Ausstellung

Finn Wagner – a slick finish lasts forever

Mit ‚a slick finish lasts forever‘ präsentiert Finn Wagner bei Gold & Beton in Köln neue Arbeiten, die er im Frühjahr in Los Angeles entwickelte. Eine Ausstellung über Konsum, Glanz und unsere Wertegesellschaft.

Erstmalig widmet sich der Künstler nicht etwa der Video- und 3D-Kunst, sondern arbeitet rein skulptural. Unübersehbar lässt sich dennoch die ästhetische Handschrift Wagners in sämtlichen Objekten wieder erkennen. Diese wirken gleichzeitig vertraut und befremdlich: Alltagsgegenstände, Verpackungsmaterialen, Luxusgüter fast bis zur Unkenntlichkeit verzogen oder miteinander verworren. Die verwendeten Materialien bleiben unter dickem Gloss verborgen, die Hauptsache ist doch, dass es schön glänzt. mehr dazu unter http://finnwagner.de

fk: konkret in der Show worum geht?

fw: In der Arbeit geht es um die Aura die Produkte umgibt, diese entsteht durch Werbung und das Design des Objektes. Werte wie Kostbarkeit, Frische und ein mit dem Produkt verknüpfter Lifestyle, dadurch wirkt jede Kaufentscheidung persönlichkeitsstiftend. Mit den glänzenden Hüllen dieser Objekte wollte ich untersuchen, ob es auch möglich ist, die von Produkten ausgehenden Emotionen benutzen zu können, ohne sich den Gegenstand selbst überhaupt kaufen zu müssen.

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Fabian Hesse sagt „Ok Dorothy“

„Ok Dorothy“ – der Titel der aktuellen Show in der Hamburger Galerie Hengevoss-Dürkop – nimmt Bezug auf eine Figur die Fabian Hesse zusammen mit der freien Gruppe o-team (Stuttgart) als Teil des Projekts „3D biohypermedia Theaters“ entwickelt hatte. Die Hauptfigur der Dorothy, ist eine Anlehnung an Dorothy Gale aus dem Märchen „Der Zauberer von Oz“, sie ist Künstlerin und künstliche Intelligenz zugleich.
Ich habe Fabian Hesse 5 kurze Fragen zu seiner Arbeit gestellt und wem das nicht genügt der zieht sich hier via youtube vorab oder danach, wie es eben am besten gefällt, noch das Video des Vernissage. Dort spricht Bettina Steinbrügge die Direktorin des Hamburger Kunstvereins ein paar kluge einleitende Sätze – und Fabian Hesse selber ist auch mal kurz im Bild zu sehen.

fk: lieber fabian, glitch und 3D warum macht dich das so an?

fh: Nein eher sind`s die glatten Oberflächen der Simulationen die einen immer wieder abstoßen – Glitch legt ja als Störimpuls die Konstruktion und Strukturen des Mediums offen, und ist ein Widerstand gegen das Perfekte, Nahtlose. Eigentlich geht es um die künstlerische Aneignung von Technologien die die Welt bestimmen, und andere Umgangsweisen damit zu entwickeln. Mit freiem Experimentieren, das weder nützlich noch smart oder Produkt sein muss, oder z.B. neue Formen des Gemeinguts als digitale Gegenstände und Fablabs. Und natürlich kunstimmanentere Fragen wie die Herausforderung, die Daten als Material an die Kunst stellen, oder der Vorstellung von Kunststoff als Material unendlicher Transformation.

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Sebastian Fritzsch zu Gast in der Wohnung – Finissage am 03.03.18

Erinnerung ist für Sebastian Fritzsch Antriebfeder und Essenz seiner künstlerischen Produktivität. Erinnerung als Bildspeicher, Erinnerung als objekthafte Manifestation, Erinnerung als auratische Be- und Durchsetzung, sind wiederholte Motive seiner Arbeitsweise, die sich in einem mannigfaltigen Werkrepertoire ästhetisch verarbeitet vorfinden lassen. Die in der Ausstellung gezeigten Werke reichen von fotografischen Experimenten, über Tuschezeichnungen zu installativen sowie plastischen Werken und sind aus dem autobiographischen Kontext des Künstlers entstanden. Zentrales Ausstellungswerk ist die fragile Konstruktion eines Etagendoppelbettes aus angebrannten Holzleisten, welches seiner Tragfähigkeit durch die Materialbearbeitung beraubt wurde. Vereinzelt an den vertikalen Streben des Bettes liegen, zunächst unscheinbar, schwarz glasierte Keramiken in Form von überdimensionierten Insektenkokons auf. Der Kokon als natürliches Schutzgehäuse für die Entstehung von Leben und Metamorphose kann als Leitbild für die Bettkonstruktion gelesen werden, als Rückzugs- und Ruheort, Ort des Intimen, des Urvertrauens sowie Zwischenmenschlichen und der größtmöglichen Verletzbarkeit. Fritzsch Doppelstockbett kreiert inmitten der Wohnung mittels materieller Qualitäten und Lichtinszenierung eine beklemmende Atmosphäre, die den gesamten Raum durchdringt und die Erwartungen verkehrt und kippt. Die am Boden platzierten Keramiken scheinen durch die schwarze Farbgebung und gereihte Position eher zum leblosen Gegenstand einer Untersuchung zu werden. (mehr …)

Vlugschrift / Flugblätter bei Pictura Dordrecht

20.2.2018 23:21
fk: liebe birgit, danke dir für das update zu den vlugschriften, schön zu sehen wie es weiter geht! eine frage. sollen wir 4 oder 5 kurze fragen zu projekt machen und dann was auf perisphere.de stellen?
also so bisschen meta-infos.

21.2.2018 07:51
bj: super, machen wir gerne.

21.2.2018 12:34
fk: okay danke. ich sende dir zu.

24.2.2018 18:52
fk: wie kam es zu dem projekt?
bj: Letzten Sommer wurde ich von Barbara Camilla Tucholski zu einem Aufenthalt ins Künstler Gut Loitz e. V., einem kleinen Kunstverein in Loitz an der Peene in Vorpommern, eingeladen. Loitz liegt zwar in der Nähe von Greifswald, einer pulsierenden Uni-Stadt und der Ort, in dem am 5. September 1774 Caspar David Friedrich geboren wurde, ist aber selbst nur ein kleiner Ort – allerdings landschaftlich sehr schön gelegen. Der Kontrast zu meiner „normalen“ Umgebung war riesig. Aber, auch wenn man noch so weit weggeht, irgendetwas nimmt man immer mit. Was ich mitgenommen habe, ist mein Netzwerk, die Künstler, die ich kenne und mit denen ich über das Internet in Verbindung stehe.

fk: warum diese form der auseinandersetzung mit der frage was und warum kunst jetzt?
bj: Ich habe sie angeschrieben mit der Frage, wie sie zu dieser Welt stehen. Ich wollte wissen, ob sie sich ebenso wie ich mit der Gegenwart auseinander setzen, mit den manchmal Besorgnis erregenden Nachrichten, mit philosophischen, politischen, sozialen und ökologischen Problemen, die uns allgegenwärtig umgeben und vor allem mit der Kunst, die irgendwie der Besorgnis dann doch meistens etwas entgegen setzt. (mehr …)

The Materialist Postscript

Die Wahrnehmung der Wirklichkeit wurde durch Wiederaufnahme von zuvor insbesondere mit Konzeptkunst assoziierten Strategien und Theorien, durch Massenmedien und soziale Netzwerke, immer mehr auf die gegenständliche Sprache eines Kunstprojektes reduziert. Der Materialismus, die Theorie des steten Flusses und Austauschs von Materie und die damit einhergehenden ideologischen Debatten, haben ihre Allegorie in der Produktion und dem Konsum zeitgenössischer Kunst gefunden. Die stetig wachsendende Masse an Bildern, angetrieben durch Fortschritt in Technik und Kommunikation, scheint geeignet, das philosophische Versprechen eines ästhetischen Staates, regiert von der Macht der Sprache, zu erfüllen.

