netzkunst

METAMODERNE NOW AND NEVER

‘METAMODERNE NOW AND NEVER — what we definitely do not know about metamoderne.
a netart-show on a hacked wifi router at digital3mpire, Düsseldorf on 10th of March 2017.
The show was curated by me as a collaboration with the Berlin based router.gallery.
Contributing artists:
Æther-Design, David Quiles Guillo, Dominik Rinnhofer, ENKI Live, Faith Holland, Götz Gramlich, Igor Stromajer, Julia Vanishtor, Johannes Thies, Jonathan Monaghan, Keren Cytter, Lorna Mills, Marieke Verkoelen, Oliver Haidutschek, Timothy Shearer, Phillip Meier

“In the Metamoderne all know everything and all nothing. Complete confusion and total information take place almost parallel, but at least both states change at a so high frequency that they become almost one. The two often-evoked antagonists myth and enlightenment merge into a sticky aesthetic slime, which can only be solved with the utmost effort, which is increasingly permeating our lives.
This condition is not always pleasant and – provided that it is not recognized and made aware – permanently extremely stressful and, of course, also harmful to health. In the short and medium term, this leads in each case to individual self-imbalance and social ineffectiveness: a shock stagnation on all levels.
It remains the strongly by reflection and ratio suppressed stomach feeling, that something is quite wrong and things should be different. With this feeling we will have to deal with in the coming years in which only two things are certainly safe: 1. No one knows what the Metamoderne is 2. The Metamoderne starts now.”
translation by google A.I.

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Eight Weeks – Time on the Internet

The open minded people from Rhineland already know yvonne klasen from her very good job doing at boutique ebertplatz in cologne. what some of these boys and girls do not know is, that yvonne is also making excellent internet artstuff, often with focus on time. because of this its ok using hashtg #timebasedNetart now for her new work. she has developed this digital project called ‘Eight Weeks‘ for the online exhibition plattform ‘space‘, which is curated and supported by cologne based design studio 0815.
by the way, great to know we also have global online gallery now here in the local area. i really like the fact! hope to see more soon.

Eight Weeks

Eight Weeks = 4.838.400 seconds.
During this time span Yvonne Klasen measures time in pixels in the context of her exhibition „Eight Weeks“.
1 second = 1 pixel
The visitor can see the work growing in realtime and experience its dimensions through scrolling. A digital tape measure is created live, pixel for pixel for pixel.

Within the exhibition „Eight Weeks“ an edition is published.

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Eight Weeks
http://0815studio.com/space/
4. Sept. 2015, 19.00 Uhr until 30. Okt. 2015

 

Ole Fach, GOOGLEMATISM

GOOGLEMATISM

The algorithm decomposes the original Kazimir Malevich painting into its swatches. Each single swatch gets uploaded to Google’s Search By Image to look out for similar objects. These images are positioned at the same place and with the same size as the original swatches to create a reinterpretation of the original Malevich painting.

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Series 2, 2015
http://olefach.de/GOOGLEMATISM/

das 3D von evapapamargariti.tumblr.com

das netz ist dann eben zu weilen doch ein dorf. heute mittag blogge ich noch was über panther.org bzw die arbeiten von EVA PAPAMARGARITI im roomtwo.html, und eben stelle ich unvermittelt auf twitter fest, dass die gute frau und ich wohl schon eine weile mit einander verschaltet sind. schöne sachen macht sie dort und auf ihrem tumblr, viel gif-animationen, viel video, das ganze mit einem ordentlichen schuss 3d-zauber.
gefällt mir sehr gut und kommt in meine bookmarkbox.

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Panther.org – Geile digitale 3D-Räume

Eben entdeckt: Äußerst ansprechendes, virtuell, digitales Ausstellungsprojekt im Netz. Tolle Renderings, tolle Bilder. Insgesamt guter Umgang mit Raum und Themen, zu sehen auf der webseite panthermodern.org – die regelmäßigen Updates gibts bei FB https://www.facebook.com/panthermoderndotorg

Das hier noch aus dem Aboutinfotext der Webseite
“The purpose of PANTHER is to promote the versatility of digital installation, via the construction of new architectural spaces for artists.
Each project shown at PANTHER is given a unique structure in the format of a 3D model file, which built to engage the artist and their process of making. These sites remain open for the artist to create additional installations at any time. Completed rooms are added to the existing architecture, allowing the shape of PANTHER to change with each project.”

http://www.panthermodern.org/roomtwo.html

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aether-design kommt direkt in die kiste

OMG! schon wieder mach ich mir beim anblick fast in die buchse. dieser monat geht wirklich gut voran, zu erst wargamez in leipzig und jetzt das hier. ein pixeltrauma in meta-trash. wunderschön und dazu scrollen ohne echtes ende.

sowas kommt natürlich sofort hier in die blog-box. und schön streng drauf schauen bitte, auf das geile zeug.

