Analyse

Meta ist die Message

Der gerade so unauffällig und massiv, quasi als Abfallprodukt, entstehende digitale Layers ist deep und erstmal unsichtbar. Denn neben all den Pics, Tweets, Videos und Audiocontent was täglich aufs neue durchs Interwebs geballert wird differenziert sich so ganz nebenbei ein weiterer Datenlayers auf Basis unserer Interaktionen aus. Und während es massive Anstrengungen gibt die Kreation von Inhalten per Maschine erledigen zu lassen – Stichwort neuronale Netze – gibt es ebenso intensive Bemühungen das Menschliche hinter den Milliarden Klicks, Favs und Likes zu identifizieren und zu verwerten. Jürgen Habermas äußert sich im Interview bei el pais unter anderem diesbezüglicht: „But it annoys me that it’s the first media revolution in the history of mankind to first and foremost serve economic as opposed to cultural ends.“ Seine Unmut ob der heftigen Ökonomisierung ist sicherlich nachvollziehbar und weil Habermas eben Habermas und damit eine intellektuelle Bank ist, will ich diese Annehmen erstmal so hinnehmen, übernehmen und stehen lassen. Der Frage inwiefern andere ältere Medientechnologie im Dienst der Ökonomie stehen und standen, also die Ökonomie immer Sinne von Kapitalakkumulation voran getrieben haben, wären aber trotzdem einmal genauer zu klären, auch um da eine Relation zu bekommen. TV, Fernsehen und Verlage sind trotz Medienkrise nach wie vor Bereiche in denen Milliarden umgesetzt und ebenso Gewinne gemacht werden.

Aber zweifelsohne stehen Netz und Kapital in einem besonders engen Verhältnis und es scheint Stand 2018 nicht so richtig vorstellbar, wie und ob sich diese mächtige Verbindung noch mal zu Gunsten anderer Konfigurationen auflösen lässt.

Eventuell platzen die globalen Finanzblasen ja doch noch mal, beenden den disruptiven Rausch der Start-up-Entrepekarieure und öffnen den aktuell für meinen Geschmack doch etwas zu verengten Blick wieder für andere Perspektiven auf Netz und Digitalisierung.

Doch da der Kapitalismus zäh und trotz aller Rufe der Apokalyptiker global recht stabil ist, müssen wir uns bis dahin und selbstverständlich auch darüber hinaus mit dem Verhältnis von Digitalisierung, Interwebs und Kapital auseinander setzen. Denn es ist einfach so, von der Macht der Scheine gehen aktuell unbestritten starke Impulse ins Netz und in die Welt. Mir fielen in diesem Zusammenhang, beim Lesen vom Habermas Interview dann die Beobachtung von Anna Verena Nosthoff und Felix Maschewski ein, welche die beiden wie folgt beschreiben: “Im digitalen oder kybernetischen Kapitalismus ist Aktivität – der Klick, der Like, der Share, der Tweet – immer auch Information, und Informationen – datafizierte Handlungen – sind ökonomisch verwertbar.„

Es geht, nun das ist nicht nicht neu ich geb’s gerne zu, mal wieder um die so generierten Metadaten. Wer da ran kommt und diese Kontrolliert hat Zugang zur Wertschöpfung. Und so stellt sich für mich in diesem Zusammenhang die Frage, ob das Internet denn eventuell im Kern überhaupt nicht mehr von der Verbreitung und Übertragung von Wissen getrieben wird, ob es zumindest derzeit nicht mehr in irgendeiner Weise mit einer klassischen Idee von Aufklärung durch Bildung gedacht werden sollte, so wie sich das manche Apologeten dieser neuen Welt auch heute noch schön reden. Stichwort Schulen ans Netz, lebenslanges Lernen und andere Buzzwords. Sondern ob content nicht viel eher der mystische Treibstoff ist, welcher die globale Metamaschine am laufen hält.

Gedacht im Sinne von McLuhans These wonach das Medium die Message ist, sind es eventuell auch viel mehr Interaktionen wie Klicks und Likes, also die Metadaten welche das intrinsische Wesen dieses Mediums im Kern definieren. Eventuell geht es gar nicht mehr primär um die Übertragung von Wissen, oder die Verbreitung von komplexen Nachrichten und Informationen. Und vielleicht sind Inhalte am Ende nur noch Mittel zum Zweck, um über simulierte Aktivität und die entsprechenden Interaktionsmuster auf Basis von Mikrohandlungen den eigentlichen, ‚wahren‘ Content in Form der Metadaten zu erzeugen. Nur wenn dem so ist, warum machen wir da so bereitwillig mit? Liegt es eventuell daran, dass Information wie eine hochpotente Droge wirkt und wir eigentlich alle hochgradig süchtig nach diesem magischen Stoff sind, wie Johannes Thies in seinem Buch Information so treffend darlegt?

Die im Netz gerne mal belächelte Neulandkanzlerin hat diese Aspekte der kybernetischen Effekte und der damit verbundenen Wertschöpfung wie es scheint doch gar nicht so schlecht verstanden mit Ihrer Überlegung zur Besteuerung von Daten. Und auch wir sollten weiterhin verstärkt darüber nachdenken welche Bedeutung und vor allem welchen Wert unsere Interface-Aktivitäten für die Entwicklung und Entstehung von dem hat, was ich gerne das digital3mpire nenne. Oder ganz kurz gedacht, ist Meta die Message? Und falls dem so ist, an wen?

1 kurzer rant zum verhältnis von kunst und … was eigentlich?

zum verhältnis von kunst und welt möchte ich mich eigentlich nicht mehr recht äußern, vor allem weil es da in meinen augen kein verhältnis mehr gibt. die bildende kunst ist eine konzeption die im vergangenen jahrhundert durchaus ihre berechtigung hatte.

nach reichlicher überlegung bin ich aber zu dem schluss gekommen, dass kunst und kunstbegriff in der metamoderne überholt und obsolet sind. wer sich daran festhalten möchte möge das bitte gerne tun. ich für meinen teil kann hier keine besondere emphase mehr dafür entwickeln in einem sozialen system zu performen, in dem zeitgenössischer erfolg nur noch ausgerichtet ist auf die erfolgreiche produktion und vermarktung hochpreisiger spekulationsobjekte für die 1%. auch eine aufladung mit allem möglichen soziokulturellen aspekten und die permanente anbindung an wissenschaften sowie die versuchte unterwerfung an eine idee der aufklärung vermag hier nichts mehr zu retten.

wer als künstler lebt, die pforten der wahrnehmung offen hat, darüber hinaus auch bereit ist zu sehen und das dargebotene als ganzes wahrzunehmen, dem bleibt mittel- bis langfristig nur eines: die völlig komplette und restlose ablehnung der kunst. jegliche rettungs- oder reaktivierungsversuche sind zu unterlassen, hier gilt es stärke und haltung zu bewahren.

als metamoderner künstler kann es nur noch eine letzte aufgabenstellung geben, nämlich die, mit der kunst endlich auf zu hören. es also einfach sein zu lassen und statt dessen real, konkret im jetzt und hier zu handeln, gänzlich ohne irgendwelche symbolischen aufladungen auszukommen. zu existieren ohne dabei permanent die welt der zeichen zu bemühen.

Performance ganz schlimm

Eben gerade auf FB kurzes Video gesehen, Leute (Frauen) gehen durch Wohnung, glaube Flingern Flurstraße, und machen Art von zeremonieller Reinigung. Es wird mit Haushaltssachen bisschen gereinigt, gespritz und gerieben. Andere Leute sind publikum, die Kostüme waren klein wenig oll, aber das ganze schon noch okay. Denke, hätte vor Ort gefallen daran gehabt.

Was mir aber auffiel, weiss nicht warum, kann sein Performance stand über dem Video. Was mir aber also auffiel war, was für schlimmes Wort Performance ist. Ich meine wirklich richtig schlimmer Begriff sorgt sofort zum gedanklichen Abschalten bei mir, so wie wenn irgendwo dick KUNST drauf steht. Hatte ich kürzlich am Museum in Bremerhaven so gesehen. Sah einfach nur – fettes sooorry – scheisse aus, was Schade ist weil ja, so wie bei Performance oben durchaus sehr schöne Sachen drin sein können.

Für mich wieder mal klar, wir brauchen neue Begriffe. Eine ganze Menge. Der Steffen Zillig hat im Intercity mag schon gut darüber geschrieben. Neue Begriffe also. Nicht nur für Worte wie Kreativität, Freiheit, Freundschaft und Liebe, die uns bereits genommen wurden, sondern auch für Performance und eben KUNST (sehr sehr schlimmes Wort).

