bocatius, Benner und Rolli

Klassischerweise ist das Ende eines Projektraumes meistens durch persönliche Veränderungen in der Biografie dessen Betreiber verursacht. Im Fall d-52 ist es nicht anders: Eine Vollzeitstelle, ein Umzug – und schon ist die Zeit für das umständliche Baby nicht mehr da. Man hätte ja auf die Bremse drücken können, aber, anstatt einer Drosselung des Ausstellungstempos oder gar einer allmählichen Erschlaffung, haben sich die drei Macherinnen für einen klaren Schnitt entschieden. Den drei Frauen war es vor allem zu schade, den Raum zu lange unbespielt zu lassen.

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…und wir heißen das m330 willkommen!

Wer es mit der Künstlerkarriere ernst meint, aber an Aufmerksamkeitsdefizit leidet und keine merkliche Präsenz im lokalen Kunstbetrieb aufweisen kann, sollte auf ein Werkzeug zurückgreifen: den Projektraum. Es ist für den Kunstschaffenden  nie schlecht, in einem Off-Raum auszustellen und ein wenig Öffentlichkeit zu generieren. Besser ist es aber noch, einen Off-Space zu gründen und es selbst zu animieren. Das persönliche Netzwerk des Raumbetreibers erweitert sich schlagartig und seine Reputation, bzw. seine Autorität nehmen deutlich zu – ebenso wie die Sichtbarkeit seiner Arbeit, bzw. seine Präsenz in der Szene. Die aktive Beschäftigung mit einem Projektraum kann nicht unbedingt einen Karrieresprung garantieren, verspricht zumindest kurzfristig eine lokale Steigerung der Aufmerksamkeit.

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Guten Morgen Düsseldorf, Hallo Ordos!

Der Film entstand im „Kangbashi New Area“ in Ordos. Wer das nicht kennt, das ist eine Geisterretortenstadt und liegt in der Inneren Mongolei. Mehr Infos dazu gibt es hier.