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Domain Gallery – Onlineoffspace statt Whitecube?

Die Domain Gallery ist eine von mittlerweile zahlreichen Onlinegalerien im Netz. Sabrina Möller hat sich bei artandsignature mit Manuel Fernández dem Kurator und Betreiber der Galerie unterhalten. Lesen könnt Ihr das Gespräch hier: WHITE CUBE OR ONLINE GALLERY? INTERVIEW WITH MANUEL FERNÁNDEZ.
Vergesst auch nicht mal kurz in der Galerie selber vorbei zu sehen, das ist nicht schlecht, tut sogar gut und für Euren Kopf ist das alle mal besser als der x-te SPON-Besuch am Tag. Zur Zeit läuft All Watched Over by Machines of Loving Grace, ein Videoclip des spanischen Künstlers Pascual Sisto.

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#GallerySurfing S01E01 @s_schmieg & @curatingyoutube YIBA

Für alle Leserinnen und Leser, denen OFF-Spaces mittlerweile einfach viel zu hip und zu on sind, gibts hier mal was ganz besonderes.  @s_schmieg & @curatingyoutube besuchen im nachfolgenden Clip die durch Anthony Antonellis kuratierte Online-Ausstellung http://www.younginternetbasedartists.com – und sprechen darüber.

Natürlich weiß ich, dass das die Allermeisten von Euch sowas nicht sonderlich interessiert. Aber es soll hier später keiner rumjammern und behaupten können, wir hätten Euch das nicht gezeigt! Viel Spaß!

Alle beteiligten Künstler nach dem Klick:


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Einweihung der medialen Plastik local.#non.access in Berlin

Es ist schon wieder eine ganze Weile her und ich wollte es schon längt einmal gemacht haben, kam aber einfach nicht dazu, weil die Zeit so rast und so vieles zu tun und zu erledigen ist. Man kommt ja einfach zu nichts. Kaum ist der Montag endlich überstanden, der Einstieg in den Arbeitsalltag leidlich geschafft und der Kater vom Wochenende verdaut, da verschickt man noch ein oder zwei E-Mails, führt ein paar Telefonate und Zack, da ist der Freitag schon wieder, eine weitere Woche herum und man dem Ende wieder ein Stück näher. So zumindest kommt es mir derzeit vor und in mir wächst der Verdacht, dass es einem beim letzten Wimpernschlag genau so vorkommen wird, verdammt schnell und verdammt schnell vorbei gewesen.

Aber ich schweife ab.

Denn eigentlich wollte ich Euch auf local.#non.access, das letzte in Berlin realisierte Projekt, hinweisen. Ohne dabei jetzt zu sehr übertreiben zu wollen, und in aller Bescheidenheit, die Nummer ist ein wirklich epochales Ding geworden, in der Form noch nie dagewesen und natürlich ironisch, technisch, paradox und hochpolitisch, wie es sich für echten Avantgardeshit eben gehört.

In Kooperation mit km.temporaer und mit der Unterstützung ausgewählter, internationaler Topnetzkünstler konnten wir da einen echten Coup landen und die erste mediale Plastik ever installieren. Das Ganze ist ein Meilenstein geworden bzw wird einmal einer gewesen sein.

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Shortcut! Constant Dullaart – therevolvinginternet.com

Constant Dullaart gehört derzeit zu den aktivsten und vielleicht auch interessantesten Protagonisten einer Szene, die sich mit der Ästhetik des Internets und der damit verbundenen globalisierten Kultur beschäftigt. Das Vice-Magazin hat kürzlich ein Interview mit ihm gemacht, auf das ich an dieser Stelle kurz verweisen möchte. Selbstverständlich hat der Mann aber auch eine Webseite, die einen guten Überblick über seine Arbeiten Online und Offline bietet.