Galiegrue aus dem NON, euer FK

Ein E-Mail-Dialog über den Wahlsieg Donald Trumps

Als Leseempfehlung heute hier ein guter und gewitzter Dialog zum populären Polulismus des neuen Donalds, geführt per E-Mail zwischen dem Kunstwissenschaftler, Journalist und Musiker Jörg Scheller und Christopher Kriese vom Zürcher Theater- und Aktivisten-Kollektiv „Neue Dringlichkeit“.
Natürlich ist der Text ;tldr also zu lang fürs Internet, aber dafür wirklich sehr angenehm zu lesen. Aber ihr entscheidet das wie immer selbst.
Als Teaser eventuell hier nur dieses Beispiel daraus:
Die Zuspitzungen von Populisten verführen dazu, ja fordern dazu auf, mit Zuspitzungen auf sie zu reagieren und damit eine Kettenreaktion in Gang zu setzen. Am Ende bekämpft man Idiotien mit Idiotien – das Ergebnis wird aller Voraussicht nach idiotisch bzw. eben doppelt idiotisch sein.
Perisphere wünscht viel Vergnügen beim Lesen von „Dialog mit Christopher Kriese über den Wahlsieg Donald Trumps
(via ak)

Und hier noch was von reddit dazu.
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1 träumender Schuh auf Instagram

Manchmal mach ich mir Bilder ohne darüber nach zu denken. Grafiktools der Wahl sind dann die neue Malfunktion von Whatsapp und die Textfelder von beispielsweise Instagram. Man vergisst das ja immer sehr schnell, dass wir heute schon mit diesen einfachen Apps verdammt mächtige Bild- und Textverarbeitungssoftware immer bei uns haben.
Aber ich komme schon direkt zu Anfang etwas vom Thema ab.
In jedem Fall, mache ich mir diese Bilder. Weil sie mir gefallen, vielleicht auch weil mir langweilig ist. Dann beginne ich im nächsten Schritt darüber und dazu zu schreiben. Und während ich schreibe geschieht etwas merkwürdiges: es entsteht aus dem Bild heraus so etwas wie eine Geschichte, sehr unbewusst und ungeplant. Wenn es aber läuft, dann kommen Text und Bild am Ende einfach so zusammen, mit meistens auch für mich überraschenden Ergebnissen.
Ein Beispiel für diesen Arbeitsprozess ist dieser Instagram-Post hier.

Im ersten Moment erscheint es natürlich absurd. Warum auch sollte ein Fuß, noch dazu in einen Turnschuh gekleidet, träumen? Von einem Hut! Man denkt dann ganz natürlich so ein Quatsch und tut es dementsprechend auch schnell ab. Und doch, wenn man es dann mal sacken und wirken lässt, stellt man fest, dass es eigentlich keinen wirklichen Beweis dafür gibt, dass es nicht so sein könnte. Nur weil Schuhe nicht sprechen und statt dessen unsere Füße wärmen und schützen, muss das ja noch lange nicht bedeuten, dass sie nicht träumen. Und wenn sie schon träumen, warum dann nicht von etwas was weit entfernt liegt. Für den Schuh am unteren Ende kann das durchaus der Hut weit oben auf dem Kopf sein. #success #dreamer #gewinner #schuh #erfolg #träumen #denken #instagram #NON #Düsseldorf #neuss #thinking

Ein von Fkuhlmann (@fjc_kuhlmann_2k) gepostetes Foto am

Der Gott Modus

Ich war im letzen November auf einer Santo Daime Ayahuasca Zeremonie in Holland, der protestantischen Mief hat mich nicht beeindrucken können, diese Rituelle Gemeinde ist sehr kontrolliert, es ist natürlich auch verständlich, denn es ist die Legale Variante von Ayahuasca und alles muss ordentlich ablaufen. Santo Daime kommt aus Brasilien und ist eine Verbindung aus Religion und Schamanismus, die Zeremonie wird immer in einer Kirche veranstaltet und die Schamanen reisen extra meist aus Brasilien an. Sie haben den David Stern und ein katholisches Kreuz mit einem zusätzlichen Querbalken als Symbol. Die Bilder des Gründers und der wichtigsten Vertreter der „Sekte“ sind immer ein Teil der Zeremonie, sowie verschiedene Instrumente. Meistens sind es Gittare und Geige, die Lieder ähneln Christlichen Gesängen, es wird auch gebetet, es fehlt nur noch Jesus. Da kommt der Schamane ins Spiel und es wird „Gott sei Dank ;) “ universeller. DSC_0486[1]DSC_0488[1] (mehr …)

„2016“

 

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Die Brics Bank wird 2016 den Dollar, mit einer speziellen chinesischen Währung ersetzen. Wenn Focus einen Bericht über das manipulative Verhalten der Nullzins FED Reserve herausbringt, dann sind ihre Tage gezählt, denn jedem der etwas politisches Bewusstsein hat, ist klar das unsere Presse ohne die Amipolitik und ihren Lektor  nichts schreiben darf. Die Reaktion der Fed ist, dass sie den Zinssatz steigen lassen, was uns wohl nur ein Financial Hitman erklären kann, was das jetzt auf einmal soll. Der Putin macht sich erfolgreich in Syrien breit und schon singen die westlichen  Zeitungen und lasen erahnen, das sie auch ernsthaften Journalismus betreiben können, die Kriegspropaganda ist natürlich immer noch am laufen und dafür zahlen wir GEZ und Steuern. Wer Hierzulande Steuern zahlt ist mitschuldig an Ukraine und Syrien, nach russischen Berichten fließen einige Steuern auch zur ISIS usw. Es ist also ein Chaos durch den Westen entstanden und die Ossis (Russland und China) werden es wieder richten. Die Übernahme der Weltmacht vom Osten, ist eigentlich auch Logisch, denn die 500 Jahre Weißer Kolonialherrschaft sind seit 2011 vorüber. Einige westliche Länder(England, Deutschland, Frankreich) haben sich in die BRICS Bank eingekauft, also wie soll man das verstehen?? Wird alles gleich sein und die gleichen Schurken kriegen neue Posten im neuen Eurasischen System?? Die „1984“ von Orwell ist aktueller denn je.  Fast jedes Land hat eine Zentral Bank nach dem Vorbild der FEDeral Reserve in USA. Die Länder die keine hatten, wurden in den letzen 25 Jahren bekriegt und jetzt haben sie eine Zentral Bank, die durch Privat Bänker das ganze Land plündern, es ist die alte Rotschild Bank schule. Nichts neues im Westen, aber was ist mit dem kapitalistischen Osten? Wo ist der Unterschied. Mir kommt das vor als würden beide zusammenarbeiten und eben ein Rüstungsspiel spielen, wie wir es in den letzen Monaten in Syrien beobachten können.

Der 3te Weltkrieg, von dem sich alle fürchten, läuft offiziell seit dem arabischen Frühling, es ist ein Krieg der Industie und Bänker gegen die ganze Menschheit, er wird auf mehreren Ebenen betrieben: Bill Gates mit den Impfungen(Reduzierung der Bevölkerung) und der freiwilligen Spionage durch Microsoft, dann Apple und Facebook, die westlichen Mediendiktaturen gegen die Bürger, Monsanto, Syngenta, Bayer und Basf gegen die gesunde Bevölkerung, die Pharma Industrie gegen die gesunde Bevölkerung, die Züchtung des politisch Korrekten Gutmenschen durch die Medien,Gender Mainstreming, die Radikalisierung der Linken. Die chaotische Flüchtlingskrise und das erhöhte Gewalt Potenzial der Rechten, das ignorieren und verfolgen von Freigeistern.TTIP, CETA, TISA höhlen die Demokratie total aus. 2016 wird in den USA der RFID Chip Pflicht, das Bargeld wird eingestellt. Das übertrieben wachsende Glücksspiel und die Prostitution, sind ein Zeichen des  Aussterbens einer Zivilisation. Die Polizeigewalt und die Militarisierung der Einheiten sind Besorgnis erregend, denn sie dient nicht dem Schutz der Bürger! Neue Krisen Gebiete enstehen wie Pilze, der nächste ist am Balkan und es wird nicht wegen den Serben sein ;)  Das Szenario des Balkan Konflikts aus den 90 ern, ist das Beispiel für den möglichen Bürgerkieg in der ganzen EU, aber hier will ja keiner denken! Für Europa steht einiges auf dem SPIEL! Sich von den klauen der Untergehenden Amis zu befreien und ein Eurasisches Bündnis zu erreichen, wäre eine Notlösung. Also der 3te Weltkrieg ist ein moderner Krieg gegen die Menschheit, da gibt es keine klaren Seiten und der Feind sind eben die multinationalen Konzerne, die Staatenlos sind. Wir leben in der „1984“, das Buch ist in Deutschland auf dem Index.

Was könnte  2016 passieren :

 

Russland und China übernehmen die Herrschaft von USA

Usa könnte womöglich implodieren und in einem Bürgerkrieg enden, deren Polizei tut auch mit der Brutalität was dafür, scheint systematisch geplant(RFID Pflicht ab 2016 und Abschaffung des Bargeldes)…

Türkei könnte zerfallen und ein großes Kurdistan entsteht(Irak und Iran verlieren Territorien)

Saudi Arabien könnte zerfallen.

In der EU könnte der große  Bürgerkrieg ausbrechen: Rechts gegen Links, Moslime -Christen, Nationen-Ausländer.

