Schön, dass sich in Köln am Ebertplatz was tut. Und mit etwas Glück bemerkt man auf Seiten der Stadt jetzt auch welche wertvolle Arbeit hier getan wird. Wobei das gar eigentlich unsinn ist, so wie ich das schreibe.
Denn natürlich weiß man auch in der Stadt Köln, welche Leistung das ist, da am Ebertplatz vier Räume aus eigener Kraft laufen zu lassen und in diese Brache, die zwar ihren ganz eigenen Charme hat, aber nun wirklich nicht sehr schön ist, Leben zu bringen. Und selbstverständlich weiß man dort auch, wie so etwas dazu beiträgt ein Viertel zu entwickeln und dass solche Aktionen die Wertentwicklung der Immobilien vor Ort motiviert. Nur so richtig offiziell zugeben will man so etwas dann eher nicht, weil man Kulturfördung für Projekträume dann nämlich anders Denken dürfte und müsste.
Und weil die Künstler und Künstlerinnen vor Ort dann auf einmal nicht mehr die Bittsteller wären, dennen man freundlich generös die Reste der Peanuts zu kommen lässt.
Im Gegenteil sogar. Auf einmal würden sie dann zu denen gehören, welche die Ökonomie unsere Kultur seit einiger Zeit, und zu Weilen gar nicht so schlecht, am Laufen halten. Sie wären dann offiziell was sie im eigentlichen Sinne bereits sind, Unternehmer in eigener Sache und aktive Mitgestalter der Städte.

Das ist natürlich keine so schöne Sicht auf die Dinge für die von Art von Politikern, welche gerne die gestalterische Hoheit für sich proklamieren. Mit einer solchen Sichtweise müsste man den Künstlerinnen und Künstlern dann auch auf Augenhöhe begegnen und mit Ihnen über Forderungen verhandeln, was etwas völlig anderes ist als Förderungen zu verteilen.
Von daher sollten wir auch nicht erwarten, dass sich diese Sichtweise einfach so durch setzen wird. Die Intelligenz der Politik ist begrenzt, Visionen und Ideen werden immer anderer Stelle entwickelt.
Deshalb wird es langsam wirklich Zeit, sich an diesen neuralgischen Punkten der Förderung und Stadtentwicklung nichts mehr erzählen zu lassen, ein gesunders Selbstbewusstsein zu entwickeln und damit auch den Zustand des Bittstellers zu verlassen. Das ist nicht ganz einfach, und nicht alles Künstler wollen so etwas, langfristig wird sich das aber lohnen, weil es ermöglich die Entdeckten Freiräume selber zu gestalten, anstatt permanent vom Wohlwollen Anderer abhängig zu sein.