Hier, beim Shortcut beschränken wir uns auf zwei verwandte Projekte, die sich Beide mit einem Bild beschäftigen, das im Orginal weltweit milliarden Mal pro Tag betrachtet wird.

therevolvinginternet.com

Genauso wie die Welt dreht sich auch hier alles und endlos im Kreis.

therevolvinginternet.com/Terms of Service

Terms of Service zeigt die Suchmaske der Datenkrake als brabbelnden und lachenden Mund.

Constant Dullaart
http://www.constantdullart.com
http://therevolvinginternet.com, 2010
http://therevolvinginternet.com/TOS, 2012

 

Digital-Soirée BOOKS AND BLANKETS 1 Sebastian Schmieg – Bilder vom Abend

Tut mir leid liebe Freunde, dass es so lange gedauert hat, aber hier endlich mal die Bilder unserer ersten Digital-Soirée am 20.4.2013 in den Räumen von Morgen Gestaltung in der Kirchfeldstraße 112. Das Video gab es ja bereits hier, alle Infos gibt es hier und auf der Projektwebseite. Die Webseite vom ersten Gast Sebastian Schmieg findet Ihr hier.
Und die Bilder hat übrigens Freund und Kollege Thomas Spallek geschossen, mit dem ich das vorgestellte BOOKS AND BLANKETS-Projekt realisiert habe.

Und wer eine der limitierten Unikat-Decken und/oder den Katalog erwerben möchte schickt uns bitte einfach eine E-Mail mit Kontaktdaten.


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Samstag 20.4.2013 – Digital-Soirée präsentiert BOOKS AND BLANKETS 1

Wir hatten bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass wir gemeinsam mit Thomas Spallek an einem neuen Projekt arbeiten. Jetzt ist es soweit: BOOKS AND BLANKETS 1 ist fertig und wird kommenden Samstag, den 20.4.2013 in unseren Galerieräumen in der Kirchfeldstraße 112 in Düsseldorf präsentiert. BOOKS AND BLANKETS ist ein Editionsprojekt bestehend aus Decken und Büchern, die wir gemeinsam mit einem ausgewählten Künstler gestalten und entwickeln.

Den Auftakt machen wir zusammen mit dem in Berlin lebenden Sebstian Schmieg. Schmieg beschäftigt sich im Rahmen seines Search by image Projekts mit Googles umgekehrter Bildersuche. Mit Hilfe eines selbst entwickelten Skripts füttert er Google mit einem Bild, das zurück gegebene Ergebnis nutzt er für die nächste Anfrage. Die in diesem rekursiven Prozess entstehende Feedbackschleife setzte er in Bilder-Clips um, in denen die Bilder wie in einem Daumenkino ablaufen.

In den kommenden Tagen werden wir das mit Sebastian geführte Interview hier schon mal vorab veröffentlichen. Hier ein erstes Bild der kuscheligen Decken.

Samstag, 20.04.
19.00 Uhr
Kirchfeldstraße 112
Düsseldorf

www.sebastianschmieg.com
www.booksandblankets.org

 

Middle finger Response von Guido Segni

Die ‘Crowd’ gehört zu den am meisten strapazierten Schlagwörtern zeitgenössischer Netzkultur. Mit Hilfe dieser scheint Alles möglich, egal ob nun die immer gleiche Politik durch die Weisheit der Crowd gesteuert (#Piraten), das magere Wissen durch Crowdsourcing verwaltet (#Wikipedia), oder die klamme Projektkasse durch Crowdfunding aufgefüllt werden soll (#Künstler), die Masse soll es richten.
Und doch ist es nicht nur ein Hype. Denn wenn man die Mode einmal außen vor lässt, den Hype bewust ausblendet und einen kleinen Schritt zurück tritt, um die Welt mit etwas Abstand zu betrachten, fällt auf, dass auch diesem überstrapazierten Thema etwas Substantielles zu Grunde liegt. Man stellt dann nämlich fest, dass selbst das zentralste und aktuell wichtigste politisch-technische Medium unserer Gesellschaft – das Geld – voll und ganz auf den Volkskörper und die Crowd abzielt. Denn besagtes Medium ist mittlerweile durch nichts anderes mehr als durch uns, die Crowd der doofen 99% gedeckt, was die noch dooferen und viel wenigeren 1% entsprechend leidlich auszunutzen wissen.