 

Inwieweit Russland, China und Amerika zusammenarbeiten ist nicht geklärt, aber ein totaler Zusammenbruch des Westens ist nicht logisch, denn wo von profitiert dann der Osten? Wir müssen verstehen, dass die Hintermänner meistens Geschäftsleute sind, die auf keine Fall einen Atomkrieg wollen, denn dann gibts nichts mehr. Oben habe ich den 3ten Weltkrieg mit vielen Schlachtfeldern und Krisen beschrieben, es ist nicht mehr Zeitgemäß , das große Nationen gegen einander antreten.  Rüstung bringt Geld und der Krieg ist ein Teil des Homo Sapiens und wir werden davon nicht so schnell erlöst. Es gibt auch positive Aussichten, denn die Erde ist spirituell gesehen, an einem neuen Geistigen Zeitalter angekommen, es tut sich seit 2012, sehr viel auf der Erde, was das Bewusstsein der Menschen langsam wandeln tut. Die Krise unserer Zeit ist keine politische , soziale oder wirtschaftliche, es ist die Krise des Bewusstseins. Wir spüren immer mehr, dass wir ein Teil diese Erde sind und sie nicht bekämpfen müssen. Erst diese Einsicht wird die Menschheit radikal verändern und wir könnten friedlich Miteinander leben ;)

original Nesha Nikolic 2015

 

http://www.focus.de/finanzen/boerse/das-kartell-verschwoerung-oder-hirngespinst-wie-die-us-notenbank-die-weltfinanz-manipuliert_id_3995856.html

http://www.finanzen.net/nachricht/zinsen-Ende-der-Nullzinspolitik-US-Notenbank-Fed-erhoeht-Leitzinsen-4656281

http://www.n-tv.de/politik/Moskau-hebelt-internationale-Gerichte-aus-article16573386.html

Whoop whoop

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INSANE CLOWN POSSE

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VEIT LOERS ZU KUNSTVEREIN KIPPENBERGER FRIDERICIANUM, KASSEL, 1993

Ich habe den Kippenberger quasi zwangsmäßig kennengelernt, denn er wollte mich kennenlernen. Ich hatte immer Angst vor dem. Und zwar Angst in dem Sinne, nicht, dass er was von mir will, sondern, dass er irgendetwas Gemeines macht. Das war aber völlig unbegründet. Zuerst, war wohl während der documenta von Jan Hoet, kam er mit dieser Idee, eine Ausstellung seiner Sammlung im Fridericianum zu machen, nur das untere Stockwerk – nachdem die documenta zu Ende sei , aber alles mit den Wänden der documenta“. Ich dachte mir schon, dass er ein Fake dessen erstellen wollte, das hätte richtig Ärger gegeben, fand aber die Idee toll. Jedoch wäre der Abbau der Wände danach wahnsinnig teuer geworden und von meinem Budget zu tragen. Also konnte man es nicht machen. Da war aber schon mal der Kontakt da und seine Arbeiten gefielen mir besser als zuvor.
Kurze Zeit darauf haben Sie mir dann einen Teil weggenommen vom Fridericianum und haben ihn dem Kunstverein gegeben – unten links. Damit war die ganze Symmetrie gestört. Ich hatte mich tierisch aufgeregt. Ich war absolut dagegen. Und in der Zeit habe ich den Kippenberger dann besser kennengelernt, da er ja auch noch einen Lehrauftrag in Kassel hatte. Ich habe mich dann entschlossen, den Flügel, der nicht in der Symmetrie war, lahmzulegen – als „Museum auf Zeit“ um Geld zu sparen. Meine Idee war, dass Franz West einen Raum bekommt, Kippenberger einen Raum bekommt, Förg einen Raum bekommt, weiter Cady Noland und der Meuser.

Und dann habe ich deswegen mit dem Kippenberger geredet und der Martin hat gesagt: „Naja, ich will aber keine Werke ausstellen. Das finde ich nicht gut. Das ist blöd. Aber ich könnte mir vorstellen, dort meine Sammlung zu zeigen und vielleicht ein paar Freunde. Darauf habe ich geantwortet: „Gut Martin, die Idee ist, dass alles frei bleibt. Jeder kann mit Verantwortung machen was er will. Und wenn das Dein Wunsch ist, dann machst Du da drin eben Ausstellungen. Aber ich habe kein Budget dafür.“
Ich sehe uns noch da stehen und da habe ich gesagt: „Es ist ja eh schon Wurst, wenn Du da
Ausstellungen machst. Da drüben auf der anderen Seite ist jetzt der Kunstverein gelandet. Dann bist Du jetzt halt der Kippenberger Kunstverein!“ „Richtig!“, meinte Kippenberger. So kam es also zu den Worten. Den Inhalt und die Idee, wo er überhaupt etwas ausstellen soll, hat dann alles er gemacht. Die erste Ausstellung waren Albert Oehlen Zeichnungen, dann Cosima von Bonin, und auch seine Assistenten wie Johannes Wohnseifer und andere. Die beste Ausstellung aus seiner Sammlung, die hat mich wirklich umgehauen. Da hat er alles auf einer Achse gehängt, nach oben, nach unten, auf so einer erhöhten Achse. Und die hieß irgendetwas mit „Erotik“. Aber das war überhaupt nicht erotisch. Höchstens über drei Ecken. Das war wirklich zum Kaputtlachen. Und dann ist er immer gekommen und meinte: „Wir haben heute Ausstellungseröffnung! Wirst uns ja wohl ein paar Einladungskarten bezahlen können!“ So ging es dann schon. Aber ich muss sagen, er war jetzt nicht unangenehm. Er hat dann auch ein Plakat gemacht, auf dem „Fridericianum“ falsch geschrieben war. Aber im Nachhinein glaube ich, das hat er so gewollt. Das wusste man ja nie so genau bei ihm… .
Und dann ist uns irgendwann das Geld ausgegangen. Ich hatte wirklich gar nichts mehr. Und dann hat der Martin gesagt: „Ach komm, ist ja nicht mehr so wichtig. Wir haben jetzt doch ein paar Jahre was gezeigt. Dann lassen wir es einfach einschlafen.“ Er war also nicht böse. 

Aber wie gesagt, die Erotik-Ausstellung war der Hammer. Und die Leute haben meistens gar nicht verstanden, was da eigentlich passiert, aber es kam immer seine Truppe, die Studenten aus Frankfurt und natürlich die Assistenten.

Der Live Bericht wurde 2015 in Köln aufgezeichnet.
Zur Person: Dr. Veit Loers (*1942 in Schaidt) ist ein deutscher Kunsthistoriker und Kurator. Von 1987 bis 1995 war er als Direktor der Kunsthalle Fridericianum in Kassel tätig.Anschließend leitete er u.a. das Museum Abteiberg in Mönchengladbach und betreute als Bundeskurator die Sammlung für zeitgenössische Kunst der Bundesrepublik Deutschland.

Veröffentlichung mit bestem Dank an Ben Kaufmann vom Neuen Aachener Kunstverein.

Total uncool. Dennoch wichtig. Wann ist Kunst ein Misserfolg?

Der absolut uncoolen aber natürlich relevanten Frage „Wann ist Kunst ein Misserfolg?“ geht Stephan B. Adorno bei thinglabs nach.

„Was Erfolg in der Kunst ausmacht, lässt sich, zu mindestens im oberen Drittel, leicht bestimmen. Wenn der internationale Kunstmarkt anspringt, bedeutende Sammlungen nachziehen und die Aufnahme in entsprechende Rankings erfolgt. Nachfolgende Karrieren werden dann gerne in Märchenform kolportiert (“Künstler kommt mittellos nach New York….”). Siehe dazu in letzter Zeit den Maler Robert Janitz.

Schwieriger dagegen ist der Misserfolg auszumachen. Denn anders als der Erfolg, der nach landläufiger Meinung keine weitere Erklärung verlangt, läuft der Misserfolg immer Gefahr eine Begründung oder Rechtfertigung einzufordern. Jedes Scheitern ist mit Scham belastet, so dass eine mögliche Verantwortung dafür, wenn nicht zurückgewiesen, so doch relativiert werden muss. Wie anderswo auch, droht Misserfolg in der Kunst kaschiert zu werden.“

Hier klicken um den ganzen Artikel weiter zu lesen.

Situation Sofia – Teil 2

Ich habe letzte Woche über die schwierige Situation der bulgarischen Künstler geschrieben, die einerseits um die Aufmerksamkeit des Publikums und anderseits um die Unterstützung der Politik kämpfen. Auch die Vermittler klagen über Interessenmangel. Rositsa Getsova, die Leiterin der kleinen Galerie Arosita,ist ziemlich einsam. Ich besuchte sie an einem Vormittag, als Presslufthammer und Bagger dabei waren, die ganze Straße vor ihrem Laden aufzureißen. Eine wortwörtliche Aufbruchsstimmung, die in dem Inneren des Ausstellungsraums schnell verschwindet.

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Wie alles wirklich funktioniert : Brandschutz

Herzner Tatü Kessel 02

MIR

Liebe Leser,

heute habe ich den Text aufgeräumt und entdeckt, dass Warnsignale vier Wirkungsdimensionen haben. Und ganz unten, noch hinter dem Fenstervideo, gibts was zum Vorlesen. Und ein zwei neue Fragen ins Kommentarkästchen – noch hinter dem Text zum Vorlesen – wären auf ganz unkomplizierte Weise unheimlich konstruktiv. Kleine Frage, große Wirkung – wie bei der Spinne und der Feuerwehr.

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Wie alles wirklich funktioniert : die Kunst ist eine Wurst mit vielen Enden

Herzner Ende 04

und die Zeit ist ein Ding, das manchmal umfällt und still steht.

 

Liebe Leser,

heute bin ich immernoch in Berlin und deswegen gibt es aberhallo mal eine Ahnung Berliner Schnauze nur ohne Dialekt: Die Frage von heute habe ich vorgezogen, weil sie nach Schwindel riecht.

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Wie alles wirklich funktioniert : tun wollen und was anderes

Herzner wollte und machen

An der Tastatur sieht man zum Beispiel, dass ich russisch lernen will.

Liebe Leser,

Heute würde ich gerne ein Bier trinken.
Und was mache ich stattdessen?
Ich sitze vor dem Computer.
Gut.

Ich geh mir erstmal ein Bier holen.