The Materialist Postscript greift Boris Groys Theorie eines Regimes sprachwissenschaftlicher Verbindungen, die eine gesellschaftliche Einheit zementieren, auf. Dabei betrachtet es sie vor dem Hintergrund einer zeitgenössischen Theorie der Repräsentation, in der Objekte, Zeichen und Symbole Elemente des materiellen Austausches sind.

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Abstrakt kodierte Bedeutung, symbolische Avatare von Kultur und Identität, Ikonen von Sieg, Niedergang und unvollendeten Vorhaben des dialektischen Materialismus, wie auch die visuellen Codes der Welt im Sinne eines materiellen Austausches machen Überlegungen zu den grundsätzlichen Prinzipien des Einsatzes von Sprache in globalen Netzwerken erforderlich und bilden damit die Vorlage für den Materialist Postscript.

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The Materialist Postscript zeigt Arbeiten, die, durch Fotografie, bewegte Bilder, Malerei und Installation, die Theorie der Sprache und Repräsentation in einer globalisierten Welt neu entwickeln.

The Materialist Postscript
15.01.2016 – 06.04.2016


Kuratiert von Intelligentsia Gallery, Peking
Mit den Künstlerinnen Jason Mena, Ju Anqi, Ren Zhitian, Xiao Xiao, Oliver Haidutschek, William Lee, Camille Ayme, Garcia Frankowski, Troyka Union (Lena Tsibizova, Olga Rodina, Anastasia Soboleva)

Galerie Philine Cremer
Ackerstraße 23
40233 Düsseldorf

http://www.philinecremer.com/

One step ahead moving backwards

Beim jüngsten Sommerrundgang der Düsseldorfer Akademie sah man sich in der Klasse von Andreas Gursky von insgesamt 50 Köpfen umgeben: ein Fries aus einzelnen Porträts, Porträts ohne Gesichtszüge, mit glatten Oberflächen, ohne Münder, Nasen oder die vielgepriesenen Seelenspiegel. Einen konzeptuellen Ansatz verfolgend hatte Louisa Clement in etlichen Großstädten Europas über viele Monate hinweg Schaufensterpuppen fotografiert, Farbigkeit und Kontraste überarbeitet und jeder Aufnahme so eine eigene, individuelle Prägung verliehen.

Persönlicher Favorit der Show ist die ortsspezifische Plastik ‚Kopfskulptur auf Sockel vor eigenem Bild‘. Das Arrangement hat einen ganz eigenen charmanten, intelligenten Witz und damit die Kraft die Kunst heute braucht um sich in einer desaströsen Welt zu behaupten.
Aber seht doch bitte selbst in den grünen Spiegel.

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Looking at art @ viennafair

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Georg Schutz looking at art — mit Kathrin Stumreich hier: VIENNAFAIR.

This man loves his job (and the job loves him)

Düsseldorf based artist Johannes Bendzulla did it again, this time at www.parkhaus-duesseldorf.com.
it seems hard but in fact is easy because he is very professional and loves his job. thats the well know secret of this busy man. we all know and love this way! i guess its better to stay in toch, so please dont forget to visit the mentioned tumblr – follow him and stay connected to the success.
this is the international way! why dont you just follow?

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.htaccess FINALE – 23.04.2015

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Donnerstag 23.04.2015 19 -22 Uhr

https://www.facebook.com/events/1582500188684569/

#;TLDR
.htaccess – Eine Ausstellung vom 06.03.2015 – 24.04.2015 mit post- und prädigitalen Werken im #digital3mpire in Düsseldorf Friedrichstadt. Mit Giulia Bowinkel & Friedemann Banz, Olia Lialina und Timothy Shearer featuring Nikolas Müller.

http://www.artblogcologne.com/besprechung-htaccess/

Finale .htaccess
Donnerstag 23.04.2015 * 19 – 22 Uhr
#digital3mpireKirchfeldstraße 112
40215 Düsseldorf

kinda #NON ‚FORM IS WHAT HAPPENS‘

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“Form is what happens. It’s the fact of things in the world, however they are.”

(via artfridge)

Akademie der Täuschung

Der Rundgang der Kunstakademie Düsseldorf im Februar 2015

Es ist immer der gleiche Foo, da führt man ein Leben in einem der wohl reichsten Länder des Planeten in dem angeblich alles-so-Yeah-Wachstum ist, und trotzdem hat man viel zu wenig Zeit und Ressourcen für das Schöne, das Wichtige und das Nutzlose. Die Ästhetik kommt nach wie vor zu kurz in der Welt der Hochleistungsdichter und Denker.
Aber was soll das Palaver? Es ist nun mal wie es ist und so schlimm wie wo anders ist es hier zum Glück lange nicht. Denn wenn schon nicht den Reichtum, so haben wir immer noch den Frieden. Drücken wir also bitte mal alle gemeinsam feste die Daumen, dass es auch so bleibt und drücken wir noch fester die Daumen, dass das Paradigma des Friedens schon bald wieder den derzeit global brutal agierenden Imperialismus als politisches Leitbild verdrängt. Egal wie naiv das nun klingen mag, träumen ist und bleibt erlaubt, und mir hat auch noch keiner schlüssig beweisen können, dass all das hier kein Traum sei. Die Jetztzeit ist real, der Rest immer nur in Form von Spuren der Vergangenheit und Spekulationen über die Zukunft wahrnehmbar. Doch es gilt das universelle Gesetz, selbst nach dunkelster Scheisse kommt immer wieder Sonnenschein. Und das Beuyssche Reagen statt Sonne ist auch Heute noch nicht das Schlechteste für uns – und gut für mich, weil ich darüber nämlich gerade noch so den narrativen Dreh zum eigentlichen Thema hin bekommen: Rundgang Kunstakademie 2015.

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Aber man möge bitte die Politik und den Frieden auch dort nicht vergessen, auch nicht im Kontext der Künste. Dort schon mal gar nicht, denn für diese ist traditionell wenig Platz in Armut und im Bombenhagel. Und ein Flanieren durch die Gänge der Düsseldorfer Akademie macht um ein vielfaches mehr Freude wenn es nicht durch den Fluglärm von Düsenjets und Kampfhubschraubern begleitet wird. Wir Düsseldorfer bekamen erst kürzlich zur Dügida-Demo eine Vorstellung davon, was es heißt wenn über Stunden ein solches Fluggerät lautstark über der Stadt steht. Ein seltsames Gefühl.

