digital3mpire

CTRL-S

Permanent hinterlassen wir auf den Festplatten der digitalen Archive die Spuren unseres Lebens. Suchmaschinen konzentrieren diese und halten sie kompakt und zugriffsbereit für Andere vor. Über die zeitgenössischen Netzwerke verknüpfen wir uns mit denen, die uns auf unserem Lebensweg begegnen und folgen ihnen weit über den Zeitpunkt der eigentliche Begegnung hinaus.
Was dem Pre-Internet Menschen noch möglich war, nämlich das verlassen sozialer Strukturen und Lebensräume, die Flucht vor der Vergangenheit und damit auch die Möglichkeit zum Neuanfang, wird für den Post-Internet-Menschen unserer Tage zunehmend schwieriger. Wir bleiben und stehen in permanentem öffentlichen Kontakt mit uns, den Anderen und dem was wir früher waren.

CTRL-S Florian Kuhlmann - Galerie Am Meer

Über das Netz entstehen Verbindungen, wo zuvor keine waren und es werden Sphären verknüpft, welche früher räumlich getrennt existierten. Information und Kommunikation sind derzeit so mobil wie selten zuvor. Gleichzeitig ist der Zugriff auf das gespeicherte und über die Netzwerke verbundene Wissen vergleichsweise trivial und schnell zu erledigen. Informationen, welche zuvor entweder gar nicht oder räumlich getrennt archiviert waren, liegen nur wenige Klicks voneinander entfernt vor.

Speichern und Publizieren von Momenten und diskreten Lebenszuständen ist Alltagshandlung geworden und gewinnt für die Konstruktion unserer Wirklichkeiten und der Entwicklung unser aller Historie immer weiter an Bedeutung. Permanente Formalisierung and Serialisierung analoger Prozesse sind ein elementarer Effekt der Digitalisierung der Welt.
Mit einem kurzen Tastendruck speichern wir unsere Lebensereignisse in Form von audiovisuellen Dokumenten, und zwängen sie in die jeweils dafür vorgesehenen Formate und Speicherstrukturen. Die Rauminstallation ‚ctrl-s in der Galerie am Meer, Düsseldorf‚ rückt diese Strukturen als zentrales Element metamoderner Wirklichkeitskonstruktion in den Fokus der Betrachtung.

Florian Kuhlmann
Düsseldorf, 02.10.2015

Virtual Reality: How To Survive The Hype. Eine Handreichung in 6 Schritten

Alle haben von den Algorithmen gehört, die uns in den sozialen Medien die Inhalte kuratieren. Wir sehen nur, was in unsere Komfortzone passt. Nun wollen Virtual Reality-Enthusiasten wahlweise die Innen- oder die Außenwelt, aber auf jeden Fall das Unbekannte erkunden. Welches Potential hat die Technologie für die Kunst, welche Utopien stecken dahinter? Und was muss man wissen, damit man den Hype um die interaktiven Welten übersteht?

Schwindelgefühlen und Übelkeit vorbeugen

Erst einmal: Wie reagieren Betrachter auf virtuellen Realität? Im Extremfall mit VR sickness. Eine ähnlich starke physische Reaktion auf Kunstwerke ist von besonders empfindsamen Betrachtern aus dem 19. Jahrhundert überliefert, die zum ersten Mal Caspar David Friedrichs “Mönch am Meer” gesehen haben. Heute eigentlich unvorstellbar. VR sick wird man, weil die körperlich empfundene Erfahrung nicht so recht mit dem Gesehenen zusammenfindet. Im Rahmen der Ausstellung ‚Perception is Reality: Über die Konstruktion von Wirklichkeit und virtuelle Welten‘ im Frankfurter Kunstverein lässt das Kollektiv Toast die Besucher derzeit Höhenangst erleben, obwohl sie fest auf dem Boden stehen. Die Gewissheit hat man, aber wenn man runterschaut, sind es 160 Meter bis zum Boden, zumindest virtuell. Auf einem schmalen Brett stehend, lässt sich in “The Plank Experience” ein erhabener Lustgrusel nacherleben. Ganz gefahrlos. Gegen die leichte Übelkeit hilft übrigens Ingwertee.

Toast-Plank_Experience-2016Toast, „Plank Experience“, 2016

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Notizen zum digital3mpire 2017/11/24

(pic via https://twitter.com/darkstockphotos)

Das sich abzeichnende Verschwinden der Macht und Herrschaft aus dem direkten Blickfeld des Publikums scheint mir das, oder zumindest ein Kernelement des sich langsam herausdiffenzierenden politischen Systems des digital3mpire. Gleichwohl man hier ja eigentlich direkt zwei Dinge einwerfen muss. Erstens es gibt natürlich nicht das eine digital3mpire, sondern es werden sich der lokalen Kukltur entsprechende unterschiedliche Ausdifferenzierung automatisierter Herrschaft entwickeln. So wie es eben auch nicht einen Kapitalismus gibt, sondern unterschiedlich organisierte im Kern aber verwandte System. Zweitens stellt sich die Frage ob das digital3mpire eigentlich wirklich noch ein politisches System im uns bekannten Sinne ist, wenn man denn Politik als Gestaltung von Gesellschaft durch den Menschen (und nicht etwa durch Gott oder Natur) versteht. Es ist um es vorweg zu nehmen, noch nicht ganz klar ob es eine Machtverschiebung hin zu den Ingenieuren der Algorithmen und digitalen Systeme oder ganz zu den autonomen Systemen hin gibt.

Mischformen sind aber, natürlich so wie jetzt auch schon, möglich. Es ist anzunehmen, dass sich in Teilbereichen völlig autonome kybernetische Steuerungssysteme herausbilden, in deren Einflussbereichen dann Aporie herrscht, der Mensch sich also nur auf das Glück verlassen kann möglichst wenig mit Ihnen in Berührung zu kommen, oder falls denn doch, kein Opfer der Bugs die durchaus auch Feature sein können, zu werden.

Autonome Systeme wie Blockchains und A.I. aber auch simplere Algorithmen sind zentrales Element eines voll ausdifferenzierten digital3mpire. Wichtig im diesem Zusammenhang wird die Frage sein, ob und wenn ja wie Menschen die Hoheit über diese autonom verwaltenden Systeme erhalten können. Und natürlich ob es gelingt die sich dann dort akkumulierenden Möglichkeiten in Einklang mit der restlichen Gesellschaft zu bekommen.

The Materialist Postscript

Die Wahrnehmung der Wirklichkeit wurde durch Wiederaufnahme von zuvor insbesondere mit Konzeptkunst assoziierten Strategien und Theorien, durch Massenmedien und soziale Netzwerke, immer mehr auf die gegenständliche Sprache eines Kunstprojektes reduziert. Der Materialismus, die Theorie des steten Flusses und Austauschs von Materie und die damit einhergehenden ideologischen Debatten, haben ihre Allegorie in der Produktion und dem Konsum zeitgenössischer Kunst gefunden. Die stetig wachsendende Masse an Bildern, angetrieben durch Fortschritt in Technik und Kommunikation, scheint geeignet, das philosophische Versprechen eines ästhetischen Staates, regiert von der Macht der Sprache, zu erfüllen.

The Materialist Postscript greift Boris Groys Theorie eines Regimes sprachwissenschaftlicher Verbindungen, die eine gesellschaftliche Einheit zementieren, auf. Dabei betrachtet es sie vor dem Hintergrund einer zeitgenössischen Theorie der Repräsentation, in der Objekte, Zeichen und Symbole Elemente des materiellen Austausches sind.

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Abstrakt kodierte Bedeutung, symbolische Avatare von Kultur und Identität, Ikonen von Sieg, Niedergang und unvollendeten Vorhaben des dialektischen Materialismus, wie auch die visuellen Codes der Welt im Sinne eines materiellen Austausches machen Überlegungen zu den grundsätzlichen Prinzipien des Einsatzes von Sprache in globalen Netzwerken erforderlich und bilden damit die Vorlage für den Materialist Postscript.

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The Materialist Postscript zeigt Arbeiten, die, durch Fotografie, bewegte Bilder, Malerei und Installation, die Theorie der Sprache und Repräsentation in einer globalisierten Welt neu entwickeln.

The Materialist Postscript
15.01.2016 – 06.04.2016


Kuratiert von Intelligentsia Gallery, Peking
Mit den Künstlerinnen Jason Mena, Ju Anqi, Ren Zhitian, Xiao Xiao, Oliver Haidutschek, William Lee, Camille Ayme, Garcia Frankowski, Troyka Union (Lena Tsibizova, Olga Rodina, Anastasia Soboleva)

Galerie Philine Cremer
Ackerstraße 23
40233 Düsseldorf

http://www.philinecremer.com/

Opening .htaccess im #digital3mpire

;tldr – Eine Show am 06.03.2015 mit post- und postpostdigitalen Werken von Giulia Bowinkel & Friedemann Banz, Olia Lialina und Timothy Shearer featuring Nikolas Müller zu Immersion und Information in Düsseldorf Friedrichstadt.

hat eine Rezension zu .htaccess bei artblogcologne.com geschrieben und auf der Webseite des #digital3mpire gibt es die Dokumentation der Show.

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Der Computer des Jahres 2015 ist ein gefrässiges Ding. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat er sich vom exklusiven Militärapparat hin zum omnipräsenten Massenphänomen und Alltags-Gadget entwickelt. Die ehemals hausgroßen Rechner haben sich in immer kleiner werdende Geräte verwandelt, welche sich mit atemberaubender Geschwindigkeit minimalinversiv in unser aller Leben implementieren. Der Computer, das Netz, die damit verbundenen Devices und die zugehörigen Interfaces prägen unsere Kultur und unser Denken wie nur wenig andere Entwicklungen der Gegenwart und Vergangenheit. Treibstoff, Erzeugnis und Abfall der damit verbundenen psychosozialen Prozesse ist die Information. Sie ist die allgegenwärtige Droge unserer Zeit nach der immer größere Teile der Bevölkerung gieren wie der Junkie nach dem nächsten Schuss.

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Future of Memory – Sabrina Möller im Gespräch mit Nicolaus Schafhausen

Ein smartphoneloser kluger Freund meinte kürzlich, nachdem ihn Morgens auf dem Weg zur Arbeit ein von-seinem-smartphone-bereits-assimilierter Mann, mit den Augen aufs Display gerichtet fast umrannte, das sei doch irgendwie auch phänomenal. Man können den Wandel und die Verschmelzung der Gesellschaft mit dem neuen Medien täglich, quasi live, beobachten. Die Entwicklung wäre so schnell, dass sie wirklich sichtbar wäre. Und ich glaube da hat er recht. Das geht alles verdammt schnell.

Und von daher ist das ja eine wirklich berechtigte und sinnvolle Frage, wie sich denn nun das Erinnern in Zukunft gestalten wird, wo doch derzeit und überall so viel, aber auch so unsinnig, gespeichert wird. Was bleibt also hängen am Ende?

Darüber und über die Show The Future of Memory in der Kunsthalle Wien unterhält sich wie im Header angekündigt Sabrina Möller von artandsignature mit dem zuständigen Kurator Nicolaus Schafhausen. Hier.

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pics via https://www.facebook.com/MuseumOfInternet

das 3D von evapapamargariti.tumblr.com

das netz ist dann eben zu weilen doch ein dorf. heute mittag blogge ich noch was über panther.org bzw die arbeiten von EVA PAPAMARGARITI im roomtwo.html, und eben stelle ich unvermittelt auf twitter fest, dass die gute frau und ich wohl schon eine weile mit einander verschaltet sind. schöne sachen macht sie dort und auf ihrem tumblr, viel gif-animationen, viel video, das ganze mit einem ordentlichen schuss 3d-zauber.
gefällt mir sehr gut und kommt in meine bookmarkbox.

tumblr_eva_papamargariti

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