Monat: Februar 2015

Modell Kunstverein – im Gespräch mit Ben Kaufmann vom Neuen Aachener Kunstverein

Vor knapp 5 Jahren haben die großen Kunstvereine des Rheinlands unter dem Titel „DIE LETZTEN IHRER ART – Eine Reise zu den Dinosauriern des Kunstbetriebs“ die Bedeutung und mögliche Rolle der Kunstvereine im aktuellen Kunstsystem hinterfragt und öffentlich thematisiert.
Ben Kaufmann, Direktor des Neuen Aachener Kunstverein, knüpft zwar thematisch mit dem aktuellen Programm ‚Modell Kunstverein‘ ( 18.01. – 08.03.2015 im NAK) an diese Reihe an, führt den Diskurs aber an anderer Stelle fort in dem er etwa die Institutionskritik in den Fordergrund stellt. Historisch geht Kaufmann noch ein paar Jahrzehnte zurück und greift die Show „Eine Gesellschaft des Geschmacks“ im Jahr 1993 im Münchner Kunstverein auf.

Dieses Setting bildet den perfekten Anlass sich auch hier einmal kurz mit Ben Kaufmann zum Status Quo Kunstverein zu unterhalten, um dann darüber hinaus auf die den Vortrag “Ich wollt nur sagen, so ganz harmlos sollten wir das nicht sehen.” von Michael Franz und die daran anschliessende Diskussionsrunde am kommenden Samstag den 28.02.2015 im NAK hinzuweisen.

Um 18 Uhr spricht Michael Franz zur Ausstellung “Eine Gesellschaft des Geschmacks” von Andrea Fraser, die 1993 am Kunstverein München stattfand. Und ab 19 Uhr werden Sandra Dichtl (Künstlerische Leiterin Dortmunder Kunstverein), Hans-Jürgen Hafner (Direktor Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf), Lars Heller (Agentur Heller & C), Dr. Renate Puvogel (Kritikerin) und Dr. Holger Kube Ventura (Direktor Frankfurter Kunstverein, 2009-2014) unter der Moderation von Dr. Astrid Mania über das Modell Kunstverein diskutieren.

Das Unterview haben Ben Kaufmann und ich per E-Mail geführt. Die Fotos zeigen die aktuell laufende Ausstellung im Kunstverein, auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen will, und statt dessen wieder einmal gerne auf Magdalena Kröners Besprechung im Artblogcologne hinweise. Klicken lohnt sich!

Wir werden das Thema auch die nächsten Tage hier noch mit 2 weiteren Beiträgen verfolgen. Es folgt dann eine Transkription der Soundfiles von Veit Loers zu KUNSTVEREIN KIPPENBERGER und FRIDERICIANUM, KASSEL, 1993 sowie ein historisches Video zur 93’er Ausstellung in München.

Ihr bleibt bitte dran, das Thema ist und bleibt ja relevant.