1% via http://richkidsofinstagram.tumblr.com/post/36629687139/life-rkoi

Aber ich schweife etwas ab, obwohl es natürlich irgendwie auch noch zum Thema gehört…
Vor der Betrachtung des modernen Volkskörpers und seiner Wirksamkeit als Lender of last resort waren wir beim Füllen der klammen Portemonaits per Crowdfunding. Und ich gebe es an dieser Stelle offen zu, natürlich haben auch wir schon mal über Möglichkeiten des Crowdfunding für unsere Projekte nachgedacht, sind da aber etwas skeptisch und glauben, dass der Aufwand den man für das Texten, Filmen, Dokumentieren, Werben und PR aufbringen muss unter den zu erwartenden Erträgen liegt.
Was widerum bedeutet, dass wir auch einfach arbeiten gehen können um unsere Projekte zu finanzieren und somit Kunst als das Begreifen was sie ist, eine unverzichtbare, teure und überaus wichtige Nebensache, mit Hilfe der man fröhlich überschüssige Ressourcen und Energie verbraucht, die man zuvor an anderer Stelle erzeugt hatte. Und in welche man stetig Geld und Lebenszeit hineinsteckt – aber eben nicht akkumuliert und erst recht nicht investiert!


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Western Typologies und Facebook Soldiers – zwei Projekte über private Bilder öffentlicher Kriege aus den globalen Netzwerken

Der Düsseldorfer Gestalter und Künstler Thomas Artur Spallek ist ein umtriebiger Zeitgenosse. Gemeinsam mit den Moxies zeichnet er sich unter anderem für die Gestaltung der Plakatkampagnen der Tonhalle Düsseldorf mitverantwortlich. Darüber hinaus betreibt er gemeinsam mit Albert Naasner, George Popov den eigenen Independent Verlag TFGC Publishing mit dem wir widerum gerade das Books&Blankets-Projekt planen und umsetzen. Und als wäre all das noch nicht genug, studiert er auch noch Kommunikationsdesign an der FH-Düsseldorf, weilt aktuell allerdings für ein Auslandssemester in Portugal.

Neben all diesen Arbeiten, als Verleger, Organisator und Gestalter im Auftrag der Anderen geht Thomas Spallek zusätzlich noch eigenen künstlerischen Projekten nach. Über zwei dieser Projekte habe ich mich mit Ihm unterhalten. Thomas war darüber hinaus so freundlich, das besprochene Bild- und Textmaterial als Video aufzubereiten. Mit diesem kurzen Video steigen wir in die beiden Projekte und das Gespräch ein.

Im Gespräch mit Thomas Artur Spallek

Perisphere:
Thomas, erklär doch bitte noch mal kurz worum es in Western Typologies und dem Vorgängerprojekt Facebook Soldiers geht.

Thomas Artur Spallek:
Es geht vor allem um Menschen und Ihre Verbindung durch das Internet. Es geht aber in beiden Serien auch um Menschen die für etwas kämpfen.
Das Internet hat es mir erst möglich gemacht in Bildern anderer Leuten zu suchen. Gäbe es das nicht, würde ich wahrscheinlich meine Bilder in alten Fotoalben auf dem Flohmark suchen. Das spannende ist wie nah das Internet zwei unterschiedliche Menschen bringen kann. Dieses Idee versuche ich in meinen freien Arbeiten weiter auszureizen.

Facebook soldiers, 2012

Facebook soldiers, 2012

Facebook soldiers, 2012

Facebook soldiers, 2012


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Ein Päckchen für Julian Assange von der !Mediengruppe Bitnik

Hammer! Einfach Hammer!
Warum?
Lesen!

Heute Mittag machte mich Antje Winkler (Danke nochmal!) in einem Skypechat auf die !Mediengruppe Bitnik aufmerksam, dich ich zu meiner Schande bis Dato noch nicht so recht auf dem Schirm hatte.

