Wer die letzten Wochen nicht ohne Strom und Netzanschluss in der selbstgebauten Hütte im Wald verbracht hat, der kam um die Leaks des ehemaligen NSA-Analysten Edward Snowden nicht herum. Was vorher Verschwörungstheorie oder bittere Erkenntnis von Hackern war, ist jetzt Allgemeinwissen: „Wir haben den Krieg verloren„, wir leben im Überwachungsstaat. Einen Kommentar dazu sparen wir uns an dieser Stelle, verweisen aber statt dessen auf den Rant der CCC-Sprecherin Constanze Kurz ‚Das allwissende Schattenimperium‘ und auf diesen Kommentar mit dem schönen Titel ‚Wir müssen ihnen sagen, dass sie Abschaum sind‘ beim Rebellmarkt.

Nicht, dass es uns gleichgültig oder egal wäre, ganz im Gegentail sogar. Natürlich beschäftigen auch uns solche Entwicklungen und natürlich werden auch wir mittelfristig Aktiv werden um die Geschehnisse würdig zu kommentieren und diese für uns zu verarbeiten. Dazu benötigt es aber etwas Ruhe und Zeit zur Vorbereitung, deshalb ein anderes Mal mehr.
Heute und hier wollen wir uns dem Thema auf der ästhetischen Ebene annähern und einige kreative Reaktionen und Remixes auf #Prism präsentieren.

Stasi versus NSA

Den Weg der Aufklärung durch Veranschaulichung wählen die Jungs von OpenDataCity. Ihre nachfolgende Visualisierung ist wohl derzeit die Bekannteste und geht der Frage nach „Wieviel Platz würden die Aktenschränke der Stasi und der NSA verbrauchen – wenn die NSA ihre 5 Zettabytes ausdrucken würde? “


Gehe zu Stasi versus NSA. Realisiert von OpenDataCity (CC-BY 3.0)

Immersion vom Massachusetts Institute of Technology

Einen ähnlichen Weg beschreitet man am MIT, mit der nachfolgenden Visualierung der Metadatenauswertung von E-Mail-Accounts. Wer über einen Gmail-Account und Chrome verfügt, kann ganz leicht selbst mal NSA spielen und in den Meta-Daten der eigenen Mails schnüffeln.

Immersion: Beneath the surface from Deepak Jagdish on Vimeo. via Spreeblick

Zeitleiste der NSA-Leaks

Ebenfalls eine Mischung aus Recherche und visuellem Entertainment, ist das bei Interweb3000 gefunde Tool. Es gibt eine ganz brauchbare Visualisierung der chronologischen Abfolge der einzelnen Leaks wieder.

 Edward Snowdens empty Seat

Das nachfolgende Bild ist wohl eines der bekanntesten visuellen Meme zu #Prism und bewegt sich lakonisch zwischen seriöser Berichterstattung, reisserischem Teil der Jagdinszenierung und schräger Ironie. In Umlauf gebracht wurde es ursprünglich vom AP-Reporter Max Seddon über Twitter, von wo aus es sich rasend schnell über das Netz verbreitete. Wer es trotzdem nicht weiß, es zeigt den leeren Sitz in der Maschine nach Kuba, auf dem Edward Snowden nicht saß.

(via nerdcore)

Yes we scan

Mit schwarzem Humor begegnet Rene Walter vom Nerdcore-Blog dem Thema. Er hat sich Shepard Faireys berühmtes Plakatmotiv für den ersten Wahlkampf des Friedensnobelpreisdrohnenkillers Obama vorgenommern und einem zeitgemäßem Remix unterzogen. Sehr schön auch die Kopfhörer und das Auge der Illuminaten unten im Bild.

 

Obama Is Checking Your Email

In eine ähnliche Richtung geht die nächste Interpretation in Form eines tumblr-Blogs. Der Blog bewegt sich in der Tradition der ‚is looking at things‘-Blogs, von denen der über den koreanischen Diktator Kim Jong Il wohl der Bekannteste ist. Unter dem Titel ‚Obama Is Checking Your Email‚ befindet sich eine ständig wachsende Sammlung von Originalfotos die Obama beim betrachten verschiedener Monitore und Techgadgets zeigen. Die kleine Kontextverschiebung durch den Blogtitel gibt diesen Bildern eine neue, zeitgemäße Bedeutung.

All your data, in one place

Ironisch, affirmativ geht Andrew Mc Carthy mit dem Webprojekt http://prism.andrevv.com/ an die Sache ran. Er macht aus Prism einen großen einfach zu handhabenden Cloud-Datenspeicher.

 

Das war der erste Überblick, solltet ihr schöne Links, Bilder, Meme, Videos zum Thema finden,  gerne Hinweis an uns.
Ansonsten gilt natürlich, lasst Euch die Laune nicht zu sehr verderben, passt gut auf Euch auf, bleibt dran und genießt den Sommer.