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.htaccess

Der Computer des Jahres 2015 ist ein gefrässiges Ding. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat er sich vom exklusiven Militärapparat hin zum omnipräsenten Massenphänomen und Alltags-Gadget entwickelt. Die ehemals hausgroßen Rechner haben sich in immer kleiner werdende Geräte verwandelt, welche sich mit atemberaubender Geschwindigkeit minimalinversiv in unser aller Leben implementieren. Der Computer, das Netz, die damit verbundenen Devices und die zugehörigen Interfaces prägen unsere Kultur und unser Denken wie nur wenig andere Entwicklungen der Gegenwart und Vergangenheit.
Treibstoff, Erzeugnis und Abfall der damit verbundenen psychosozialen Prozesse ist die Information. Sie ist die allgegenwärtige Droge unserer Zeit nach der immer größere Teile der Bevölkerung gieren wie der Junkie nach dem nächsten Schuss.
Der Zugang zu dieser Droge und die Kontrolle darüber ist die zentrale technopolitische Frage unserer Generation, um sie dreht sich das aktuell laufende Redesignprogramm des Kapitalismus. Die Interfaces sind das ultra-cleane Fixerbesteck des metamodernen Menschen, durch sie gelangt die Droge in unsere Gehirne um dort ihre disruptive Wirkung zu entfalten und sich bunt, schrill und hysterisch schillernd mit unserem Geist zu verbinden. Mit jedem Klick und jedem konsumierten Bit verwandelt sich das Wesen unseres Geistes ein Stück weiter vom biologischen zum synthetischen. Ein Teil dieses Transformationsprozesses ist die sukzessive und kontinuierliche Annäherung der Schnittstellen an unsere Körperoberfläche mit dem Ziel in diese einzudringen und sich unauflösbare mit uns zu verbinden.
Die Droge Information, der Prozess der Immersion und die Kontrolle darüber, werden damit zu den entscheidende Themen unserer Tage. Wie wollen wir uns mit der Maschine verbinden, wo liegen die aktuellen Schnittstellen zwischen Hirn und Prozessoren und wo sollen sich diese in Zukunft befinden? Viel wichtiger aber noch als die Frage des Wie: Wer darf über Funktion der Schnittstellen und den Fluss der Droge Information durch diese entscheiden?

.htaccess spürte diesen Fragen in gewohnt ungezwungen, lässiger Manier aber mit vollem Einsatz nach und bringt ausgewählte Künstler die schon lange an den Grenzbereichen dieser Fragestellung arbeiten und künstlerisch forschen an einem Ort, dem #digital3mpire in Düsseldorf, für eine Show zusammen.

 

 

 

Viewmaster Projects: Ein etwas anderes Ausstellungskonzept

Cycle (2013) - Jacco Olivier - Fenixloods1, Wilhelminapier. Rotterdam
Cycle (2013) – Jacco Olivier – Fenixloods1, Wilhelminapier. Rotterdam

Im Oktober 2012 besuchte ich eine Eröffnung in Heerlen, einem kleinen Städtchen in Limburg nahe der deutsch-niederländischen Grenze, das weniger für seine kulturelle Seite bekannt ist. Nachdem ein Shuttle-Bus die Besucher von Maastricht hinüber transportiert hatte, war es dort dann auch erst mal wie bei jeder anderen Vernissage im mehr oder weniger kleinem Kreis. Man kommt zusammen, trinkt Bier und irgendwann hält jemand eine Rede. Stolz erzählen der Ausstellungsmacher und andere Beteiligte von der Ausstellung und dann geht es los mit dem Betrachten. Dieses mal aber ist etwas anders: die Objekte der Begierde, eine Reihe von Videos und Soundinstallationen, befinden sich nicht in einer Galerie, sondern draußen.

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Rick Silva und Jordan Tate – DRAPE WAVE @ New Shelter Plan.

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Der Künstler Rick Silva und Kollege Jordan Tate – Künstler und Gründer des Kunstblogs ilikethisart.net – sind mit Drape Wave bei New Shelter Plan in Kopenhagen zu Gast. Das ist definitiv aus dem regionalen Fokus raus und nicht Rheinland, aber mit Rick Silvahabe ein paar mal zusammen gearbeitet, er macht definitiv einen verdammt guten Job und außerdem hat Anna Lena Werner hat bei Artfridge ein Interview mit Jordan Tate gemacht. So bastelten man sich dann seine Bezüge und Connections zu recht und bricht die eigenen kuratorischen vorgaben immer wieder selbst.
#FUCKSTRNGENZ #DASISTMEINBLOG