Genießen wir also die Jetztzeit, versuchen wir nett zu einander zu sein und konsumieren wir einfach mal einen I-BigMac weniger, dann wird auch das mit den knappen Ressourcen auf dieser Welt nicht ganz so eng. Bleiben wir im Gespräch und halten wie Augen, Ohren und Geist offen, suchen wir das Neue und beschäftigen uns mit diesem, die Künste sind nicht der schlechteste Ort dafür.

Mein Fazit zur Kunst auf dem Rundgang im übrigen, ich fands trotz der Masse ganz Ok. Sicherlich auch weil ich nach ganz speziellen Leuten mit ganz speziellen Ansätzen gesucht habe, und nicht mit den Erwartung an Ahhs und Ohhs in die Akademie kam, wie diese Kunstfreunde aus Aachen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich mit dem Objektfetisch der Kunst eh nicht viel Anfangen kann und mich die Prozesse schon immer mehr interessiert haben, verstehe ich die Werke in einer solchen Gruppenshow als Medium und Botschaft einzelner Personen, und eben nicht als finale Objekte die kontextlos funktionieren müssen – was ja eh nicht ginge.
Wenn man dann nun also selber eine Idee davon im Gepäck hat was man will und wie die ganze Sache zu laufen hat, und damit auch eine Ahnung davon mit bringt nach welchen Signalen man ausschau halten muss, weil man hofft, dass die Sender der Signalen die eigenen Vorstellungen und Sichtweisen eventuell teilen oder bereichern, dann bleibt die Enttäuschung auch aus.
Persönlich hatte ich aber eher den Eindruck – und diese kleine Gehässigkeit sei mir an dieser Stelle erlaubt – dass weite Teile der Publikumsmassen, die sich so leicht dumpf und bräsig durch die Gänge schoben, eigentlich keiner eigenen Ideen oder Vorstellung folgten. Sondern im Gegenteil, dass man etwas Fertiges, Sinnhaftes, aber Konsumierbares von den Künstlern vorgesetzt bekommen wollten, um damit die eigene Leere aufzufüllen. Das wäre allerdings eine Haltung mit der man an einem solchen Ort natürlich nur Scheitern kann. Dann eben doch lieber zu Hause vor der Glotze bleiben um sich dort sanft und geschmeidig das Hirn weich massieren zu lassen. Auf diese Weise bleiben einem dann auch Enttäuschungen erspart und die entsprechenden geliebten Täuschungen erhalten.

von wem ist das?

von wem ist das?

Als letzte Bemerkung dazu eventuell nun noch der Hinweis auf den Titel der internen studentischen Rundgang-Abschlussparty in der Nacht von Sonntag auf Montag. Die Studenten haben das alles wie es scheint, nämlich schon ganz gut durchschaut. Jetzt muss nur das Publikum eben folgen.

So und nun aber genug vom halbautomatischen Text.
Bühne frei für die Bilder und Feuer frei für die Signale.

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Future of Memory – Sabrina Möller im Gespräch mit Nicolaus Schafhausen

Ein smartphoneloser kluger Freund meinte kürzlich, nachdem ihn Morgens auf dem Weg zur Arbeit ein von-seinem-smartphone-bereits-assimilierter Mann, mit den Augen aufs Display gerichtet fast umrannte, das sei doch irgendwie auch phänomenal. Man können den Wandel und die Verschmelzung der Gesellschaft mit dem neuen Medien täglich, quasi live, beobachten. Die Entwicklung wäre so schnell, dass sie wirklich sichtbar wäre. Und ich glaube da hat er recht. Das geht alles verdammt schnell.

Und von daher ist das ja eine wirklich berechtigte und sinnvolle Frage, wie sich denn nun das Erinnern in Zukunft gestalten wird, wo doch derzeit und überall so viel, aber auch so unsinnig, gespeichert wird. Was bleibt also hängen am Ende?

Darüber und über die Show The Future of Memory in der Kunsthalle Wien unterhält sich wie im Header angekündigt Sabrina Möller von artandsignature mit dem zuständigen Kurator Nicolaus Schafhausen. Hier.

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pics via https://www.facebook.com/MuseumOfInternet

Tamara Lorenz – sachliche und eigentliche tatsachen

Sein und Schein scheinen zu sein.
Zeit löst sich in der Betrachtung der Dinge auf.
Ist der Betrachter Teil der Szenerie oder löst er sie gar aus?

Diese drei Sätze schickte Tamara Lorenz letzte Woche per E-Mail vorbei, zusammen mit dem Hinweis auf ihre kommende Show mit dem klingenden Titel sachliche und eigentliche tatsachen im Neuen Kunstverein Giessen.

Und weil ich mich immer über gute Texte freue die auf das viel zu oft übliche, grenzdebile Kunst-PR-Geschwurbel verzichten, habe ich mir erlaubt diese kurzen Sätze hier mit rein zu nehmen. Dazu gibt es in Kombination noch 4 Bilder, die mir Tamara dann freundlicherweise zusätzlich noch zugesandt hatte. Wenn Ihr also in der nächsten Zeit mal nach Giessen kommt, oder noch besser, wenn Euch Bild und Text so gut gefallen wir mir, dann geht mal vorbei bei der guten Frau.
Der Besuch lohnt offensichtlich und die Show läuft noch bis 14.März.

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Eröffnung 31.Jänner 2015 um 18 Uhr
mit einer Einführung von Andreas Walther

Ausstellungsdauer: 31.01.-14.03.2015
Künstlergespräch 14.März 2015, 16 Uhr

Neuer Kunstverein Giessen e.V.
Ecke Licher Str./ Nahrungsberg
Öffnungszeiten: Samstags von 14-17 Uhr
und nach Vereinbarung

www.kunstverein-giessen.de

Matthias Danberg – ORDER

Biologische Skulpturen, neue Menschen, androide Entscheidungsträger, klassische Landschaften und eine atomare Katastrophe zeichnen das Bild einer diskontinuierlichen Welt, in der nicht länger klar ist, was warum entsteht oder vergeht.

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One step ahead moving backwards

Diese Show hier in Berlin ist nun auch schon etwas was her (31/10/2014 – 22/11/2014), aber das letzte Quartal 2014 war verdammt voll und stressig. Viel ordentliche Arbeit, viel liebe Familie, dazu große Projekte, die dann doch nicht kamen und noch ein digital3mpire mit dem ganze Rest, das hält recht gut auf Trab und da bleibt dann eben leider auch mal was liegen.