Im Kühlschrank ist Berliner Kindl Jubiläums Pilsener.
Schmeckt nicht.

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Wie alles wirklich funktioniert : weiter machen

Herzner streichen 01

Wie man auf dem Foto deutlich sehen kann hat die Künstlerin ihre Arbeit wieder aufgenommen.
Und zwar zur Zeit in Berlin.

Liebe Leser,

Hallo. Ich bin wieder da.

Auch wenn sich das Gerücht kontinuierlich gehalten hat, ich würde mit Pause ein Ende meinen, meinte ich mit Pause Pause und keinesfalls Ende. Alles hat ja mit dem Anfang angefangen und endet dann auch mit dem Ende und zwischendrin mache ich Pause.

Diese erste Pause ist vorbei und ich rufe auf neue Fragen unten ins Kommentarkästchenzu schreiben!
Die beiden freundlichen Gründer dieses blogs haben beide behauptet, es sei doch ganz phänomenal, dass man die Kommentarkästchen so extrem sinnvoll nutzen könnte.

Nun demonstriert also, liebe Leser, diesen Bloggern : Jaaberhallo kann man da was draus machen, aus diesem Kommentarkästchen.

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Wie alles wirklich funktioniert : macht Pause

Herzner Pause Kopf 01————
PROLOG
 

Jetzt ist es also soweit.

Meine Leser beantworten die Fragen selber.

Und dann reden sie dabei auch noch vom Reisen um die Welt. Und darüber, dass sie sich dabei dreht. Und mit ihr die Datumsgrenze.
Was letztendlich – solange man behauptet, die Zeit existiere wirklich – zu chaotischen Zuständen führt.

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Wie alles wirklich funktioniert : das dritte Leben

Herzner Wie Wo Kopf————–

PROLOG

Es bedarf wieder neuer Fragen, liebe Leser.
Stellt sie gerne ohne Scheu in dies Kommentarkasterl dort ganz weit unten.

Solch eine wie Iko stellte, kann man zum Beispiel stellen. Wobei ich mir meinerseits die Frage stellte, ob er vorher recherchiert und nachgedacht habe oder einfach intuitiv einen meiner Fingernagel auf den Kopf traf.

Heute sieht die Antwort zwar lang, aber trotzdem viel kürzer aus, als sie eigentlich war.
Aber kurz oder lang in Zeit und Raum ist ja ohnehin relativ.
So wie das „Wie“ und das „Wo“.

Ich danke Iko für einen Haufen Arbeit.

Herzner Frage Wiewo

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Wie alles wirklich funktioniert : Das Leben II

Herzner Einfach KopfLiebe Mila,

der Text von heute gehört Dir.

 

 

 

 

 

 

 

———–

PROLOG

 

An der Wieundwofrage beiße ich mir doch tatsächlich die Zähne aus.
Wahnsinn. Gerade jetzt die Frage an mich. Iko. Wow.
Ich krieg voll nicht die Übersicht.

Das ist gerade nicht unkompliziert.

Überhaupt nicht.

Daher die heute die Antwort auf die Frage, die ich mir gerade auch stelle:

Warum geht es denn nicht einfach mal unkompliziert?

Herzner Frage einfach kompliziert

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Wie alles wirklich funktioniert : Das Leben I

Herzner Käfer KopfA——————

PROLOG

Bis gerade eben habe ich nicht geahnt, das die Maikäferfrage neben der Einfachunkompliziert- und der Wieoderwofrage so eng zusammenhängt.
Doch nun durchströmt mich die Welle der Erkenntnis.
Und auch wenn es ja eigentlich so ist, dass alle meine Antworten zusammengehören, entscheide ich mich diesmal für einen Block im blog, nicht wenig ehrgeizig und keinesfalls bescheiden betitelt mit:

Das Leben I – III.

Heute also die Frage Nummer I/III von Anke, der ich danke:

Herzner Mai Frage

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Wie alles wirklich funktioniert : Wurmregen

OLYMPUS DIGITAL CAMERA—————
PROLOG

 

Danke auch an Iko und Karola für die neuen Fragen.
Ach schön. Es gibt so viel zu tun.

 
Herzner Wurm Frage

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Wie alles wirklich funktioniert : Sonnenlicht (sortiert)

Herzner Bogen Kopf—————————-

PROLOG

 

 

 

 

 

 

 

Anke frug:

Herzner Regenbogen Frage

Viele Danke.

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Wie alles wirklich funktioniert : Heute ist der 1.1.2014

Herzner Berlin————
PROLOG

Na gut.
Ich wollte am 1.1. in einem Internetcafé in Berlin sitzen.

Das hat aus vonmirnichtnäherzuerläuternwollenden Gründen streng genommen nicht geklappt.

Aber eigentlich ist doch noch der 1.1. und damit Mittwoch, wie jede Woche.

 

Und gleich zu Neujahr das erste Experiment des Jahres:
Denn normalerweise schreibe ich die Texte, schlafe wenigstens eine Nacht drüber,  und nach durchschnittlich 80 Verbesserungen bin ich dann soweit und drücke auf „Veröffentlichen“, um sie dann noch einmal zu korrigieren.
Aber scheiß drauf, heute ist alles doch anderser als normal.
Die Frage von Wolf, ganz kurz beantwortet. Und so wies rauskommt.


Herzner Hirn Frage

Wirklich herzlichen Dank für die Frage, lieber Wolf. (mehr …)

Wie alles wirklich funktioniert : die Wahrheit

Herzner wahr kopf—————
EPILOG

 

Zu Weihnachten wünsche ich mir neue Fragen.

Warum man mich fragen sollte?

Wie man auf dem Foto sehen kann, denke ich darüber schon etwas länger nach ….

Ich habe für die Antwort ein paar Anläufe aufs digitale Papier gebracht.
Das besondere an dieser Frage ist, dass ich da tatsächlich ausnahmsweise mal die Fachfrau bin.

Es frug der Stephan die wichtigste Frage zuerst, die ich als letzte dieses Jahres dann auch mal beantworte:

Herzner wahr Frage

Im Gegensatz zu allen anderen Texten, kann ich diesmal ganz sicher behaupten: Ich habe recht.
Was ich hier schreibe ist wahrer als alles andere überhaupt und braucht dafür 1348 Wörter.

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Wie alles wirklich funktioniert : Der Düsenjet im Wasserkocher

kopf————–
PROLOG

Wir haben einen Wasserkocher der extrem lauten Sorte.
Der Kaffee wird nach alter Manier durch einem Kaffeefilter im Trichter direkt in die Kanne gebraut.
Man wird also nicht vom Kaffeeduft, sondern vom Wasserkocher gerufen.
Die nächsten Fragen können sehr gerne unten in der Kommentarkiste gestellt werden.
Wie bisher sich gezeigt hat, ist keine Frage zu schwer, zu doof oder zu wenig einfallsreich.
Zum Beispiel diese schöne Frage von Teresa Teetrinker:

Herzner Düsenjet Frage
Heute gibts aberhallo zu viel Text.

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Wie alles wirklich funktioniert : ein paar Milliarden locker machen

Herzner Kopf Geld—————–
PROLOG:

 

VON WAS, VERDAMMMT, REDEN DIE DENN DA DIE GANZE ZEIT?

Was hat die Deutsche Bank eigentlich böses gemacht?
Oder überhaupt: Was ist ein Leitzins, und warum kann man ihn erhöhern und wen interessiert das?
Oder: Heißt es nicht doch Leihzins?

Und ich finde diese Fragen Scheiße.
Weil ich die Antworten wirklich gerne wüsste – und zwar einfach so – aus dem ff!

Seit ein paar Tagen habe ich aber einen ersten wichtigen Schritt Richtung Aufklärung geschafft!
Ich habe nämlich plötzlich verstanden, warum Thyssen-Krupp ihr Kapital erhöhen wollte, in dem sie neue Wertpapiere auf den Markt geworfen haben.

Und hier die Frage, für deren Antwort ich etwas länger gebraucht habe:

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Ich hatte eine Eingebung!
Sehr herzlichen Dank André!

(mehr …)

Wie alles wirklich funktioniert : U

Herzner U2——————
PROLOG:

Danke für die Fragen von letzter Woche!
Ich sammel weiterhin! Also sobald sich eine ergibt, kann man sie stellen, dort unten in der Kommentarkiste. Sie wird beantwortet, sobald es soweit ist.

Die Antwort auf die Frage mit dem Geld ist zum Beispiel in Arbeit, braucht aber noch mehr Zeit.

Und eine kurze Anmerkung zu „Warum sollte ich mich mit meinen Fragen ausgerechnet an Dich wenden? ;)“ ist auch schon zu sehr ausgeufert, um sie hier mal kurz in einem Nebensatz zu schreiben.

Lest doch einfach erstmal.
Wenn das hier ein Kunstwerk ist, liegen ohnehin 50% an Euch.

Diesen Mittwoch die Antwort auf die schöne einfache Frage mit dem U von Frauke, für die ich ihr wirklich ganz ganz herzlich Danke:

 

frage

In meiner Benutzeroberfläche werden die Kommentare tatsächlich eingereicht.

 

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Politik der Langsamkeit – Beat Wyss im Gespräch mit Anja Martick

Das Gespräch zwischen Beat Wyss und Anja Martick über das Verhältnis von Kunst und Medien wurde ursprünglich auf der Webseite der Universität Duisburg-Essen publiziert. Freund Alec machte mich gestern darauf  aufmerksam – Danke!
Und da wir im Text lernen, dass der Tanz um das Original sowieso ein recht neuer Splin der Kunst ist, verlinken wir, danken wir und kopieren es hier her.