“Die !Mediengruppe Bitnik interessiert sich in ihren Arbeiten für mediale Systeme, mediatisierte Wirklichkeiten und Live-Medien. Diese reproduziert und manipuliert sie in einer Weise, dass sie der Betrachterin eine neue Sichtweise auf die Mechanismen ermöglicht. Dazu bedient sich die !Mediengruppe Bitnik der Strategien des Hackings und erweitert diese zu einer Praxis des Umnutzens, Neuausrichtens und der Kritik. Als künstlerischer Eingriff in ein bestehendes System bedeutet Hacking, dass das gehackte System für andere Nutzungen, Neunutzungen und Umnutzungen geöffnet wird.” [1]
Über die traditionellen Verbindungen von Hackerkultur und Künstlern hatte ich vorgestern hier bereits geschrieben und will Euch deshalb heute nich länger damit aufhalten.

DELIVERY FOR MR. ASSANGE

Fakt ist, !Mediengruppe Bitnik hat im Janur einen ganz wunderbaren Hack hingelegt in dem sie ein, mit einer Webcam ausgestattes und an Wikileaksgründer Julian Assange adressiertes Päckchen in die Botschaft von Ecuador verschickt haben. Die Kamera in dem Paket war mit einem Computer kombiniert, dieser wiederum schickte alle 10 Minuten Snapshots über das Netz und machte zeitgleich ein Update auf Twitter.
So war es möglich den Weg des Päckchens und das was damit geschah vom Aufgeben im Postamt bis hin zur finalen Auslieferung über Twitter live mit zu verfolgen.

Innenansicht des Pakets mit Blick auf, Technik, Batterien und Sender

Die Mediengruppe Bitnik nennt das ganze ein “REAL_WORLD_PING, a SYSTEM_TEST, inserted into a highly tense diplomatic crisis” (für die Nichttechniker unter uns: Ping ist ein ein Programm zum Testen eine Netzwerkverbindung).  Nun sind die Damen¿ und Herren¿ des Kollektivs nicht die ersten die sowas machen, wie der Kollege Rene Walter vom Nerdcore-Blog schreibt,  denn der Künstler Tim Knowles hat so etwas in der Art 2006 bereits einmal gemacht. Uns macht das aber nichts, denn die Idee so etwas dann in dem Kontext Julian Assange/Wikileaks zu machen ist trotzdem einfach großartig.


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Ubermorgen.com in der Fach und Asendorf Galerie

Netzkunst. Von der Nische ins Spektakel und zurück ins Off.

Netzkunst und künstlerische Experimente mit diesem, unseren Medium gibt es seit den Anfangstagen des Internets. Und obwohl es Ende der 90er Jahren durchaus eine Art Hype gab, ist die Netzkunst Teil einer Nische und Bestandteil der Offkultur geblieben. Dies im übrigen trotz, oder eventuell auch gerade wegen des unfassbar rasanten Wandels des Netzes zum Massenmedium innerhalb der vergangenen zehn Jahren.
Die Kunst, oder das was von den Institutionen unserer Zeit als solche hoch gehalten wird, tut sich allerdings nach wie vor schwer mit diesem Medium, zu wenig verwert- oder ausstellbar sind die Ergebnisse in den meisten Fällen.

Dabei versprach dieses neue Medium ungeahnte und vielversprechende Möglichkeiten für Künstler. Die Netzwerkverbindungen ermöglichten einen direkten Kontakt zu Kollegen und Publikum, ganz ohne störende Galeristen, Kritiker, Kunstvermittler, Kulturmanager oder andere parasitäre Figuren dazwischen. Es bot neue Formen der Publikation und Möglichkeiten für Experimente mit Autorschaften und Anonymität, welche bei konsequenter Durchführung am Ende sogar die Künstler selber endlich überflüssig gemacht hätten.
Die Fluxusidee, dass alles Kunst werden solle und jeder ein daran mitwirkender Künstler sei, erlebten hier in modifizierter Form eine Rennaissance und die damit verbundenen Überschneidungen zwischen Künstler- und Hackerkultur waren zahlreich und sind es auch heute noch. Anonymous, der strukturlose Hackerschwarm, der mittlerweile eine gewisse Bekanntheit erreicht hat, geht auf diese Ideen der offenen subjektlosen Strukturen zurück.
Schon in der ersten Generation der Netzkünstler die sich in den 90er jahren mit der neuen Technologie auseinander setzte war die Kultur der Hacker deutlich zu spüren. Vorhandenes umzunutzen, oder in bestehende Systeme einzudringen, prägte die Arbeit der damals aktiven Protagonisten.

