Trump aus der Perspektive der Netzkultur

(Das hier nur kurz und grob notiert, eigentlich ursprünglich als Kommentar mal drüben bei Facebook. Also jetzt auch ;tldw statt ;tldr)TROLLING_THE_WORLD

Trump ist eigentlich ein waschechter Troll, im wahrsten Sinne des Wortes.
Und obwohl er angeblich nie Computer benutzte, passen Trump und Internet doch zusammen wie Faust auf Auge. Er fügt sich seltsam natlos ein in die Streitkultur der Internets. Begonnen mit flamewars in Foren, Chats und Mailinglisten, fortgesetzt in der Idee des Shitstorms in den Sozialen Netzwerken und Blogs, erweitert durch Konzepte wie hatespeech/fakenews erleben wir nun, vorerst einmal als Höhepunkt, den disruptiven Troll an der Spitze der US-Regierung. Ein Megatroll, der in erster Linie einmal seine Energie daraus zieht der ganzen Welt maximal auf den Sack zu gehen.
Hier zu auch ein Kommentar von Bernhard Pörksen beim deutschlandradiokultur. Das ist bitte nicht falsch zu verstehen. Es geht hier nicht darum das brisante Thema, so wie die, im Schlepptau des Trolls, nun ins Weisse Haus eingezogenen Ideologie klein zu reden.
Im Gegenteil sogar. Denn es deutet sich hier auch ein Machtverschiebung an, die anders und damit erst einmal komplexer sein könnte, als das was wir derzeit erkennen, da wir zum Abgleich vor allem die Folien der Vergangenheit nutzen.
Ganz unabhängig davon haben Trolle in den vergangenen Jahren mehr als einmal erfolgreich digitale Communities zerstört. Die Liste der Mailinglinglisten, Newsboards, Foren oder Chats die durch penetrantes trollen gesprengt oder zumindest nachhaltig verändert wurden, ist lang. Der disruptive Charakter des Trolls ist unbestritten.
Von daher ist es ja eigentlich auch nur konsequent, dass sich nun Zuckerberg als Kaiser der sozialen Netzwerke mit seiner globalen digital sozialen Infrastruktur (und noch mehr Milliarden) im Rücken, in Stellung bringt um dann möglicherweise im nächsten Schritt, die Politik an like-basierte künstliche Intelligenz und andere autonome Systemes wie zb Blockchain, und damit letztlich an die Ingenieure, zu übergeben. Ich halte es für gut möglich, dass sich nach dem global nervenden Trumptroll eine liberalen/neoliberale Mehrheiten nach einer Herrschaft durch Deus Ex Machina sehnt und diesen Schritt weg von den Enttäuschungen durch den Menschen hin zur Maschine sehr begrüßen wird.
Das ist dann so in etwa das, was ich aktuell unter dem Konzept des #digital3mpire verstehen würde.
Still thinking. To be continued…

Links dazu:
Wikipedia zu Troll_(Netzkultur)
Urban dictionary zu Flamewars
Sascha Lobo über shitstorms

2 thoughts on “Trump aus der Perspektive der Netzkultur

  1. Danke für diesen Text! Sehr interessant, das mal in diese Richtung weiterzudenken! Es gibt auf jeden Fall ein menschliches Begehren, das Menschliche, Allzumenschliche zu überwinden; Götter, Unsterblichkeit, Maschine.
    Faktisch ist das Problem (im Sinne des zu Denkenden) aber nicht ein irgendwie gearteter Gegensatz Mensch – Maschine, sondern vielfältige Formen der Vermischung („Durchquerung“ nach Guattari, Chaosmose) von Menschlichem und Maschinischem (AppleWatch, synthetische Biologie, environmental control, etc.). Der Mensch selbst ist dabei, ein anderer zu werden. Das macht vielen Angst, was dann wiederum zu Figuren wie Trump, LePen, etc. führt.

  2. ja, das hybride ist in der tat wohl die treibende kraft, weil da auch die interessantesten dinge entstehen. bei der verschiebung der politischen entscheidung hin, will ich im übrigen auch nicht recht an eine totale verschiebung zur maschine hin glauben.
    am ende würde die macht dann wahrscheinlich bei denen liegen, welche die maschinen bauen und vor allem programmieren. open-source bekommt dann in dem zusammenhang noch einmal eine andere bedeutung.
    in jedem fall kann man das alles noch weiter denken. das oben ist eher notiz und skizze.
    danke für die impulse.
    mbgfk

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