Knapp 6 Jahre Produktionszeit, ein gutes Dutzend Parties, 10 eigens gegründete Bands und eine mittlerweile nicht mehr zu überschauende Anzahl an Akteuren. SingleClub – der Film von Alex Wissel und Jan Bonny ist fertig und feiert nun auch Rheinland-Premier.
Am kommenden Mittwoch, 30. März 2016, ab 18:30.
Natürlich in Köln. Im Kunstverein. F***BEvent hier.
Ein guter Anlasse für ein Blitz-Q&A mit Alex Wissel via FB-Chat.  8 knackige Fragen vom Blog und dazu 8 knackige Antworten von Alex Wissel.

12874306_10154047606574670_1470430048_o

P: Für die wenigen die nicht wissen was der Singleclub gewesen ist: beschreibe den Singlelcub in 5 Sätzen bitte.
AW: Der Single Club befand sich unterhalb des albanischen Glücksspiellokals „Bistro Agi“ und lief von Juni 2011 bis Juni 2012. Jeden Monat gab es eine Veranstaltung die jeweils 24 Stunden ging. Künstler gestalteten jeden Monat das Interieur neu und gründeten ca 10 Bands für den Club. Die Gäste wurden darauf hingewiesen, das sie mit Eintritt das Recht am eigenen Bild verlieren. Der Club war zugleich Drehort und Kulisse für einen Film, der letztes Jahr im November Premiere hatte.

P: Singleclub 2016. Was heisst das heute für Dich?
AW :Für mich fühlt sich sowohl Club als auch Film im Nachhinein wie meine Coming of Age Geschichte an.

12895292_10154047601809670_1936767533_n

P: Welches waren Deine schönsten Momente im und mit dem Singleclub?
AW: Die schönsten Momente haben für mich alle mit dem Gefühl zu tun gemeinsam mit Freunden etwas aufzubauen, dass größer ist als die Summe der Teile.

P: Welches waren die schlimmsten Momente im Singleclub?
AW: Die schlimmsten Momente waren stets mit dem Ordnungsamt verbunden, das uns zeitweise das Leben sehr schwer gemacht hat.

12894509_10154047603449670_1166300763_o

P: Warum ein Film zum Club?
AW: Der Film war integraler Bestandteil des Clubs, die meisten Leute im Publikum wussten ja vom Film, da ich das Poster zum Film über den Club schon gezeichnet hatte als es den Club noch gar nicht gab. Ich glaube das Wissen um den Film hat in den Besuchern noch mal andere Energien freigesetzt. Auch weil der Club dadurch seine Selbsthistorisierung in sich getragen hat.

12894489_10154047604289670_369015424_o

P: Worauf dürfen wir uns bei der Premiere zum Film besonders freuen?
AW: Auf das Freibier danach.

P: RL-Singleclub im Vergleich zum Film-Singleclub. Was ist besser was ist schlechter?
AW: Viele Clubdokumentationen sind eine Mischung aus Diaabend und Hochzeitsvideo, d.h. wenn man nicht dabei war ist es schwer sich dafür zu begeistern. Das wollten wir vermeiden und einen Film machen, der auch für Leute interessant ist die nie im Single Club gewesen sind. Deshalb geht es im Film nicht ausschliesslich um den Club sondern werden u.a. auch Inszenierungs und Rollenfragen gestreift.

P: Was müsste passieren, damit es noch mal einen Singleclub gibt?
AW: Wir haben sehr viel schönes Dokumentationsmaterial nicht verwenden können, deshalb hatten wir die Idee vielleicht alle 10 Jahre eine neue Version des Single Films zu schneiden. Man würde dafür auch noch neue Szenen drehen, dann hätten sich die ganzen Gesichter verändert und der Keller wahrscheinlich auch – es wäre in etwa so als wenn man sich an seine Jugend erinnert – das macht man mit unterschiedlichem Alter auch immer anders. Einen neuen Singleclub werde ich erst machen, wenn ich in der Midlife Crisis bin – darauf freue ich mich schon.

12896199_10154047601954670_1202581544_o12887379_10154047602399670_915058560_o

Der Film „Single” von Alex Wissel und Jan Bonny erzählt in mehreren ineinander verschachtelten Reflexionsebenen von Identitätsfragen sowie persönlicher und universeller Einsamkeit:

Der junge Künstler Alex wird von seiner Freundin verlassen und sucht neue Bestätigung in der Eröffnung eines Nachtclubs, dem sog. “Single Club”. Dieses Etablissment existierte von Juni 2011 bis Juni 2012 und befand sich in den Kellerräumen des Lokals “Bistro Agi” unweit des Düsseldorfer Hauptbahnhofs. Der Club wurde von Wissel als alternatives Modell von öffentlichem Raum und partizipativer “Sozialskulptur” konzipiert. (www.single-club.in)

Der Film, der aus dem realen Dokumentationsmaterial des Clubs, Reenactments und einer fiktiven Geschichte besteht, beinhaltet u. a. Gastauftritte von Lars Eidinger, Rita McBride, Peter Doig, Agipet Iljazi, Hans-Jürgen Hafner, Magdalena Kita und Sibel Kekilli.

Aus- & Vortragen: Rheinland-Premiere des Films “Single”
von Alex Wissel & Jan Bonny
Mittwoch, 30. März 18:30 – 21:00
Kölnischer Kunstverein
Hahnenstraße 6,
50667 Köln, Deutschland