Mediahack and Intervention by UBERMORGEN.COM

Eine herausragende Künstlerformation, die die Idee des Hackens sowohl auf technologische als auch auf soziale Systeme anwendete war und ist UBERMORGEN.COM, bestehend aus dem, mittlerweile zur vierköpfigen Künstlerfamilie transformierten, Künstlerpaar Hans Bernhard und lizvlx.

UBERMORGEN.COM lizvlx & Hans Bernhard mit Guantanamo Bay Aufseher Chris Arendt

Die beiden haben in den vergangenen beiden Jahrzehnten den ein oder anderen spektakulären medialen Hack hingelegt und sich damit mehr als einmal Ärger mit Behörden und großen Unternehmen eingehandelt, über dies aber auch einen Namen im internationalen Netzkunstjetset gemacht.

Einer dieser medialen Superhacks der international für Aufsehen sorgte war die ‘Vote Auction‘ zur US-Wahl 2000. “Voteauction was a Website which offered US citizens to sell their presidential vote to the highest bidder during the Presidential Elections 2000, Al Gore vs. G.W. Bush.” Die Idee des Netzes als Medium einer Aufklärung und einer subversiv kritischen Halltung gegenüber den bestehenden Machtverhältnissen ist hier schon deutlich spürbar.

In den vergangenen Jahren hat sich das Netz, dessen Nutzung und seine Funktion verwandelt, Konsum und E-Commerce haben massiv an Bedeutung gewonnen. Den damit einhergehenden Transformationsprozess haben UBERMORGEN zwischen 2005 und 2009 in der EKMRZ-Trilogy aufgearbeitet.

Google will eat itself – Teil der EKMRZ trilogy – Installation, The Premises Gallery, Johannesburg/South Africa

Transformation des Freiheitsversprechen

So langsam wird deutlich, dass sich die früheren Freiheitsversprechen des Cyberspace nicht bewahrheitet haben. Oder zumindest anders als gedacht, denn die Freiheit die sich aktuell über die Datenkabel des Computernetzwerks verbreitet ist in erster Linie die Freiheit der Unternehmen und der von ihnen umkämpften Märkte. Die zugehörige, konsumierende Masse dominiert dabei mehr und mehr die virtuellen Debatten. Ob diese Dominanz nun aber mit der ihnen zugeschriebenen Weisheit oder mit stumpfer, als Basisdemokratie getarnter Pöbelei einhergeht, bleibt vorerst offen. Die Grenzen und Überlagerungen zwischen den beiden Polen sind wie so oft fliessend. Zumindest aber, so lange das zu Grunde liegende sozialpolitische Programm Konsum heißt, wird der Trieb und damit der Mob die Richtung vorgeben.
Onlinepetitionen, Bürgerbeteiligung per Shitststorm und Entrüstungsorgien auf Facebookunternehmensseiten sind zwar groß in Mode, die Beschäftigung mit den angeprangerten Missständen endet aber nicht selten mit dem Klick.
Einige der aktivsten, selbst ernannten Freiheits-Datatypisten treten seit einigen Jahren als Partei organisiert aus der wütend klickenden Masse heraus, sind aber bis heute die Antwort schuldig geblieben was sich denn nun eigentlich mit den neuen Kommunikationsmitteln ändern solle. Und einzelne aus diesem Umfeld inszenieren sich ungeniert heldenhaft als Freiheitskämpfer, fordern aber in erster Linie nur Freiheit für die eigene Einfältigkeit und die dort gefeierte naive Weltsicht.
Aber nicht das wir uns falsch verstehen, Netzneutralität sowie freie, unbeachtet Kommunikation und Open-Access sind unzweifelhaft wichtig und bedeutend. Alleine damit ist es aber eben auch nicht getan, denn man muss schon auch wissen, was denn kommuniziert werden will.

Die zweite Generation und die New Aesthetic

Fast unbemerkt ist während dessen eine neue Generation von Künstlern herangewachsen, die nun dabei sind neue künstlerische Strategien, Formate und Stilrichtungen im Umgang mit dem immer noch jungen Medium zu entwickeln. Metamoderne ironische Ernsthaftigkeit und eher spielerischer Umgang mit dem vorgefundenen Fundus der digitalen Popkultur sind Kennzeichen dieser neuen Richtung in der Netzkunst.  Kim Asendorf und Ole Fach sind zwei Protagonisten dieser nächsten Generation. Gemeinsam betreiben sie die halb im Ernst, halb im Spaß die Onlinegalerie f&a.org in der Ende 2012 eine der neuesten Arbeiten von UBERMORGEN.COM zu sehen war.