via artfridge

Akademie der Täuschung

Der Rundgang der Kunstakademie Düsseldorf im Februar 2015

Es ist immer der gleiche Foo, da führt man ein Leben in einem der wohl reichsten Länder des Planeten in dem angeblich alles-so-Yeah-Wachstum ist, und trotzdem hat man viel zu wenig Zeit und Ressourcen für das Schöne, das Wichtige und das Nutzlose. Die Ästhetik kommt nach wie vor zu kurz in der Welt der Hochleistungsdichter und Denker.
Aber was soll das Palaver? Es ist nun mal wie es ist und so schlimm wie wo anders ist es hier zum Glück lange nicht. Denn wenn schon nicht den Reichtum, so haben wir immer noch den Frieden. Drücken wir also bitte mal alle gemeinsam feste die Daumen, dass es auch so bleibt und drücken wir noch fester die Daumen, dass das Paradigma des Friedens schon bald wieder den derzeit global brutal agierenden Imperialismus als politisches Leitbild verdrängt. Egal wie naiv das nun klingen mag, träumen ist und bleibt erlaubt, und mir hat auch noch keiner schlüssig beweisen können, dass all das hier kein Traum sei. Die Jetztzeit ist real, der Rest immer nur in Form von Spuren der Vergangenheit und Spekulationen über die Zukunft wahrnehmbar. Doch es gilt das universelle Gesetz, selbst nach dunkelster Scheisse kommt immer wieder Sonnenschein. Und das Beuyssche Reagen statt Sonne ist auch Heute noch nicht das Schlechteste für uns – und gut für mich, weil ich darüber nämlich gerade noch so den narrativen Dreh zum eigentlichen Thema hin bekommen: Rundgang Kunstakademie 2015.

rundgang

Aber man möge bitte die Politik und den Frieden auch dort nicht vergessen, auch nicht im Kontext der Künste. Dort schon mal gar nicht, denn für diese ist traditionell wenig Platz in Armut und im Bombenhagel. Und ein Flanieren durch die Gänge der Düsseldorfer Akademie macht um ein vielfaches mehr Freude wenn es nicht durch den Fluglärm von Düsenjets und Kampfhubschraubern begleitet wird. Wir Düsseldorfer bekamen erst kürzlich zur Dügida-Demo eine Vorstellung davon, was es heißt wenn über Stunden ein solches Fluggerät lautstark über der Stadt steht. Ein seltsames Gefühl.

Genießen wir also die Jetztzeit, versuchen wir nett zu einander zu sein und konsumieren wir einfach mal einen I-BigMac weniger, dann wird auch das mit den knappen Ressourcen auf dieser Welt nicht ganz so eng. Bleiben wir im Gespräch und halten wie Augen, Ohren und Geist offen, suchen wir das Neue und beschäftigen uns mit diesem, die Künste sind nicht der schlechteste Ort dafür.

Mein Fazit zur Kunst auf dem Rundgang im übrigen, ich fands trotz der Masse ganz Ok. Sicherlich auch weil ich nach ganz speziellen Leuten mit ganz speziellen Ansätzen gesucht habe, und nicht mit den Erwartung an Ahhs und Ohhs in die Akademie kam, wie diese Kunstfreunde aus Aachen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mit dem Objektfetisch der Kunst eh nicht viel Anfangen kann und mich die Prozesse schon immer mehr interessiert haben, verstehe ich die Werke in einer solchen Gruppenshow als Medium und Botschaft einzelner Personen, und eben nicht als finale Objekte die kontextlos funktionieren müssen – was ja eh nicht ginge.
Wenn man dann nun also selber eine Idee davon im Gepäck hat was man will und wie die ganze Sache zu laufen hat, und damit auch eine Ahnung davon mit bringt nach welchen Signalen man ausschau halten muss, weil man hofft, dass die Sender der Signalen die eigenen Vorstellungen und Sichtweisen eventuell teilen oder bereichern, dann bleibt die Enttäuschung auch aus.
Persönlich hatte ich aber eher den Eindruck – und diese kleine Gehässigkeit sei mir an dieser Stelle erlaubt – dass weite Teile der Publikumsmassen, die sich so leicht dumpf und bräsig durch die Gänge schoben, eigentlich keiner eigenen Ideen oder Vorstellung folgten. Sondern im Gegenteil, dass man etwas Fertiges, Sinnhaftes, aber Konsumierbares von den Künstlern vorgesetzt bekommen wollten, um damit die eigene Leere aufzufüllen. Das wäre allerdings eine Haltung mit der man an einem solchen Ort natürlich nur Scheitern kann. Dann eben doch lieber zu Hause vor der Glotze bleiben um sich dort sanft und geschmeidig das Hirn weich massieren zu lassen. Auf diese Weise bleiben einem dann auch Enttäuschungen erspart und die entsprechenden geliebten Täuschungen erhalten.

von wem ist das?
von wem ist das?

