Der unerträgliche Zeitgeist, der keiner ist…

Die Kultur in der wir leben hat Anzeichen von Altersschwäche. Sie hat 1492 begonnen, als die Ära der Kolonialherrschaft des Westens begann und das byzantinische Kulturimperium abgelöst wurde. Sie wurde durch Krieg, Raub und Sklaverei ermöglicht und entfaltete sich über die nächsten Jahrhunderte. „Der Krieg ist all unser Vater, all unser König..“, sagte Heraklit. Die westliche Zivilisation ist am Ende, sie hat sich in den letzten Jahrzehnten selbst aufgelöst.Was wir heute erleben, ist die Wiederauferstehung des Ostens, das heißt wir leben in einer Zeit des Umbruchs, der ist zuerst ökonomisch zu spüren, die eigentliche kulturelle Hegemonie wird noch kommen. Wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind, widmet sich der Mensch der Kultur und sie trägt die Zeichen der Zeit, sie ist natürlich auch politisch und das spiegelt die Doppelmoral. Würden Sirin Neshat und Ai Wai Wai überhaupt wahrgenommen werden, wenn sie nicht als politische Waffe gegen ihre Heimatkulturen eingesetzt werden? Einerseits ist unsere Kultur eine produktorientierte eklektische Sammlung aus den letzten Jahrzehnten, seit den 80 tut sich nichts Schwerwiegendes und es wird eigentlich nur wiederholt. Und andererseits glüht irgendwo im Hinterzimmer, der europäische Begriff des Genies, was mit einem Werk eine Epoche einleiten wird und der Tristesse der Post -Post Moderne einen Arschtritt verpassen wird. Wird sich noch was tun, oder kopieren wir nur noch die großen Meister, wie es die Künstler der letzten Epoche der altgriechischen Kultur, im Auftrag der Römer, gemacht haben? Was ist heute eine gute Performance? Eine Hommage an die alten Meister aus den 70ern. Es ist wichtiger, wer einen Text zur Ausstellung schreibt, als, was ausgestellt wird. Erst der Luxus ermöglicht die bildenden Künste, natürlich existiert die Kunst auch unabhängig vom Kapital, aber sie wird nicht so wahrgenommen. Gute Kunst ist heutzutage die Kunst, die verkauft wird. War das denn jemals anders? Wieso sind deutsche Museen voll von niederländischer Landmalerei? Wahrscheinlich weil sie im 19 Jahrhundert gut gehandelt wurde. Es kommt mir so vor als würde Niccolo Machiavelli als großer Kurator unsere Kultur in den Ruin treiben, denn wir leben in einer orwellschen Dystopie, die sich verselbstständigt hat und alles unter Kontrolle hat. Wir leben in Zeiten des Kollektivismus, wo Individuen nicht erwünscht sind. Waren sie das denn jemals? Und ausgerechnet die östlichen kollektivistischen Kulturen übernehmen jetzt das Ruder, na dass kann noch lustig werden. Das Hauptproblem unserer Zeit ist, dass sie geistlos ist, wir haben uns in den letzten Jahrhunderten technologisch weit entwickelt, aber unsere Geistigkeit hängt noch in der Antike, dementsprechend sind wir nicht die Krönung der Schöpfung, sondern auf dem Weg dahin, das spiegelt unsere inhaltslose Gesellschaft. Das Individuum hat eigentlich alles im Griff, aber es ist meistens am Zweifeln, während sich das Kollektiv materiell wiederholt und das System noch sicherer gestaltet, bis wir keine Luft zum Atmen haben werden…

original Nesha Nikolic

2 thoughts on “Der unerträgliche Zeitgeist, der keiner ist…

  1. hab nichts verstanden, gibt es gedanken zu einer kollektiven gesellschaft die auch funktioniert wie ein musikstück, das aus vielen tönen unterschiedlicher art zusammen ein sinn oder nichtsinn ergeben ,existieren kann. —ok. ah. jja.. individueller kollektivismus vll? was bedeutet individuell? nicht wir sind alle ein rapsfeld,sondern ein blumenfeld?

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