Aber auch hier gilt wie so oft, besser spät als nie. Und somit geht dann mit etwas zeitlichem Abstand die letzte Show des nun-auch-wieder-berlinbased Kuratorenduos km.temporaer von Düsseldorf aus in den Äether. Elisa R. Linn / Lennart Wolff sind nach längerem New York aufenthalt wieder in Berlin und haben ihre Arbeit direkt wieder aufgenommen. Welcome back!
Diesmal ist alles schön streng, minimalistisch, reduziert, fast etwas nüchtern zusammen gestellt und sehr großzügi präsentiert im Berliner LEAP. Mit dabei waren Fabio Marco Pirovino,, Adriana Ramić, Paolo Thorsen-Nagel, Brian Jungen & Duane Linklater , Luca Pozzi, Mariechen Danz & Genghis Khan Fabrication Co., Andreas Greiner & Armin Keplinger, Tina Kohlmann, KAYA + n.o.madski / Kerstin Brätsch & Debo Eilers, Tiril Hasselknippe, João Onofre, Wolfgang Laib.

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Pranti Pranit Ragazy im Kunstraum Düsseldorf

PLATOONS HÖHLE – PRANTI PRANIT RAGAZY

Epic awesomeness und danke an alle Beteiligten. Diese Show war wirklich groß. [Edit: hier habe ich mal wieder bissi rumgerantet, das gehört hier aber nicht hin, weil irrlevant. ist deshalb gestrichen.]
Highlight war gegen Mitternacht das unfassbare, überwältigende Schleimritual in kleiner Runde. Diese ca 40 Minuten haben bei mir noch Tage später nachgewirkt, mich nachhaltig geprägt und werden mir für immer in leuchtender Erinnerung bleiben.
Mehr davon bitte. Die Welt, vor allem aber diese Stadt hier, braucht noch sehr sehr viel mehr Liebe, Kraft, Gewalt, Autonomie, Versöhnung und Schleim.
Das muss weiter gehen!

[Edit 2: unten in den Kommentaren wird auf weiteres pics von der Show hingewiesen, klickt mal rein. danke!]

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„Ausmaß“ – Vier Kunststudenten im Elektrofachgeschäft

Samuel Bich, Olga Monina und Anna Nero haben sich für zwei Wochen in ein altes Ladengeschäft in der Leipziger Südvorstadt eingemietet, um dort gemeinsam eine Ausstellung zu konzipieren.

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Man fragt sich zwangsläufig, warum es ein Raum sein muss, der in seiner Wirkung bereits so konkret definiert ist. Doch liegt die Antwort wohl genau in der Eigenartigkeit des Raumes selbst. Es scheint offensichtlich, dass es nicht um eine werkbezogene Präsentation ihrer Arbeiten ging, sondern viel mehr um die gesamtheitliche Bespielung dieses kontextfernen Raums.

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„Another Place / Another Space / Together“ im Leeschenhof

Der Abend kann jetzt schon als das Ereignis der Düsseldorfer freien Szene – und überhaupt der Düsseldorfer Kunstszene – im Jahr 2014 gelten. Die Eröffnung der Ausstellung „Another Place / Another Space / Together“ wurde zu einem riesigen Klassentreffen der hiesigen Künstlerschaft und versammelte mehrere Hunderte auf dem Gelände des ehemaligen Toom-Marktes. Ausgelassene Stimmung, Freude über das Wiedersehen und Bier zu selbstbestimmten Preisen – selten wirkte eine Veranstaltung so verbindend wie diese. Und die Kunst?

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Maren Maurer im RAUM Oberkassel

Die Ausstellung ist bereits beendet – wir waren diesmal ein wenig zu spät vor Ort. Aber wir haben doch noch ein paar Bilder der Skulpturen von Maren Maurer erhalten, so dass ihre feine Präsentation für alle Zeiten fixiert ist. Zumindest im Netz.

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WINWIN bei Jack in the Box e.V.

Eine knappe Woche hat die Ausstellung WINWIN im ehemaligen Güterbahnhof Köln Ehrenfeld gedauert. Kuratiert von Linda Nadji und Bert Didillon brachte die Schau zwei Generationen zusammen, die sich nicht unbedingt als distinkte Gruppen verstehen: Es ging um jene Künstler, die in den 1990er Jahren zu den sog. emerging artists gehörten und anderseits um diejenigen, die dieses Prädikat gerade noch genießen. Wir haben Bilder ohne Ende.

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Amit Goffer im Atelierhaus Hansastraße

Sarkastischerweise heißt die aktuelle Präsentation von Amit Goffer „Integration“. Ein Wort, das nach gutgemeinter Philanthropie, linker Sonntagsrede, Multikulti-Kitsch und weichem Konsens klingt. Ein unbedingt positives Wort. Das sich in einen Alptraum verwandeln kann.

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mehr infos unter http://war-gamez.tumblr.com/

Manuel Franke und Leni Hoffmann im Parkhaus Malkasten

Dass Karl-Heinz Rummeny in seiner Funktion als Verantwortlicher des Projektes Parkhaus Malkasten überglücklich ist, versteht man allzu gut. Denn er hat bei seiner Einladung von Leni Hoffmann und Manuel Franke erneut eine glückliche Hand erwiesen und sich selbst beschenkt. Das Künstlerpaar, das zwei distinkte Arbeiten zeigt, bespielt den kleinen Raum im Park und animiert, zugleich durch Verfremdung und plastische Hervorhebung, dessen Volumen und Oberflächen.

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Linda Nadji in der Malkasten-Vitrine

Eine kleine Installation von Linda Nadji, eine Mitstreiterin des Kölner Projektraums Bruch & Dallas, ist momentan in Düsseldorf zu sehen. In der verschlossenen und trotzdem relativ geräumigen Vitrine des Malkastens hat sie ein paar ornamentale Gegenstände ausgebreitet, die zwischen verstaubter Luxusdeko aus den 1950er – eine kongeniale Antwort auf das modern-elegante Foyer des Vereins – und DIY-Kunstkramm stehen. Einen Abstecher wert.

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Christian Schreckenberger im Neuen Kunstverein Wuppertal

Der Neue Kunstverein Wuppertal veranstaltet eine Ausstellungsreihe unter dem vagen und sehr offenen Oberbegriff „Alltag“. Künstler sind eingeladen , ihre Interpretation des Phänomens zu liefern – und natürlich darf man da keine wortwörtliche Übersetzung erwarten. Den Anfang macht Christian Schreckenberger. Der Bildhauer präsentiert zwei Installationen, die den schlauchartigen Charakter des Raumes betonen und die Gültigkeit unserer Wahrnehmung infragestellen.

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Es ist ein steiler Start. Das Malerduo deckkraft ist erst zwei Jahre alt, aber was in dieser Zeit bereits passiert ist, ist erstaunlich. Seit Walter Eul und Marc von Criegern sich zur Zusammenarbeit geschlossen und ihre Kooperationslust noch für weitere Künstler geöffnet haben, ist das Konvolut an (monumentalen) Bildern aus der deckkraft-Werkstatt rasch gewachsen – genauso rasch wie die Sichtbarkeitszunahme der Düsseldorfer Maler. Das Abenteuer deckkraft ist wie ein zweiter Frühling für die beiden Herren, die zuvor eher bedeckt blieben und nun in der kollektiven Autorschaft regelrecht aufgehen. Ihr letztes Projekt fand in Duisburg statt.

