Monat: Oktober 2013

Eastern Omen im d-52

Der Kontakt kam auf dem akademischen Weg: Bianca Bocatius, eine der drei Betreiberinnen von d-52, lernte die Kunsthistorikerin und Kuratorin Stacey Koosel während einer Tagung kennen. Schnell kamen die zwei Frauen auf die Idee, eine Ausstellung zur zeitgenössischen estnischen Kunst in Düsseldorf zu organisieren und damit die hierzulande ziemlich unsichtbare baltische Kunst zu vertreten. Eine sehr löbliche Initiative, vor allem wenn man den relativ hausbackenen und lokalpatriotischen Charakter der hiesigen Projektraumszene kennt…

Selbstverständlich kann und will eine Ausstellung aus dem Off nicht als Spiegelbild einer nationalen Kunstszene fungieren. Vor allem nicht, wenn bloß drei Beiträge gezeigt werden – was übrigens ein bisschen mager ausfiel. Aber die Intention der Kuratorin war eben nicht, nationale Klischees zu bestätigen, sondern drei exemplarische und jungen Figuren aus dem fernen Osten und weiten Norden erstmalig in Deutschland vorzustellen.

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Einweihung der medialen Plastik local.#non.access in Berlin

Es ist schon wieder eine ganze Weile her und ich wollte es schon längt einmal gemacht haben, kam aber einfach nicht dazu, weil die Zeit so rast und so vieles zu tun und zu erledigen ist. Man kommt ja einfach zu nichts. Kaum ist der Montag endlich überstanden, der Einstieg in den Arbeitsalltag leidlich geschafft und der Kater vom Wochenende verdaut, da verschickt man noch ein oder zwei E-Mails, führt ein paar Telefonate und Zack, da ist der Freitag schon wieder, eine weitere Woche herum und man dem Ende wieder ein Stück näher. So zumindest kommt es mir derzeit vor und in mir wächst der Verdacht, dass es einem beim letzten Wimpernschlag genau so vorkommen wird, verdammt schnell und verdammt schnell vorbei gewesen.

Aber ich schweife ab.

Denn eigentlich wollte ich Euch auf local.#non.access, das letzte in Berlin realisierte Projekt, hinweisen. Ohne dabei jetzt zu sehr übertreiben zu wollen, und in aller Bescheidenheit, die Nummer ist ein wirklich epochales Ding geworden, in der Form noch nie dagewesen und natürlich ironisch, technisch, paradox und hochpolitisch, wie es sich für echten Avantgardeshit eben gehört.

In Kooperation mit km.temporaer und mit der Unterstützung ausgewählter, internationaler Topnetzkünstler konnten wir da einen echten Coup landen und die erste mediale Plastik ever installieren. Das Ganze ist ein Meilenstein geworden bzw wird einmal einer gewesen sein.

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Hacker-Offspace Chaosdorf und Garagelab Düsseldorf

hackaday.com bringt gerade eine Serie über Hackerspaces in Europa. Hackerspaces sagt Euch nichts?
Das sind im Prinzip die Offspaces der Nerds, Geeks und all der anderen Protagonisten der Hacker- und Netzkultur. Dort wird programmiert, über Programmierung gesprochen, über Physik diskutiert, über die Welt philosophiert, aber auch in Eigenregie geforscht – meist mit Schwerpunkt auf Computertechnologie, aber eben nicht nur.  Do-it-yourself ist eine der treibende Kräfte dort, Open-Source das dominierende Softwaremodell und 3D-Drucker sind derzeit ziemlich heiß.

Eigentlich geht es dort gar nicht so viel anderes zu, als in den Projekträumen der Künstler, nur dass man auf das uniforme Weiss verzichtet (dafür aber der Pinguin allgegenwärtig ist), nicht ständig Artefakte raus und rein räumt und es mehr gut bezahlte Spezialexperte für komplizierte Sonderanwendungsfälle gibt.

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Perisphere-Portrait #10 Katja Stuke

Diese Woche mit Katja Stuke.
Natürlich auf: perisphere-portrait.