Als letzte Bemerkung dazu eventuell nun noch der Hinweis auf den Titel der internen studentischen Rundgang-Abschlussparty in der Nacht von Sonntag auf Montag. Die Studenten haben das alles wie es scheint, nämlich schon ganz gut durchschaut. Jetzt muss nur das Publikum eben folgen.

So und nun aber genug vom halbautomatischen Text.
Bühne frei für die Bilder und Feuer frei für die Signale.

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griechenland

Banz & Bowinkel bei 191 S im Salon

Giulia Bowinkel & Friedemann Banz haben ihre neueste Arbeit im Salon installiert – die aktuellen Bilder gibts hier nach dem Klick auf F***book.
Und wir freuen uns schon auf den 6. März, wenn die beiden dann zusammen mit Timothy Shearer, Olia Liana, so wie den Jungs vom Browserbased Kollektiv aus Amsterdam im #Digital3mpire zu Gast sind.

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http://www.191s.net/
http://www.banzbowinkel.de/

Journey to Nowhere Lands as a Response to the Impassable Horizons in Hollow Skulls in der Tiefgarage

Ein paar Bilder von der aktuell laufenden Show in der Tiefgarage am Ebertplatz. Djonam Saltani – Journey to Nowhere Lands as a Response to the Impassable Horizons in Hollow Skulls, läuft vom 23. Januar – 13. März 2015.
Mehr Infos und mehr Pics gibts hier.

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UPDATE: Fotografien: Robert Oisin Cusack

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http://tiefgarage.org
Leitung: Maria Wildeis
Laden 7
Ebertplatz 0, 50668 Köln

Testfeld Ebertplatz

Was für die Düsseldorfer Künstler der Worringer, ist für die Kölner der Ebertplatz. Und wer diesen Blog mitverfolgt, der hat  eventuell mitbekommen, dass ich ein großer Freund dieses Ortes und der dort verorteten Projekte und Räume bin. Im Dezember letzten Jahres gab es dann bekanntlich einen Wechsel in einem der vier Projekträume. Max Erbacher, Diane Müller und Yvonne Klasen haben ihre erfolgreiche Arbeit als Organiatoren der Boutique bendet, Maria Wildeis führt die Location nun unter dem Titel Tiefgarage fort.
Als krönender Abschluss erschien die Publikation Ebene Minus Eins, in der  die Entwicklung eines noch im Januar 2012 völlig verpatzten Platzes (1) hin zu einer der spannendsten Adressen im Kölner Kunstleben (2) reflektiert wird. Während der Arbeit an Ebene Minus Eins stellte sich heraus, dass die Genesis des Ortes sowie dessen aktuelle Entwicklung zu komplex für eine rein chronologische Dokumentation der BOUTIQUE war und ist. So wurde daraus ein Buch in dem eingeladene Autoren die „neue urbane Qualität“ (Zitat des Kölner Kunstbeirats 2013 in seinem Plädoyer für eine Mietfreiheit der Off-Räume am Ebertplatz) aus ihrer fachspezifischen Perspektive untersuchen durften.

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BU: ALONG THE LIGHT – Festival für analoge Bilder und Klänge 2014,
Veranstalter: BOUTIQUE, Bruch & Dallas und GOLD+BETON;
Bild: Martin Plüddemann

Es entstanden eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher, sehr lohnender Texte, und transkribierter Gespräche, die in unterschiedlichen Formen, von der Stadt, ihrem Platz, seiner Architektur, seiner Geschichte und den damit verbundenen Künstlern und Künsten handelt. Eines dieser Gespräche führten Diane Müller und Yvonne Klasen mit der Direktorin des Ludwig Forum Aachen, Brigitte Franzen.