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Carola Ernst im Malkasten

von Wolf Raskin

 

Die Bilder von Carola Ernst erschließen sich erst auf den zweiten oder dritten Blick: zunächst sieht der Betrachter sich mit scheinbar willkürlichem Chaos konfrontiert, mit Referenzen an die Tradition der expressiv abstrakten Malerei. Erst allmählich öffnet sich die Lesbarkeit eines großen assoziativen Spektrums, das erstaunlich viele, hauptsächlich figurative Aspekte beinhaltet, die ineinander verwoben sind. Mit starker Energie aufgeladen stiften die großformatigen Bilder dieser jungen Malerin (Jahrgang 1981) Verwirrung – sie lösen ein Panoptikum innerer Bilder des Betrachters aus. Dies besagt auch der Titel der Ausstellung: Trigger bedeutet Auslöser. Dieser Begriff meint nicht alleine den Schusswaffenabzug sondern wird auch in der Psychologie und Chemie angewendet.

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Triggers, 2013, Tusche, Aquarell-Wachspastell, Graphit & Lack auf Leinwand

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Sensationell: Kunst aus Pudding bricht Rekorde!!!

von Saskia Zeller

„Wo geht`s denn hier zum Wackelpudding?“ Wackelpudding? An der Pforte sind sie wirklich überfordert. „Wir sind hier eine Kunstakademie und kein Süßwarenladen“, ist die Antwort. Doch „Ambrosia Officially Amazing“ ist eingeschlagen wie ein Meteorit. RTL war da, der Express, die NRZ und viele andere. Seit er im Fernsehen war, kommen auch die Massen von den Bildschirmen weg, um ihn zu bewundern. Der weltschwergewichtigste Wackelpudding der Welt hat es bis ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft und eben auch zum Rundgang der Kunstakademie Düsseldorf, Raum 009. Und was ist jetzt die Kunst?

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Kerstin Müller-Schiel im Hafenkult, Duisburg

Ein rascher Blick über ihre malerische Produktion informiert über die bevorzugte Gattung von Kerstin Müller-Schiel: das Portrait. Auf grundierten oder nicht grundierten Leinwänden, auf großen Papierbögen oder auch auf Holzplatten, aus breiten und weichen, sehr flüssigen Farbflächen, die die Künstlerin mit schnellen und sicheren Gesten aufträgt, entstehen Menschen, verwickelt in alltägliche, unspektakuläre Handlungen. Die Allgegenwärtigkeit der Figur in Müller-Schiels Werk ist so auffallend, dass der Begriff des Anthropozentrismus sofort in den Sinn kommt. Aber sind das wirklich Menschen auf diesen Bildern? Kann man hier wirklich von „Portraits“ sprechen? Täuscht nicht vielmehr der erste, rasche Blick?

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„Wenn der so bekloppt ist und durch die Scheibe läuft…“ in Berlin

In der Nacht zum 13. Februar 1999 verblutete der algerische Asylbewerber Farid Guendoul in einem Hauseingang in der brandenburgischen Kleinstadt Guben, nachdem er und seine beiden Begleiter von einer Gruppe rechter Jugendlicher gejagt worden waren. Die Täter waren in dieser Nacht unterwegs auf der Suche nach Menschen, an denen sie ihren rassistischen Hass auslassen konnten. Farid Guendoul ist eines von mindestens 184 Todesopfern rechter Gewalt seit der deutschen Wiedervereinigung, doch wer heute in Guben nach Zeichen einer Erinnerung sucht, wird viele Leerstellen finden und ist mit Ablehnung und Unverständnis konfrontiert.
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NMZS in The Box

Text: Wolf Raskin; Fotos: Manuel Boden

Der Betreiber des Off-space THE BOX, Reimund Jonen hat mit dieser Ausstellung, was den Gedanken des nicht kommerziellen Ausstellungsbetriebes anbetrifft, ins Schwarze getroffen: diese Schau ist subversiv, spartenübergreifend, würdigt postum einen jungen Musiker, zeigt ausnahmslos unverkäufliche visuelle Kunst und spricht ein Publikum an, welches sonst mit bildender Kunst eher nicht in Berührung kommt.

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Japan 8-9-3 im Weltkunstzimmer

Bekannt durch seine ironische Malerei und die Zusammenarbeit mit Sigmar Polke, blieb Achim Duchow als Fotograf lange unentdeckt. Seit seinem Stipendiumsaufenthalt 1979-1981 nahm die Beschäftigung mit  Japan bis zu seinem Tode 1993 einen großen Teil seines Fotooeuvres ein. Er hinterlässt eine Fülle an Beobachtungen, die das Land fernab von Kirschblüten-Klischee und Mystifizierung zeigen. Sein fotografischer Blick ist gekennzeichnet durch einen dokumentarischen Ansatz, der, trotz fotografischer Ausbildung, oft mit einer Schnappschussästhetik spielt.

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Yun Nam im Kunstraum Unten

Nur keine Sorge bitte!
Wir, d.h. natürlich vor allem Emmanuel Mir, werden auch in Zukunft wieder vor Ort sein, uns die Dinge ansehen und darüber berichten. Es wird also auch 2014 subjektive, gefilterte, erste Eindrücke von Ausstellungen und Projekten hier geben.

Aber auch andere machen gute Arbeit und wenn wir es nicht selber schaffen, weil so viel anderes ansteht oder wir es einfach nicht mitbekommen, dann reicht auch mal ein Link. In diesem Fall geht der Link zu den Kollegen von kunstduesseldorf.de, denn dort gibt es die komplette Vorabbesprechung der kommenden Ausstellung von Yun Nam im Bochumer Kunstraum Unten.

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Die Ausstellung wird kommenden Freitag, 10.Januar 2014 um 19:00 Uhr eröffnet wird und bis zum 14.Februar laufen.
Weitere Infos findet Ihr auf der Webseite www.kunstraum-unten.de.

Katja Donnerstag und Yvonne Klasen im Quartier am Hafen

Text: Maria Wildeis
Fotografien: Thilo Schmülgen

 

In Köln spielen zwei Künstlerinnen mit dem Licht: Die Flora, eine Halogenlampe für Pflanzenwachstum wirft purpurnes und grünes Licht auf ein dupliziertes Wandstück. Das neue Raumfragment wurde in der Mitte aufgespiesst und dreht sich um die eigene Achse, wenn man es anschubst. Dabei verändert sich die Farbe je nach Einfallswinkel.

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Katja Donnerstag & Yvonne Klasen: Dancing Wall

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Ein Abend in zwei Studios

Das Studio Roh und das Studio for Artistic Research hatten an diesem Freitagabend eingeladen. Jeder für sich. Jede auf seiner Seite des Düsseldorfer Hauptbahnhofs. Und jeder mit sehr distinkten Programmpunkten.