Dailiy Doodle heißt das Projekt welches mit Hilfe des Onlineabstimmunstools doodle den Onlineaktivismus, auch genannt Slacktivism thematisiert und persifliert. Berliner Gazette-Autorin Jillian C. York beschreibt die Slacktivisten in ihrem Artikel Mit ein paar Klicks vom Sofa aus die Welt retten? wie folgt “Sie sind als „Sofa-Aktivisten“, zu faul zum Protestieren auf der Straße, klicken den Facebook-Like-Button oder retweeten etwas in der Annahme, dass die reine Zustimmung etwas bewirken kann. Dem Slacktivisten wird vorgeworfen, er steuere minimalen Aufwand bei und wäre dabei noch unverdientermaßen stolz auf seine Leistung”.

Die hier formulierte Kritik setzen UBERMORGEN.COM bei Fach&Asendorf in die Praxis um in dem sie jeden Tag überlebenswichtige und gesellschaftsrelevante Fragen online zur Doodle-Abstimmung brachten.

Die Screenshots fa-g.org/2012/ubermorgencom-dailydoodle

 

UBERMORGEN.COM brachten bei Fach und Asendorf einen Monat lang täglich Fragen die die Welt bewegen zur Abstimmung ein. Alle weltweit angeschlossenen Onliner konnten über das Mitmachnetz 2.0 teilhaben und partizipieren.

Das Doodle-Abstimmungstool wird vielfach für die unterschiedlichsten Fragen genutzt. Oft geht es darum gemeinsame Termine zu finden, diesmal um die Fragen für oder wider Gerechtigkeit.

Ein offenes Kunstwerk

»Der Konsument ist ‘am Machen des Werkes beteiligt schreibt Umberto Eco 1962 im ‘Offenen Kunstwerk’. Rückwirkend betrachtet stimmt diese Aussage hier in doppeltem Sinne. Neben dem ironisch, spielerischen Umgang mit den partizipativen Möglichkeiten des Netzes, ist die prozesshafte und transparente Entwicklungsarbeit für das Projekt durchaus bemerkenswert.

Denn, wer so wie ich UBERMORGEN.COM bereits seit längerem über deren Twitteraccount folgte, war schon in den Monaten davor Zeuge der Versuche mit der Doodle-Befragungen. Allerdings ohne zu wissen was es damit auf sich hat, denn die thematische Ausrichtung war damals noch nicht recht absehbar.

In der Twittertimelin sind die Experimente mit dem Material des Projekts auch jetzt noch zu verfolgen und so wird nicht nur das Endergebnis der Arbeit, sondern auch Teile des zugehörigen Entstehungsprozesses und der Umgang mit dem Material für Aussenstehende nachvollziehbar. Was in der finalen Show bei Fach und Asendorf dann pointiert und präzise erscheint, war Monate zuvor noch rohes, zuweilen auch infantiles Herumprobieren.

Das Sichtbarmachen der öffentliche Entwicklungsgeschichte ist eine Form der Transparenz und Offenheit wie sie aktuell nur selten in zeitgenössischen künstlerischen Arbeitsprozessen sichtbar wird. Zu sehr ist künstlerisches Schaffen derzeit auf die Produktion von fertigen, finalen Werken und deren fest definierter Dokumentform ausgerichtet.

Es ist aber äußerst beruhigend zu sehen, dass die vorausgehenden Experimente in der Twitteröffentlichkeit dem präsentierten Ergebnis nicht geschadet haben. Es hindert uns also nichts daran, weiterhin in dieser Richtung zu experimentieren und damit auch wieder dem kreativen Prozess selber eine höhere Wertigkeit gegenüber dem finalen Werk einzuräumen. Mit Blick auf die aktuelle Phase einer fast autistischen Marktorientierung künstlerischer Produktion, zeigen sich hier spannende Aspekte und eventuell auch Alternativen des Schaffens, weg vom toten Artefakt hin zum lebenden Prozess.

‘Daily Doodle’ by UBERMORGEN.COM
in der Fach und Asendorf – Galerie
http://fa-g.org/2012/ubermorgencom-dailydoodle