vor Ort

Das Ambientfestival in Köln

Text: Maria Wildeis

 

Dieses Wochenende findet zum 9. Mal das Ambientfestival – Zivilisation der Liebe, in der St. Apostelnkirche in Köln statt. Das Motto „alpha et omega“ umspannt den Bogen zwischen klassischer Musik und aktueller elektronischer Klangerzeugung.

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Schichtwechsel in Wuppertal

Abseits der Rhein-Ruhr-Schiene ist die Off-Szene in Nordrhein-Westfalen mehr als überschaubar. Die Schwerpunkte bleiben Köln, Düsseldorf, Bochum und Dortmund. Städte wie Bonn, Essen, Mönchengladbach oder Duisburg sind lediglich mit wenigen Initiativen in unserem inoffiziellen Off-Verzeichnis vertreten. Aber überall wo eine Kunsthochschule steht und/oder billige Räume zu haben sind, können unverhofft Projekträume entstehen. Neuerdings tut sich was in Wuppertal, und wir sind natürlich dabei.

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Fragen über Fragen – eine neue Serie

Durch die Welt gehen ohne Fragen. Leben ohne Neugier, ohne Zweifeln, ohne Wissensdrang. Nicht unbeteiligt – aber unbeschwert. Alles hinnehmen, sich den Fluss der Dinge bedingungslos hingeben und nichts festhalten wollen. Nichts infrage stellen, nichts hinterfragen. Es ist das Privileg der Weisen, der Erleuchteten, der Kleinkinder (bis ca. 3 Jahre) und der Volltrottel. Da ich leider nicht zu einer dieser vier Kategorien gehöre, gehe ich, wie die meisten meiner Zeitgenossen, fragend durch die Welt. Diese Fragen möchte ich nun mit euch teilen.

Als Kunstwissenschaftler mit einem besonderen Blick für die breiten sozialen und politischen Konsequenzen der Kunstpraxis, werde ich regelmäßig mit plötzlichen Fragestellungen konfrontiert, die sich aus der Beobachtung meiner Umwelt ergeben. Fragen zum Umgang mit Bildern, zur Identität des Künstlers, zur Natur der Kreativität, zur Funktion von Kunst. Et cetera. Während Mitstreiter der Perisphere sich auf das Beantworten fremder Fragen einlassen, will ich mich ganz auf das Befragen konzentrieren. In der Hoffnung, dass gut formulierte Fragen schon ihre Beantwortung im Keime enthalten. Ansätze von Antworten will ich übrigens in der Form von Gedankenskizzen auch geben. In der Hoffnung, dass Leser sie vervollständigen.

Ich freue mich auf eure Beiträge!

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Situation Dortmund

Bilder: alle geklaut.

Meist wird die Offszene in NRW auf zwei Städte reduziert: Köln und Düsseldorf. In der Tat liegt der regionale Schwerpunkt der selbstorganisierten Künstlerschaft auf der kleinen rheinischen Schiene. Mit ihren Kunsthochschulen, einer sehr aktiven und ehrgeizigen Galerieszene, der Präsenz von zahlreichen Museen und Kunstinstitutionen sowie einer großen Anzahl an Künstlern aller Generationen, die sich dort aufhalten, erfüllen Köln und Düsseldorf alle Voraussetzungen für ein Blühen des Offs. Dagegen ist die autonome Kunstszene in Essen, Aachen, Duisburg oder Münster – bis auf ein paar Ausnahmen – so gut wie inexistent. Gegenüber der Köln-Düsseldorfer Achse findet man nur in zwei Städten des Ruhrgebiets ein nennenswertes Gegengewicht: Bochum und Dortmund. Wir werden in einem künftigen Artikel auf Bochum zurückkommen, denn dort braut sich gerade Interessantes zusammen. In Dortmund ist die Lage nicht minder spannend, die politischen Grundbedingungen sind aber fundamental anders.

Schickes Ding mit Kultur innen drin: Der Dortmunder U

Die Zeche Zollverein. Auch in Dortmund sehr beliebt.

Rückblick: Im Zuge der Ernennung von Essen und 52 weiteren Kommunen zur Kulturhauptstadt Europas im Jahre 2010, wurde der im maroden Ruhrpott dringend benötigte „Kulturwandel“ zu einem der führenden Paradigmen der Großveranstaltung gemacht. Kulturwandel hieß in diesem Fall, dass die obsolete „Industriekultur“, die die Region seit über 150 Jahren prägte, ersetzt werden sollte. Im Hinblick auf den interkommunalen Wettbewerb um die Anziehung von relevanten Kaufkräften sollte diese neue „Kultur“ gerne von positiv konnotierten Adjektiven angereichert werden – „kreativ“, „urban“, „unternehmerisch“ oder „weltoffen“ sollte sie ja unbedingt werden. Das Zielpublikum dieser Maßnahme war klar: Die Industriebrachen sollten von jungen, leistungsfähigen und zukunftsorientierten Schichten erobert werden; die Losers des Sekundärsektors, die entweder in Frührente geschickt wurden oder in Mini-Jobs verschwanden, waren eh nicht mehr zu retten.

les chefs de la créativité, v.l.n.r.: Stadtdirektor Jörg Stüdemann, NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin und Ecce-Geschäftsführer Dieter Gorny.

Nun, was haben die Off-Räume in diesem Prozess zu suchen? Sie tragen ganz einfach zur Solidität des Projektes „Kultur- und Kreativwirtschaft im Ruhrgebiet“ bei. Sie sind Bestandteil einer Strategie, die, ausgestattet mit vielen Mitteln und manchen klugen Köpfen, die Infrastruktur und das Humankapital der Montanzeit in das Zeitalter der kreativen Ökonomie zu überführen beabsichtigt. In Dortmund, Sitz des European Center for Creative Economy, ist diese Entwicklung deutlich zu spüren. Mittel- bis langfristig sollen hier mehr Unternehmen und Start-Ups angesiedelt werden, die im verheißungsvollen Bereich der Kreativwirtschaft arbeiten. Aber bevor die gute Saat der creative classes sich in dieser Landschaft entfalten und erblühen kann, muss der Boden entgiftet werden. Und für die Drecksarbeit sind Offspaces allemal gut genug.

Die Galerie 143 nach einem Anschlag von Neonazis

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Imi im Parkhaus Malkasten

IMI KNOEBEL
EINE AUSSTELLUNG
5. – 20. 10. 2013
Öffnungszeiten:
mitwochs bis sonntags 14 – 18 Uhr

PARKHAUS im Malkastenpark
Jacobistr. 6 a
40211 Düsseldorf
www.parkhaus-duesseldorf.com

 

 

Perisphere Portrait online!

Sie ist endlich raus! Die neue Perisphere-Serie kommt in die Öffentlichkeit und erhält sogar eine eigene Plattform: Perisphere-Portrait. Das Prinzip ist einfach, der Anspruch groß: Wir portraitieren in Web-affiner Form Künstler aus Düsseldorf, stellen ihnen drei Fragen, gewähren ihnen drei Minuten zum Antworten und packen das Ganze in drei Einstellungen. Auf Dauer soll ein Archiv angelegt werden, eine Art Verzeichnis der lokalen Künstlerschaft – wobei wir uns bewusst auf die Generation der 35-55-jährigen beschränken.

Harte Konkurrenz für Tatort: Für den Anfang stellen wir sechs Künstler ins Netz und fügen jeden Sonntag Abend einen neuen Clip hinzu. Man sieht sich!

Danke an Julia für die Bilder des Abends:

 

 

Kamera und Schnitt: Lars Klostermann

Redaktion: Emmanuel Mir

Programmierung: Florian Kuhlmann

Guten Morgen Düsseldorf, guten Morgen Welt!

 

(gefunden in einem alten Titanic aus dem Jahre 1995)

Gold und Beton am Ebertplatz in Köln

Ein Text von Timothy Shearer

Um ein Projekt am Laufen zu halten braucht man Power.

Voller Elan und Energie war die erfolgreiche Eröffnung des erstmal zeitbegrenzten Projektraumes Gold + Beton.
In den ehemahligen Räumlichkeiten der Halle der Vollständigen Wahrheit, die sich in der Ebertplatzpassage befindet, werden eine Reihe Projekte zu sehen sein.
Gold + Beton ist erstmal erdacht für die nächsten 6 Wochen und wird vom Vera Drebusch, Meryem Erkus, Lena Klein und Andreas Rohde organisiert. Zum Glueck!

Bei der ersten Ausstellung dort, Wenn du auslöschst Sinn und Klang, von Ufuk Cam und Jan Pleitner gab es eine bereichernde multimediale, all-over-Experience. Sagen wir mal, die Grand Entrance der beiden ziemlich überlegt-angezogenen Künstlern war gleichzeitig spektakulär und in einer gelungenen Weise albern.
Ein vollgepimpter Audi mit laut dröhnendem Mixtape fuhr vor die Tür und war erst zu hören statt zu sehen. Der Soundtrack gleich dem Kontext des Autos, eine Mischung aus selbstproduzierter Musik und gesammelten Hits, passte schon perfekt in das unterirdischen concrete jungle. Das Auto, was eigentlich eine Runde in der Waschanlage gebraucht hätte, war natürlich eine Metapher der Macho-Symbolik. Man las von einer Flagge auf dem Auto ein bisschen wirres Zeug, dazu ein komischer kleiner Drachenmann-Maskotian. Institut zur Bewahrung Wahrhaftiger emotionaler Momente in der Öffentlichkeit. Diese Grafik gab’s auch als kopierten Flyer zum mitnehmen.

Sympathisch war es dann, dass die beiden Künstler direkt daneben auch selbst-gemachtes Essen im Angebot hatten.
Im Endeffekt, die Selbstentlarvung der Geste eines Machoverhaltens war unterhaltsam. Man durfte zwischen den Zeilen lesen: Wir machen unser Ding. Wir haben Spass dabei und die Betrachter sollen teilnehmen an unserem Spass.
Wohl bekomm’s. Danke, das Angebot ist lecker.

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Gespräch aus der Perisphere mit Claudia Mann

Freibier? Natürlich nicht, ihr gierigen Säufer! Aber schön, dass wir eure Aufmerksamkeit gewonnen haben: Das erste Gespräch aus der Perisphere findet am 17.8. bei Gagarin statt, Kirchstr. 41 in Düsseldorf. Claudia Mann, eine Vermeiren-Schülerin mit Hang zur invasiven skulpturalen Praxis, stellt zurzeit da aus und gibt während des Gesprächs mit Emmanuel Mir Einblick in ihre Arbeit. Intelligente Fragen aus dem Publikum werden zugelassen. Trotz des kostenpflichtigen Biers, kommt zahlreich! (ein Stündchen stillsitzen und zuhören kann euch wirklich nicht schaden)

Wer verhindert ist, kann sich auf eine baldige Übertragung des Gesprächs auf diesem Blog freuen.