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Azin Feizabadi im SAR

Der Name „Studio“ und die Einbettung im selbstorganisierten Künstlermilieu der Stadt ist ziemlich alles, was diese Projekte verbindet. Der zeitnahe Besuch der Räume, besonders an diesem Freitag, machte klar, wie fern die Absichten und Ambitionen beider Studios voneinander stehen. Während das Studio Roh einen vorläufigen Höhepunkt in trashiger Theatralik erreichte, bemühte sich das Studio for Artistic Research um High-End-Kunst mit braven politischen Akzenten. Zwischen der effektbetonten Geisterbahn des Einen und dem einwandfreien aber steifen Professionalismus des Anderen lagen Lichtjahre der künstlerischen Strategie.

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Carolina Redondo bei Bruch&Dallas

Text: Nadia Ismail

Fotos: Veit Landwehr

 

Inspiriert durch physikalische Prozesse, deren visuelle Struktur häufig eine geometrische Eigenästhetik besitzt, nutzt und transformiert die chilenische Künstlerin Carolina Redondo den Ausstellungsraum wie ein Experimentallabor. Diese besondere zellulare Situation, bei welcher der Passant und potentielle Ausstellungsbesucher der fortschreitenden Entwicklung ihrer künstlerischen Arbeit von außen beiwohnen kann, weckt Assoziationen an den Blick durch ein Mikroskop in eine Petrischale, in der organische Prozesse von ebensolcher Bedeutung sind wie das Resultat selbst.

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Die Verflechtung von bildender Kunst, Forschung und Wissenschaft setzt sich thematisch und inhaltlich in der Ausstellung fort, wie der Titel Gravity Matters bereits erahnen lässt. Gleich einem Parcour bewegt sich der Besucher durch die Räumlichkeiten, dessen Richtung durch die bewusst gesetzten Plastiken im Raum gelenkt wird. Die überlebensgroßen Elemente, deren hölzerne Rahmen mit Tapete verkleidet sind, verhindern den freien Blick in den Showroom. Lediglich die von Hand geschnittenen Aussparungen, die der geometrischen Struktur der Tapeten folgen, gestatten eine partielle Durchsicht und erzeugen einen nahezu dreidimensionalen Effekt. Damit nimmt der Rezipient von Beginn an die Ausstellung multisensuell wahr. Er wird gezwungen, sich sowohl visuell als auch körperlich zu der Architektur und den ausgestellten Exponaten zu verhalten. Um einzelne Arbeiten in der Gänze zu erfassen, ist ein physisches Bewegen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Ausstellungsraumes notwendig. Ebenso wie den Körper lenkt Redondo das menschliche Auge, das stets auf eine neue, von ihr geschaffene, artifizielle Struktur im Raum trifft, die sich von der bestehenden Architektur ornamental abhebt, um sich in nächsten Augenblick optisch mit ihr zu verbinden.

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#LSDSL im GOLD&BETON

Schlimm war das. Sie hatten uns versprochen: Nie wieder. Never again. Aber Florian Kuhlmann und Timothy Shearer bekamen den Befehl von höheren Wesen, die fürchterlichste Ausstellung des Jahres zu produzieren. Sogar da scheiterten sie: Es wurde  die beste Ausstellung des Jahrtausends.

Gut, dass es nur zwei Tage dauerte. Gut, dass es am Ebertplatz stattfand, wo nur Künstler, Alkoholiker und Aussteiger verweilen. Die Manifest-Ausstellung, die schon am vergangenen Sonntagabend von den Gesundheitsschutzbehörden der Stadt Köln mit einem großen polizeilichen Aufgebot geräumt wurde, hätte möglicherweise noch mehr Opfer gefordert. So bleiben die moralischen Schäden einigermaßen überschaubar.

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Constant Dullaart mit einer Doppelshow in der Future Gallery und bei Import Projects

OMG Freunde! Warum nur eigentlich geht alles was man macht immer so unfassbar langsam? Warum ist aber trotzdem nie Zeit für das Wichtige, nie Zeit für Kontemplation, nie Zeit für intensive Beschäftigung, für ein Vertiefen und ein Herumfeilen? Warum ist die wertvollste Ressource, die Lebenszeit, eigentlich so knapp in einer Welt die gigantische Überschüsse produziert und eigentlich schon lange nicht mehr weiß wohin mit all den Artefakten und Objekten die täglich aus den Fabriken herauskommen? Und warum rackern wir uns, nach dem es gelungen ist, reale Objekte im Überfluss zu produzieren, nun an der Erzeugung der virtuellen ab?
Nicht das dieser Artikel Antworten auf die Fragen liefern wollte, aber ein Blick auf die realen, irrealen und hyperrealen Objekte unsere Zeit ist anhand der Betrachtung der nachfolgenden Ausstellung drin.

Constant Dullaart ‚Jennifer in paradise‘

Es geht um die Arbeit von Constant Dullaart, dieser ist gebürtiger Holländer, lebt in Berlin und arbeitet von dort aus international, medial. Seine Arbeit dreht sich um die digitalen Realitäten, deren Auswirkungen auf unser Leben, und um das Medium, welches beides mit jedem neuen Tag und jedem Klick näher zusammen bringt. Im Herbst hatte er unter dem Titel  ‘Jennifer in Paradise’ seine erste Einzelpräsentation als Doppel-Solo-Show. Doch auch die 12 Monate davor waren nicht von schlechten Eltern, an 30 Ausstellungen wirkte der umtriebige Kollege in dieser Zeit mit.

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Carl Hager und Hans Hoge im plan.d

Die Paarung stimmt. Auf den ersten Blick wirkt die aktuelle Ausstellung im plan.d homogen. Formelle Verbindungen zwischen den Arbeiten von Carl Hager und von Hans Hoge werden rasch gesponnen. Auch wenn die zwei Herren unterschiedliche Ausgangspunkte haben und ihr Umgang mit dem Material nicht vergleichbar ist, spürt man eine unleugbare Verwandtschaft, wenn man durch die Räume der Projektgalerie geht.

Hans Hoge

Carl Hager

Carl Hager

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There will be burgers

Zwischen der Figur des Künstlers und der Figur des Ingenieurs besteht seit dem Verschwinden des Universalkünstlertypus ein ganz besonderes Spannungsverhältnis. Es ist eine Art von Weltgestaltungs-Wettstreit zwischen Mythos und Ratio, der sich durch die Geschichte zieht, und in dem wir – mit Blick auf die totale Rationalisierung der Welt – derzeit leider keine all zu gute Figur machen. Von daher, ist das natürlich eine gute Sache, wenn die Leuten, wie am 28.9.2013 geschehen, bei Projekten wie dem Art Hack Day Berlin im LEAP zusammen kommen, um zusammen zu denken und zu arbeiten .

THERE WILL BE BURGERS ist eines der Ergebnisse dieses 24-stündigen Hackmarathons. Es ist Webseite und Skulptur, und nach Definition der Autoren eine ‚24 hour crowd sourced sculpture‚. Für einen begrenzten Zeitraum von 24 Stunden wurde über das Netz, Twitter, Facebook und E-Mail Geld für eine temporäre Skulptur bestehend aus Mc Doalds Burgern gesammelt. Per paypal konnte man den Kaufpreis eines Hamburger und eines Veggieburgers überweisen, nach Ablauf der 24 Stunden wurde dafür dann bei Mc Donalds das Material für die Plastik gekauft: 85 Hamburgers and 37 Veggieburgers.