Politik der Langsamkeit

Beat Wyss im Gespräch mit Anja Martick,
Weimar, 18. Juni 1998

Herr Wyss, könnten Sie kurz Ihren persönlichen Werdegang schildern, und wo Sie jetzt tätig sind?

Ich unterrichte Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart und war zuvor an der Universität Bochum für das selbe. Ich komme eigentlich aus der Schweiz aber ich machte viele Wanderjahre nach den Vereinigten Staaten. In der Schweiz habe ich auch unterrichtet an der Eidgenössischen Technischen Hochschule.

Warum sind Sie von der Schweiz nach Deutschland gekommen?

Das sind Zufälle und zum Teil auch Absichten, ich habe in Deutschland studiert, in Berlin, und von daher hat es mich auch immer schon interessiert, hier zu leben und durch die Diskurse hier- ich find? das einfach ein bißchen lebhafter als in der behäbigen Schweiz.

Ihre ersten beiden Hauptwerke, also einmal „Der Wille zur Kunst“ und die „Trauer der Vollendung“, werden in die Kunstgeschichte eingeordnet, und das letzte Buch „Die Welt als T-Shirt“ ist eine Geschichte und Ästhetik der Medien. Wie sind Sie von der Kunst zu den Medien gekommen?

Für mich ist das eigentlich das selbe. Kunst ist ein Medium, ich finde ohnehin, es wäre eigentlich wichtig, gerade auch für Medienleute, daß sie begreifen, daß z.B. die modernen, die digitalen, die technischen Medien eigentlich nur ein Aspekt der Medien sind. Eine Kathedrale ist ein Medium, ein Buch ist ein Medium, ich fasse eigentlich das Medium als einen Filter zur Welt auf, den wir brauchen um sie zur verstehen.

Also ein Medium als Mittel?

Mittel, das Medium ist das Mittel die Welt anzuschauen, weil wir ohne ein Medium die Welt nicht verstehen.

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Wie alles wirklich funktioniert : Der Anfang

Denken—————————-
PROLOG:

Wer beim Lesen zwischenzeitlich aufgibt, scolled umgegehend runter bis:
Herzner das wichtige

 

 

 

 

—————————-
HAUPTTEIL:

Guten Tag liebe Leser.

Mein Name ist Katrin Herzner.
Ich bin auf diese Welt gekommen, um Licht in die Sache zu bringen.

 

Herzner Herzner

Ich könnte erklären, wie ich in diesen blog hier gekommen bin, zum Beispiel,
oder warum ich gerade mit dem Rücken zu einem Holzofen
in einem halbsanierten Haus von 1903 an einem Tisch sitze, der mir nicht gehört.
Oder das mit der Hose links im Bild.

 

Ich bin hier, um zu erkären, wie das alles funktioniert: die inneren und äußeren Systeme, die ganzen Zahnräder, Querverbindungen und Kettenreaktionen, Zufälle und vorher bestimmtes, Liebe, Sex, Hass, Kunst, Sonnenauf- und untergang, die Missachtung und Wertschätzung der Rechtschreibung, Hausbau- und sanierung und das mit den Farben.

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18 Thesen von Hans Abbing zur Künstlerarmut. So wie einige kritische Bemerkungen zum Status der Autonomie in diesem Zusammenhang.

Der nach folgende Text stammt aus der Feder des Künstlers, Soziologen und Ökonomen Hans Abbing und wurde erstmalig im Handout zur Veranstaltung der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK) ‚Are Artists Rich?‘ – Workshop und Parlamentarischer Abend in den Badischen Stahlwerken Kehl, November 2012, www.igbk.de/projekte/are-artists-rich-2012 veröffentlicht.
In der deutschen Fassung ist er ursprünglich bei thing.frankfurt erschienen. Stefan Beck machte mich via F***book darauf aufmerksam. Ich habe ihn Eins-zu-Eins kopiert und hier übernommen. Besten Dank nach Frankfurt!

Update: Unten habe ich nach freundlichem Hinweis durch Hans Abbing den Dwonload-Link zu seinem Buch Why are Artists Poor, The exceptional economy of the arts im PDF-Format angehängt.

Bild via http://www.kukik.de/kunst-trotzt-armut/

Vorschläge zur Bekämpfung der Künstlerarmut

Empfehlungen für politische Entscheidungsträger

Basierend auf Beobachtungen in den Thesen 7-17

Von Hans Abbing (mehr …)

Katrin Herzer schickt eine Mail und spricht im Arnsberger Kunstverein über Gordon Matta-Clark

Uns erreicht mittlerweile ein kontinuierlich wachsender Strom von E-Mails angefüllt mit einem Haufen Kunst-PR-Mist. Das allermeiste davon ist eher deprimierend, weil im verschwurbelten Kunst-Diskurs-Sprech gehalten, der Donnerstag-Blog macht ja zumindest eine Mini-Kolumne aus dem Best-of in diesem Quatsch. Wird sind was das angeht leider etwas weniger gewitzt, bei uns wird sofort weg geklickt, da helfen auch die tollsten CRM-Mailer mit persönlich automatisierter Lieber-Florian-Ansprache nix.
Inhaltlich ist eben dieser eine Teil uninteressant bis belangslos und ein weiterer Teil davon so an unserem Thema vorbei, dass ich mich zu weilen doch Frage, ob die Klicks auf unseren Blogs eventuell doch nur von lauter verzweifelten PR-Praktikanten auf der Suche nach einer weiterer E-Mail-Adresse für ihre Excell-Tabelle stammen. Denn mal ganz ehrlich Leute, gab es in diesem Blog seit bestehen eine einzige Musik- oder Plattenrezension? Liebe E-Mail-Versender, lest Ihr eigentlich was wir hier schreiben oder wollt ihr nur lesen dass wir über Euch schreiben?

Manchmal aber erreicht einen dann doch eine Nachricht der man entnehmen kann, dass sie von jemanden verfasst wurde, der noch denkt – und nicht nur sendet. In diesem Fall ist der Der eine Die; Katrin Herzer heißt die Dame, und war auch schon mal bei uns im Blog.
Um was es in der E-Mail geht habe ich in der Überschrift angedeutet, soll sie Euch aber lieber selber erzählen. (mehr …)

Kunst? Nein Danke!

Eine ganze Weile mussten sie in der Hauptstadt kämpfen, diskutieren und streiten, letztes Jahr hatten sie endlich Erfolg. Seit 2009 haben sie geplant und geredet, seit 2012 sind sie ein neuer Haushaltsposten. Und so kommt es, dass die Berliner freie Szene nun Preise für Projekträume vergeben kann.
Sieben Räume werden am 18. September durch eine Jury ausgezeichnet, die Preise gehen dieses Jahr an: Altes Finanzamt, Kreuzberg Pavillon, KUNSTrePUBLIK, LEAP, Netzwerk-Projektraum “Hip Hop Stützpunkt mit From Here To Fame & Common Ground Gallery“, uqbar e.V., Walden Kunstausstellungen e.V.

LAST EXIT TO SPACE – 18. September 2013 | 20:00 | HAU1

So eine Auszeichnung ist natürlich schön, wirklich interessieren würde das aber wohl niemanden, wenn diese denn nicht mit einem Preisgeld versehen wäre. Und dieses Preisgeld kann sich mit jeweils 30.000 Euro Förderung pro Projekt für ein Jahr sehen lassen. Das ist im Kontext der freien Szene eine ganz ordentliche Summe, mit der man durchaus  auch etwas bewerkstelligen kann. Zumindest dann, wenn man, so wie wir das hier im Kulturprekariat gelernt haben und gewohnt sind, hocheffizient und kostenbewusst arbeitet.
Begleitet wird das Jurierungsverfahren durch eine Publikation die zur Preisverleihung am 18. September erscheinen wird. (mehr …)

Politik zum Rundgang der Kunstakademie Düsseldorf

von Dominik Busch (Düsseldorf)

Ich wollte ursprünglich eine Glosse über die Akademie und diese sogenannte Leistungsschau der Studenten schreiben, wurde mir der Ironie dieses Vorhabens aber recht schnell gewahr. Letztes Jahr noch nahm ich selbst daran teil, war selbst noch Teil dieses Systems, in dem der Konsens das Zepter führt und die Kritik allerhöchstens zeitweise kritisch ist. Dieser Punkt wäre mein Einstieg gewesen in die Forderung nach der Rückkehr zu einem kritischen Diskurs, zu mehr Streit über und um die Kunst. Daher werde ich mit Hinblick auf diese Forderung exemplarisch die diesjährigen Projekte der Klassen Grosse, McBride und Williams vorstellen. Drei Konzepte, die man als irgendwie politisch beschreiben könnte. Und die daher das größte Diskussionspotential entfalten.

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Gallery Opening in Düsseldorf Flingern

von Florian Kuhlmann (Düsseldorf)

Letztes Wochenende, gemeinsames Gallery Opening in Düsseldorf Flingern – der Name ist Programm. Wer von auswärts mit liest und Flingern nicht kennt, der stelle sich bitte einfach Berlin Mitte vor, allerdings nicht nur komplett durchsaniert sondern in der Zusatzvariante völlig tote Hose.
Aber warum trotzdem nicht einmal aus nächster Nähe sehen was man in der WZ derzeit unter dem Zentrum der Avantgarde-Händler versteht.

