von Emmanuel Mir (Düsseldorf)

 

Nach seiner Ausstellung im Gagarin vor ein paar Wochen, schlug Taka Kagitomi ein zweites Mal in der Landeshauptstadt zu. Zusammen mit der Malerin und Fotografin Barbara Kruttke zeigte er seine Objektassemblagen im Atelier am Eck, einem kleinen Show-Room, der seit beinah 20 Jahren von der Stadt Düsseldorf unterhalten wird.

Foto: Adam C. Oellers

Der begnadete Bricoleur kreiert surrealistische Geräte aus Materialfundstücken, die an Möbel, Musikinstrumente oder vergessene Werkzeuge erinnern. Ganz im Geiste des Fluxus, können und sollen die Steampunk-Assemblagen auch angefasst, verwendet und mit diesen auch gespielt werden. Ihr poetisches Assoziationspotential erschöpft sich also nicht in der Skurrilität ihrer Erscheinung oder in einem vermeintlich spektakulären Aha-Effekt, sondern appelliert an die Bereitschaft des Besuchers, die übliche rezeptionelle Passivität zu verlassen und etwas zu tun.Und wenn der Besucher nichts tut, tut Kagitomi selber etwas. Zum Abschluss der kurzen Ausstellung führte der Japaner eine ebenso kurze Performance mit einem seiner Exponate durch.

Foto: Adam C. Oellers

„Instrumental Alchemist“ besteht aus Besen-, Stuhl- und Schaukelstuhlelementen sowie aus einer kleinen metallischen Weltkugel, die von einem eingebauten Motor in Bewegung gebracht werden kann. Auf dem Boden erinnert das Instrument vage an eine Harfe oder an einen barocken Schlitten; der Korpus, an dem Saiten aufgespannt sind, kann aber auch auf dem Rücken getragen werden. Durch kleine Bedienungshebel wird die Weltkugel in Schwingungen versetzt, schlägt gegen die Saiten und das hölzerne Gerät fängt an, Töne von sich zu geben.

Kagitomis Klangkörper wurde während der Performance zunächst durch ein Kruzifix und einen Gitarrengriff bespielt, später auf dem Rücken des Künstlers durch die Umgebung transportiert – und verschwand schließlich hinter einem Busch.

 
Die Performance fand am 21.10.2012 im Atelier am Eck statt