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W57 – Neues am Worringer Platz

Der Kater vom Abendtermin hängt noch ganz schön nach, und damit ist auch die Ursache, der Besuch im W57 noch deutlich präsent. Von daher muss der Post mit meinen persönlichen Highlights zum Akademie Rundgang leider noch mal etwas warten. Aber das ist auch Ok. Was ich ausgewählt habe ist hoffentlich zeitlos und auch mit etwas Abstand zum Massenevent noch aktuell.  Ich bin da aber zuversichtlich.
Nun aber zurück zum Worringer Platz, dem W57 und dem was dort derzeit zusammen braut.
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Gleich vorab. Der L und ich sind, wie es sich für brave Familienväter gehört, aufgebrochen bevor die Party richtig los ging, wilde Exzessbilder gibt es also hier nicht. Ich beschränke mich statt dessen auf die Bilder der Ausstellung und der Ortes die Organistor Zalar mir freundlicherweise zugesandt hatte. Was darüber hinaus gestern Nacht in den Kellern dort geschah, müsst ihr, sofern Ihr nicht da gewesen einfach selber recherchieren. Als wir gegen 0.30 Uhr zum späten Nachtmahl Richtung Izmir aufgebrochen sind, sah das aber alles schon recht viel versprechend aus, die Stimmen auf Fb klingen auf jeden Fall begeseistert und der kleine Minifloor war wirklich geil.
Eine Anekdote noch am Rande: endlich sind der N und ich uns mal begegnet, über den Aether stehen wir bereits seit einiger Zeit in Verbindung, so kam auch der Beitrag für den Blog hier zu standen. Aber es war auch mal an der Zeit sich in die Augen zu sehen. Man kann eigentlich ganz gut zusammen arbeiten so frei vernetzt und körperlos. Aber sich zwischendurch mal die Hand zu schütteln, den anderen mal kurz zu sehen, das ist auch wichtig.
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Zeitgenössische Kunst online kaufen

Wenn man so einige Jahre künstlerisch motiviert im Netz unterwegs ist, dort auch noch zum Thema bloggt, aus dieser Tätigkeit heraus Startups gründet und ganz allgemein sein täglich Brot, nicht nur, aber eben auch mit dem Spannungsfeld zwischen Kunst und Netz verdient, dann kommt da doch einiges an Know How zusammen. Dieses wiederum fliesst dann regelmäßig in eigene, neue Projekte ein, oder findet seinen Weg zu anderen Leuten, die einen freundlicherweise anheuern um ihre eigenen Geschäfte voran zu bringen. Das geschieht zur großen Freude aller Beteiligten seit einiger Zeit immer öfter und hilft natürlich auch Projekte wie dieses am Leben zu halten.

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Die Art Edition Fils bzw die zugehörige neue Onlineplattform Fils Fine Arts gehört zu dieser Gruppe von Leuten, denen ich in den vergangenen Jahren meine Erfahrung und das entsprechend Wissen zur Verfügung stellen durfte. Seit Ende 2013 berate und unterstützt ich gemeinsam mit dem Designbüro MORGEN Gestaltung Galerie und Verlag beim Aufbau des neuen Onlineshops für zeitgenössische Kunst. Und weil sich das Ergebnis sehen lassen kann, mittlerweile sogar das ein oder andere Mal kopiert wurde, will ich das jetzt auch mal hier in den Blog rein nehmen, auch wenn das den inhaltlichen Rahmen eigentlich etwas sprengt.