See you soon, alligator.

 

Rebelart mit Bildern von der “AKADEMIE DER REBELLION”

Alain Bieber von rebel:art hat ein paar Bilder vom Workshop ins Netz gestellt und dazu ein paar Worte geschrieben, wir verlinken das einfach mal.

Im Herbst gehts übrigens weiter mit urbanem Aktionismus im Rheinland. In Köln gehts vom 2. bis 22. September 2013 mit dem Cityleaks 2013: Cologne Urban Art Festival / Urban Hacking Academy ab und in Düsseldorf geht soweit ich weiß auch was. Die Galerie Pretty Portal organisiert mit einigen anderen Leuten zusammen ein Urban Art Festival, ebenfalls im September.

Trailer Cityleaks 2013

 

Digital Soirée 2 – Myspam

Keine Sorge Freunde, wir werden auch in Zukunft in erster Linie über die Projekte Anderer berichten und die PR in eigener Sache hier nicht übertreiben. Andererseits hoffen wir natürlich, dass Ihr hier nicht nur vorbeischaut um zu lesen was wir von den Anderen halten, sondern auch, weil Ihr uns und unser Projekt ein kleines bißchen lieb gewonnen habt und deshalb auch wissen möchtet was wir sonst so in unserer Freizeit treiben.

Neben unserem derzeit wohl zeitaufwändigsten Hobby des Bloggens, organisieren wir – dem aufmerksamen Leser ist es natürlich nicht entgangen – unter anderem regelmäßige Digital Soirées, in denen wir uns dem Thema in unterschiedlichen Formen annähern. Diesmal zu Gast war Stefan Riebel, über den wir auch hier im Blog schon das ein oder andere mal berichtet haben. Die wirkliche Interessierten nutzen jetzt die bloginterne Suche, alle anderen lesen bzw schauen einfach weiter. Zum Projekt selber steht eigentlich alles in  der Ankündigung hier und hier.

Um es kurz zu halten. Riebel sammelt Spam-E-Mails in seinem Blog http://myspam.stefanriebel.de/, wir bzw unsere Gäste haben ausgewählten Spam per Post versendet.

Die letzten drei Bilder der Serie mussten wir mit dem Smartphone machen, deshalb fallen die natürlich Qualiativ etwas von den vorher gehenden ab. Bei einem so exklusiven und ästhetisch geschultem Publikum wie dem unseren muss man sowas dann eben schon erwähnen bzw vorwarnen – finde ich.

Shortcut! Constant Dullaart – therevolvinginternet.com

Constant Dullaart gehört derzeit zu den aktivsten und vielleicht auch interessantesten Protagonisten einer Szene, die sich mit der Ästhetik des Internets und der damit verbundenen globalisierten Kultur beschäftigt. Das Vice-Magazin hat kürzlich ein Interview mit ihm gemacht, auf das ich an dieser Stelle kurz verweisen möchte. Selbstverständlich hat der Mann aber auch eine Webseite, die einen guten Überblick über seine Arbeiten Online und Offline bietet.

Hier, beim Shortcut beschränken wir uns auf zwei verwandte Projekte, die sich Beide mit einem Bild beschäftigen, das im Orginal weltweit milliarden Mal pro Tag betrachtet wird.

therevolvinginternet.com

Genauso wie die Welt dreht sich auch hier alles und endlos im Kreis.

therevolvinginternet.com/Terms of Service

Terms of Service zeigt die Suchmaske der Datenkrake als brabbelnden und lachenden Mund.

Constant Dullaart
http://www.constantdullart.com
http://therevolvinginternet.com, 2010
http://therevolvinginternet.com/TOS, 2012

 

km temporaer zeigt (n)on site

Non-Sites: Arbeiten im Ausstellungsraum aus ursprünglichen Rohmaterialien, dem Naturraum entnommen, der Ort ist beliebig
Sites: spezifischer Ort, gestalteter Naturraum

In der aktuell laufenden Ausstellung „(n)on site“ (24.5. – 14.6.2013) wird der Ansatz des Projektes km temporaer, zeitgenössische Positionen der analogen und digitalen Kunst in einem gemeinsamen thematischen Kontext zu präsentieren, mit der Intention, einen Dialog zwischen netzbasierter Kunst und klassischeren Kunstdisziplinen zu schaffen, fortgeführt.
Die künstlerischen Arbeiten reagieren auf das Thema Mapping und der zunehmenden Tendenz der stark objektiv-rationalen Wahrnehmung des realen Raumes durch Datenvisualisierung im Netz. In den Arbeiten werden gezielt Momente der Diskontinuität erzeugt, die aus diesen technischen Methoden eine poetische Ästhetik entstehen lassen und damit die Bindung des Menschen an räumliche Bezugssysteme offenlegt bzw. hinterfragt.

„What you are really confronted with in a Nonsite is the absence of the Site.. a ponderous and weighty absence“ (R. Smithson)

Der Titel der Ausstellung nimmt Bezug auf Robert Smithsons Dialektik der Orte (Sites) und Nicht-Orte (Non-Sites), mit der er die Karte in eine symbolische Sprache überführt. Nach Smithson konfrontiert der kartographische Blick stets das Abstrakte und das Reale, den Ort und die Delokalisierung zugleich.

In Anlehnung an Lev Manovich beschäftigt sich die Ausstellung auch mit dem Verhältnis von Analogie und Digitalität im modernen menschlichen Leben und wirft die Frage auf, inwiefern sich unsere Wahrnehmung von räumlicher Form verändert, wenn diese mit dynamischen und vielfältigen Multimedia-Informationen überzogen ist. (Schwinden die Sinne im Zuge der zunehmenden Medidatisierung? Kann Desorientierung in der technischen Dokumentation wirklich verhindert werden?)

Daniel Schwarz / juxtapose / 2012

„Juxtapose“ ist eine Serie von Gegenüberstellungen unbearbeiteter Satellitenaufnahmen zivilisationsferner Orte auf der Erde, die dem Internetdienst Google Maps entstammen. Simultan nebeneinander legen sie die poetische Kraft der Naturgewalt gegenüber rationalisierenden Technologien zur Dokumentation unserer Welt offen. Die unterschiedlichen Witterungszustände und Jahreszeiten auf den Fotos sind Störungen, die automatisch durch die Google Algorithmen bei Aktualisierung des Bildmaterials erstellt werden. Diese Diskrepanz hinterfragt den Einfluss der erweiternden Technologie auf unsere Wahrnehmung von Raum und Zeit und enthüllt gleichzeitig das Scheitern, die Realität wiederzugeben.

Davide Cascio / Ikebana Arrangement / 2013

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DIRECT ACTION und DIRECT ACTION 2013

Ein Text von Lisa Schwalb

DIRECT ACTION ist ein Festival, das ein Mal im Jahr in Berlin vom INSTITUT FÜR ALLES MÖGLICHE in der ABTEILUNG FÜR ALLES ANDERE veranstaltet wird. Unter Festival versteht sich hier das Zusammenkommen unterschiedlicher Künstler, die über ihre künstlerischen Arbeiten und Fragestellungen in Austausch miteinander und mit den Besuchern treten. Dabei lassen sich ungedachte Räume des Zusammendenkens eröffnen, neue Prozesse anstoßen und unterschiedliche Herangehensweisen und Ansichten austauschen.

Seit 2011 ist DIRECT ACTION Teil des „Monat der Performance Kunst – Berlin“. In diesem Rahmen übernimmt es den konzeptuellen Part und befasst sich mit künstlerische Arbeiten, die einem Performanceverständnis entgegenstehen, das sich vor allem auf den körperlichen Vollzug und die authentische Expressivität der Geste konzentriert. Das System der Untersuchung und der Apparat des Analysierens rücken stattdessen in den Fokus der Betrachtung, wobei auch immer die Befragung des Mediums und des Materials eine wichtige Rolle spielt. Von diesem Ansatz ausgehend, wendet sich DIRECT ACTION mit einem Open-Call an Künstler, die ihre Arbeit nicht nur einer der bereits bestehenden Kategorisierungen von Kunst zuordnen können, sondern im Bereich der Performance Kunst an einem weiterführenden Verständnis interessiert sind. Neben dem Open-Call, der den nicht-kuratierten Veranstaltungsteil darstellt, werden ergänzend dazu ausgewählte und bereits etablierte Performance-Künstlerinnen und -Künstler eingeladen sowie Studierende der Hochschule für Graphik und Buchkunst Leipzig.

Eines der Hauptanliegen des Festivals ist es, für viele verschiedene Kunstschaffende eine Plattform zu entwerfen, auf der eigene Positionen präsentiert, diskutiert und weiterentwickelt werden können, einen Ort, an dem rege und direkte Interaktionen stattfinden, sowie das Knüpfen nachhaltiger Kontakte möglich ist. Als Ergänzung zu den bereits etablierten Performance-Festivals kann DIRECT ACTION insbesondere im Bereich der konzeptuellen, medialen und nicht-expressiven Aktionskunst ein alternatives Forum bieten und zukünftig speziell in dieser Sparte eine wichtige Position in Berlin einnehmen.

Auf dem diesjährigen DIRECT ACTION 2013 wurden Aktionen, Experimente, Videos und Installationen gezeigt, die sich mit Performance in Relation zu Sprache auseinandersetzen. So lautete das Thema diesen Jahres PERFORMANCE ÜBER*MIT*DURCH SPRACHE. Unter diesem Motto haben sich vom 03. bis 05. Mai die teilnehmenden Künstler in der ABTEILUNG FÜR ALLES ANDERE in der Ackerstraße 18, Berlin Mitte zusammengefunden. Der erste Abend begann traditionell mit einer kollektiven Besprechung und Zusammenstellung des Ablaufplans für die kommenden zwei Tage. Die Arbeit “ Empty pictures 4 “ von Dominik eröffnete das Programm indem, der an die Wände gemalte Text den Raum mit Sprache füllte.
Die Gruppe Campus Novel hingegen suchte das direkte Gespräch und unterhielten sich im Hof der ABTEILUNG FÜR ALLES ANDERE bei frisch gekochtem Kaffee mit den Gästen über das Thema Krise und über dieses hinaus. Während hier die Kommunikation mit dem Anderen im Vordergrund stand, führte Juanzi Cheng unter dem Titel <Hey, Ich>, ein Selbstgespräch durch, indem sie sich mit ihrer eigenen aufgenommenen Stimme, abgespielt von einem Kassettenrekorder, unterhielt. Dina Boswank und Daniela Ehemann hingegen benutzten technologische Kommunikationsmittel um über Sprache zu sprechen, indem sie via Skype und Chat mit ihren Kollaborateuren in Chicago und Bangalore live interagierten.
Das Sprache aber auch losgelöst von einem menschlichen Körper produziert werden kann, zeigte die Performance von Sim Gishel, einem Roboter, der Pop-Songs performt, was aber angeblich nicht für „Deutschland sucht den Superstar“ ausreichend war, so sein Erfinder Karl-Heinz Jeron.

