Vor ein paar Wochen fand die abschließende Performance von Sculptress of Sound  in Köln – wir berichteten bereits über die Ausstellung -, die, so die Künstleringruppe, ein voller Erfolg war. Die Performance wurde im Rahmen der Ausstellung von Julia Buennagel – die neben Tamara Lorenz und Patricia Köllges zum Künstlerinnenkollektiv gehört – realisiert. Es sind uns nun Bilder der Veranstaltung sowie einen schönen Text von der Kunsthistorikerin, Kuratorin und Autorin Elke Kania zugeflogen. Danke Mesdames für das Material!

SculptressOfSound_2014_074von Elke Kania (Köln)

Fotos: Michael Schaab

Die Solo Show der Kölner Künstlerin Julia Bünnagel in der Kölner Galerie Sebastian Brandl ist zunächst bestimmt durch ihre raumgreifende Arbeit STRUCTURE: 58 trianguläre Module (Seitenlänge 70 cm) aus schwarzer Siebruckplatte sind ineinander gesteckt im Galerieraum ausgerichtet. Rhythmisch formt sich die Installation dabei in mehrere Gruppierungen auf; wie Schall, dessen Wellen sich ausdehnen, reagiert die Installation auf die Topografie des umgebenden Raums. Die raue Oberfläche der Elemente erinnert an Music-Cases oder an variables Bühnenequipment.

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Im zweiten Part der Ausstellung (ab 14.2.14) wird die Installation neu arrangiert als Display für audiovisuelle Arbeiten internationaler KünstlerInnen fungieren, die Julia Bünnagel eingeladen hat und deren Werke einen Kontext von Sound und Musik aufweisen. Im dritten Abschnitt wird die Installation schließlich das Bühnen-Setting für einen performativen Auftritt der Kunstband “Sculptress of Sound“ darstellen (15.3.14). Die Performance auf der Bühnenskulptur nimmt Bezug auf “Spectodrama“, ein Konzept, dass Alexander Schawinsky in den 1930er Jahren am Black Mountain Collage gemeinsam mit seinen Studenten entwickelte und in dem Phänomene wie Form, Farbe, Klang, Sprache, Musik, Zeit und Raum auf Bühnenqualität und Illusionscharakter hin analysiert wurden.

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Die Auseinandersetzung mit Immaterialität und manifester Objekthaftigkeit, mit Fläche und (virtuellem) Raum zieht sich leitmotivisch durch den ersten Teil mit neuen Arbeiten von Julia Bünnagel. In Resonanz zur Installation STRUCTURE bespielen tendenziell zweidimensionale Werke die flankierenden Wände: Die Sägezeichnung Neuromancer mit gelb gefüllten Linien, tief eingefräst in schwarzem Holz, erinnert an wild ausschlagende elektronische Schalldiagramme. Die Sägezeichnung untersucht die Übersetzung von Klang in eine räumliche Ebene. Neuromancer korrespondiert mit drei kleinformatigen Papierarbeiten, die das Verhältnis von simuliertem Raum auf der Fläche verhandeln und bewusst Assoziationen zu Cyberspace oder Computergrafik aufrufen. Plastische dreieckige Fragmente, fixiert in einem weißen Objektrahmen, hinterfragen die Gattungszugehörigkeit zu Bild oder Objekt ebenso wie zwei Wandreliefs, deren bemalte Kanten schimmernd auf die Wand ausstrahlen. Bünnagel benutzt dabei bevorzugt Neonfarbtöne, die per se technisch, artifiziell wirken.

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In Silversurfer kreiert eine Schallplatte mit silbern spiegelnder Oberfläche, abgespielt auf einem Plattenspieler und beleuchtet von einem Spot, eine planetar anmutende Lichtinstallation; der Sound, einem weißen Rauschen ähnlich, ist akustisch über Kopfhörer rezipierbar. Durch die Fenster des Galerieraums einstrahlendes Sonnenlicht vermag die Installation durch eine zusätzliche Lichtspiegelung zu erweitern.

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Ein in der Nähe platzierter kleiner Kubus erinnert in seiner Erscheinung an eine minimalistische Variante von Ernö Rubiks Zauberwürfel – durch seine verblüffende Oberflächenbeschaffenheit aus matt glänzenden Lacken könnte es sich jedoch ebenso um ein energiegeladenes Objekt von einem fremden (Comic-)Planeten handeln. Linien durchziehen den Würfel und unterteilen ihn in immanente geometrische Flächen und Körper: die Verbindung aus Zwei- und Dreidimensionalität koexistiert im Artefakt.

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Zur Ausstellung erscheint als Edition ein Digitaldruck von Julia Bünnagel in erhabener grüner Grid-Struktur, die als Kommentar die reale Installation STRUCTURE wie auch das Ausstellungskonzept reflektiert.

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