Ich habe mit Sebastian Schmieg, einem der beteiligten, ein Kurzes Inerview per E-Mail geführt.

Photo by Michael O’Brien

fk: Um was gehts in dem projekt?

ss: Innerhalb von 24 Stunden konnten Menschen uns per PayPal Geld senden, damit wir bei McDonald’s Cheesburger und Veggieburger kaufen. Als Gegenleistung bekamen sie ein Foto ihres Burgers, auf den ihr Name projiziert wurde. Anschließend wurden die Burger – 85 Hamburger und 37 Veggieburger – zu einer Pyramide gestapelt und letzten Endes von den Ausstellungsbesucher/innen komplett verdrückt.
Warum — das sehen alle Beteiligten vermutlich unterschiedlich. Mich hat interessiert, wie hier ein ziemlich dämliches, technisch-kommerzielles System aus Social Media, PayPal, McDonald’s und „personalisiertem Produkt“ als dampfende Pyramida in den Ausstellungsraum gelangt. Dort stand dann u.a. der künstlerische Leiter der Transmediale mit einem Burger in der Hand. Das ganze Geld ging natürlich an McDonald’s.

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FAST SENKRECHT, auf jeden Fall Richtung oben – im Honigbrot

 

Katerina Kuznetcowa & Alexander Edisherov: Wolkengraphie

Marie Gerlach: Gleich kommt das Zeichen, Detail

Die Künstler zeigen Arbeiten auf zwei Etagen, sowie dem Treppenhaus des Galerienhauses. Als Meisterschüler der Klasse Maik und Dirk Löbbert schlossen sie alle in den vergangenen Jahren ihre Ausbildung an der Akademie Münster ab. Das gemeinsame Medium, die Bildhauerei, findet in ihren Werken sehr unterschiedliche Ausdrucksweisen. Sie verbindet eine gute Portion Witz und Gelassenheit und eine starke Bezogenheit zum Umgebungsraum. Das Assoziationsspektrum reicht vom persönlichen Erlebnisraum bis zum Gesellschaftsraum, wie z.B. in der Intervention von Stefanie Klingemann. Sie verwandelt den Nutzraum “Treppenhaus” in einem Galerienhaus von einem möglichst neutral und wertfrei gehaltenen Ort in eine typisch häuslich eingerichtete Fläche, durch den Einsatz von Fußläufern, Topfpflanzen und fragwürdigen Dekoartikeln. (mehr …)

Eastern Omen im d-52

Der Kontakt kam auf dem akademischen Weg: Bianca Bocatius, eine der drei Betreiberinnen von d-52, lernte die Kunsthistorikerin und Kuratorin Stacey Koosel während einer Tagung kennen. Schnell kamen die zwei Frauen auf die Idee, eine Ausstellung zur zeitgenössischen estnischen Kunst in Düsseldorf zu organisieren und damit die hierzulande ziemlich unsichtbare baltische Kunst zu vertreten. Eine sehr löbliche Initiative, vor allem wenn man den relativ hausbackenen und lokalpatriotischen Charakter der hiesigen Projektraumszene kennt…

Selbstverständlich kann und will eine Ausstellung aus dem Off nicht als Spiegelbild einer nationalen Kunstszene fungieren. Vor allem nicht, wenn bloß drei Beiträge gezeigt werden – was übrigens ein bisschen mager ausfiel. Aber die Intention der Kuratorin war eben nicht, nationale Klischees zu bestätigen, sondern drei exemplarische und jungen Figuren aus dem fernen Osten und weiten Norden erstmalig in Deutschland vorzustellen. (mehr …)

Deckkraft featuring…

alle Bilder: deckkraft

 

Künstlerkollektive wirken auf den ersten Blick als eine Sondererscheinung der Kunstgeschichte, waren dabei – und bleiben bis heute – wichtige Herden von Entwicklungen und Erneuerungen. Spätestens seit Anfang der Moderne (ob die Nazarener in Deutschland oder die Schule von Barbizon in Frankreich) sind Bündnisse geschlossen, Formen der Zusammenarbeit gefunden und somit die Mythen des genialen Einzelnen und des abgekapselten schöpferischen Ichs relativiert worden. Zwar erscheinen die 1990er und 2000er Jahre mit ihrer Vorliebe für den Typus des Künstlers als Einzelkämpfer rückwirkend als superindividualistisch, aber die schleichende Repolitisierung der Künstlerschaft und eine Neuentdeckung der kollektiven Arbeit in den darauffolgenden Jahren ließ die Zahl der Künstlergruppen fühlbar wieder steigen.

Wenn die Relevanz von Künstlerkollektive nicht infrage gestellt werden kann, erscheint die Form des Künstlerduos historisch deutlich seltener. Der Kenner der zeitgenössischen Szene wird zwar sofort mit den Namen von Gilbert & George, Fischli & Weiss oder Eva & Adele (Vorsicht, Verwechslungsgefahr mit Dick und Doof!) angeben, der affine Kenner sogar behaupten, dass Künstlerduos en vogue sind, alles in allem wirkt die künstlerische Zusammenarbeit im Pärchenmodus doch exotisch. Und an dieser Stelle darf man sich fragen, was Deckkraft eigentlich ist. Ein poststrukturalistischer Kolchos mit der ethischen Einstellung einer Künstlergruppe aus den frühen 80ern? Der Codename einer Malmaschine, ein System zur unendlichen Produktion von neuen Bildern? Ein anonymes Konstrukt, das trotz aller Expressivität der Malergebnisse sich gesichtslos zeigt – ein Daft Punk der Malerei? Ein Binom, das sich nie genug ist und stets nach externen Bereicherungen sucht – wie eine Superband in ständiger Gründung? Das von Marc von Criegern und Walter Eul erfundene Deckkraft erinnert jedenfalls an nichts Gesehenes oder Gehörtes. (mehr …)

So nah so fern in Nürnberg

Unser Kollegin Anna Lena Werner vom artfridge-Blog hat in Nürnberg ein recht großes Projekt kuratiert und gemeinsam mit den dort agierenden Künstlern realisiert. ‚So Nah so fern‘ war der Titel der Gruppenausstellung auf dem ehemaligen AEG-Gelände.

Wir haben uns als Teaser mal vier Bilder kopiert, den Rest gibt es nach dem Klick bei Ihr im Blog.

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Grotevent und Maderthaner in der SITTart Galerie

Gequetscht zwischen der Zentrale der Ergo-Versicherung und dem Golzheimer Friedhof, also zwischen herausragender Vertikalität und definitiver Horizontalität, zwischen Kapital und Tod, liegt das hübsche Atelierhaus des Vereins Düsseldorfer Künstlers. Der Verein ist übrigens einer der ältesten seiner Gattung in ganz Deutschland und bildete vor der Erfindung der Künstlersozialkasse so etwas wie ein Sicherheitsnetz für die lokalen Kunstschaffenden. Das Haus in bester City-Lage, unweit des Rheins, des Museum Kunstpalast und des Hofgartens, wurde bereits mehrfach von Immobilienplänen bedroht, die gerne ein wenig mehr Stahl und Glas im Düsseldorfer Stadtbild gesehen hätten. Es konnte sich bisher immer knapp retten und nun scheint sein Erhalt für eine Weile gesichert zu sein.