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Fils Fine Arts ist einer der derzeit umfangreichsten und qualitativ hochwertigsten deutschsprachigen Onlineshops für zeitgenössiche Kunst. Gelauncht im Frühjahr 2014, wird das Angebot seitdem langsam und kontinuierlich ausgebaut. Erklärtes Ziel ist es, qualitativ hochwertige Kunst ausgewählter, internationaler Künstler möglichst einfach online zugänglich zu machen.
Der Schwerpunkt des Angebots liegt auf hochwertigen Editionen, Skulpturen und Unikaten. Das Programm umfasst darüber hinaus neben Lithographien, Siebdrucken und Radierungen, auch ein umfangreiches Angebot an Editionen, Fotografien und Multiples.  Im von uns entwickelten Onlineshop sind unter anderem Arbeiten aus dem Umfeld der ZERO-Gruppe, von Otto Piene, 
Christo & Jeanne-Claude, Günther Uecker, Georg Baselitz, 
Stephan Balkenhol, 
Sandro Chia
, Eduardo Chillida, 
Peter Doig, 
Rupprecht Geiger, 
Katharina Grosse
, Donald Judd, 
Karin Kneffel
, Julian Opie
, Tony Ourseler
, rosalie oder Heinz Mack zu finden.

Und wer sich die Arbeiten vor dem Kauf noch mal im Original ansehen will, der fährt in die Galerie in der Düsseldorf Innenstadt oder besucht die zugehörige Kleine Kunsthalle in Norddeutschland.

 

Future of Memory – Sabrina Möller im Gespräch mit Nicolaus Schafhausen

Ein smartphoneloser kluger Freund meinte kürzlich, nachdem ihn Morgens auf dem Weg zur Arbeit ein von-seinem-smartphone-bereits-assimilierter Mann, mit den Augen aufs Display gerichtet fast umrannte, das sei doch irgendwie auch phänomenal. Man können den Wandel und die Verschmelzung der Gesellschaft mit dem neuen Medien täglich, quasi live, beobachten. Die Entwicklung wäre so schnell, dass sie wirklich sichtbar wäre. Und ich glaube da hat er recht. Das geht alles verdammt schnell.

Und von daher ist das ja eine wirklich berechtigte und sinnvolle Frage, wie sich denn nun das Erinnern in Zukunft gestalten wird, wo doch derzeit und überall so viel, aber auch so unsinnig, gespeichert wird. Was bleibt also hängen am Ende?

Darüber und über die Show The Future of Memory in der Kunsthalle Wien unterhält sich wie im Header angekündigt Sabrina Möller von artandsignature mit dem zuständigen Kurator Nicolaus Schafhausen. Hier.

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pics via https://www.facebook.com/MuseumOfInternet

Qou Vadis ?

Es ist unangenehm. Wohin wir auch schauen, es herrscht überall Angst und lähmt unsere Seelen, natürlich, wenn diese überhaupt vorhanden sind, denn die Masse ist so gut angepasst, dass sie gar nichts mehr wahrnimmt. Und wenn es gerade mal still ist, wird einfach ein Terror Anschlag inszeniert und dem zeitgemäßen Feind in die Schuhe geschoben, ein neuer Kriegsschauplatz wird gestartet, oder Hollywood produziert einen der vielen Propaganda Blockbuster. Geheimdienste wie CIA haben Pläne die 50 Jahre in voraus arbeiten und der Durchschnittsmensch weiß nicht mal, was vor 20 Jahren war.  Während wir uns mit Pegida beschäftigen , wird die Ukraine neu aufgerüstet, um erfolgreich die Russen zu provozieren.  TTIP , CETA und TISA rücken näher, wir wissen nicht einmal was das überhaupt bedeutet. Monsanto setzt immer mehr Patente in der EU durch, wir essen aber schon seit 2012 Klon Fleisch und Gen-manipulierten Fisch, also werden wir das schon überleben. „Das Wasser ist kein Grundrecht, aber sie können Nesquik trinken“, so ähnlich klang die Presserede des CO des Nestle Konzerns, der 70% der Wasserrechte Europas aufgekauft hat. Chemtrails werden oft diskutiert. Mikrochips sollen bald ,zur besseren Kontrolle, allen implantiert werden. Rettet den Regenwald, hieß es früher, vor Kurzem sollte man den Euro retten und heute heißt es : Rette sich, wer kann! Aber vor wem? Wo ist denn der Feind? Willkommen in dem Horror der Post Postmoderne. Es ist bekannt das Magie nur wirkt, wenn man an sie glaubt. Wir werden in einem konstanten Zustand der Angst gehalten und brauchen natürlich Schutz. Was machen die Staaten nach einem Terroranschlag, den sie meistens selbst inszeniert haben, sie erhöhen die Sicherheit im Lande und opfern unsere Freiheit. Wir halten Nutzvieh in Massen, also gehen wir mit dem Menschen auch nicht besser um. Er studiert nach dem Bologna Verblödungsdiktat und wird ein Rädchen unserer Industrie. Unsere Bedürfnisse erzeugt die Industrie, wir arbeiten uns Tod um sie zu befriedigen und sind noch stolz drauf. Zombies. Wir leben in Zeiten des Machtwandels, die koloniale Herrschaft des Westens seit 1492 ist zu Ende, der Osten übernimmt das Ruder und in Zukunft werden wir Flüchtlinge sein, also wird uns welch Ironie der Grenzzaun der EU aufhalten. Eurasische Bündnisse sind vom Vorteil für das Überleben. Was kann man denn tun?
Da es keine klare Situation ist und das Feindbild anscheinend die ganze Menschheit ist, wird es wohl wichtig sein, sich auf sich selbst zu besinnen, als gäbe es keine Menschheit, in dem man wie ein Solipsist die Augen zumacht und gar nichts existiert mehr. In der Natur die Kraft sammeln, sich klare einfache Ziele setzten und Gemeinden mit Gleichgesinnten bilden, sich mit einfachen Dingen beschäftigen. Der Sinn des Lebens ist Liebe und der Antagonist ist die Angst. Angst wird durch die Manipulation der Medien geschürt. Unabhängig sein, sich selbst und seine Mitmenschen lieben, einfache Dinge tun und wir werden das ganze verändern können.