Eine fantastische Fotostrecke wollte ich mitbringen. Bilder mit weltklasse Kunst die unseren Lesern die Tränen in die Augen treiben und sowohl Spitzenhöschen als auch Feinrippbuchse nass machen. Ich war guter Dinge!

Leider wurde nichts draus.

Die mehrheit der Bilder und Artefakte konnten nicht überzeugen, das allermeiste war selbst für unsere Verhältnisse zu off, geradezu offoff eigentlich. Eine der wenigen Ausnahmen Gregor Schneider – aber Schneider ist eben Schneider – mit einem einfachen und nachhaltig beeindruckenden Video seines Indienprojekts.

Gregor Schneider war in Indien und hat unter anderem ein Video mitgebracht. Ein Bild wie eine Faust. Respekt!

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Stefan Balkenhol, die Documenta 13 und die OCCUPY-Bewegung

von Emmanuel Mir (Düsseldorf)

 

Sie sind wie Starbucks-, McDonalds- oder Nordsee-Filialen – wenn man in eine fremde deutsche Stadt kommt, kann man versichert sein, sie irgendwo zu finden. Die Rede ist von den Occupy-Camps, die sich mittlerweile in den urbanen Landschaften der Republik etabliert haben und, trotz gelegentlichen Räumungen, nicht mehr weg zu denken sind. Was ist aus diesen Herden des Widerstandes geworden? Während sie in Großstädten wie Berlin oder Frankfurt teilweise zur Artikulierung eines relevanten politischen Diskurses geführt haben und den enormen Beitrag geleistet haben, Plattformen des Austausches und der Protestkoordination zu werden, wirken sie in Provinzstädten wie ruhige Aussteigertreffpunkte, die ausnahmsweise vom Ordnungsamt toleriert werden.

(Damit wir nicht missverstanden werden: perisphere begrüßt die Occupy-Initiative unbedingt. Dieser Kampf ist richtig, genau so richtig wie seine Ziele. Vorliegender Artikel ist lediglich Ausdruck einer tiefen Desillusionierung über den Weg zu diesen Zielen. Wir hoffen, dass die Bewegung einen neuen Aufschwung finden wird; und wenn wir auf manche Fehlentwicklungen hinweisen, dann nur, weil wir von dem dringenden Wunsch einer kohärenten, kräftigen und differenzierten Kapitalismus- und Neoliberalismuskritik bewegt werden.) (mehr …)

Flaming Creatures in der Julia Stoschek Collection

Eine Fotostrecke von Emmanuel Mir (Düsseldorf)

 

Versprochen: Wir werden auf diese Ausstellung zurück kommen. Die sechste Präsentation der Julia Stoschek Collection ist viel zu bedeutend, um mit ein paar läpischen Schnappschüssen abgehandelt zu werden. Denn, abgesehen von manchen verspielten und spektakulären Positionen, die in gefährlicher Nähe der gefälligen Selbstinszenierung und der Effekthascherei kommen, hat Flaming Creatures unheimlich viel zu erzählen. Gerade im Hinblick auf Forme der Subkulturen und auf ihrer Theoretisierung bietet die Ausstellung eine zugleich abwechslungsreiche und zusammenhängende Reise durch ausgewählte Territorien der ästhetischen Devianzen und der antibürgerlichen Abnormitäten.

Bevor wir also Flaming Creatures gebührend dokumentieren und besprechen (das Filmteam von perisphere bräunt sich ja gegenwärtig in Portugal oder in Sizilien), hier ein erster, ziemlich exklusiver Vorab-Blick darauf. I’ve got friday on my mind…

 

Ed Ruscha – Sin-Without

Lizzie Fitch, Ryan Trecartin mit Rhett LaRue und Adam Trecartin – Aventura

Bruce Nauman – Artmakeup (Bild: JSC)

Ryan Trecartin

Ryan Trecartin

Ryan Trecartin

Ryan Trecartin

Ryan Trecartin

Ryan Trecartin

Ryan Trecartin

John Bock – Videokistenhaufen

John Bock – Videokistenhaufen

John Bock – Videokistenhaufen

John Bock

John Bock

John Bock

John Bock

Mike Kelley

Jack Smith

Jack Smith – Flaming Creatures (Bild: JSC)

Gwenn Thomas – Doku der Performance von Jack Smith „Fear Ritual of Shark Museum“ im Kölner Zoo

Gwenn Thomas (Bild: JSC)

Gwenn Thomas – Fotozyklus

Birgit Hein – Kino 74 – Jack Smith BRD

Jack Smith

Jack Smith: Untitled

Jack Smith: Untitled

Jack Smith: Untitled

 

 

Flaming Creatures
in der Julia Stoschek Collection
8.9.2012 – Frühjahr 2013
Eröffnung am 7.9.2012 um 19 Uhr
Schanzenstr. 54
40549 Düsseldorf

 

 

 

 

Ein Tischgespräch als Instagram Sprachmemo

Wir führen unsere kurze Reihe der Noninterviews an dieser Stelle fort. Und natürlich geht es auch dieses mal wieder um die Fragen nach der Metamoderne. Gewohnt Reflektiert und auf hohem analytischen Niveau wird zwar Anfangs etwas scheu, dafür dann aber ohne Hemmungen öffentlich und laut zu den Fragen der Zeit gedacht.
Das Gespräch wurde auch dieses mal von Gonzomode auf einem I-Phone der ersten Generation aufgezeichnet.

Aber schnell wird klar, dass jede Person absolut belanglos ist!

Wir empfehlen den Download der Datei und das Abspeichern auf Ihrem mp3-Abspielgerät zur Verwendung beim Joggen oder einer vergleichbaren Freizeitaktivität. Bitte aber unbedingt im Loop hören!

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(04:21)

Wenn Sie diese Aufnahme nicht über unsere Webseite hören wollen, können Sie diese selbstverständlich gerne herunter laden. Das mp3-file steht unter der Creative Commons License CC BY-NC 2.0 zum Download bereit.

Metamoderne_2.mp3

Auf den Spuren der Metamoderne – mit 8000PS

Der Begriff der Metamoderne ist virulent, dient als dynamische Metapher und Container oder einfach nur als letzter Haltegriff für uns Heute, die wir über das nachdenken was um uns herum geschieht.
Dabei ist die eigentliche Bedeutung der Metamoderne derzeit noch gar nicht von Bedeutung. Zuerst einmal klingt der Begriff einfach gut, weil optimistisch, nach Mehr und nach dem, was Dahinter liegt. Metamoderne klingt nach etwas was für unsere Kultur aktuell nur schwer Vorstellbar ist. Metamoderne klingt nach der Zukunft.
Angesichts der täglich reaktionärer und – das ist ja der wahre Skandal – immer fantasieloser werdenden Entscheidungen einer Politik die sich den Namen nicht mehr recht verdienen will, gibt es nur wenig was wir derzeit so gut gebrauchen können wie diese.


Johannes Thies, Autor aus Köln, gehört zu denen die der Metamoderne bereits jetzt aktiv nachstellen. Er greift dabei auf das vom ihm und Kai Erdmann (Powergallery Hamburg) entwickelte Format des Non-Interviews zurück.
Das Non-Interview ist eine spezielle Form des Interviews, welches er am 31.07.2010 um 17:14:05 mit den Worten „sprachmemo instagram gratislover lederhose“ umschreibt – natürlich per E-Mail.
Als exemplarisches Interviewformat einer Metamoderne unterliegt diese Definition aber, wie alles andere auch, dem Wandel. Und so gilt nur wenige Minuten zuvor, am 31. Juli 2012 17:06:52 „Das Non-Interview ist der gleichermassen verzweifelte wie extrem selbstbewusste Versuch, die Ahnungen zur Metamoderne in einen wie auch immer gearteten Æther zu bringen. Die einzigen, vaguen Bestimmungen sind: das Non-Invterview ist (wie auch die gesamte Metamoderne) völlig ohne Richtung, brutal sachlich, total im Jetzt und jederzeit global.

Und wer nun einen Eindruck davon bekommen möchte wie sich das anfühlt, klickt nachfolgend das 4:50 Min lange Non-Interview zur Metamoderne, aufgenommen am 21.07.2012 etwa um die Mittagszeit bei voller Fahrt auf einem 8000PS starken Speedboat zwischen Wien und Bratislava. Durch das Gespräch führt Johannes Thies, in weiteren ergänzenden Rollen zu hören sind Götz Gramlich, Kai Erdmann und ich.

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metamoderne_1-21_07_2012-speedboat_wien_bratislava.mp3

 

Occupy Biennale in den Kunst-Werken Berlin – Teil II

von Emmanuel Mir (Düsseldorf)

 

Haben die Süddeutsche, die Zeit und die FAZ bereits alles (Schlechtes) über die Biennale in Berlin geschrieben? Und muss man wirklich seinen Senf hinzutun? Ja, muss man. Wenn man die bereits formulierten Kritiken nicht wiederholt und sich aus einer klar definierten Perspektive artikuliert, ist das Anliegen durchaus legitim. perisphere hat noch eine Wortmeldung. Und unsere Perspektive ist nicht die einer albernen Debatte um die Grenze zwischen Kunst und Nicht-Kunst (Süddeutsche) und nicht die einer retrograden Disqualifizierung der Handlungsästhetik zugunsten des Objekts oder des Bildes (FAZ); unser Standpunkt ist nicht der einer Wiedereröffnung des Kampfes um die Zweckfreiheit, bzw.  Zweckmäßigkeit der Kunst mit obsoletem Rückgriff auf Kant (Die Zeit) oder aber der einer Infragestellung der intellektuellen Eindimensionalität der Occupy-Akteure (FAZ). Vielmehr wollen wir wissen, warum das notwendige und unbedingt richtige Konzept des Kuratorenteams um Adam Zmijewski so kläglich gescheitert ist.