Unter dem Motto täuschend echt aber doch nicht eindeutig real beschäftigten sich Thomas Lindenberg und Lisa Schwalb mit den Rahmenbestimmungen bestimmter Sprachkonventionen am Beispiel des Pop-Songs. Neben den unterschiedlichen Live-Beiträgen wurden auch Performance-Videos zum Thema Performance über*mit*durch Sprache gezeigt, so zum Beispiel die Arbeit This is not an I-Pad, Ich lese Bücher – jemand muss es ja schließlich machen von Oliver Breitenstein. Dass eine Auseinandersetzung mit Sprache aber auch über das Schweigen stattfinden kann, zeigte die Arbeit In Silence (#04) von Stefan Riebel, der mit allen Anwesenden einen kurzen Moment schweigend verbrachte. Über diese und andere Beiträge hinaus wurde in den drei Tagen zusammen diskutiert, gefrühstückt, gegrillt und pausiert. Nicht nur eine Verschachtlung der Arbeiten miteinander, sondern auch die Vermischung von Zeigenden und Zuschauenden war bei DIRECT ACTION 2013 zu beobachten und machte das Festival zu einem einmaligen Ereignis der direkten und indirekten Aktionen und Interaktionen.

Direct Action, 2013
INSTITUT FÜR ALLES MÖGLICHE und ABTEILUNG FÜR ALLES ANDERE, Berlin
http://www.i-a-m.tk/

Cocktailkleider und Altherrenwitze. „Das kleine Schwarze“ in der Boutique Köln.

von Dominik Busch

Die Kölner Boutique steckt in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Auch eine Crowdfunding Initiative via startnext.de brachte nicht den erhofften Erfolg. Falls sich kein privater Financier finden lässt, sieht es schwer danach aus, als müsste eines der drei Off-Projekte am Ebertplatz bald seine Räume schließen. Dank der Kölner Konsolidierung inklusive drastischer Kürzung des Kulturetats.

Ich möchte allerdings an dieser Stelle nicht direkt Stellung zu kulturpolitischen Fragen beziehen, noch möchte ich Kommentare wie auch immer gerichteter parteilicher Lager provozieren. Wenn Politik, dann politische Potenziale, wenn politisch, dann in einem ästhetisch reflexiven Sinn. Doch dazu später mehr.

Die Boutique zeigt aktuell „Das kleine Schwarze“, eine Ausstellung der beiden Studenten der Kunstakademie Düsseldorf Melike Kara und Peppi Bottrop. Kara, seit Kurzem Studentin von Rosemarie Trockel, tat sich bereits als eine der (Künstler-) Kuratorinnen der Videoausstellung „Body Light“ hervor, jetzt gibt sie Einblick in ein weiteres ihrer Medien, das der Malerei. Bottrop, aktuell Student bei Andreas Schulze und meines Erachtens eher Vertreter einer Düsseldorfer Malerei, zeigt nach zuletzt grafischen Arbeiten (im etymologischen Sinne) und solchen mit Tendenz zum Objekt, wieder Bilder mit Farbe, Spuren, Oberflächen und Versatzstücken – um zunächst mal wertungsfrei zu bleiben. In meiner Vorstellung gingen diese Beiden so gar nicht zusammen. Etwas dramatisch formuliert stellte ich mir eine Begegnung zwischen Poet und Provokateur vor, eine Unterhaltung zwischen Träumer und Rationalist. In der Theorie durchaus spannend, in der Praxis oft ein stumpfes Entweder-Oder. Hier weder noch. In „Das kleine Schwarze“ stehen sich zwei Positionen gegenüber, jeder für sich. Keine perfekte Symbiose, aber auch kein wirklicher Battle. Eine Gruppenausstellung, in der alle gewinnen.

Privates und Persönliches außen vor – das Gewinnbringendste dieser Ausstellung sind die Editionen, deren Erlös allein dem Erhalt der Boutique zugute kommt: Prints diverser Oberflächen, mit kleinen Arabesken collagiert, mit Materialien verschiedener Haptik verklebt, auf Glas montiert und in einfachen Geometrien durchschnitten. Einfach, aber effektiv. Vorne wird hinten, Bildträger wird Informationsträger, Bezeichnendes wird Bezeichnetes, ein unterhaltsames Spiel mit Begrifflichkeiten. Und zudem „ästhetisch“ äußerst ansprechend. Die Editionen sind es allen voran, die Karas und Bottrops Positionen verschränken: Der eine liefert, der andere trägt ab, addiert, subtrahiert, ideell wie formal, mithin das ewige Spiel der Malerei. Gewissermaßen Malerei 2.0.

Bottrops verhältnismäßig große Formate dominieren die kleinen Räume ohne Weiteres, in ihnen findet sich das Spiel der Oberflächen und Materialien wieder, welches die Editionen so fundierte: Pastoses Schwarz steht gegen dünnes Türkis, Kreise und Dreiecke aus Farbe stehen neben Prints einer Holzoberfläche, ein übergroßer Kantholzrahmen hält die scheinbar losen Teile zusammen. In der Chronologie kommen Bottrops Arbeiten eigenartig anachronistisch daher, hatte er doch mit seinen Ausschnitten bei „TOTALE 4“ im Maschinenhaus in Essen  bereits deutlicher die Grenzen des Bildraums unterwandert. Aber geht es darum? Bildraum, Bildaufbau, Materialität, Malergesten, Inside-Jokes? Ich will es schwer hoffen. Aber noch viel mehr will ich hoffen, dass keiner die Ironie dahinter übersieht. Denn Ironie ist integraler Bestandteil dieser Malerei und mindestens ein Kriterium guter Malerei – wenn nicht sogar das einzige heutzutage. Unter anderem deswegen ist meine Lieblingsanalogie zur Malerei die Rapmusik. Nirgendwo sonst werden Setzungen derart direkt und subjektiv gemacht. Beispielsweise: „Wie zum Teufel kannst du heute noch Songs über das harte Leben auf der Straße machen?“ Analog dazu könnte man fragen; „Wie zum Teufel kannst du Malerei heute noch so bitterernst nehmen?“ Man kann. Es wird aber immer mindestens einer kommen, der sich zu Recht über diese Form des Konservatismus lustig macht. Bottrop ist so einer. Seine Malerei scheint daher irgendwie sehr aktuell, aus grob historischer Perspektive war sie das aber auch schon vor gut dreißig Jahren. Damit soll nun kein Werturteil gefällt werden, es wird lediglich darauf hingewiesen.

Den streng schwarzen Grund der Bilder Karas als den einer Malerin zu erkennen, tut man sich zunächst schwer. Scheinbar unbedacht der Auftrag, erkennbares Um-die-anderen-Teile-drum-herum-Malen, recht direkte Emblematik. Absicht? Ich denke ja. Mit Karas Videos im Hinterkopf lässt sich ihre Malerei nämlich noch auf andere Weise fassen als aus rein malereiimmanenter Perspektive.

In der Hoffnung, gänzlich auf Proust-Zitate verzichten zu können, möchte ich dazu einen Gedanken aufgreifen, der kürzlich in Bezug auf die zeitgenössische Ausstellungspraxis von Videokunst (!) am Beispiel von „Body Light“ angemerkt wurde. Der Autor monierte die bisweilen ignorante Praxis institutioneller Kuratoren hinsichtlich der Installation von Videokunst, die, im Falle der „Big Pictures“ Ausstellung des K21, vermeintlich nach wie vor hauptsächlich in Black Boxes stattfinde, anstatt, wie im Falle von „Body Light“, in einem offenen räumlichen Diskursbezug zueinander. Diesem Ansatz, so durchsetzungswürdig er auch ist, liegt der Trugschluss der Gleichheit von Video- und Filmkunst zugrunde – eine mithin rein begriffliche Unterscheidung, aber deswegen nicht minder wichtig. Letztere bedarf nach wie vor der Präsentation im hermetischen System der Black Box, liegt doch immerhin ihr Spezifikum in einer primär kognitiven Form der Rezeption. Vergleichbar etwa mit der des klassischen Theaters. Videokunst verhält sich dem gegenüber zu seinem Konsumenten hin offen, die räumliche Installation sowie die interne Struktur sind meist aufeinander bezogen und/oder argumentativer Bestandteil der Arbeit. Ein Film muss den Betrachter vereinnahmen, er lebt gewissermaßen von einer ihm immanenten Zeit- und Räumlichkeit, ein Video hingegen darf vereinnahmen, ist aber aufgrund seiner vermeintlich komplexeren Struktur grundsätzlich nicht als hermetische Form zu betrachten.