30.01.2015
original Nesha Nikolic

ewiger #NonSinn

Es wäre, wohin immer man sich wendet, ein Schritt in die Einsiedelei, ein Austreten aus der Zeitgenossenschaft. Abende lang sitze ich da, ohne zu arbeiten, ohne auch nur lesen zu können, da ich, nachdem ich die Zeitung gelesen habe, nüchternen Sinnes nicht sehe, was meine Arbeit für einen Sinn hätte selbst dann, wenn sie gänzlich gelänge. Ich weiss, dass es vielen so geht.

(Max Frisch an Walter Muschg)

via kritikundkunst

Tamara Lorenz – sachliche und eigentliche tatsachen

Sein und Schein scheinen zu sein.
Zeit löst sich in der Betrachtung der Dinge auf.
Ist der Betrachter Teil der Szenerie oder löst er sie gar aus?

Diese drei Sätze schickte Tamara Lorenz letzte Woche per E-Mail vorbei, zusammen mit dem Hinweis auf ihre kommende Show mit dem klingenden Titel sachliche und eigentliche tatsachen im Neuen Kunstverein Giessen.

Und weil ich mich immer über gute Texte freue die auf das viel zu oft übliche, grenzdebile Kunst-PR-Geschwurbel verzichten, habe ich mir erlaubt diese kurzen Sätze hier mit rein zu nehmen. Dazu gibt es in Kombination noch 4 Bilder, die mir Tamara dann freundlicherweise zusätzlich noch zugesandt hatte. Wenn Ihr also in der nächsten Zeit mal nach Giessen kommt, oder noch besser, wenn Euch Bild und Text so gut gefallen wir mir, dann geht mal vorbei bei der guten Frau.
Der Besuch lohnt offensichtlich und die Show läuft noch bis 14.März.

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Eröffnung 31.Jänner 2015 um 18 Uhr
mit einer Einführung von Andreas Walther

Ausstellungsdauer: 31.01.-14.03.2015
Künstlergespräch 14.März 2015, 16 Uhr

Neuer Kunstverein Giessen e.V.
Ecke Licher Str./ Nahrungsberg
Öffnungszeiten: Samstags von 14-17 Uhr
und nach Vereinbarung

www.kunstverein-giessen.de