 

 

Imi im Parkhaus Malkasten

IMI KNOEBEL
EINE AUSSTELLUNG
5. – 20. 10. 2013
Öffnungszeiten:
mitwochs bis sonntags 14 – 18 Uhr

PARKHAUS im Malkastenpark
Jacobistr. 6 a
40211 Düsseldorf
www.parkhaus-duesseldorf.com

 

 

Perisphere Portrait online!

Sie ist endlich raus! Die neue Perisphere-Serie kommt in die Öffentlichkeit und erhält sogar eine eigene Plattform: Perisphere-Portrait. Das Prinzip ist einfach, der Anspruch groß: Wir portraitieren in Web-affiner Form Künstler aus Düsseldorf, stellen ihnen drei Fragen, gewähren ihnen drei Minuten zum Antworten und packen das Ganze in drei Einstellungen. Auf Dauer soll ein Archiv angelegt werden, eine Art Verzeichnis der lokalen Künstlerschaft – wobei wir uns bewusst auf die Generation der 35-55-jährigen beschränken.

Harte Konkurrenz für Tatort: Für den Anfang stellen wir sechs Künstler ins Netz und fügen jeden Sonntag Abend einen neuen Clip hinzu. Man sieht sich!

Danke an Julia für die Bilder des Abends:

 

 

Kamera und Schnitt: Lars Klostermann

Redaktion: Emmanuel Mir

Programmierung: Florian Kuhlmann

Deckkraft featuring…

alle Bilder: deckkraft

 

Künstlerkollektive wirken auf den ersten Blick als eine Sondererscheinung der Kunstgeschichte, waren dabei – und bleiben bis heute – wichtige Herden von Entwicklungen und Erneuerungen. Spätestens seit Anfang der Moderne (ob die Nazarener in Deutschland oder die Schule von Barbizon in Frankreich) sind Bündnisse geschlossen, Formen der Zusammenarbeit gefunden und somit die Mythen des genialen Einzelnen und des abgekapselten schöpferischen Ichs relativiert worden. Zwar erscheinen die 1990er und 2000er Jahre mit ihrer Vorliebe für den Typus des Künstlers als Einzelkämpfer rückwirkend als superindividualistisch, aber die schleichende Repolitisierung der Künstlerschaft und eine Neuentdeckung der kollektiven Arbeit in den darauffolgenden Jahren ließ die Zahl der Künstlergruppen fühlbar wieder steigen.

Wenn die Relevanz von Künstlerkollektive nicht infrage gestellt werden kann, erscheint die Form des Künstlerduos historisch deutlich seltener. Der Kenner der zeitgenössischen Szene wird zwar sofort mit den Namen von Gilbert & George, Fischli & Weiss oder Eva & Adele (Vorsicht, Verwechslungsgefahr mit Dick und Doof!) angeben, der affine Kenner sogar behaupten, dass Künstlerduos en vogue sind, alles in allem wirkt die künstlerische Zusammenarbeit im Pärchenmodus doch exotisch. Und an dieser Stelle darf man sich fragen, was Deckkraft eigentlich ist. Ein poststrukturalistischer Kolchos mit der ethischen Einstellung einer Künstlergruppe aus den frühen 80ern? Der Codename einer Malmaschine, ein System zur unendlichen Produktion von neuen Bildern? Ein anonymes Konstrukt, das trotz aller Expressivität der Malergebnisse sich gesichtslos zeigt – ein Daft Punk der Malerei? Ein Binom, das sich nie genug ist und stets nach externen Bereicherungen sucht – wie eine Superband in ständiger Gründung? Das von Marc von Criegern und Walter Eul erfundene Deckkraft erinnert jedenfalls an nichts Gesehenes oder Gehörtes.

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So nah so fern in Nürnberg

Unser Kollegin Anna Lena Werner vom artfridge-Blog hat in Nürnberg ein recht großes Projekt kuratiert und gemeinsam mit den dort agierenden Künstlern realisiert. ‚So Nah so fern‘ war der Titel der Gruppenausstellung auf dem ehemaligen AEG-Gelände.

Wir haben uns als Teaser mal vier Bilder kopiert, den Rest gibt es nach dem Klick bei Ihr im Blog.