Von dieser Unterscheidung zehrt auch die Malerei Karas. Das zuerst so gar nicht malerische Schwarz ihrer Bilder erinnert also nicht nur rein nominell an das einer Black Box, vielmehr kann man die kleinen Formate im hinteren Raum der Boutique über ihren Status als Tafelbild hinaus als Stills eines ihrer Videos sehen. Zudem rahmt eine beige Fläche auf Karas starkem Großformat das matte Schwarz wie ein Vorhang ein. Der Vorhang einer Theaterbühne oder der eines alten Kinosaals? Oder etwa das Schwarz einer Burka? Mein subjektives Auge erkennt in den roten, goldenen und blauen Tupfen, in deren Positionierung im oberen Drittel der Kleinformate und ihrer leicht gekrümmten – und dadurch plastisch werdenden – Form, Ausschnitte osmanischer Schmuckstücke, etwa eines Tikkas oder Diadems; Goldenen Kopfschmuck, wie ihn in unserer Vorstellung etwa eine türkische Braut tragen könnte. Hierin spielt Kara offenbar mit kulturellen Klischees, mit dem Blick auf eine Kultur durch die Brille einer anderen. Oder so. In diesen Gedanken ließe sich auch die einzige installative Arbeit der Ausstellung einreihen, ein filigraner Blumen-Print auf annähernd quadratischem Plexi, gehalten von rohem Stahl. Er wirkt wie eine Folie, wie ein Fenster, der die Ausstellung von außen zugänglich macht. Die Form der Blumen wiederholt hier die der Diademe und wirkt dennoch wie ein Fremdkörper zwischen den Malereien, wie eine Projektionsfläche für weitreichende Assoziationen. Ohne die genaue Bedeutung dieser Schmuckstücke für die türkische Kultur zu kennen, werden wir an Karas Videos „Haram“ oder „Bülbül“ erinnert, in denen der kulturelle – nennen wir es mal – Konflikt äußerst sanft, poetisch und dadurch für uns wertungsfrei dargestellt wird. Karas Malerei ist also in meinem Verständnis keine, die, wie jene Bottrops, ihr Medium kritisch hinterfragen, vielleicht nicht einmal als solches thematisieren will, sondern allein legitimes Mittel zum Zweck, in der Formulierung ihrer Position. Die Malerei mag Kara eine kontemplative Möglichkeit der Betrachtung geben, die in Videos nur begrenzt vorhanden ist. Szenen, beziehungsweise einzelne Frames, werden so in den Zustand einer dauerhaft möglichen Betrachtung überführt, wenn auch gleichermaßen der willkürlichen Rezeptionsdauer des Betrachters ausgeliefert. Doch geht das Schwarz der Black Box dann mit jenem der Malerei Karas, als ihren Videos entstammend, überhaupt zusammen oder wird die eingangs beschriebene begriffliche Unschärfe hier nicht ebenso unklar gehalten? Für die Konstruktion einer solchen Assoziationskette ist das sicher nicht von Bedeutung, hierin liegt vielmehr das diskursive Potenzial ihrer Arbeiten. Medienspezifik, Bildbegriffe und vor allem kulturelle Erwartungen werden gegeneinander ausgespielt, deuten an und lassen doch offen. Das ist es, was sie so wertvoll macht – keine Ansage, keine große Geste, vielmehr ein subtiler Fingerzeig. Und sähe man hierzulande kulturelle Identitäten und deren gegenseitige Vorurteile nicht so konservativ, man käme bei so viel Pathos um ein Grinsen nicht herum. Möglicherweise ist es dieser hintergründige Humor, der Karas und Bottrops Positionen letzten Endes doch irgendwie zusammen bringt. Als Basis einer gemeinsamen Ausstellung wäre Humor jedenfalls nicht das Schlechteste.

Für die Boutique bleibt zu hoffen, dass sie ihre Position trotz allen Widrigkeiten irgendwie halten kann. Das Team von perisphere.de wünscht Maximilian Erbacher und Yvonne Klasen hierzu viel Erfolg. Mit „Das kleine Schwarze“ haben die beiden Kuratoren einmal mehr ihr subtiles Auge bewiesen und zunächst so disparat scheinende Positionen sinngebend zusammen bringen können.
Hoffentlich sieht die Stadt Köln das ebenso. Spread the word.

Das kleine Schwarze
MELIKE KARA
 und PEPPI BOTTROP
Eröffnung: Freitag, 10. Mai, 19 Uhr

Dauer: 11. – 31. Mai 2013

Öffnungszeiten: Fr-Sa, 16 – 19 Uhr 
und nach Vereinbarung.

http://www.boutique-koeln.de/

Petites résistances – Rebellion als Kunstform

Rebellion vs Kunst, letztes Jahr in den Kunstwerken Berlin, dieses Jahr Düsseldorf. Hier im Rheinland aber nicht im Whitecube, mit politischem Glanz, Glamour und Revolutionsästhetik inszeniert, dafür klein, subversiv, zum mitmachen und lernen.
Auf der Straße.

Denn, die kleinen Widerstände von „Petites résistances“ sind Ausdruck des individuellen Protestes und des zivilen Ungehorsams und nicht Entwürfe für große Gesellschaftsutopien, deren Scheitern wir alle in den vergangenen Dekaden beobachten konnten. Doch zum Resignieren und Aufgeben sind wir noch lange nicht bereit.

Deshalb beginnt der Frühsommer des Widerstandes! in Düsseldorf mit dem Workshop „Akademie der Rebellion“ vom 28. Mai – 01. Juni 2013, zur Anmeldung bitte hier.
Weitere Informationen zum Hintergrund, Theorie und natürlich den Kontaktdaten zum Organisator Emmanuel Mir findet Ihr ebenfalls dort. Text dort lesen, lohnt sich!

Das Programm „Akademie der Rebellion“

28. Mai

  • 13 Uhr: Emmanuel Mir und Alain Bieber: Begrüßung und Programmvorstellung. Ort: Hans Peter Zimmer Stiftung, Ronsdorfer Straße 77a. (1 Std.)
  • 14 Uhr: Alain Bieber: Politische Kunst im öffentlichen Raum. Ort: Hans Peter Zimmer Stiftung, Ronsdorfer Straße 77a. (1,5 Std.)
  • 16 Uhr: Partizaning: Participatory Urban Replaning. Partizaning ist eine in Moskau basierte Künstler- und Aktivistengruppe, die den öffentlichen Raum als Austragungsort des politischen Diskurses versteht. Im Austausch mit den Workshop-Teilnehmern initiieren zwei Mitglieder der Gruppe eine Aktion in Düsseldorf. (PRAXIS, 3 Std.)

29. Mai

  • 11 Uhr: Jérome Fino: Hacking the sound of the city. Ort: Düsseldorf City. Treffpunkt: Hans Peter Zimmer Stiftung, Ronsdorfer Straße 77a. Jérome Fino ist ein französischer Klang- und Videokünstler. In einer seiner bekanntesten Aktion, zweckentfremdet er Lautsprecher und tonproduzierende Geräte im öffentlichen Raum. Mit ihm gehen die Teilnehmer auf der Suche nach potenziellen Klangkörpern in die Stadt. (PRAXIS, 2-3 Std.)
  • 16 Uhr: Klaus Rosskothen: Street Art in der Galerie. Ort: Galerie Pretty Portal, Brunnenstr. 12, 40223 Düsseldorf. Der Galerist gibt einen Einblick in die internationale und lokale Street Art-Szene, präsentiert einige Künstler aus seinem Programm und spricht von den Besonderheiten des Handels mit Street Art. (1,5 Std).

30. Mai

  • 11 Uhr: Anne Mommertz: Um den heißen Brei. Ort: Düsseldorf Flingern und Oberbilk. Treffpunkt: Hans Peter Zimmer Stiftung, Ronsdorfer Straße 77a. Die Künstlerin und Autorin führt sie durch die unbekannten Seiten zweier Stadtteile, die im Laufe ihrer Geschichte viele Umbrüche erlebt haben. Dabei kommen völlig neue Aspekte dieser populären Stadtteile zum Vorschein. (1,5-2 Std.)
  • 15 Uhr: Alain Bieber: Dérive: Zur Praxis des Herumschweifens. Ort: Düsseldorf City. Treffpunkt: Hans Peter Zimmer Stiftung, Ronsdorfer Straße 77a. Der Kurator und Autor Alain Bieber reaktiviert eine situationistische “Technik” des urbanen Umherschweifens, bei der, anhand von einfachen Übungen, die Stadt ganz neu wahrgenommen und erlebt wird. (PRAXIS, 2-3 Std.)

31. Mai

  • 11 Uhr: Florian Rivière: Die Stadt ist ein Spielplatz. Treffpunkt: Hans Peter Zimmer Stiftung, Ronsdorfer Straße 77a. Mit dem Künstler und Urban Hacktivist Rivière, der Gegenstände im öffentlichen Raum zweckentfremdet um dessen spielerisches Potenzial zu Tage zu fordern, gehen Sie durch die Straßen der Stadt und spielen mit vorgefundenen Objekte und Situationen. (PRAXIS, 2-3 Std.)
  • 16 Uhr: Andi Wöhle und Fabian Haupt: Die Stadt ist ein Turnplatz. Ort: N.N. Die Parkour-Sportart ist eine neue Bewegungsform im urbanen Raum, die keine Hindernisse kennt und Mauern, Fassaden oder Rampen als Möglichkeiten des akrobatischen Fortkommens betrachtet. Hier wird die Stadt körperlich erfahren. Die Werkstatt ist eine Einführung in die Kunst des Parkours.  (PRAXIS, 3 Std.).

1. Juni

  • 11 Uhr: Emmanuel Mir: Führung durch die Ausstellung Petites résistances. Exklusive Preview! Wenige Stunden vor ihrer Eröffnung gewährt der Kunstwissenschaftler und Kurator der Ausstellung einen Blick hinter den Kulissen.
  • 13 Uhr: Gemeinsamer Besuch der Interventionen. Die Interventionen oder Performances, die während den Praxis-Werkstätten stattgefunden haben, werden im Plenum besucht und besprochen. Aufs Fahrrad und ab durch die Stadt!
  • 17 Uhr: Diplomverleihung und Hängung der Dokumentationen. Siehe unten.

Die Ausstellung im Weltkunstzimmer: Petites résistances  – Rebellion als Kunstform (1. Juni -13.Juli 2013) 

Nach dem Workshop geht es dann etwas konservativer, aber dennoch nicht weniger relevant und interessant weiter. Am 1. Juni eröffnet die Ausstellung Petites résistances  – Rebellion als Kunstform (1. Juni -13.Juli 2013) im Weltkunstzimmer, Düsseldorf.
Die Ausstellung bringt arbeiten von internationalen Top-Leute zusammen, von denen die allermeisten noch nie hier zu sehen waren. Mit dabei sind: Brad Downey, Cheesecake Powerhouse, Jérome Fino, Fröhlich, Mladý, Simánek & Turner,  Harmen  de Hoop, Marlene Hausegger, Klara Lidén, Ann Messner, Anne Mommertz, Partizaning, Florian Rivière, Helmut Smits, The Wa und Yomango.
Wem die Namen nichts sagen, nutzt die Suche beim Kollegen Alaine Bieber.

Außerdem:

Freitag 21. Juni 2013, 20.00 Uhr „Nacht der Anarchie“

Filmscreening und BAR-becue im WELTKUNSTZIMMER

Samstag 13. Juli 2013, 16.00 Uhr Kuratorenführung

Kostenlose Führung von Emmanuel Mir durch die Ausstellung

 

Aktuelle Infos hier bei uns und natürlich auf der Projektwebseite
http://petites-resistances.tumblr.com/.

 

10qm Abschluss

10qm war der Titel des temporären Pop-Up-Projekts von Stefanie Klingemann und Diane Müller im öffentlichen Raum von Köln Nippes. Ort und Bühne war ein etwas eigentümlich geteerter (Park?)platz, der dann jeweils für kurze Zeit auf unterschiedliche Arten umgenutzt wurde. Infos zum Projekt und den Teilnehmern gibt es auf der Projektwebseite, hier.

Das letzte mal agierte am 26.4. Uschi Huber mit „Tulipa“vor Ort. Im Laufe des Abends wurde sie von Les Éclairs, Petra Klabunde, Kwaggawerk, Krickeberg & Steins und ray vibration mit Jan Arlt unterstützt. Es gab Objekte, Blumen, Bild, Ton, Video und am Ende eine echte Kapelle die fantastisch schräg spielte.
Wir waren selber vor Ort, hatten aber die Kamera im Auto gelasssen, deshalb gilt hier: Alle Bilder by Stefanie Klingemann, die Ihr natürlich alle über das fast schon legendäre MOFF-Magazin kennt.

Abschlussveranstaltung des 10qm Projekts im öffentlichen Raum (Kuenstraße / Ecke Florastraße in Köln Nippes) am 26.4.2013 von 18-22 Uhr mit
Uschi Huber
Les Éclairs
Petra Klabunde
Kwaggawerk
Krickeberg & Steins
ray vibration mit Jan Arlt

http://www.10qm.de/
organisiert von Stefanie Klingemann und Diane Müller

Guten Morgen Düsseldorf, guten Morgen Welt!

Hurra! Hurra! Der Golfstrom ist doch nicht versiegt und die Eiszeit kommt ebenfalls noch nicht zu uns. Keiner hat mehr damit gerechnet, doch der Frühling ist da und endlich geht das Leben wieder los. Und auch wir starten pünktlich zum Aufblühen der Welt mit neuen Projekten.

Deshalb unser Gruß an die Welt diesmal mit Hinweis auf den kommenden Samstag 20.4.2013, an dem wir den Berliner Künstler Sebastian Schmieg in unsere Räumen in Düsseldord Friedrichstadt begrüßen dürfen.
Am Samstag Abend kommen zwei neue Projekte zusammen: Digitale Soiree heißt ein Projekt, dass wir gemeinsam mit MORGEN Gestaltung ins Leben gerufen haben, um uns dort in Zukunft frei und intensiv mit dem Fragen Rund um Netz, Kunst, Kultur und digitalisierter Welt zu beschäftigen.
Books and Blankets wurde hier bereits mehrfach erwähnt und wird am Samstag abend im Rahmen der digitalen Soiree präsentiert.

Samstag, 20.04.
19.00 Uhr
Kirchfeldstraße 112
Düsseldorf

www.sebastianschmieg.com
www.booksandblankets.org

Vorab gibt es jetzt schon mal dieses wilde Video von Thomas Spallek, in dem angedeutet wird um was es am Samstag geht. Wer nix versteht grämt sich nicht, sondern kommt einfach vorbei, und wer etwas zu verstehen glaubt darf natürlich ebenfalls kommen.

BOOKS AND BLANKETS 1 – Sebastian Schmieg from Thomas Artur Spallek on Vimeo.

The Ocean and the River in versch. Kölner Projekträumen

von Emmanuel Mir (Düsseldorf)

 

Alle rheinischen Rivalitäten zu Trotz, ist es immer wieder erfreulich festzustellen, dass manche kölnische Umstände sich wenig von denen Düsseldorfs unterscheiden. Im Kapitel „Die Medien sind das Sprachrohr der bürgerlichen Empörung“, Abschnitt „Unser Dorf soll schöner werden“, herrscht nämlich der gleiche Tenor. Während die Landeshauptstadt den Worringer Platz zum offiziellen „Schandfleck“ gekürt hat, hat der Ebertplatz in der Domstadt ein solches Prädikat geerbt. Dort und drüben soll es hässlich, dreckig, laut und gar gefährlich sein. Alkoholiker, Dealer und mit Sicherheit sehr bald „Armutseinwanderer aus Rumänien und Bulgarien“ verunsichern die Bevölkerung – wenn man der populistischen Presse Glauben schenkt. Indes sind es genau diese zwei Plätze, die seit ein paar Jahren zu den neuralgischen Entstehungs- und Vermittlungszentren für junge Kunst geworden sind.

Am Ebertplatz, zwischen Boutique und Halle für Vollständige Wahrheit – Bild: Y. Klasen

Kein Standort in Düsseldorf zieht so viele Off-Projekte an wie der Worringer Platz; und der Ebertplatz ist seinerseits zum inoffiziellen Herz der unabhängigen Kölner Kunstszene geworden. Wie üblich im Zyklus der Gentrifizierung, leisten die dort angesiedelten Projekträume (Boutique, Bruch und Dallas sowie die Halle für Vollständige Wahrheit) praktisch Pionierarbeit, indem sie die verwaisten Läden bespielen, Leben in die Passage einhauchen und das Publikum mit Eröffnungen, Veranstaltungen und Partys anlocken. Ob irgendwann die Journaille verstehen wird, dass urbaner Raum mit geringem wirtschaftlichen Verwertungspotenzial und einer nicht-konventionellen „Aufenthaltsqualität“ zur Biotope für atypische Aktivitäten und Lebensformen (Stichwort: Obdachlose) werden kann?

Das sind die portugiesischen Künstler in Köln – Bild: Y. Klasen

Am Ebertplatz braut sich wieder etwas zusammen. Was mit einer privaten Reise anfing geht weiter mit einem aufwändigeren Künstleraustausch. Vor ein paar Monaten fuhren Paul Leo, einer der zwei Betreiber der Halle der Vollständigen Wahrheit, zusammen mit Yvonne Klasen, Mitbegründerin der Boutique und des Karat-Schaufenster am Friesenplatz, sowie mit Malo, der die höher erwähnte Halle mitbetreut, nach Porto. Sie trafen dort auf eine kleine und sehr aktive Szene von ausstrebenden Künstlern, die zwar voller Energie und Gestaltungsdrang erfüllt sind, jedoch keine Aussicht auf eine Vermittlung ihrer Arbeit finden. Anders als hierzulande ist die Gruppe der Interessenten für zeitgenössische Kunst in der portugiesischen Stadt beschränkt. Es gibt nur wenige Galerien, die auf internationalem Niveau arbeiten und zu wenige Institutionen, die sich für den Nachwuchs engagieren. Und die ausstrebenden Künstler voller Energie und Gestaltungsdrang tun viel um ihre Energie und Gestaltungsdrang sinnvoll zu kanalisieren; aber sie agieren eben nur unter sich. Die Bemühung, ein selbstorganisiertes Netzwerk aufzubauen und zu unterhalten, ist verschenkt, wenn das Publikum sich partout nicht für das Angebot interessiert. Trotz zahlreicher Initiativen beißt sich der Hund in den Schwanz und die Akteure treten auf der Stelle.

Diana Carvalho in der Boutique

Diana Carvalho

Diana Carvalho

Diana Carvalho

Die unabhängige Kunstlandschaft in Porto ist also nicht unbedingt von einem großen Stillstand gekennzeichnet, aber niemand hört den Ruf. Da ist zum Beispiel Maus Hábitos (auf dt.: „Schlechte Gewohnheiten“), eine mittlerweile etablierte Initiative, die sich neben der Bildenden Kunst auch dem Tanz, der Musik und dem politischen Aktivismus zuwendet. Da ist auch Na casa com, eine Art jährlich stattfinder Tag der Offenen Türen, bei dem eine kleine Gruppe von Künstlern ihre Ateliers der Öffentlichkeit öffnen. Ein kritischer Überblick über die selbstorganisierte Kunstszene von Porto erfolgt in kurzem an dieser Stelle.

Hernâni Reis Baptista – Bild: Y. Klasen

Hernâni Reis Baptista – Bild: Y. Klasen

Jedenfalls entschieden sich die drei kölner Künstler etwas zu tun und verpflanzten die Idee des Offs in den Köpfen ihrer portugiesischen Kollegen. Die kleine Kölner Delegation erzählte von ihren Erfahrungen als Off-raum-Betreiber und Gestalter eines lokalen künstlerischen Angebots und ermutigten ihre Gastgeber selbst aktiv zu werden. Bei dem großen räumlichen Leerstand in Porto und der Anzahl an Künstlern, die sich selbst überlassen sind, sollte die Motivation prompt greifen. Aber zunächst wollten sich die Portugiesen ein Bild der Lage machen und das Off vor Ort erleben. Nachdem in Januar über 30 Künstler interviewt wurden, wurden sechs auserwählt, nach Köln zu fahren um ihre Arbeit zu präsentieren und die Szene kennenzulernen. Dank einer Förderung der Bezirksregierung Köln fielen Fahrt- und Übernachtungskosten nicht zu Last der Organisatoren; der erste Künstleraustausch zwischen Köln und Porto war geboren.

Mónica Lacerda – Bild: Y. Klasen

David Ferreira – Bild: Y. Klasen

David Ferreira – Bild: Y. Klasen

Zur Ehre ihrer Gäste sind zahlreiche Projekträume zusammen gekommen und haben ein kleines Festival organisiert mit dem schönen Titel „The Ocean and the River“. Jeder der sechs portugiesischen Künstler erhielt eine Ausstellung, ob Maria Trabulo in den freien Schaukästen von Karat, Rita Medinas Faustino in der Baustelle Kalk oder Hernâni Reis Baptista im Klub Genau. Zusätzlich zu seiner Einzelshow in einem zu diesem Zweck gemieteten Lkw realisierte David Ferreira eine Performance am Ebertplatz, wo er die Zugänge des Ortes mit Kisten absperrte und damit die Passanten zu kreativen Umgangsstrategien zwang. Ein knapper Tag nach der Eröffnung ihrer Ausstellung in der Halle der Vollständigen Wahrheit wurde ihrerseits Mónica Lacerda gezwungen, ihre Arbeiten zu räumen: Schon am Samstagabend fand da ein Konzert statt und die Party ging bis zum Morgengrauen. Wer am Sonntagnachmittag zur Diskussionsrunde am Ebertplatz kam, traf ein gutes Dutzend leicht ermatteter Künstler, sich über die Lage der jungen Kunstszene in Porto unterhaltend. Noch war die Arbeit von Diana Carvalho in der Boutique zu sehen; wenig später verreisten die sechs zurück nach Porto.

Maria Trabulo

Maria Trabulo

Maria Trabulo

Und wie geht’s weiter? Im September werden sechs Kölner Künstler nach Porto fahren und ihre Arbeit dort präsentieren. Da die Vermittlungsstruktur (d.h.: ein Raum und Menschen, die sich darum kümmern) nicht vorhanden ist, stehen noch viele Details dieser Reise in den Sternen. Aber wir werden berichten….

when people had computers – Konzert in der Halle für Vollständige Wahrheit – Bild: Y. Klasen

Diskussionsrunde am Ebertplatz

 

 

Die USB-SHUFFLE-SHOW – ONE im Institut für Alles Mögliche

Text: Luisa Hänsel

Das Institut für Alles Mögliche experimentiert gern, vor allem wenn jeder mitmachen kann. Das neueste Experiment wurde am Donnerstag, dem 4. April, gegen 19 Uhr in der Abteilung für Alles Andere in der Ackerstraße 18 erstmals vorgeführt – die „USB-Shuffle-Show“: mit einem Open Call rief das Institut alle Interessierten dazu auf die eigenen Kunstwerke auf USB-Stick per Post einzuschicken. Wer bis zum 31. März seine Arbeit eingereicht hatte, wurde ohne Umschweife Teil der Show und erhielt die Chance seinen digitalen Beitrag einem Publikum vorzuführen.


Auf einem kleinen Couchtisch türmen sich Speichermedien in allen möglichen Ausführungen. Neben klassischen San-Disk-Modellen aus schwarzem Kunststoff, finden sich auch Hartplastik-Werbegeschenke oder praktische Miniatur-Formen fürs Portemonaie. Besondere Highlights: ein pinkes Nilpferd, ein mit Glitzer-Lametta verziehrter USB-Stick und eine graue, quadratische Box aus dicker Pappe.

Fast einhundert Datenspeicher beinhaltet der sorgfältig angelegte Katalog, den alle Besucher der Ausstellung in Form eines Memoriesticks als Begrüßungsgeschenk erhalten. So können sich Besucher die Kunstwerke speichern und mit nach Hause nehmen. Die schier unmögliche Ordnung des digitalen Chaos überblickt im Raum nur eine: Hanna – die Praktikantin.

Hanna sitzt mit dem Künstler Jona auf dem Sofa im vorderen Bereich des Raumes und steckt ein paar der nicht-flüchtigen Halbleiterspeicher in die dafür vorgesehenen Sammelbuchsen. Einen Augenblick päter wird der Film „Busen” an die Wand projiziert. Wir sehen mehrere Frauen oben ohne. Dann laufen verschiedene Bilder aus einem unbekannten Stadtraum von einem türkisfarbenden USB-Stick und im Anschluss erhalten wir eine Anleitung wie man sich imaginäre Freunde macht.

„Wenn ich mich an die Sachen erinnere, bedeutet das entweder, dass sie besonders gut oder besonders schlecht sind.“ erklärt mir Hanna mit einem Grinsen. Recht hat sie. Qualitativ unterscheiden sich die Filme und Fotos weit voneinander. Ein herausstechender Beitrag befindet sich in der quadratischen Pappbox.
Das Video auf dem Stick zeigt eine Einstellung aus der Subjektiven. Zwei Hände basteln mit Cutter, Kleber und Pappe den gerade benutzten USB-Stick. Was allerdings neben dem Speicher noch in den Karton eingepflanzt wird, ist geschickt ausgeblendet worden und verbleibt für den Betrachter im Dunkeln.

Auf die Frage, ob die gezeigten Werke zum Großteil von bildenden Künstlern stammen, antwortet mir der Gründer des Instituts, Stefan Riebel nur so viel wie „Das spielt keine Rolle. Jeder konnte ja seine Ideen einreichen.” Eine streng kuratierte künstlerische Leistung, soll in der USB-Shuffle-Show auch gar nicht gezeigt werden.

In erster Linie möchte das Institut für Alles Mögliche untersuchen ob der beliebte Datenspeicher auch ein Ort für Kunst und Kultur sein kann. Außerdem soll die Ausstellung zum Überdenken der Urheberschaft, Einzigartigkeit, Interaktivtät und kuratorische Praxis anregen.

Die USB-SHUFFLE-SHOW – ONE
4. – 6. April 2013
Institut für Alles Mögliche, Berlin 
Weitere Info unter: http://usb.i-a-m.tk/

 

MOFF benötigt Ihre Hilfe!

Lob und Zuspruch, Anerkennung und Nachfrage nach unserem Interviewmagazin mit Kölner Künstlern bereiten uns seit 4 Jahren Freude, sodass wir wieder mit viel Energie ehrenamtlich an der mittlerweile 7. MOFF-Ausgabe arbeiten. Am 15. April wird das kostenlose Magazin in einer Auflage von 5.000 Exemplaren erscheinen und erstmals auf der ArtCologne an einem Stand für junge Magazine vertreten sein.

Leider fehlen uns aktuell noch 2.400€, um die Druckkosten zu decken.

Wir freuen uns über jede Spende:

moff e.V. – Kto: 322 190 000 – Blz: 370 700 24 (Deutsche Bank)

 

Jeder Spender wird gerne in der Ausgabe namentlich erwähnt.

Selbstverständlich erstellen wir gerne eine Spendenquittung.

 

Und genauso freuen wir uns über jede Anzeigenschaltung:

Hier finden Sie die aktuellen Mediadaten.

 

Mit besten Grüßen aus Köln!

Stefanie Klingemann und Dr. Anne Schloen

 

 

Weitere Informationen zu MOFF

Ausgabe 7, 1/2013

Gespräche mit:

Gesine Grundmann

Katerina Kuznetcowa &

Alexander Edisherov

Maximilian Erbacher

Manfred Schneckenburger

Carola Keitel

Allan Gretzki

Dorothee Joachim

Andreas Oskar Hirsch

Diane Müller

Johannes Wohnseifer

 

Künstlerporträts von: Veit Landwehr

Sonderedition von: Johannes Wohnseifer

Gastgespräch von: Johannes Stahl

 

Erhältlich ab dem 15.04.2013 auf der ArtCologne und in vielen Galerien, Off-Spaces und Ausstellungshäusern in Köln und Umgebung!

Facebook: www.facebook.com/MOFFmagazin
Abo: abo@moff-magazin.de
www.moff-magazin.de

MOFF ist ein Magazin aus der Kölner Kunst-Szene. Im Mittelpunkt stehen acht bis zehn Gespräche mit Künstlern, die durch ein weiteres Gespräch mit einem Galeristen, Kurator, Kunstwissenschaftler oder Sammler ergänzt werden. Jede Ausgabe ist vollkommen anders und unterscheidet sich von der vorherigen: Das MOFF-Magazin verzichtet auf ein Branding, ein Logo oder eine Corporate Identity. Das Format, das Layout, der Umfang und die Specials des Magazins unterliegen stetigem Wandel und Entwicklung. MOFF ist kostenlos in Köln und Umgebung erhältlich z.B. auf der Art Cologne, in Galerien, Off-Spaces, Museen, Archiven, Bibliotheken, Bars und Cafés.

MOFF erscheint zweimal im Jahr: im Frühjahr zur Art Cologne sowie im Herbst zum Saisonstart und DC Open.
MOFF e.V.
Nägelistraße 16
50733 Köln

Telefon: 0176 – 95 55 44 35
Kontakt: mail@moff-magazin.de

Vorstand: Stefanie Klingemann, Dr. Anne Schloen

Lars Klostermann macht Filme über Kunst und Künstler – diesmal über Patrick Thomas

Partner, Kollege und Freund Lars Klostermann dreht, nicht ausschliesslich, aber doch regelmäßig, filmische Dokumentationen über Kunst, Kunsträume und Künstler. 2010 hatte er anlässlich des Vierwände Kunst Festivals unter dem Arbeitstitel Miniaturen alle damals aktiven Düsseldorfer Projekträume portraitiert.

Ein Jahr zuvor habe wir gemeinsam die Interviewreihe ‚Zu Besuch bei‚ angefangen und in diesem Zusammenhang Gespräche mit den Künstlern Paule Hammer und Andrea Lehmann geführt und aufgenommen. Widerum ein Jahr zuvor, im Herbst 2009, zeichnete er sich verantwortlich für den Trailer des Kunstfilmtags.
Lars Klostermann studierte Geisteswissenschaten und in diesem Rahmen, wie so viele andere unserer Generation irgendwas mit Kultur und Medien. Seit dieser Zeit beschäftigt er sich mit der Frage nach dem Authentischen und dem was authentisch sein kann. Sein Handwerk hat er im übrigen parallel dazu, als langjähriger Mitorganisator und Jurymitglied des Dokumentarfilm Festivals Duisburger Filmwoche gelernt. Auch hier war er über lange Jahre hinweg verantwortlich für die Trailer des Festivals.
Und wenn alles gut läuft wird er in den kommenden Wochen zusammen mit Emmanuel Mir eine filmische Serie über Kunst und Künstler für diesen Blog produzieren.

Diesmal war er allerdings nicht im eigenen, sondern im fremden Auftrag mit der Kamery unterwegs, die Qualität leidet darunter aber keineswegs, im Gegenteil. Herausgekommen ist ein – ich nutze das Wort in solchen Zusammenhängen nicht gern, doch hier passt es – schöner Film über die Multiples des Künstlers Patrick Thomas.

Lars Klostermann
Multiples, Patrick Thomas in der Galerie T

Walter Padao In Between

Kunstausstellungen in Anwaltskanzleien oder Arztpraxen sind – nun ja, wie soll man es formulieren? … – zumindest einmal etwas speziell.
Vieleicht nicht zwangsläufig der Anwalt, aber zumindest doch der Arzt als Inbegriff des ehrenwerten, bürgerlichen Berufs trifft auf den Künstler, der – in meiner romantisch, naiven Auffassung – das Anarchische, Andere, Chaotische, Destruktive weil kreative Potential unseres Zusammenlebens verkörpert. Zutiefst unterschiedliche Welten prallen zwischen Kartenlesegerät, Zimmerpalme und weißen Raufasertapeten auf- und reiben sich aneinander.



Aber natürlich wissen Sie als aufgeklärt desorientierter Mensch der Metamoderne, dass es eben nicht so einfach, dafür doch um so komlizierter ist, mit den authentischen Rollen auf der sozialen Bühne und den von uns dort dargestellten Figuren.
Mag sein, dass sich das irgendwann mal anders verhalten hat, als es noch Berufe und zugehörige Stände gab. Mag sein, dass es Reibungen und Provokationen jenseits kalkulierter und brachialer Tabubrüche einmal wirklich gegeben hatte. Doch in dieser unseren Zeit, in der wir uns maximal tolerant – was nicht zwangsläufig verkehrt ist – und mindestens ebenso flexibel geben wollen und müssen – was zunehmend anstrengend wird – verhält es sich mit der Reibung etwas anders.
Nun muss das nicht schlecht sein wenn Reibung verschwindet weil Grenzen sich auflösen, sich Kommunikation dadurch vereinfacht und Ideen besser zirkulieren.
Denn trotz aller Sympathie für starke Bewegung und große Reibung, sowie des damit verbundenen, immerwährenden und unerreichbaren Ziels der großen Revolution, begrüße ich die kontinuierlich, flukturierende Revolte und den damit verbundenen steten Wandel doch mindestens genauso. Ich bin da recht ambivalent, und um ehrlich zu sein hatte ich es mit radikalem Punk noch nie so recht. Für mich ist neben der Lust an Obsession und Wut immer auch Platz für Harmonie und Verständigung.

Und deshalb habe ich mich sehr wohl gefühlt, an diesem harmonischen Abend in Oberkassel, als Walter Padao, Düsseldorfer Maler und Künstler seine aktuelle Malerei in der psychoanalytischen Praxis von Brigitte Ziob zeigte.
Jenseits von bürgerlichen und nichtbürgerlichen Klisches traf hier zusammen was nicht nur auf freundschaftlicher Verbindung beruht. Denn sowohl Brigitte Ziob, die ihre Räume für den Abend zur Verfügung stellte, als auch Walter Padao beschäftigen sich in Ihrer Arbeit nicht nur, aber dennoch deutlich mit dem Unter- und Unbewussten und den dort zu findenden Bildern.

Auch wenn man Walter Padao wohl nicht direkt als Surrealisten bezeichnen würde, zeichnet sich seine Malerie durch einen traumhaften, surrealen Charakter aus, allerdings ganz anders als das etwa ein Neo Rauch mit seinen plakativen und deutliche erkennbaren Bilderrätseln tut. Padaos Szenarien sind dynamischer, undeutlicher, verschwommener und damit sehr viel näher dran an dem was Rausch und Träumen ist, oder uns als Erinnerung an diese Zustände bleibt.

Bewegung und Zeit sind zentrale Themen in den Bildern Padaos, sowohl als wichtiges Narrativ für die Malerei, wie beim Motiv der Tänzerin im Bild unten, als auch Forschungsfeld der interessierten und intensiven Beschäftigung mit den Phänomenen selber.

Schon seit einigen Jahren ist Padao fasziniert vom Bullettime-Effekt, welcher bekanntlich erstmals in den Matrixfilmen zu sehen war. Er untersucht die daraus resultierende Bildfolgen, sowie die Auflösung der Bewegung mit den Mitteln der Malerei in dem er die einzelnen Frames über Bildtableaus verteilt und diese Bilder dann nebeneinander auf die Wand bringt. Auf diese Weise rückt er die Malerei als älteste aller Verfahren der Bilderzeugung nahe an das heran, was man Heute mit dem unschönen Begriff Medienkunst bezeichnet, geht dabei aber über das ansonsten oft inflationär betriebene Spiel mit der Technik hinaus.
Padao entlockt mit seiner Malerei auf einfache Weise einem modernen Kamera-Computerbild-Trick eine eigene Komponente und dreht den spektakulären Effekt noch einmal einen Schritt weiter, in dem er die kreisende Bewegung der Kamerafahrt auflöst um sie dann wieder gleichzeitig und strukturiert auf der Wand ausbreitet.

Die Gastegeberin Brigitte Ziob schreibt dazu:

Der Düsseldorfer Maler Walter Padao arbeitet mit Körpern in Bewegung.. Dabei interessiert ihn weniger das Einfrieren eines Augenblicks wie beim Foto, sondern das Sichtbarmachen der Zeit. Es geht nicht um Eindeutigkeit, sondern um Unschärfe, also das, was „in between“, also dazwischen ist. Hier läßt sich eine Verbindung zum psychoanalytischen Prozess ziehen: Innere Bilder entstehen, werden bearbeitet, verwischen und führen zu neuen Assoziationen. Im therapeutischen Prozess geht es oft darum, eingefrorene Strukturen wieder in Bewegung zu bringen, Facetten spürbar zu machen, die Dinge aus verschiedenen Perspektiven sehen zu können. Hier kann man einen Bezug zu den Bildern von Walter finden, der seine Figuren in verschiedenen Perspektiven festhält, als ein eingefrorener Moment in der Bewegung.

Die Bewegung als ein „Dazwischen“ im Raum, woraus sich die zeitliche Perspektive ergibt. Denn der äußere Raum ermöglicht uns das Zeiterleben. Das menschliche Zeiterleben entwickelt sich schon früh durch immer wiederkehrende Prozessabläufe im Kontakt mit dem pflegenden Primärobjekt, meist der Mutter, die den äußeren Raum repräsentiert, durch Berührungen, Nahrungszufuhr usw.. Dazu kommen frühe Erfahrungen von erträglicher Anwesenheit bis hin zu unerträglicher Abwesenheit in einer Zeitspanne, als Zeiterleben, das schon frühe Bewältigungsformen verlangt.
So hilft die Phantasie dabei, Situationen des Alleine-Seins zu mildern durch die Schaffung von Übergangsobjekten. So wird der Zeitfluss schon früh strukturiert die Umwelt, als einen sozialen und geographischen Raum des Seins. Damit verbunden sind Erlebniskategorien wie Gleichzeitigkeit, Sukzession, Kontinuität, den Augenblick oder die Dauer. Was wir dann als solche unterscheiden können. Damit aber etwas bei uns hängenbleibt, müssen Erlebnisse in der Zeit eine gewisse Dauer und Intensität besitzen, um zu  einer inneren Erfahrung werden zu können.

Walter Padao arbeitet mit der Reflektion über das Zeitliche. Er hat dafür ein eigenes Verfahren gefunden: Er stellt sein Modell zunächst ins Zentrum. Dann schreitet er mit einer digitalen Fotokamera die Markierung ab und macht 24 Fotos – so viele, wie beim Film pro Sekunde durch den Projektor rattern. Dieses Verfahren heißt „Bullett-Time“. Es bezeichnet einen Special Effect, bei dem der Eindruck einer Kamerafahrt – um ein in der Zeit eingefrorenes Objekt entsteht. Wir kennen das aus „Matrix“, wenn Keanu Reeves in der Luft zu schweben scheint. Es geht darum, die Zeit anzuhalten und sie damit sichtbar zu machen. So ist das auch bei den Bildern, die Bewegung ergibt sich aus einem eingefrorenen Moment, einem festen Bild. Hier kann man einen Bezug sehen zur psychischen Realität: In diesem Spannungsverhältnis von Momentaufnahme als Anhalten des Zeitlichen verbunden mit der Bewegung in der Zeit bewegen sich die Bilder von Walter Padao.       

Praxisausstellung „In Between“ am 2.2.2013, 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr.
Gezeigt wurden Bilder des Düsseldorfer Malers Walter Padao. Die Ausstellung ist der Auftakt zu regelmäßig halbjährlich stattfindenden Ausstellungen unter dem Aspekt „Kunst auf der Couch“ in der Psychoanalytischen Praxis von Dipl.-Psych. Brigitte Ziob.

http://www.padao.de/

Pepper + Woll zeigen SUPER in Köln

Mit der speziell für den Ort entwickelten Arbeit „SUPER“ des in Düsseldorf lebenden Künstlerduos PEPPER + WOLL präsentierte die Projektreihe 10qm am Freitag den 08. März um 18 Uhr die neunte für den Ort konzipierte Arbeit.

10 QM – SUPER ist eine temporäre Architektur-Skulptur, welche sich durch Einbeziehung der spezifischen Raumkoordinaten am Ort manifestiert. Die Intervention schafft ein neues Zentrum innerhalb des vorhandenen Wohnquartiers, indem sie eine Schnittstelle im innerstädtischen Gefüge von Park, Kirche und Anwohner von Köln/Nippes provoziert. „Super“ funktioniert als architektonische Geste, die die Aufmerksamkeit des Anschauenden bannt und Fragen, Meinungen bzw. Prozesse der Kommunikation eröffnet!

„Super“ ist durch die freie Verwendung konventioneller Baumarktmaterialien und der Glorifizierung gegenüber der Technik geprägt. Ausgediente technische Objekte wie z.B.  der Lüfter (Bobble), der Stromkasten oder aber auch der Leuchtturm (Glockenturm) sind ausgediente technische Objekte mit Wiedererkennungswert, die in der gebauten Struktur eine scheinbare Logik ergeben.

Alle Bilder by Pepper +Woll via E-Mail.
Danke Mark!

10qm
Freitag den 08. März, 18 Uhr
www.10qm.de
www.facebook.de/zehnqm
www.pepperwoll.com

Neues aus Hamburg: Carola Deye – Sorry Safari und Tillmann Terbuyken – Spitzen

Dank der Unterstützung der frisch nach Hamburg gezogenen, jungen Künstlerin Theda Schillmöller werden wir ab jetzt und in den kommenden Monaten etwas tiefer in die Kunstszene der norddeutschen Hafenstadt einsteigen – eine Stadt im übrigen, die auch für einen Teil der Perisphere schon einmal zwei Jahre lang Heimat gewesen ist, bevor es dann ins Rheinland ging.
Zur Feier des Tages und weil man auch mal was verrückter tun muss, machen wir den Auftakt – ganz untypisch für uns – mit einem fotografischen Doppel zu zwei Räume.

Danke Theda!

Tillmann Terbuyken präsentiert Spitzen bei Isa Maschewski

Der Maler und Bildhauer Tillmann Terbuyken eröffnete letzte Woche seine Ausstellung ‚Spitzen‘ im Projektraum Isa Maschewski in der Admiralitätstraße. Er zeigt Arbeiten aus den letzten sieben Jahren. Zeitgleich ist eine Auswahl seiner Arbeiten in der Ausstellung ”Passagen und Werkzustände” bei KM in Berlin zu sehen. Beide Ausstellungen laufen noch bis März 2013.

Carola Deye zeigt Sorry Safari im Goldbekhof

Carola Deye, Gastkünstlerin im Goldbekhof 2012, zeigte am 31.01.2013, ihre Abschlussausstellung ‚Sorry Safari‘. Deyes Arbeiten beziehen sich auf die gleichnamige Tom & Jerry-Folge und spielen u.a. mit Stolperfallen und Perspektivverschiebungen. Der Großteil ihrer Arbeiten ist während ihres einjährigen Aufenthalts im Gastatelier Goldbekhof entstanden und kann, je nach Räumlichkeit, sowohl zweidimensional, als auch dreidimensional ‚gelesen‘ werden. Deyes Arbeiten sind tiefgründig und humorvoll zugleich – dieser Spagat gelingt ihr ganz gut, finden wir.

spitzen
tillmann terbuyken
Projektraum Isa Maschewski
Admiralitätstr. 71
20459
Hamburg

Ausstellung: 25.01.2013 – 21.03.2013
Öffnungszeiten: Dienstag – Donnerstag 14 – 18 Uhr
und nach Vereinbarung
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sorry safari
Carola Deye
Goldbekhof
Moorfuhrtweg 9 B
22301 – Hamburg

Rundgang der Kunstakademie Düsseldorf 2013

eine Bildstrecke von Emmanuel Mir (Düsseldorf)

 

Alle Jahre wieder… Ein sehr langer (aber selbstverständlich nicht vollständiger) Rundgang durch den Düsseldorfer Rundgang. Wahllos, hierarchiefrei, so sachlich, wie nur möglich. Mit schönen Grüßen aus dem Echtzeit-Archiv. Für Hinweise auf falsche Zuordnungen und Versäumnisse sind wir dankbar.

Die Seite wächst nach und nach bis zum Ende des Rundgangs am 24.2.

 

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Gallery Opening in Düsseldorf Flingern

von Florian Kuhlmann (Düsseldorf)

Letztes Wochenende, gemeinsames Gallery Opening in Düsseldorf Flingern – der Name ist Programm. Wer von auswärts mit liest und Flingern nicht kennt, der stelle sich bitte einfach Berlin Mitte vor, allerdings nicht nur komplett durchsaniert sondern in der Zusatzvariante völlig tote Hose.
Aber warum trotzdem nicht einmal aus nächster Nähe sehen was man in der WZ derzeit unter dem Zentrum der Avantgarde-Händler versteht.

Eine fantastische Fotostrecke wollte ich mitbringen. Bilder mit weltklasse Kunst die unseren Lesern die Tränen in die Augen treiben und sowohl Spitzenhöschen als auch Feinrippbuchse nass machen. Ich war guter Dinge!

Leider wurde nichts draus.

Die mehrheit der Bilder und Artefakte konnten nicht überzeugen, das allermeiste war selbst für unsere Verhältnisse zu off, geradezu offoff eigentlich. Eine der wenigen Ausnahmen Gregor Schneider – aber Schneider ist eben Schneider – mit einem einfachen und nachhaltig beeindruckenden Video seines Indienprojekts.

Gregor Schneider war in Indien und hat unter anderem ein Video mitgebracht. Ein Bild wie eine Faust. Respekt!

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Sven Blatt im Interview mit Anthony Cragg

Tony Cragg Declination

Das Interview mit Anthony Cragg ist schon etwas länger online und ich wollte schon die ganze Zeit einmal darauf hingewiesen haben. Aber zwischen den Jahren machte sich so eine überaus angenehme Faulheit und Antriebslosigkeit breit. Der Kollege Sven Blatt von kunstdüsseldorf wird es uns nach sehen, immerhin zum Lesen hat es gereicht.

Nach einem etwas holprigen Anfang nimmt das Gespräch gut Fahrt auf und was Cragg über künstlerischen Erfolg zu sagen hat ist nicht nur sympathisch sondern auch vernünftig. Darüber, dass sich eine solche Haltungen natürlich sehr viel einfacher einnehmen lässt wenn sich der künstlerische Erfolg bereits auf allen Fronten eingestellt hat liesse sich eventuell diskutieren. Wir sparen und das, weil wir auch renommierten Künstler das Recht zu gestehen etwas kluges zu sagen. Und am Besten lest Ihr sowieso einfach selbst.

Zum Interview mit Prof. Anthony Cragg, Rektor der Kunstakademie Düsseldorf und international
renommierter Bildhauer.

PS: Frohes neues Jahr und alles gute für 2013! Lasst es Euch gut gehen.

 

Bild: von Bengt Oberger (Eigenes Werk)
[CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)],
via Wikimedia Commons

Die Tagung des Kulturrats NRW zum geplanten Kulturfördergesetz im Düsseldorfer Landtag

von Florian Kuhlmann (Düsseldorf)


Vergangenen Montag tagten einige Vertreterinnen und Vertreter des nordrheinwestfälischen Kunst- und Kulturbetriebs auf Einladung des Kulturrats NRW im Düsseldorfer Landtag. Erklärtes Ziel war es eigene Wünsche und Vorgaben für ein derzeit geplantes Kulturfördergesetzt zu definieren. Das Kulturfördergesetzt soll die Finanzierung der Kulturlandschaft NRW, sowie die Verteilung der Aufgaben und Lasten zwischen Kommune und Land regeln und dem vergleichsweise kleinen Posten im Landesetat in den kommenden Jahre einen gewissen Schutz vor den zu erwartenden Einsparmaßnahmen bieten. Wir waren wie angekündigt dabei.

Diskutiert wurde auf erfreulich hohem Niveau, mit viel Wissen über und Verständnis von der Materie in jeweils 3 Foren am Vormittag und 3 weiteren Foren Nachmittags. Themen der einzelnen Foren war etwa die Frage nach den Schutzmöglichkeiten für Neues, oder ganz generell die Frage welcher Kulturbegriff das Gesetz prägen soll.
Wer sich die Redebeiträge jeglicher Couleur und aller Parteien aufmerksam anhörte, konnte sich des Verdachts nicht erwehren, dass es sich offensichtlich um ein mysteriöses Versehen handeln muss, dass der Kulturetat der kleinste und nicht der mit Abstand größte Posten im Landeshaushalt ist. Wir waren uns einig, Kultur ist wichtig und die unverzichtbare Basis für unser Zusammenleben. Nur von Systemrelevanz sprach leider niemand.

Zum geplanten Haushalt 2013

Der Kulturrat hatte aber gegenüber der Ministerin des Landes NRW Frau Ute Schäfer seine starken Bedenken gegen die Reduzierung der Kulturfördermittel im Haushaltsentwurf 2013 zum Ausdruck gebracht. Denn angesichts des minimalen Anteils der Kulturausgaben am Gesamthaushalt und am Haushalt des zuständigen Ministeriums sind zu erwartenden die Kürzungen offensichtlich unverhältnismäßig hoch. Sie betreffen in der aktuell geplanten Form wichtige Aktivitäten der Künstlerinnen und Künstler in Nordrhein-Westfalen.
Derzeitige Planung ist den Haushalt von 196 Mio. auf 180 Mio. €. zu kürzen, was in etwa einer Kürzung von 10% entspricht. Auch wenn darin Reserven enthalten sind, die im Moment nicht zur Ausgabe anstehen, so macht sich die Landesregierung in den Augen des Kulturrats allerdings doch auf den Weg zu dramatischen Kürzungen, da dieser Prozess mit dem Haushalt 2013 nicht abgeschlossen sein dürfte.
Der Kulturrat NRW fordert nun die Projektmittel in Höhe von rd. 4,5 Mio € auf keinen Fall zu kürzen und die jetzige Haushaltsmittel so zu sichern, dass in den nächsten Jahren in den Reserven nicht mehr zu Verfügung stehen weitere Einschnitte vermieden werden. Auch gegen andere Einsparvorschläge hat der Kulturrat erhebliche Bedenken.
Gemessen wird die Landesregierung an der klaren Aussage der Ministerpräsidentin in der Regierungserklärung: „Kunst und Kultur sind kein Luxus – und dürfen es grade in schwierigen Zeiten nicht sein.“
Diesem Anspruch wird der vorgelegte Kulturhaushalt allerding nicht gerecht. Deshalb soll es Anfang nächsten Jahres weitere Gespräche mit den Landtagsfraktionen und der Landesregierung geben, um zu verhindern, dass der Haushalt in der Form des Entwurfes verabschiedet wird. Der Kulturrat begrüßt in diesem Zusammenhang, dass die Kultursprecher der Landtagsfraktionen, nicht nur der Opposition sondern auch die der Regierungskoalition, den Haushalt in der vorgelegten Form kritisieren.

Kulturfördergesetz

Der Kulturrat NRW unterstützt das Projekt eines Kulturfördergesetzes NRW und verbindet damit die Hoffnung, dass Kulturpolitik aufgewertet wird. Der Kulturrat erwartet dass das Gesetz die Förderung von Kultur, Kunst und kulturelle Bildung der Förderung einen verlässlichen Rahmen gibt.
Unter anderem kommt es darauf an den Städten und Gemeinden Handlungsspielraum zu ermöglichen, sie zu motivieren Kunst und Kultur zu fördern. Zudem sollte Kulturpolitik entwickelt und verlässlich formuliert werden und damit den Künstlerinnen und Künstlern Planungssicherheit zu gewähren.

Darüber hinaus hält der Kulturrat NRW eine Entbürokratisierung des Förderwesens für unabdingbar. Wir übrigens auch.

Dreamland im Venus und Apoll

eine Fotostrecke von Sirin Simsek (Köln, Düsseldorf)

 

Die THE CONEY ISLAND PSYCHOANALYTIC AMATEUR SOCIETY erkundet ein neues Land zwischen ‚Kunstwelt‘ und ‚Alltagsleben‘. Sie sucht verlassene oder anachronistische Orte heim, um sie in erfahrbare Räume rückzuverzaubern. Die Treffen der Society finden nie zweimal am selben Ort und stets in jeweils verschiedenen Konstellationen statt.
An der Düsseldorfer Versammlung beteiligt waren: Aaron Beebe, Zoe Beloff, Ul-rich Bernard NAILS NOW, Çish&Phipps, Johanna Daab, Iris Dankemeyer, Mf David Deery, Lisa Domin, Wythe Marschall, Scott Wyman Neagle, Andrew ‚Aberglaube‘ Kemp