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…und wir heißen das m330 willkommen!

Wer es mit der Künstlerkarriere ernst meint, aber an Aufmerksamkeitsdefizit leidet und keine merkliche Präsenz im lokalen Kunstbetrieb aufweisen kann, sollte auf ein Werkzeug zurückgreifen: den Projektraum. Es ist für den Kunstschaffenden  nie schlecht, in einem Off-Raum auszustellen und ein wenig Öffentlichkeit zu generieren. Besser ist es aber noch, einen Off-Space zu gründen und es selbst zu animieren. Das persönliche Netzwerk des Raumbetreibers erweitert sich schlagartig und seine Reputation, bzw. seine Autorität nehmen deutlich zu – ebenso wie die Sichtbarkeit seiner Arbeit, bzw. seine Präsenz in der Szene. Die aktive Beschäftigung mit einem Projektraum kann nicht unbedingt einen Karrieresprung garantieren, verspricht zumindest kurzfristig eine lokale Steigerung der Aufmerksamkeit.

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Kunstfestival Strom – 3. Auflage

Seit mehr als einem Viertel Jahrhundert bestehend hat sich der Verein Kunsthaus Rhenania zu einer kleinen Institution der autonomen Kunstszene in Köln entwickelt. Das Kunsthaus Rhenania ist zunächst ein großes Atelierhaus in bester Lage, ein ehemaliger Getreidespeicher, der von 1926 an die verkehrstechnisch evidente Nähe zum Rhein nutzte und schon vierzig Jahre später, also lange bevor man im Rheinland und im Ruhrgebiet von einem Strukturwandel sprach, in einen kreativen Think Tank umfunktioniert wurde. Mittlerweile werden ca. 40 Künstler aller Sparten dort beherbergt; das Haus ist also in erster Linie eine Arbeitsstätte. Neben dieser Werkstattfunktion erfüllt das Kunsthaus Rhenania auch eine vermittelnde Funktion. Seminare, Workshop sowie Ausstellungen finden regelmäßig statt. Seit 2011 gibt es sogar ein hauseigenes Festival, Strom, das die schwierige Balance zwischen wir-bezogener Selbstzelebration (viele Künstler des Vereins werden ins Programm übernommen) und relevanter kuratorischer Arbeit schafft.

Markus Linnenbrink: Niewiederschnellsagen (remix)

Die dritte Auflage von Strom war – das können wir direkt vorwegnehmen – eine sehr gelungene. Die Kuratorin der diesjährigen Veranstaltung, Maria Wildeis, hat sich auf ephemere Kunstformen konzentriert und spannende Positionen gefunden, die prozesshafte Arbeitsweisen bevorzugen. Dass sich dabei viele Namen wiederfanden, die Wildeis in der Vergangenheit in dem eigenen Projektraum Honigbrot ausgestellt hatte, wunderte nicht und wurde als legitimer kuratorischer Rückgriff zur Kenntnis genommen. Wenn man sich als Ausstellungsmacher für eine bestimmte Kunstsparte, bzw. für einen bestimmten Geist und eine bestimmte Haltung konsequent engagiert, ist es selbstverständlich, dass die 1. Choice-Liste nicht ständig neu geschrieben wird.

Evangelos Papadopoulos: Untitled

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Eiltank im Studio Roh

Eine Gruppenausstellung ohne übergeordnetes Thema. Eine Ausstellung ohne konzeptuelle Leitlinie. Ohne explizite Botschaft. Ohne ausformulierte Fragestellung. Wie entspannt, luftig und befreiend. Einfach ein paar befreundete Künstler einladen und das Publikum für einen Abend und zwei Tage einlassen. Eine solche Unbefangenheit bedarf nicht viele Worte und schon gar keine kunstwissenschaftliche Begleitkommentare.

Rebekka Benzenberg

Christian Berg

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Dietrich, Klompen und Wit im Cabinett

Es war ruhig, sehr ruhig in den kleinen Show-Room von Andrea Dietrich. Überhaupt war es an diesem lauen Spätsommer-Abend sehr ruhig in allen Düsseldorfer Off-Spaces. Das Off-Programm der Kunstpunkte (jene offene-Ateliers-Veranstaltung, die den Voyeurismusdrang des hungrigen Kunstpublikums befriedigt) hätte zu einem lustvollen Rundgang durch die unabhängige Szene werden können. Viele Projekträume hatten für diesen Termin ein neues Programm gestaltet und standen erwartungsvoll da. Aber bis auf die Gastkünstler und einige treue Anhänger war kaum ein Mensch an diesen Orten zu sehen. Der Grund dafür? Eine suboptimale Koordinierung des Kulturamts. Warum müssten die Kunstpunkte ausgerechnet an diesem mit Kulturterminen verstopften Wochenende gelegt werden? Nach der langen Sommerpause erwachten am Freitag Abend nämlich die Akteuren des Kunstbetriebes wieder – und zwar alle gleichzeitig. Alle Galerien der Stadt, die an dem beliebten DC (ein großer Zusammenschluß von Düsseldorfer und Kölner Galeristen) teilnehmen, präsentierten ihr neues Programm. Die Kunstsammlung NRW eröffnete zeitgleich die große Calder-Ausstellung. Das Opening der neuen Show in der Julia Stoschek Collection zog Hunderten in Oberkassel. Für die Kunstrebellen wurde die Eröffnung des Urban Art Festivals 40 Grad ein obligatorischer Anlaufspunkt. Und am Samstag und Sonntag waren auch noch die besagte Ateliers zu besichtigen- ganz abgesehen von den Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum, die ein potenzielles Restpublikum mobilisierten. Die eventgeile Stadt Düsselodrf opferte also ihre freie Szene – eine Szene, die ohnehin unter Aufmerksamkeitsdefizit leidet. Ein Sabotage hätte nicht besser funktioniert.

Marco Wit

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Trockendock im Institut für skulpturelle Peripherie

In wenigen Wochen werden die drei Betreiberinnen des Instituts für Skulpturelle Peripherie zu Gast in Hamburg sein. Petra Albrand, Eva Weinert und Friederike Schardt sind vom Kunst- und Kulturverein 2025 e.V. eingeladen worden und werden im Gegenzug einige Vereinsmitglieder aus der Hansestadt in ihrem kleinen Düsseldorfer Speicher ausstellen. Bevor sie mit ihrer Arbeiten gen Norden fahren, wollten sie eine Art „Trockenübung“ vornehmen und die für Hamburg geplante Skulpturen und Installationen „zu Hause“ ausbreiten. Das Ergebnis: Vier Arbeiten, die auf unterschiedlichster Art und Weise einer maritimen Atmosphäre heraufbeschwören und sich auf die bevorstehende Fahrt in die Hafenstadt beziehen.

 

Friederike Schardt

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