Schon wieder ein interessantes Signal aus Leipzig: Der Verein Haushalten geht in verlassenen Häusern und reaktiviert deren Potenzial. Die autonome Szene, ohne Geld aber mit vielen Ideen und einen großen Raumbedarf, trifft auf verzweifelte Eigentümer, die ihre abbruchreifen Häuser nicht mehr vermieten können. Es entsteht eine Art win-win-Lösung (ja, ich auch hasse diesen Begriff), den man als smooth gentrification bezeichnen kann.

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Man kann sich im Prekariat durchaus gemütlich einrichten. Keine Miete – nur die Betriebskosten – für ein riesiges Wohnatelier . Wo gibt es denn sowas? Ein Traum wird wahr in Leipzig, eine Stadt, die zurzeit besonders angenehm auffällt. Der Verein Haushalten vermittelt zwischen Raumbesitzer und -sucher im Bereich des Unvermittelbaren und nutzt die vorhandenen Möglichkeiten optimal aus. Das Rezept ist einfach: Verlassene Häuser werden mit dem Einverständnis der Besitzer von einer insolventen Klientele bezogen. Es wird lediglich vom Nutzer (hier spricht man nicht mehr vom “Vermieter”) erwartet, die Bruchbude instand zu halten und auf eigene Rechnung auszubauen. Für Künstler, die auf Fußbodenheizung und Conciergedienst verzichten können, ein idealer Deal. Und für Hauseigentümer, die die Kosten einer Generalsanierung nicht tragen können /wollen, übrigens auch.

Es gibt einen schönen Film auf vimeo: