digital3mpire

Facefilter

Gesichtfilter-Apps hatte ich dato aus künstlerischer Perspektive eher nicht so auf dem Schirm. Ein Tweet letzte Woche mit Hinweis auf die neue Onlinegalerie des digital3mpire sollte das ändern, denn dieser entwickelte sich etwas unerwartet in einen twitter-Chat mit Philipp Meier über Gesichtsfilter und Autorschaft.
Zum Einstig der Tweet des Anstoßes:

Worauf Philipp dann in etwa wie folgt reagierte …

philipp meier @metamythos yeppo. habs gelesen. insbesondere gesichtsfilter gehen stark in diese richtung. vielleicht (noch) nicht (sehr) politisch. aber: diese community ist spannend, global. ein‘e kreateur‘in verliert quasi die hoheit übers werk; das sich die user‘innen effektiv zu eigen machen.

philipp meier @metamythos nach pokemon go ist das DIE speerspitze für die ganze AR-entwicklung. kann dir ansonten ne gesichtsfilter-entwicklerin aus basel empfehlen, die ‚aktivistisch‘ unterwegs ist (hyperlokal)

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inside ecologies – Alles ist connected

Wie ist die Welt wenn wir die Augen schließen oder einmal ganz wo anders hinschauen? Und was hat das mit Schulbrot und Kita zu tun? (K)eine Antwort gibt’s hier.

Budhaditya Chattopadhyay, „Decomposing Landscape“
Budhaditya Chattopadhyay, „Decomposing Landscape“

Über so umfangreiche und komplexe Projekte wie das hier soll man ja – sofern man denn überhaupt was darüber sagen kann – eigentlich nur schreiben, wenn im Original gesehen. Ich falle damit also eigentlich erstmal aus, gleichwohl mich schon interessiert was da im Weltkunstzimmer derzeit aufgebaut ist. Am Trigger würde es also nicht scheitern. Nur zeitlich hat es dafür bei mir eben leider bisher einfach nicht gereicht.
Einschulung, Herbstferien, Kindergarten und eine weitere, nun aber sicher auch letzte Geburt haben unseren Alltag einmal mehr ganz schön durch einander gewirbelt.
Und so war es dann wohl eben auch mal bissi ruhiger in der Perisphere die letzten Wochen und Monate, über diesen wirklich wunderbaren, fast endlos erscheinenden Sommer weg. Der Schrebergarten war tagsüber Ort der Wahl und Nachts wollte der Windelwechsel im Halbschlaf wieder gelernt werden. Sprich der Fokus hatte sich einmal mehr verschoben die letzten Wochen und Monate. Noch weiter weg vom Streben nach der sexygeilen internationalen Kunstkarriere hinzu zum Alltag zwischen Schulbrot schmieren und Kita.

Conrad Kürzdörfer/Brian Holden, Sustainer (2018)
Conrad Kürzdörfer/Brian Holden, Sustainer (2018)

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Raus aus dem binären Knast. Jetzt.

WIDER DEM DUALISMUS
WIDER DEM DUALISTISCHEN DENKEN
– UND NIX WIE RAUS AUS DEM BINÄREN KNAST

Eine freundliche Bitte in die Runde. Ich nehme, so wie sicherlich vielen von Euch auch, hier und auch an anderen Orten im Interwebs und in den Medien eine zunehmende Polarisierung und Verhärtung gedanklicher Positionen wahr.
Es ist eine seltsame Mischung aus Angst, Wut, Verzweiflung und gefühlter Ohnmacht die sich breit und uns alle irgendwie ganz kirre macht, die jedes intelligente, autonome Denken langsam zu ersticken droht und dazu führt sich gedanklich immer weiter in ideologischen Lagern zu verschanzen.

Dialoge werden damit aber immer schwieriger bis unmöglich. Bereits das stellen von Fragen oder das Thematisieren von Problemen erfährt, auch beschleunigt durch Twitters und Facebook, mittlerweile innerhalb kürzester Zeit eine unmittelbare und radikal beschleunigte Zuspitzung welcher man gedanklich eigentlich nicht mehr folgen kann. Es entsteht eine Kommunikationtsstream der zunehmend Like, Affekt und Triebgesteuert ist.
Zum Denken und Reflektieren braucht es aber Ruhe und zu weilen Abstand, weil nicht alles immer das ist, als was es im ersten Moment erscheint und weil reale Probleme vielschichtig sind, Realität aus unglaublich vielen Layers zusammen gesetzt wird, durch uns alle. Permanent.

Eines unserer grundlegenden Probleme wird dabei zunehmend der Dualismus, das darauf basierende dualistische Denken in vermeintlichen Symmetrien, und die binäre Logik der Maschine. Also die harte Unterscheidung in TRUE und FALSE, Richtig und Falsch.
Aus dem was in den guten Tagen der liberalen Gesellschaft einmal der demokratische Diskurs gewesen ist, wir zunehmend ein knallhartes Freund-Feind-Denken in dem fast alles in die einfachen Kategorie Gut und Böse, oder Richtig und Falsch unterschieden wird. Das Analoge in Form von Zwischentönen, Unschärfen und der Wirklichkeit naturgemäß zu eigenen Widersprüchen wird dadurch aber negiert, unser Denken damit immer weniger dem realen Geschehen gerecht.
Dabei weiß jeder von uns aus eigener Erfahrung sehr genau, dass nur in ganz wenigen Fällen B automatisch richtig weil A falsch ist. Denn das Binäre ist ausserhalb der CPU des Rechners allzu oft ein Trugschluss und nur bedingt 1:1 auf die Welt übertragbar.

Das bedeutet aber auch, wir müssen unbedingt damit aufhören uns in diesen gedanklichen Mustern zu bewegen. Wir müssen das offene unscharfe Denken wieder wagen, im Vertrauen darauf dass wir alle ganz OkaX sind, unser gegenüber eventuell mal anderer Meinung, deswegen aber nicht zwangsläufig ein überzeugter Links-Oder-Rechts-Faschist ist.

Wir müssen irgendwie wieder lernen besser zu ertragen, dass Wirklichkeit komplex ist, es auf Fragen zu weilen keine schnelle eindeutige Antworten gibt, nicht alles binär mit ja oder nein, richtig oder falsch bzw TRUE und FALSE beantwortet werden kann, dass die Perspektiven vielschichtig sind und dass manche liebgewonnenen Gewissheiten sich über die Jahre als Falsch herausgestellt haben können, dass Wahrheit immer wieder aufs neue verhandelt werden muss, weil es keinen Stillstand gibt und die Welt sich durch uns permanent verändert.

Wir müssen wieder viel mehr akzeptieren lernen, dass sowohl A als auch B und eventuell sogar C und! vielleicht auch noch D richtig sein können. Gleichzeitig aber alle vier Optionen aus einer anderen Perspektive eventuell komplett falsch sind.
Das ist anstrengend, auch nervig und das ist sicher nicht immer schön. Aber das Schöne zu sehen ist zu weilen einfach zu verlockend und lässt uns darüber leider oft vergessen das dahinter liegende Hässliche aber Notwendige zu Denken.

GEGEN EINE ÜBERMACHT DES DUALISMUS.
FÜR OFFENHEIT UND AUTONOMIE UND EIN DENKEN IN BEWEGUNG. JETZT.

( Diese Arbeit ist in High-Res frei zum Download verfügbar unter http://www.thenewproject.de und darf nach eigenem ermessen genutzt und verwendet werden. )

CTRL-S

Permanent hinterlassen wir auf den Festplatten der digitalen Archive die Spuren unseres Lebens. Suchmaschinen konzentrieren diese und halten sie kompakt und zugriffsbereit für Andere vor. Über die zeitgenössischen Netzwerke verknüpfen wir uns mit denen, die uns auf unserem Lebensweg begegnen und folgen ihnen weit über den Zeitpunkt der eigentliche Begegnung hinaus.
Was dem Pre-Internet Menschen noch möglich war, nämlich das verlassen sozialer Strukturen und Lebensräume, die Flucht vor der Vergangenheit und damit auch die Möglichkeit zum Neuanfang, wird für den Post-Internet-Menschen unserer Tage zunehmend schwieriger. Wir bleiben und stehen in permanentem öffentlichen Kontakt mit uns, den Anderen und dem was wir früher waren.

CTRL-S Florian Kuhlmann - Galerie Am Meer

Über das Netz entstehen Verbindungen, wo zuvor keine waren und es werden Sphären verknüpft, welche früher räumlich getrennt existierten. Information und Kommunikation sind derzeit so mobil wie selten zuvor. Gleichzeitig ist der Zugriff auf das gespeicherte und über die Netzwerke verbundene Wissen vergleichsweise trivial und schnell zu erledigen. Informationen, welche zuvor entweder gar nicht oder räumlich getrennt archiviert waren, liegen nur wenige Klicks voneinander entfernt vor.

Speichern und Publizieren von Momenten und diskreten Lebenszuständen ist Alltagshandlung geworden und gewinnt für die Konstruktion unserer Wirklichkeiten und der Entwicklung unser aller Historie immer weiter an Bedeutung. Permanente Formalisierung and Serialisierung analoger Prozesse sind ein elementarer Effekt der Digitalisierung der Welt.
Mit einem kurzen Tastendruck speichern wir unsere Lebensereignisse in Form von audiovisuellen Dokumenten, und zwängen sie in die jeweils dafür vorgesehenen Formate und Speicherstrukturen. Die Rauminstallation ‚ctrl-s in der Galerie am Meer, Düsseldorf‚ rückt diese Strukturen als zentrales Element metamoderner Wirklichkeitskonstruktion in den Fokus der Betrachtung.

Florian Kuhlmann
Düsseldorf, 02.10.2015

Virtual Reality: How To Survive The Hype. Eine Handreichung in 6 Schritten

Alle haben von den Algorithmen gehört, die uns in den sozialen Medien die Inhalte kuratieren. Wir sehen nur, was in unsere Komfortzone passt. Nun wollen Virtual Reality-Enthusiasten wahlweise die Innen- oder die Außenwelt, aber auf jeden Fall das Unbekannte erkunden. Welches Potential hat die Technologie für die Kunst, welche Utopien stecken dahinter? Und was muss man wissen, damit man den Hype um die interaktiven Welten übersteht?

Schwindelgefühlen und Übelkeit vorbeugen

Erst einmal: Wie reagieren Betrachter auf virtuellen Realität? Im Extremfall mit VR sickness. Eine ähnlich starke physische Reaktion auf Kunstwerke ist von besonders empfindsamen Betrachtern aus dem 19. Jahrhundert überliefert, die zum ersten Mal Caspar David Friedrichs “Mönch am Meer” gesehen haben. Heute eigentlich unvorstellbar. VR sick wird man, weil die körperlich empfundene Erfahrung nicht so recht mit dem Gesehenen zusammenfindet. Im Rahmen der Ausstellung ‚Perception is Reality: Über die Konstruktion von Wirklichkeit und virtuelle Welten‘ im Frankfurter Kunstverein lässt das Kollektiv Toast die Besucher derzeit Höhenangst erleben, obwohl sie fest auf dem Boden stehen. Die Gewissheit hat man, aber wenn man runterschaut, sind es 160 Meter bis zum Boden, zumindest virtuell. Auf einem schmalen Brett stehend, lässt sich in “The Plank Experience” ein erhabener Lustgrusel nacherleben. Ganz gefahrlos. Gegen die leichte Übelkeit hilft übrigens Ingwertee.

Toast-Plank_Experience-2016Toast, „Plank Experience“, 2016

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Notizen zum digital3mpire 2017/11/24

(pic via https://twitter.com/darkstockphotos)

Das sich abzeichnende Verschwinden der Macht und Herrschaft aus dem direkten Blickfeld des Publikums scheint mir das, oder zumindest ein Kernelement des sich langsam herausdiffenzierenden politischen Systems des digital3mpire. Gleichwohl man hier ja eigentlich direkt zwei Dinge einwerfen muss. Erstens es gibt natürlich nicht das eine digital3mpire, sondern es werden sich der lokalen Kukltur entsprechende unterschiedliche Ausdifferenzierung automatisierter Herrschaft entwickeln. So wie es eben auch nicht einen Kapitalismus gibt, sondern unterschiedlich organisierte im Kern aber verwandte System. Zweitens stellt sich die Frage ob das digital3mpire eigentlich wirklich noch ein politisches System im uns bekannten Sinne ist, wenn man denn Politik als Gestaltung von Gesellschaft durch den Menschen (und nicht etwa durch Gott oder Natur) versteht. Es ist um es vorweg zu nehmen, noch nicht ganz klar ob es eine Machtverschiebung hin zu den Ingenieuren der Algorithmen und digitalen Systeme oder ganz zu den autonomen Systemen hin gibt.

Mischformen sind aber, natürlich so wie jetzt auch schon, möglich. Es ist anzunehmen, dass sich in Teilbereichen völlig autonome kybernetische Steuerungssysteme herausbilden, in deren Einflussbereichen dann Aporie herrscht, der Mensch sich also nur auf das Glück verlassen kann möglichst wenig mit Ihnen in Berührung zu kommen, oder falls denn doch, kein Opfer der Bugs die durchaus auch Feature sein können, zu werden.

Autonome Systeme wie Blockchains und A.I. aber auch simplere Algorithmen sind zentrales Element eines voll ausdifferenzierten digital3mpire. Wichtig im diesem Zusammenhang wird die Frage sein, ob und wenn ja wie Menschen die Hoheit über diese autonom verwaltenden Systeme erhalten können. Und natürlich ob es gelingt die sich dann dort akkumulierenden Möglichkeiten in Einklang mit der restlichen Gesellschaft zu bekommen.

The Materialist Postscript

Die Wahrnehmung der Wirklichkeit wurde durch Wiederaufnahme von zuvor insbesondere mit Konzeptkunst assoziierten Strategien und Theorien, durch Massenmedien und soziale Netzwerke, immer mehr auf die gegenständliche Sprache eines Kunstprojektes reduziert. Der Materialismus, die Theorie des steten Flusses und Austauschs von Materie und die damit einhergehenden ideologischen Debatten, haben ihre Allegorie in der Produktion und dem Konsum zeitgenössischer Kunst gefunden. Die stetig wachsendende Masse an Bildern, angetrieben durch Fortschritt in Technik und Kommunikation, scheint geeignet, das philosophische Versprechen eines ästhetischen Staates, regiert von der Macht der Sprache, zu erfüllen.

The Materialist Postscript greift Boris Groys Theorie eines Regimes sprachwissenschaftlicher Verbindungen, die eine gesellschaftliche Einheit zementieren, auf. Dabei betrachtet es sie vor dem Hintergrund einer zeitgenössischen Theorie der Repräsentation, in der Objekte, Zeichen und Symbole Elemente des materiellen Austausches sind.

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Abstrakt kodierte Bedeutung, symbolische Avatare von Kultur und Identität, Ikonen von Sieg, Niedergang und unvollendeten Vorhaben des dialektischen Materialismus, wie auch die visuellen Codes der Welt im Sinne eines materiellen Austausches machen Überlegungen zu den grundsätzlichen Prinzipien des Einsatzes von Sprache in globalen Netzwerken erforderlich und bilden damit die Vorlage für den Materialist Postscript.

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The Materialist Postscript zeigt Arbeiten, die, durch Fotografie, bewegte Bilder, Malerei und Installation, die Theorie der Sprache und Repräsentation in einer globalisierten Welt neu entwickeln.

The Materialist Postscript
15.01.2016 – 06.04.2016


Kuratiert von Intelligentsia Gallery, Peking
Mit den Künstlerinnen Jason Mena, Ju Anqi, Ren Zhitian, Xiao Xiao, Oliver Haidutschek, William Lee, Camille Ayme, Garcia Frankowski, Troyka Union (Lena Tsibizova, Olga Rodina, Anastasia Soboleva)

Galerie Philine Cremer
Ackerstraße 23
40233 Düsseldorf

http://www.philinecremer.com/

Opening .htaccess im #digital3mpire

;tldr – Eine Show am 06.03.2015 mit post- und postpostdigitalen Werken von Giulia Bowinkel & Friedemann Banz, Olia Lialina und Timothy Shearer featuring Nikolas Müller zu Immersion und Information in Düsseldorf Friedrichstadt.

hat eine Rezension zu .htaccess bei artblogcologne.com geschrieben und auf der Webseite des #digital3mpire gibt es die Dokumentation der Show.

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Der Computer des Jahres 2015 ist ein gefrässiges Ding. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat er sich vom exklusiven Militärapparat hin zum omnipräsenten Massenphänomen und Alltags-Gadget entwickelt. Die ehemals hausgroßen Rechner haben sich in immer kleiner werdende Geräte verwandelt, welche sich mit atemberaubender Geschwindigkeit minimalinversiv in unser aller Leben implementieren. Der Computer, das Netz, die damit verbundenen Devices und die zugehörigen Interfaces prägen unsere Kultur und unser Denken wie nur wenig andere Entwicklungen der Gegenwart und Vergangenheit. Treibstoff, Erzeugnis und Abfall der damit verbundenen psychosozialen Prozesse ist die Information. Sie ist die allgegenwärtige Droge unserer Zeit nach der immer größere Teile der Bevölkerung gieren wie der Junkie nach dem nächsten Schuss.

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.htaccess

Der Computer des Jahres 2015 ist ein gefrässiges Ding. Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat er sich vom exklusiven Militärapparat hin zum omnipräsenten Massenphänomen und Alltags-Gadget entwickelt. Die ehemals hausgroßen Rechner haben sich in immer kleiner werdende Geräte verwandelt, welche sich mit atemberaubender Geschwindigkeit minimalinversiv in unser aller Leben implementieren. Der Computer, das Netz, die damit verbundenen Devices und die zugehörigen Interfaces prägen unsere Kultur und unser Denken wie nur wenig andere Entwicklungen der Gegenwart und Vergangenheit.
Treibstoff, Erzeugnis und Abfall der damit verbundenen psychosozialen Prozesse ist die Information. Sie ist die allgegenwärtige Droge unserer Zeit nach der immer größere Teile der Bevölkerung gieren wie der Junkie nach dem nächsten Schuss.
Der Zugang zu dieser Droge und die Kontrolle darüber ist die zentrale technopolitische Frage unserer Generation, um sie dreht sich das aktuell laufende Redesignprogramm des Kapitalismus. Die Interfaces sind das ultra-cleane Fixerbesteck des metamodernen Menschen, durch sie gelangt die Droge in unsere Gehirne um dort ihre disruptive Wirkung zu entfalten und sich bunt, schrill und hysterisch schillernd mit unserem Geist zu verbinden. Mit jedem Klick und jedem konsumierten Bit verwandelt sich das Wesen unseres Geistes ein Stück weiter vom biologischen zum synthetischen. Ein Teil dieses Transformationsprozesses ist die sukzessive und kontinuierliche Annäherung der Schnittstellen an unsere Körperoberfläche mit dem Ziel in diese einzudringen und sich unauflösbare mit uns zu verbinden.
Die Droge Information, der Prozess der Immersion und die Kontrolle darüber, werden damit zu den entscheidende Themen unserer Tage. Wie wollen wir uns mit der Maschine verbinden, wo liegen die aktuellen Schnittstellen zwischen Hirn und Prozessoren und wo sollen sich diese in Zukunft befinden? Viel wichtiger aber noch als die Frage des Wie: Wer darf über Funktion der Schnittstellen und den Fluss der Droge Information durch diese entscheiden?

.htaccess spürte diesen Fragen in gewohnt ungezwungen, lässiger Manier aber mit vollem Einsatz nach und bringt ausgewählte Künstler die schon lange an den Grenzbereichen dieser Fragestellung arbeiten und künstlerisch forschen an einem Ort, dem #digital3mpire in Düsseldorf, für eine Show zusammen.

 

 

 

Future of Memory – Sabrina Möller im Gespräch mit Nicolaus Schafhausen

Ein smartphoneloser kluger Freund meinte kürzlich, nachdem ihn Morgens auf dem Weg zur Arbeit ein von-seinem-smartphone-bereits-assimilierter Mann, mit den Augen aufs Display gerichtet fast umrannte, das sei doch irgendwie auch phänomenal. Man können den Wandel und die Verschmelzung der Gesellschaft mit dem neuen Medien täglich, quasi live, beobachten. Die Entwicklung wäre so schnell, dass sie wirklich sichtbar wäre. Und ich glaube da hat er recht. Das geht alles verdammt schnell.

Und von daher ist das ja eine wirklich berechtigte und sinnvolle Frage, wie sich denn nun das Erinnern in Zukunft gestalten wird, wo doch derzeit und überall so viel, aber auch so unsinnig, gespeichert wird. Was bleibt also hängen am Ende?

Darüber und über die Show The Future of Memory in der Kunsthalle Wien unterhält sich wie im Header angekündigt Sabrina Möller von artandsignature mit dem zuständigen Kurator Nicolaus Schafhausen. Hier.

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pics via https://www.facebook.com/MuseumOfInternet

das 3D von evapapamargariti.tumblr.com

das netz ist dann eben zu weilen doch ein dorf. heute mittag blogge ich noch was über panther.org bzw die arbeiten von EVA PAPAMARGARITI im roomtwo.html, und eben stelle ich unvermittelt auf twitter fest, dass die gute frau und ich wohl schon eine weile mit einander verschaltet sind. schöne sachen macht sie dort und auf ihrem tumblr, viel gif-animationen, viel video, das ganze mit einem ordentlichen schuss 3d-zauber.
gefällt mir sehr gut und kommt in meine bookmarkbox.

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Digital Soirée 2 – Myspam

Keine Sorge Freunde, wir werden auch in Zukunft in erster Linie über die Projekte Anderer berichten und die PR in eigener Sache hier nicht übertreiben. Andererseits hoffen wir natürlich, dass Ihr hier nicht nur vorbeischaut um zu lesen was wir von den Anderen halten, sondern auch, weil Ihr uns und unser Projekt ein kleines bißchen lieb gewonnen habt und deshalb auch wissen möchtet was wir sonst so in unserer Freizeit treiben.

Neben unserem derzeit wohl zeitaufwändigsten Hobby des Bloggens, organisieren wir – dem aufmerksamen Leser ist es natürlich nicht entgangen – unter anderem regelmäßige Digital Soirées, in denen wir uns dem Thema in unterschiedlichen Formen annähern. Diesmal zu Gast war Stefan Riebel, über den wir auch hier im Blog schon das ein oder andere mal berichtet haben. Die wirkliche Interessierten nutzen jetzt die bloginterne Suche, alle anderen lesen bzw schauen einfach weiter. Zum Projekt selber steht eigentlich alles in  der Ankündigung hier und hier.

Um es kurz zu halten. Riebel sammelt Spam-E-Mails in seinem Blog http://myspam.stefanriebel.de/, wir bzw unsere Gäste haben ausgewählten Spam per Post versendet.

Die letzten drei Bilder der Serie mussten wir mit dem Smartphone machen, deshalb fallen die natürlich Qualiativ etwas von den vorher gehenden ab. Bei einem so exklusiven und ästhetisch geschultem Publikum wie dem unseren muss man sowas dann eben schon erwähnen bzw vorwarnen – finde ich.

Digital Soirée präsentiert Stefan Riebel myspam

Am Freitag den 5. Juli setzen wir unsere Reihe Digital-Soirée fort. Dieses Mal ist der umtriebige Stefan Riebel unser Gast. Er ist Gründer und Organisator von derzeit fünf Projekt- und Ausstellungsräumen in Berlin und Leipzig. Seine Projekträume tragen Namen wie Büro für bestimmte Dinge, Abteilung für alles Andere, Zentrale, Niederlassung Berlin und Zuständige Behörde. Alle Projekte zusammen sind Bestandteil des Instituts für alles Mögliche welches laut Webseite „Berlin’s Most Institute Of the World!“ ist.

Zu uns kommt Riebel aber nicht als Kurator, Institutsleiter oder Chef der Zentrale, sondern als Künstler und Sammler. Seit Mai 2012 sammelt er eine Auswahl der zahlreichen Spam-Mails, die ihn täglich erreichen. Jeden Tag wählt er eine Mail aus und archiviert diese in seinem Blog unter http://myspam.stefanriebel.de/.

Am Abend des 5. Juli werden wir ausgewählte Stücke dieser Sammlung ausdrucken um sie dann per Post an Freunde, Familie und Bekannte zu versenden. Rechner, Drucker, Papier und Briefmarken stehen bereit, Ihr braucht lediglich eine gute Postadresse zur Hand. Und weil manche Texte so schön sind, werden wir die Briefe noch einmal verlesen bevor wir sie zur Post bringen.

Für die Sammler unter Euch wird es auch diesmal wieder eine exklusive Edition geben. Stefan Riebel hat auf Basis des myspam-Projekts speziell für diesen Abend ein Multiple entwickelt, welches Ihr vor Ort erwerben könnt.

Bilder von der letzten Veranstatltung gibt es hier http://www.perisphere.de/ausstellung/digital-soiree-books-and-blankets-1-bilder-vom-abend

http://mrgn.de/digital-soiree
Freitag, 05. Juli 2013
19.00 Uhr
Kirchfeldstraße 112, Düsseldorf

http://stefanriebel.de
http://myspam.stefanriebel.de/
http://www.i-a-m.tk/