Die Ausstellung ist bereits beendet – wir waren diesmal ein wenig zu spät vor Ort. Aber wir haben doch noch ein paar Bilder der Skulpturen von Maren Maurer erhalten, so dass ihre feine Präsentation für alle Zeiten fixiert ist. Zumindest im Netz.

BN_R_s1-su1BDie geknickten Flächen, die man beim Eintreten der kleinen Galerie von Matthias Erntges auf dem Boden und auf einer sockelähnlichen Erhöhung entdeckt, erinnern zunächst an weggeworfene Blätter, die den Weg zum Papierkorb nicht ganz gefunden haben. Gewiss sind ihre Maßen und ihre Farbe doch zu papierfremd, um jene mißlungenen Entwürfe zu evozieren, die ein frustrierter Dichter/Zeichner/Komponist zusammengeknüllt und in eine Ecke geschmissen hätte. Nähert man sich an, entlüftet sich das Fremde in diesen doch so gewöhnlichen Gestalten: Die Objekte bestehen aus massiver Bronze.

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Details (‚Crumple‘) 2014

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Details (‚Crumple‘) 2014

So verwandelt sich eine flüchtige, von dem Zufall und der Absichtslosigkeit gezeichnete Form in einer Skulptur, die eine kleine Ewigkeit standhalten kann. Das Sinnbild des Scheiterns (hier werden die Klischees einer unglücklichen Kreation aufgerufen: Verzweifelt und wutentbrannt zerstört der Künstler seine Idee und findet im Zerknautschen des Blattes eine physische Entlastung für seine geistige Überanspannung) wird zu einem kleinen Monument gemacht. Maurer gelingt eine schwierige Gratwanderung zwischen virtuoser Demonstration ihres bildhauerischen Könnens und ironischem Understatement, Fragilität und Vergänglichkeit des Ursprungsmaterials und konsequenter, anspruchsvoller und komplexer skulpturaler Praxis.

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‘Mirror Mirror’, 2014, Aluminium, Unikat (97 x 79 cm)

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“wir teilen”, 2014 bestehend aus verschiedenen ‚Crumples‘, unterschiedliche Formate, Bronze, alles Unikate

Schade, wenn Sie diese Ausstellung verpasst haben…

 

 

Maren Maurer