Um die Stellungnahme nicht ausarten zu lassen und präzise zu operieren, werden wir uns hier auf die Biennale-Station in den Kunst-Werken beschränken. Der Ort gilt als Herz der Veranstaltung und ist mit Sicherheit ihre interessanteste – weil problematischste – Station. Was da zu sehen ist, war schon den letzten Beitrag zu entnehmen: Die ständige Inszenierung einer Revolte.

 

Der Kubus der Kunst-Werke hat sich in ein Theaterfundus verwandelt. Hier liegen oder hängen die Requisiten, die für ein politisches Stück verwendet wurden. Es sind Transparente und Plakate, bemalte Pappkartons und diverse Objekte, die bei vergangenen Demos in die Luft emporgeschwungen wurden. Entladene Kampfwaffen, die in diesem Raum ihre Bestimmung verloren haben. Sprüche wie „Power to the People“ oder „Um Europa keine Mauer“ sind direkt an die Wände gesprüht worden. Info-Material zu den aktuellen Aktionen werden auf kleinen Podesten oder in Leseecken zur Verfügung gestellt. Ganz hinten ist ein militärisches Zelt als Sleeping Stage aufgebaut. Und im Hinterhof ist so etwas wie ein autonomer Garten angelegt worden. Zur Selbstversorgung? Zur Verschönerung?

Ein paar barfüßige, tätowierte und bärtige Aktivisten in schwarzen Streetwears bespielen dieses Stück. Ein linker Nerd frickelt an einem Notebook herum. Zwei schuljunge Franzosen sprayen in einer Ecke Parolen und Aufrufe auf Fahnen. In einem abgetrennten Teil des Raumes hält Jemand einen Vortrag zu den Unterschieden zwischen Realkapital und Finanzkapital. Einige hören zu. Eine Schönheit im Designerkleid betritt die Piano Nobile, zwei hochwertige Einkaufstaschen über der Schulter, gleitet eine Etage tiefer und dreht ein paar Runden wie eine Prinzessin im Affenkäfig. Und dazwischen latscht immer wieder der typische Biennale- und Documenta-Besucher hinein – zu denen ich ja auch gehöre – und beschäftigt sich ernsthaft mit dem dargelegten Stück.

Hier also haust, arbeitet, kommuniziert und diskutiert eine gemischte Einheit der internationalen Occupy-Bewegungen. Die Kunst-Werke sind praktisch zum Think-Tank, Informationsstelle und Werkstatt des dezentralen Widerstandes gegen das Kapital geworden. Dabei ist die formulierte Kritik höchst heterogen – Syrien, der Irak, Griechenland und der Prenzlauer Berg sind dessen geographische Eckpunkte; Spekulanten, Diktatoren und liberale Politiker dessen Zielscheiben; die Lage der Frauen in Russland, der Kinder in Afrika oder der Proletarier aller Länder sind dessen Themen.

Und wie sieht es aus? – weil darum geht es auch, doch, doch… Nicht sehr gut sieht es aus. Die Visualisierung des großen Stücks ist nämlich nicht von Künstlern sondern von linken Autonomen und Globalisierungsgegnern konzipiert worden. Und diese wissen bestimmt, wie eine Handlung erfolgreich durchgeführt wird, aber nicht wie ein Bild dieser Handlung ästhetisch funktioniert. Und, auch wenn das Kuratorenteam der Biennale es naiverweise nicht wahrhaben will, ist das, was in dem Kubus produziert wird, in erster Linie ein Bild – und keine Handlung.

Wenn man die Situation in den Kunst-Werken (ich will nicht von einer Ausstellung sprechen) tatsächlich mit einem Theaterstück vergleichen will, müsste man den Regisseur und den Bühnenbildner feuern. Nicht weil sie den Raum nicht in Griff bekommen hätten – im Gegenteil: die Strategie des Open Spaces mit einzelnen Themeninseln, die mal aktiviert werden, mal ruhen, ist gelungen; und auch die Fülle an Bildern und Textmaterial, die scheinbar ohne großen Sinn für die Gesamtkomposition verstreut wurde, besitzt einen gewissen Reiz. Aber der Umgang mit Requisiten (mit Reliquien?) ist hier höchst problematisch – und auch die Akteure wirken eher peinlich.

In einem Einleitungstext der Biennale-Zeitung, schreibt die Kuratorin Joanna Wasza: „Wir arbeiten mit Mitgliedern von Indignados, Democracia Real YA, Occupy Berlin, Occupy Frankfurt, der Bewegung 15M in Barcelona und mit den Künstlern von Occupy Amsterdam, die ihre Ateliers aufgaben, um ein Zelt im Camp in der Mitte aufzuschlagen… Indem wir Kollektive einladen, die zum jüngsten ideologischen Umbruch beigetragen haben, und ihnen die Ausstellungshalle der KW als Vertretung überlassen, unternehmen wir eine Unterbrechung im business as usual – um uns selbst zu befragen wie auch die gegenwärtige Politik und unsere gemeinsame Rolle in dieser. Wir setzen Performativität als Mittel ein und treten der gängigen Ansicht entgegen, alles, was im Kunstraum stattfindet, sei per Definition fake und ohne Wirkung“.

Und genau da liegt m. E. der Krux der Situation in den Kunst-Werken: Der (von den Kuratoren ungesteuerte) Umgang mit den höher beschriebenen Requisiten, sowie die unwillkürliche Zurschaustellung der Occupy-Akteure machen aus einem relevanten politischem Statement eine lumpige Inszenierung. Was haben eigentlich die Plakate vergangener Demos im Kunstraum zu suchen? Wozu diese pubertären Sprüche an den Wänden? Muss sich der Aktivist wirklich von so viel Krimskrams umgeben? Und hätte eine auf das nötigste reduzierte Kommandozentrale ihren Zweck nicht erfüllt? Die Organisation und die Vermittlung des Widerstandes braucht kein überflüssiges Ornament. Diese Stilisierung einer revolution on progress kippt rasch ins Manierierte, ja ins Kitschige.

Die in dem Raum ausgebreiteten Objekte erhalten ihre Legitimierung auf der Straße. Da sind sie stark, da finden sie ihren richtigen Raum, da entfalten sie ihr ganzes Potenzial. Im urbanen Kontext werden diese Transparente und Plakate zu frechen, humorvollen, vordergründigen, bewegten und bewegenden Kunstwerken. Ausgebreitet in den Kunst-Werken, verkommen sie zu unansehnlichen Reliquien, zur Illustration des rebellischen Geistes. Die gepflegte Sperrmüll-Ästhetik, diese Selbstverliebtheit für das schnelle Zusammengeschusterte ohne Rücksicht auf Materialqualität, wirkt letztendlich nur kontraproduktiv.

Manch einer wird an dieser Stelle vehement behaupten, dass es sich hier nicht um Ästhetik, sondern um Authentizität handelt – was alles deutlich schlimmer macht. Dass die erwähnten Zelte von echten Menschen bewohnt werden, die in Berlin Mitte ihre reale Kommandozentrale errichtet haben und von hier aus reale Aktionen planen oder an weiteren realen Requisiten arbeiten, macht die Sache noch problematischer. Die vom Bund subventionierte Organisation der Revolte ist nicht besonders authentisch. Der Charme der Werkstatt, mit einem Touch von Revolutionärem, wird hier partout herbei beschwört. Wie in touristischen Künstlerateliers in Südfrankreich erlebt der Besucher hautnah echte (Lebens)-Künstler bei der Arbeit. Besser: Sie können zuschauen, wie diese essen, schlafen und miteinander kommunizieren. Nun wären wir im Zoo angekommen. Völlig ungeklärt ist also das Verhältnis zwischen Inszenierung und Anspruch auf Authentizität, Real-Life-Setting und Zurschaustellung der Realität.

Die vage, ungelöste und unreflektierte Spannung zwischen dem Leben und ihrer bühnenreifen Präparierung macht aus einer gutgemeinten Aktion eine exhibitionistische Show, deren gesamter politischer Hintergrund unglaubwürdig geworden ist. Das von Zmijewski angekündigte „Verfahren zur Gestaltung von Politik“ hat nicht stattgefunden.

 

Berlin Biennale
27.4.-1.7.2012
Kunst-Werke
Auguststraße 69
Di – So 12 – 19 Uhr
Do 12 – 21 Uhr

Occupy Biennale in den Kunst-Werken Berlin

Die Berlin Biennale hat Occupy Museum mit den Kunst-Werken einen nicht unbedeutenden Teile der verfügbaren Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt. Occupy Museum ist im November 2011 aus der Occupy Wallstreet Idee hervor gegangen und startet damals mit einem Marsch in Richtung MOMA und Natural History Museum.

Occupy Moma - New York

Occupy Moma - New York

Nun hat es die Kunst-Werke Berlin erreicht und wird sich dort unter dem Titel Occupy Biennale für die kommenden zwei Monate gegenüber den komplexen Vereinnahmungsmechanismen des Kunstsystems behaupten müssen.
Wir möchten das Projekt im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten in dieser Zeit begleiten und den Versuch unternehmen, die daraus erwachsenden Paradoxien mit dem ein oder anderen Beitrag zumindest einmal anzuschneiden.
Glücklicherweise kam bereits vor einiger Zeit über facebook ein Kontakt mit der aktuell in Berlin aktiven Rafaela zustande, die uns nun mit ein Paar ersten Bildern von dort versorgt hat. Wer sich gerne eingehender mit dem Thema beschäftigen möchte, dem seien die folgenden verlinkten Beiträge ans Herz gelegt.