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Unser Nachbar Herr S im Gespräch

Herr S ist, ohne es wohl zu wissen, seit Jahren unser Nachbar. Natürlich ist er keiner der direkten, also keiner von denen, die man Morgens in der Dusche und Abends auf dem Klo hören muss, aber er ist so Nahe dran, dass unser Babyphon bis etwa 7 oder 8 Meter vor seine Wohnung reicht – ich habe das in einem anderen Zusammenhang ausprobiert.
Darüber hinaus ist er wohl wirklich einer der Künstler, die mir in den letzten Jahren die meiste Zeit am nächsten waren; mehrmals die Woche trennen uns nur wenige Meter voneinander. Während er aber entspannt oben in seiner Altbauwohnung sitzt (oder schläft) und versucht keine Fehler zu machen, fläze ich – immer noch angestrengt – 3 Meter unter ihm im Stammcafe herum, um mich vor dem Fehler der Arbeit zu drücken und den wenigen Lohn, vor dem ich mich nicht drücken konnte in Latte Macchiato oder – wenn auch zunehmend seltener – in Bier umzuwandeln.
Doch trotz dieser Nähe trennen uns Welten. Während er sich zuweilen mit schwersten Materialien herum plagen muss um den gewählten Raum zu prägen, sind es bei mir ephemere Informationen und Konzepte, die einen Ort definieren. Und Währen wir uns an den äußersten Rändern der Perisphere verdient machen, muss unser Nachbar Herr S seine Tätigkeit mitten drin in der Kernzone verrichten.
Aber trotzdem darf er hier bei uns ins Blog rein. Weil das ja auch mal schön ist, wenn der Nachbar im Internet was zu sagen hat, dem man auch gerne zu hört. Und weil man beim zuhören das Gefühl hat, dass Herr S trotz seiner Arbeit im Zentrum die Randgebiete nie ganz verlassen hat.

Und da man die Videos der Freunde vom Eiskelllerberg leider nicht einbinden kann, wie ich eben erst zu meinem größten Bedauern feststellen musste, bleibt hier nur das Verlinken in diese Richtung. Deshalb heißt es jetzt erst mal Abschied zu nehmen von der Perisphere um hier zu klicken, und dann hoffentlich wieder zu kommen.

 

 

 

18 Thesen von Hans Abbing zur Künstlerarmut. So wie einige kritische Bemerkungen zum Status der Autonomie in diesem Zusammenhang.

Der nach folgende Text stammt aus der Feder des Künstlers, Soziologen und Ökonomen Hans Abbing und wurde erstmalig im Handout zur Veranstaltung der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) ‚Are Artists Rich?‘ – Workshop und Parlamentarischer Abend in den Badischen Stahlwerken Kehl, November 2012, www.igbk.de/projekte/are-artists-rich-2012 veröffentlicht.
In der deutschen Fassung ist er ursprünglich bei thing.frankfurt erschienen. Stefan Beck machte mich via F***book darauf aufmerksam. Ich habe ihn Eins-zu-Eins kopiert und hier übernommen. Besten Dank nach Frankfurt!

Update: Unten habe ich nach freundlichem Hinweis durch Hans Abbing den Dwonload-Link zu seinem Buch Why are Artists Poor, The exceptional economy of the arts im PDF-Format angehängt.

Bild via http://www.kukik.de/kunst-trotzt-armut/

Vorschläge zur Bekämpfung der Künstlerarmut

Empfehlungen für politische Entscheidungsträger

Basierend auf Beobachtungen in den Thesen 7-17

Von Hans Abbing

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Keine Drogen mehr im Darknet? Zitatesammlung des Cypherdealers Dread Pirate Roberts

Aus gegebenem Anlass:

Collected Quotations Of The Dread Pirate Roberts, Founder Of Underground Drug
Site Silk Road And Radical Libertarian

In public, the pseudonymous Internet drug czar known as the Dread Pirate Roberts
doesn’t say much. Roberts‘ website, the illegal, anonymous drug-selling black
market known as the Silk Road, has survived only because of its creator’s
discretion. On the rare occasions when DPR speaks to the press, he (or she) does
so in short messages, and–at least in my case–only through the anonymizing
service Tor, the same cryptographic tool used to prevent the Feds from tracking
down the Silk Road’s servers or its users. Thanks to that discretion, the Silk
Road’s Bitcoin-driven narcotics trade has thrived for more than two years
without being shut down by law enforcement, and its founder hasn’t been
identified.

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