Matthias Planitzer vom Castor-und-Pollux-Blog hat sich bereits im Dezember 2012 in einem längeren Artikel mit Occupy Museum und den damit verbundenen Aktivitäten in New York beschäftig.

Thing Frankfurt begleitet die Thematik seit Oktober 2011 unter dem Titel Occupy Schirn, erste Debatten zum Thema gab es auf der dortigen Mailingliste aber bereits im August 2009 (eine Zusammenfassung der Diskussion gibt es hier).
Für die Leser, die immer noch auf Künstler-Manifeste stehen lohnt sich der Click zu rebel:art (mit Video!) und wer ein Interview mit Noah Fischer dem (Nicht?)-Sprecher der Gruppe lesen möchte, dem sei der direkte Besuch der Webseite der Berlin-Biennale empfohlen.

Und für unsere Leser mit Ohren, die sich einen möglichst authentischen Eindruck wünschen, ist der nachfolgende, von radio99Prozent zur Verfügung gestellte, Audiomitschnitt der Pressekonferenz zu Occupy Biennale eventuell das Richtige. Videos davon gibts übrigens hier.

Und wer der Meinung ist, das politische Kunst Unsinn und sowieso schon lange fürn Arsch ist und eigentlich immer nur wegen der schönen, bunten Bilder hier vorbei surft, für den gibt es jetzt endlich die versprochenen Impressionen aus den Kunst-Werken Berlin.

Aber völlig unabhängig davon, was man denn davon hält und was nun daraus wird, zumindest als Ausstellung, als Happening oder als Performance sieht die Revolution doch eigentlich gar nicht so schlecht aus …

mit bestem Dank an rafaela.

Indignad@s Occupy Biennale
http://occupybb7.org

Kunstwerk Berlin e.V.
Auguststr. 69
10117 Berlin
www.kunst-werke-berlin.de/

KENNT POLEN KEIN OFF?

Dank eines Austauschprogramms des Adam-Mieckiewicz-Instituts habe ich die Chance und die Ehre gehabt, eine Woche lang in Polen mit einer kleinen Gruppe von Künstlern und Kuratoren zu verbringen. Das Programm war sehr reichhaltig – und ich habe trotzdem jede Lücke genutzt, um mehr über die polnische Off-Szene in Erfahrung zu bringen. Dabei bin ich zu ersten Erkenntnissen gekommen: Polens Künstler sind nicht auf die Alternative erpicht.

In Warschau

Warschau, Lodz und Krakau waren die drei Stationen einer Studienreise, die hauptsächlich aus Galerien- und Museenbesichtigungen sowie aus Gesprächen mit  einheimischen Kuratoren, Institutionsleitern und wenigen Künstlern bestand. Ich könnte hier im Allgemeinen über die erstaunliche Vitalität und das unleugbare Selbstbewusstsein eines Kunstbetriebes berichten, das sich clever zwischen Osten und Westen zu positionieren weiß, will aber der Prägnanz halber nur auf die Aspekte eingehen, die mit einer selbstorganisierten Künstlerschaft zu tun haben.

Łódź Kaliska, Jahrgang 1988

Da ich mit sehr beschränkten Vorkenntnissen der dortigen Verhältnisse auftrat und nicht wirklich hoffte, zufällig dem Herz der Warschauer Subkultur zu begegnen, begann ich direkt, bei Kuratoren, Künstlern und Museumsleitern systematisch nachzufragen. Und bekam da von allen Seiten die gleiche Antwort: Es gibt momentan in Polen keine erwähnenswerte Off-Szene. Damals, ja, vor der Wende, als die furiosen Neo-Dadaisten der Gruppe Łódź Kaliska noch für Zensur sorgten und nicht zur Touristenattraktion verkommen waren (www.lodzkaliska.pl)… Damals, ja, da war etwas, das die Idee einer selbstorganisierten, nicht-institutionellen Kunstszene noch vertrat. Aber heute… Nein, heute sei es entschieden anders.

Jeder Befragte versicherte mir, dass es in Polen so gut wie keine Off-Szene in den Bildenden Künsten gibt. Die meisten von ihnen, wenn auch gut informiert, vernetzt und in ständigem Austausch mit der lokalen Kunstszene, konnten mir keine Hinweise auf eine einigermaßen strukturierte Alternative geben. Adam Mazur, Kritiker und Kurator im Centrum Sztuki Współczesnej, im Schloss Ujazdowski und einer der führenden (Vermittler-)Köpfe der polnischen zeitgenössischen Kunst, gab mir auch direkt zu Anfang eine gute Erklärung: Den Künstlern geht es in Polen zu gut. Eine zynische Antwort?

Das Centrum Sztuki in Warschau mit einer künstlerischen Intervention

Nach Mazur haben die meisten jungen Künstler in Polen keine Zeit und keine Lust, sich am Rande des etablierten Kunstbetriebes zu organisieren – denn sie werden von Anfang an Bestandteile des Kunstbetriebes. Mit 24, 25 Jahren wird der Nachwuchs direkt von der Kunstakademie abgeholt und vor das Publikum gezerrt. „Es gibt überall im Land junge Kuratoren, die nur noch nach jüngeren Künstlern Ausschau halten und diese schnell lancieren wollen“, erzählte mir Mazur, dessen Worte von einem – tatsächlichen sehr jungen – Kurator an seiner Seite bestätigt wurden. Die Sammler und die Institutionen seien so scharf auf neue Positionen, dass es keine Notwendigkeit zur Selbstorganisation, hieß es. Polen, das Schlaraffenland für zeitgenössische Künstler? Es kann sein, dass Mazur das Bild ein wenig zu kontrastreich zeichnet, aber, angesichts der vielen Bestätigungen seiner Kollegen, muss etwas Wahres dran sein.

Das MS2 in Lodsz. It's so professional.

Was passiert aber mit denjenigen, die nicht direkt in das System integriert werden und nicht früh gepflückt werden? Denn letztendlich wird nicht jeder Absolvent einer Kunsthochschule zum gefeierten Nachwuchskünstler der Nation gekürt. Gründen sie dann Künstlergruppen und erobern sie auf eigener Faust Ausstellungsräume, um ihr Schicksal ein wenig auf die Sprünge zu helfen? Versuchen sie, ihre Arbeit an die Öffentlichkeit zu bringen? Nein – diese Unglücklichen, so meine verschiedenen Quellen einhellig, arbeiten weiter vor sich hin und schlagen sich mit Gelegenheitsjob durch. Die Vorstellung, selbstständig initiativ und zu einem Unternehmer seines Selbst zu werden sei ihnen völlig fremd. Mit der stoischen und gleichgültigen Resignation eines Oblomov, warten sie.

Das frisch eröffnete Mocak in Krakau

Und was passiert aber mit denjenigen, die aus ideologischen und idealistischen Gründen entschieden haben, die Alternative zu wählen? Was ist mit den Querköpfen, die die Regeln des herrschenden Kunstbetriebs nicht akzeptieren? Die gibt es einfach nicht, so Mazur weiter. Die jungen, polnischen Künstler suchen das System anstatt es umzugehen. Sie wollen die  Integration, die offizielle und kommerzielle Anerkennung und interessieren sich für diese Chimäre namens „Selbstbestimmung“ (ein sehr westliches Konzept) keineswegs. Ein wenig enttäuscht fing ich langsam an, mich mit der Tatsache abzufinden, dass es in Polen keine nennenswerte Off-Szene gibt.

Kurz vor meiner Abreise jedoch, als ich an einem Abend in Lodz (die polnische Hauptstadt des Theaters und eine Hochburg des Films) herumspazierte, entdeckte ich in einem Innenhof eine Szenerie, die mich wieder an eine selbstorganisierte Künstlerschaft hoffen ließ. Dort fand eine  Gruppenshow statt, die in Zusammenarbeit zwischen der Kunsthochschule von Lodz und Krakau entstanden war. Im Jazzga (eigentlich eine Musikkneipe) und in dessen Vorhof wurden fünf Leinwände auf Behilfsgerüsten gespannt, um Filme und Videoloops zu projizieren. Gezeigt wurden kurze, vorgefundene Filmsequenzen, die die Studenten jeweils verarbeitet hatten – es war also eine akademische Übung, dessen Ergebnissen an einem unakademischen Ort präsentiert wurde.

Loopimy sie hieß die Show –  ein Wortspiel, dass, neben der Loop-Komponente, ein bisschen klingt wie „wir mögen uns“ oder „wir starren“. Interessante, wenn auch nicht weltbewegende Beiträge, tolle Location, extrem angenehme Atmosphäre. Das Ganze wurde von Łukasz Ogórek und Ola Knychalska organisiert. Ich habe da einige Menschen kennen gelernt, die mir zwar bekräftigt haben, dass die artists-runned-spaces in Polen nicht gerade wie Pilze aus dem Boden schießen, mich aber trotzdem an weitere Projekten dieser Art verwiesen haben. Darauf werde ich zu einem späteren Zeitpunkt zu sprechen kommen.  Also gibt es doch eine aktive Szene am Rande der Institutionen und des Kommerz.